„Einmal vergewaltigt werden, ist wirklich nicht schlimm“. Also sprach die Familienministerin der Türkei

Frog1(Aile Bakanı’na bak… „Bir kere olması karalamak için gerekçe olamaz“, CUMHURIYET online, 22.3.2016)

(Christian Füller, Danys Phantasien und Träume, FAZ online, 29.4.2013)

(Aziz Aslan, „Wie toll ist es doch, ein Märtyrer zu werden“, Yeni Hayat online, 4.4.2016

Cumhuriyet „schaut auf die Familienministerin“:

„Die Ministerin für Familie und Soziales, Sema Ramazanoğlu, verteidigte den in der Ensar Stiftung tätigen Lehrer, der Kinder vergewaltigte, und die Stiftung.“

„Einmal vergewaltigt werden, ist wirklich nicht schlimm“…, „antwortete sie auf Fragen von Journalisten auf einer Werbeveranstaltung für das Programm zur Unterstützung von Alten (Yaşlı Destek Programı, YADES)“ !!

Na, liebe Gutmenschen, spätestens jetzt, nachdem ihr das gelesen habt, wisst ihr, wie die islamistische AKP unter Sultan Tayyip I über Vergewaltigung denkt:

Wozu also ein Untersuchungsausschuss?? (Den lehnte das Parlament mit AKP-Mehrheit ab, tabii ki.) Alles nicht so schlimm, ein Mal ist kein Mal; alles nur ein toller Spaß,

nicht wahr Herr Cohn-Bendit?? — Oh, Verzeihung, ich weiß, Sie träumten ja nur…

„Cohn-Bendit […:] „Ich bin nicht nur ein Papierwichser, sondern ein überzeugter Wichser mit vielen Phantasien und Träumen, die weder alle häßlich noch schön sind…Nur das Ausloten von dem, was wir in uns haben, was in unseren Beziehungen schwelgt, ist schwer.“ (zitiert nach Füller)

Wie sagte neulich einer, der seine Tochter vergewaltigte, bei der Gerichtsverhandlung (in Istanbul) so schön:

„Man darf doch wohl noch die eigenen Produkte kosten dürfen!!“

So ist es! Denn: Was sagt Diyanet, das Amt für Religiöse Angelegenheiten in der Türkei, dazu:

„„Еs ist keine Sünde, wenn der Vater gegenüber seiner eigenen Tochter eine Wollust verspürt.“ Später wurde diese Aussage als „Übersetzungsfehler aus dem Arabischen“ zurückgezogen.“ (Aslan)

Frog4

Merkels Freund Erdoğan lässt deutschen Botschafter einbestellen

Frog1(extra-3-Satire: Türkei zitiert deutschen Botschafter ins Außenministerium, SPIEGEL online, 28.3.2016)

„Die türkische Regierung hat nach Informationen von SPIEGEL ONLINE den deutschen Botschafter einbestellt. Er musste sich offenbar für einen Satirebeitrag des NDR rechtfertigen.“

Und hier das vom Sultan kritisierte Video zum Weitersenden an Mutti und Freunde…

Song: Erdowie, Erdowo, Erdogan | extra 3 | NDR

Besten Dank, liebe Freunde!!

Und hier zum Mitgrölen der Text:

Er lebt auf großem Fuß, der Boss vom Bosporus

Bei Pressefreiheit kriegt er ‘n Hals, drum braucht er viele Schals

Ein Journalist, der was verfasst, das Erdoğan nicht passt, ist morgen schon im Knast

Redaktion wird dicht gemacht, er denkt nicht lange nach

Und fährt mit Tränengas und Wasserwerfern durch die Nacht

Sei schön charmant, denn er hat Dich in der Hand

Erdo-wie?, Erdo-wo?, Erdo-Wahn!

Die Zeit ist reif für sein großosmanisches Reich

Erdo-wie?, Erdo-wo?, Erdo-Wahn!

Gleiche Rechte für die Frau’n, die werden auch verhau’n

Ist das Wahlergebnis schlecht, das ruckelt er zurecht

Kurden hasst er wie die Pest,

die bombardiert er auch viel lieber als die Glaubensbrüder drüben beim IS

Gib ihm Dein Geld, er baut Dir ein Flüchtlingszelt

Erdo-wie?, Erdo-wo?, Erdo-Wahn!

Sein Land ist reif für den EU-Beitritt

Er pfeift auf Demokratie

Tschü mit ü sagt Erdoğan, und er reitet in den Sonnenuntergang.

Frog4

Das Türkeibild der ZEIT – U. Greiner über Pamuks Roman „Diese Fremdheit in mir“

Frog1(Ulrich Greiner, Istanbul, mon Amour, ZEIT, 23.3.2016, 45)

Zuerst, über dem Text das Foto

Schiffspassagiere, von denen die älteren weiblichen Wesen im Vordergrund ausnahmslos Kopftuch tragen, um den ganzen Kopf rum, festgezurrt, damit Mann ja kein Haar sieht. Das also ist das Istanbul-Bild, das die ZEIT ihren Lesern vors Auge drückt.

Was soll uns das sagen?? — So IST es; oder: So SOLL es sein?? Das Istanbul mon amour

Wahrlich ekelhaft!

Ob nun so oder so; das uns Lesern vorgesetzte Bild – Humble Pie: Eat it! – ist AKP-Propaganda: Es suggeriert: Seht her! Das haben wir schon erreicht: Also: Zurück ins real existierende Mittelalter!! Wiederkehr des ewig Gleichen?? — Danke für Eure Selbstaufklärung, γνῶθι σαὐτόν, liebe ZEIT-Redaktion.

Und dann der süper Text schlechthin:

Die Roman-Rezension von Ulrich Greiner!!

Erster Satz -, zum Auftakt ein wenig Schelte:

„Dass der Nobelpreisträger Orhan Pamuk nicht sonderlich gut schreibt, sieht man auch an seinem neuen Roman [Kafamda Bir Tuhaflık]“… (im Original keine Hervorhebung)

Aber wie, bitte schön, will das jemand beurteilen, der kein Türkisch kann?? — Kleinlaut das Eingeständnis:

„Es mag übrigens sein, dass die Übersetzung an manchen Unbeholfenheiten nicht schuldlos ist. „

Beispiele?? — Fehlanzeige, tabii ki.

Eine Episode, die Greiner schildert ist die wohl jedem in der Türkei lebenden Türken wohl bekannte Unsitte, Strom

„aus Leitungen [zu] beziehen, die am Zähler vorbeiführen. [Kommentar Greiner:] Was offenbar fast die Regel ist.“

Soll heißen: Dem Rezensenten scheint dies eine völlig neue Einsicht zu sein…

Und dann Greiners Schluss-Absatz, das grandiose Finale:

„Dieses Buch ist eine [sülz-sülz…] Liebeserklärung an diese fantastische Stadt Istanbul. [Doch Istanbul spezifische Aussagen fehlen in Greiners Rezension.] Wer die Türkei verstehen will, sollte es [das rezensierte Buch] lesen.“

Was aber ist das, was an Istanbul, der Türkei verstanden werden soll?? — Dass jeder jeden bescheißt?? sofern er die Chance dazu hat?? — So richtig das ist/sein mag…: Soll das alles sein, was Istanbul, die Türkei ausmacht??

Arme ZEIT, dieses QuakQuak als Weisheit auszugeben, den Lesern vorzusetzen, zuzumuten. — Wie einst auf Humble Pie’s Cover: Der Teller ist leer und bleibt leer… Da hatten selbst die dümmsten Sophisten seinerzeit mehr zu bieten…

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Can Dündar über die Silvesternacht-Grapschparty zu Köln

Frog1(Can Dündar, „Frau Merkel, hören Sie auf den türkischen Kerker!“, WELT AM SONNTAG online, 16.1.2016)

(Anant Agarwala, Mariam Lau und Khuê Pham, Der Albtraum, ZEIT, 7.1.2016, 2)

(Heinrich Wefing, Unter Schock, ZEIT, 7.1.2016, 1)

Can Dündar, derzeit prominentestes Opfer des Racheengels Erdoğans, über das Silvesternachtgegrapsche in Köln:

Köln? Das passiert auf dem Istanbuler Taksim-Platz jedes Jahr

Das, was in der Silvesternacht in Köln passiert ist, kam uns Türken wohlbekannt vor. Es war dasselbe, was sich jedes Jahr auf dem größten Platz von Istanbul, dem Taksim-Platz, zuträgt. Ein Ausdruck einer konservativen Machokultur und des Hungers auf Frauen, den diese selber produziert; Ausdruck einer Kultur, die in der Schule, bei der Arbeit, in allen Bereichen des Lebens Frauen von Männern trennt und versucht, sie in ihrer Rolle als Mütter zu Hause einzusperren.

In der Türkei kämpfen seit Jahren Frauen und Männer unter Lebensgefahr gegen dieses Weltbild und für ein laizistisches, modernes Leben und eine demokratische Republik. Sie sind davon überzeugt, dass man sich nicht mit den Symptomen, sondern mit den Ursachen auseinandersetzen und eine Politik entwickeln muss, die diese Ursachen bekämpft.

Auf welcher Seite aber stehen die westliche Welt und die Europäische Union und insbesondere Deutschland und Frau Merkel, wenn diese beiden verschiedenen Auffassungen in Istanbul oder in Köln aufeinanderprallen? Wir kennen die Antwort auf diese Frage. Und genau darum lächeln wir bitter, wenn wir von Merkels harter Reaktion auf die Angreifer von Köln hören.“

Und zum Kontrast das Gutmensch-Relativierungsgeschwätz von Anant Agarwala, Mariam Lau und Khuê Pham in der vorzeige-liberalen ZEIT:

Die „schlimmsten Vorurteile scheinen bestätigt.“ Wohl gemerkt: Sie scheinen bestätigt, sie sind es nicht. Die begrapschten Damen müssen sich geirrt haben.

Über das als Lea Westerkamp vorgestellte Opfer heißt es:

„Westerkamp tut sich schwer damit, ganz genau zu sagen, was sie denkt, vielleicht weiß sie es selbst noch nicht.“

War wohl alles nur ein Traum, ein böser Traum…

Und dann das Relativierungsgesülze:

„Nein, sie [Westerkamp] will keine politische Geschichte aus den Vorfällen machen.“

Natürlich nicht. Denn sie weiß ja, so wie auch die Autoren und mit ihnen all die Willkommenskultur-Apologeten:

„Dass Frauen in Nächten wie Silvester belästigt werden, bestohlen und betatscht, kommt immer wieder vor.“

Alles (nicht mal) halb so schlimm also. Gewaltexzesse seien ja schließlich, insbesondere in Köln, ohnehin nichts Besonderes:

„Dass ein Mob in der Kölner Innenstadt wütet, ist kein ganz neues Phänomen. Schon im Oktober 2014 verletzten 4000 überwiegend junge Männer 45 Polizisten [..]. Damals sprachen die jungen Männer Deutsch, trugen Glatze und nannten sich Hooligans gegen Salafisten.“

Was die  ZEIT-Relativierer freilich nicht wegvergleichen können: Diese Wahnsinnigen fielen nicht durch kollektive Grapschattacken auf.

Naiv-drollig auch die Empfehlung der frisch-gekürten Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Frauen sollten „eine Armlänge“ Distanz zu fremden Männern halten. Dümmlicher geht’s kaum noch. Und so was ist Oberbürgermeisterin. Armes Köln!!

Ähnlich dümmlich äußerte sich auch Claus-Ulrich Prölß, Geschäftsführer des Kölner Flüchtlingsrats:

Flüchtlinge „lesen keine deutschen Zeitungen und schauen nicht WDR“. Und die Autoren ergänzen: „Von der Gewalt in der Silvesternacht hätten sie [die Flüchtlinge] noch gar nichts mitbekommen.“

Als ob Mann dazu Zeitung lesen oder fernsehen müsse… Was für Trottel!!

Besonders hübsch ist auch die Relativierungserzählung von Seite 1:

Heinrich Wefing schreibt:

„Das massenhafte Einkreisen, Begrapschen und Beklauen von Frauen ist eine Form des Straßenterrors, die wir nicht kennen. [Na, da wurde es aber Zeit, dass dem abgeholfen wurde. Wie schön. Seid dankbar!!…] Aus Indien ist Ähnliches bekannt [ah, das beruhigt aber…], auch aus Kairo, vom Tahrir-Platz, wo ein [!] Exzess sexueller Gewalt den Anfang vom Ende des Arabischen Frühlings [welch Euphemismus…]bedeutete.“

Na, dazu fällt mir doch der Aufstand gegen den bösen, bösen, allzu bösen Alaviten, den Ungläubigen al-Assad ein, den die CIA (neuerdings Seit‘ an Seit‘ mit Erdoğan und Mutti) ja schon lange weg haben wollte, spätestens seit 9/11. (Günter Meyer zu CIA, Russland und IS in Syrien) Jetzt, nachdem sich das Kriegsglück gegen die von der CIA mit aufgehetzte sunnitische Mehrheit (zu Aleppo und anderswo) wendete, wollen  diese, die einst großmäuligen sunnitischen Assad-Hasser weg aus Syrien. Und wo wollen sie hin? Ins Reich der Ungläubigen, auf dass die Merkelschen sie, das sunnitische Herrenvolk, durchfüttern und ihnen die Füße küssen, und das nicht nur zu Ostern, sondern jeden Tag aufs Neue. Sagt mal, ihr depperten Gutmenschen, habt ihr es immer noch nicht begriffen?? Erst vor ein paar Stunden mordeten wieder sunnitische Radikalinskis Christen, nur weil sie Ungläubige, Christen sind: (Taliban bekennen sich zu Anschlag in Lahore, ZEIT online, 27.3.2016) Ihr heißt Leute willkommen, von denen die Mehrheit Euch verachtet, offen verhöhnt, auszutzelt und Eure Dummheit verspottet. Ihr bornierten Trottel!!

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Sarah Wagenknecht attackiert Merkels Erdoğan-Schmusekurs

Frog1 (Türkei für Migrationskrise in Europa verantwortlich, Sputnik Deutschland, 17.2.2016)

Sahra Wagenknecht, Fraktionschefin der Linken im Bundestag, zu Merkel im Bundestag am 17.2.2016:

„Sie [Frau Merkel] haben über die Gefahren des Terrorismus gesprochen, und da wählen Sie als Ihren bevorzugten Partner zur Lösung der Flüchtlingskrise ausgerechnet den Terrorpaten Erdogan, der mit seiner blutigen Politik gegen die Kurden im eigenen Land und mit seiner Unterstützung von islamistischen Terrorbanden in Syrien grade zu einer personifizierten Fluchtursache ist. Das ist doch völlig irrational“.

„Und die Verwandlung der Türkei in ein Flüchtlingsgefängnis – und der Oberaufseher Erdogan, der Europa grenzenlos erpressen kann, weil er immer den Schlüssel zu diesem Gefängnis in der Tasche behält“. „Das ist doch keine Lösung. Das ist eine moralische Bankrotterklärung.“

So ist es.

Wird Zeit, dass unsere verlogene, heuchlerische, dummdreiste Regierungsriege endlich abdankt.

(Oder besser doch nicht??: Falls Houellebecq Recht behalten sollte…)

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Günter Meyer zu CIA, Russland und IS in Syrien

Frog1(Günter Meyer, Kulturzeit-Gespräch mit Günter Meyer, Im Gespräch mit Andrea Meier, Kulturzeit, 15.2.2016)

Günter Meyer, Leiter des Zentrums für Forschung zur Arabischen Welt, Uni Mainz:

USA-Intervention: Sturz al-Assads um jeden Preis

“Wie der ehemalige Nato-Generalsekretär bereits zehn Tage nach den Terroranschlägen in New York und Washington [11.9.2001] erfahren musste, plante die USA bereits damals einen Sturz des Assad-Regimes. 2006 sind Informationen durchgesickert, wonach klar die Destabilisierung des Regimes, gerade auch die Anfachung der ethischen Gegensätze im Vordergrund stehen sollte. Und als dann nach Beginn des Arabischen Frühlings die Proteste ausbrachen, war es vor allem die USA, die auf die anfangs gemäßigte Opposition gesetzt hat und damit kläglich gescheitert ist.“

Wirkung: Stärkung und Proklamation des (Gegen-)Staat der Islamisten

„Wenn etwa das syrische Regime, wenn Baschar al-Asad gestürzt wird, entsteht ein riesiges Machtvakuum. Mittlerweile ist klar geworden, dass dieses Machtvakuum nur von den radikalen islamistischen Gruppen gefüllt werden kann.“

Unterstützung der syrischen Islamisten durch die USA

Unterstützung „vor allem von der USA, in der Anfangsphase. Es wurden Waffen über den CIA aus den Arsenalen von Gaddafi aus Libyen geliefert. Es wurden in großem Stil über die Türkei Waffenlieferungen durchgeführt, an gemäßigte Rebellen. Nur diesen gemäßigte Rebellen entpuppten sich dann als Nusra bzw. als Anhänger des Islamischen Staates.“

Russlands Desinteresse an einer Flüchtlingsproduktion

Russland hat kein primäres Interesse daran, die Flüchtlingsströme zu verschärfen. Davon kann keine Rede sein. Sondern bei den russischen Interessen, gerade auch beim Vormarsch im Norden des Landes geht es darum, dass die wichtigsten Teile des Landes unter die Kontrolle des Regimes zurückzubringen.“

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Merkels und de Maizières Schmusekurs mit Erdoğan

Frog1(Schmusekurs mit Erdogan: „Wir sollten aufhören, die Türkei zu kritisieren, monitor, 4.2.2016)

Danke für die klaren Worte, liebes Monitor-Team!!

Georg Restle, Moderator:

„Das Schweigen der deutschen Bundesregierung wird von der Türkei dabei [beim Krieg gegen die PKK] offenbar als Freibrief verstanden, als Freibrief für einen brutalen Krieg, als Freibrief aber auch für die Unterdrückung der Opposition im eigenen Land.“

Erdoğan am 12.1.2016 zur Petition von (ca. 1000) Intellektuellen gegen den Krieg und für den Frieden im eigenen Land:

„Wir stehen hier einem Verrat der sogenannten Wissenschaftler gegenüber, die ihr Gehalt mehrheitlich vom Staat erhalten und denen es, was ihre Lebensqualität angeht, besser geht als dem Durchschnittsbürger.“

Konsequenz: Sofortige (baş üstüne) Umsetzung durch Exekutive und Justiz: Einige Unterzeichner wurden verhaftet, einige entlassen…

Merkel äußerte sich zum Besuch und im Beisein von Ahmet Davutoğlu gut eine Woche später, am 22.1.2016 in Berlin:

„Das Gemeinsame hat heute in den Beratungen doch sehr stark auch überwogen.“

Thomas de Maizière wurde deutlicher:

„Alle, die uns jetzt sagen, man muss die Türkei von morgens bis abends kritisieren, denen rate ich mal, jetzt das nicht fortzusetzen. Wir haben einen Interessenausgleich [welch Euphemismus!] mit der Türkei vor uns. Wir haben Interessen. Die Türkei hat Interessen. Das ist ein wichtiger Punkt.“

„Aber die Türkei, wenn wir von ihr etwas wollen, wie dass sie die illegale Migration unterbindet, dann muss man auch Verständnis dafür haben, dass es dann im Wege des Interessenausgleichs [das scheint de Maizières Lieblingsfloskel zu werden…] auch Gegenleistungen gibt.“

Danke, dass Sie, Herr de Maizière, wenigstens zugeben, dass Sie ein Heuchler sind, während Ihre Chefin nur, äh, äh, drum ‚rum druckst…

Wie gut daher, dass Monitor im Beitrag nochmals die Rede von Merkel am 27.6.2013 einblendete. Damals sagte sie:

„Die Türkei ist ein wichtiger Partner. Doch unsere europäischen Werte der Demonstrationsfreiheit, der Meinungsfreiheit, der Rechtsstaatlichkeit, der Religionsfreiheit, die gelten immer, die sind nicht verhandelbar [nix Interessenausgleich!] für uns.“

Welch‘ Differenz!! Welch‘ Dreistigkeit!! Welch‘ Verlogenheit!! Welch‘ Verarsche!! Und von solch‘ Subjekten werden wir regiert… Zum Kotzen!!

Vielleicht liebt unser‘ Mutti Sultan Tayyip neuerdings ja deshalb so sehr, weil sie letztlich recht ähnlich tickt…: Das freilich wäre höchst fatal…

Arme Türkei!! Armes Deutschland!!

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Vs. Hyperkritik und Hypermoral in der Flüchtlingsfrage

Frog1(Matthias Geis, Nach dem Tabu, ZEIT, 21.1.2016, 3)

(Jens Jessen, Das Flüchtlingsspiel, ZEIT, 28.1.2016, 40)

(Ijoma Mangold, Der Verlust der Mitte, ZEIT, 21.1.2016, 37f)

(Özlem Topçu, Wo sind ihre toten Kinder?, ZEIT, 21.1.2016, 7)

Diskursnorm: Die Gutmenschsicht der kulturalistischen Linken

Ijoma Mangold zeigt in seinem Aufsatz sehr schön, wie sich – am Beispiel Flüchtlingsthematik – der öffentliche Diskurs an der Norm der politischen Korrektheit – vorgegeben durch die kulturalistische Linke – ausrichtet(e). Durch die Ausrichtung an deren Norm gerieten/geraten alle davon abweichenden Meinungen pauschal unter Verdacht, rechts der Mitte, d.h. (mehr oder weniger) braun beheimatet zu sein. Die so – zumindest aus ihrer Sicht – Diffamierten ihrerseits unterstell(t)en (dann) der Gegenseite, verlogen zu sein. Sie sehen sich als (z.B. Pegida) die wahren Bürger und titulier(t)en die, die die Diskurshoheit in Politik und (herkömmlichen) Medien besitzen als Lügenpresse. Wer dabei außen vor bleibt, sind die Flüchtlinge qua Dasein: Sie interessieren stattdessen nur als Vor– und Zuhandenheit (Heidegger), als Gegenstand eines Spiels (Jessen), eines Theaterstücks, einer Diskursinszenierung…

Mangold:

„Die kulturalistische Linke […] ist vor allem auf dem Feld der Identitätspolitik zugange. Jede ethnische, kulturelle oder sexuelle Differenz soll unter staatlichen Schutz gestellt werden […]. Es ist deshalb auch kein Zufall, dass die neue Rechte auf demselben Feld, nur unter entgegengesetzten Vorzeichen, unterwegs ist und in den vergangenen Jahren am ehesten in der identitären Bewegung zugreifen war. Sie ist das Pendant zur kulturalistischen Linken. Wo die Linke die fremde Identität, das andere, die Abweichung vergötzt, berauscht sich die Rechte an der Norm des Eigenen.“ (37)

„Die kulturalistische Linke […] hat diskursstrategisch auf ganzer Linie gesiegt.“ „Tea Party plus religiöser Fundamentalismus auf der einen Seite, akademische Hyperkritik auf der anderen. Jetzt hat dieser Trend Deutschland erreicht.“ (37)

„In der Flüchtlingskrise […] wurde ethnisch-kulturelle Diversität zur neuen Norm erhoben, die per se wünschenswert sei und keiner demokratischen Billigung bedürfe.“ (37)

Doch der Diskurs ist nicht als Kampf zwischen zwei festen Blöcken arrangiert. Frontenwechsel (nach rechts) sind möglich. Denn anders als im Diskurs ist das Wahlvolk (noch) nicht politisch korrekt ein-normiert, gleichgeschaltet. Populismus lautet der Vorwurf der politisch Korrekten, der kulturalistischen Linken.

Geis:

„die Trennlinie zwischen verantwortungsvollen Demokraten und skrupellosten Populisten verläuft nicht ganz so säuberlich, wie es manchmal scheint. […] Horst Seehofer inszeniert sich seit Monaten als Kritiker einer Politik, die er als CSU-Vorsitzender mitverantwortet. […] Dass nicht erst die AfD Populismus in die deutsche Politik bringt, demonstriert auch SPD-Chef Sigmar Gabriel. Das Publikum mit scharfen Sprüchen bei der Stange zu halten hat bei ihm Methode.“ (3; im Original keine Hervorhebungen)

Ein (diskurstranszendentes) Ereignis dann reicht/wirkt als (Paradigma eines) Gegenbeweis(es),

„Und dann kam Köln. Aller Überschwang des Sommers rächte sich. Das Pendel schlug auf erschreckende Weise zurück – und zwar weit nach rechts. Die [/] schlimmsten Demagogen wie Björn Höcke haben nun Oberwasser. Eine Mitte, die gleich weit entfernt ist von Diversity-Rhetorik wie von xenophobem Hass, muss ich erst wieder neu konstituieren.“ (37f; im Original nichts hervorgehoben)

… doch nicht aus Sicht der dialektisch Geschulten:

Es scheint, als ob „politische Korrektheit […] nur um den Preis des Wirklichkeitsverlusts zu haben [sei]. Wer über die kulturell-religiöse Herkunft der Täter spreche, so war vielerorts zu lesen, instrumentalisiere das Leid der Opfer, der Frauen – und verhalte sich mithin typisch patriarchal.“ (38)

Die Macht des Faktischen

Die Technik der Verblendung der Realität durch die Kulturindustrie, die public intellectuals, versagt gegenüber der Macht des Faktischen (u.a. manifestiert in der ständig immer noch steigenden Zahl an Migranten; im Problem der begrenzten Kapazitäten in der Unterbringung, in der Integration, etc.). Der Wille zur Macht über den Diskurs, das Gerede, ist das eine, die Macht des Faktischen das andere; und letztere wird die Politik bestimmen: Je mehr Flüchtlinge aufzunehmen sind, umso mehr wird Merkels Credo Wir schaffen das. zur Frage…

Jessen:

„Mag es auch noch viele Deutsche geben, die hilfsbereit und voller Erbarmen den Flüchtlingen gegenüberstehen – die Menge der Ablehnenden ist zu groß, um sie zu ignorieren oder durch Meinungsmacht von ihrer Einschätzung abzubringen. Die Politik muss mit ihnen rechnen.

Sie muss aber auch mit den Flüchtlingen rechnen, die schon da sind oder noch kommen werden und die man ebenfalls nicht ignorieren kann.“ (40)

Die Macht des Faktischen, so Jessen, ist sogar so stark, dass sie die das Politdiskurstheater als Ganzes, komplett zernichten könnte:

„Es geht um die Abwägung zwischen der Not der Flüchtlinge einerseits und der Furcht vor einer gefährlich gereizten deutschen Bevölkerung andererseits, die leicht zum Mob entgleisen und nicht nur die Flüchtlinge auch hierzulande bedrohen, sondern die hergebrachten Formen der Politik hinwegfegen könnte.“ (40)

Das ist Merkels Angst und Grund für ihre Anbiederung an Brandstifter Erdoğan

Die deutsche Regierung „wird zum Krieg in der Türkei weiter schweigen. Die Bundeskanzlerin braucht Erdoğan, damit nicht noch mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen.“ (7)

Frog4

Nazım Hikmets 114. Geburtstag, Veranstaltung in Essen, 31.1.2016

Frog1(Kılıçdaroğlu Nazım Hikmet’e geliyor, muhabirce.de, 27.1.2016)

Nazım Hikmet Vakfı ile CHP Köln Derneği Gençlik Kolları 31 Ocak 2016 (Pazar) tarihinde Essen Grugahalle, Nazım Hikmet Kültür Etkinliği düzenliyor.

Kemal Kılıçdaroğlu katılacak

Nazım Hikmet’in 114. doğum günü

Auf der Bühne war auf der rechten Seite, von der die Vortragenden her aufmarschierten, Atatürk zu sehen. Doch ein Foto/Bild/Poster des Autors, dessen Geburtstag (15. Januar) gefeiert wurde, fehlte. Auch in den Reden waren der Dichter und sein Werk durchgängig nur Mittel zum Zweck. Eine literaturwissenschaftliche Würdigung fehlte, schien gar unerwünscht.

31 Ocak’ta Essen Grugahalle’de düzenlenen bir etkinlikle kutlanacak. CHP Genel Başkanı Kemal Kılıçdaroğlu

der die Chance nutzte, Lieblingsgegener Erdoğan als Dieb und Mörder zu beschimpfen, was vom Publikum begeistert aufgenommen wurde,

etkinliğe katılmak için cumartesi günü Almanya’ya geliyor.

Nicht nur, dass Nazım Hikmet von der CHP vereinnamt wurde, nein, der Parteivorsitzende reiste sogar eigens zur Begrüßungsansprache aus der Türkei an. Seine Rede wurde ihm von einem Lakeien vorweg aufs Pult gelegt und nach getaner Arbeit von diesem wieder eingesammlt und fortgetragen. Alle andern Redner mussten (wollten??) ihr auf Papier fixiertes Quakquak selbständig aus- und einpacken.

31 Ocak Pazar günü saat 14:00’te başlayacak olan etkinlik öncesinde ise CHP Genel Başkanı Kemal Kılıçdaroğlu, çeşitli STK’lar, inanç ve kanaat önderleri ve Alman siyasetçilerle biraraya gelecek.

Can Dündar’ın eşi imzaya katılacak

er selbst sitzt ja dank Erdoğan derzeit im Knast,

Saat 12:00 ila 14:00 arası imza etkinliği olacak. Zülfü Livaneli,

Leider sang er diesmal nur zwei, drei Lieder…

Tarık Akan, Rutkay Aziz, Ataol Behramoğlu, Nebil Özgentürk, Sunay Akın kitaplarını imzalarken,  Can Dündar

Von ihm wurde der Film Hikmets Kamera (Nâzım’ın Kamerası) gezeigt, der Filmausschnitte und Erinnerungen von Hikmets Lebensgefährtin Galina Grigoryevna Kolesnikova enthält. Das Filmmaterial selbst ist recht bekannt und auch der Film ist relativ leicht zugänglich. (Also nicht Neues.)

adına Dilek Dündar kitap imzalayacak

Zur Musik: Die Gruppe Kardeş Türküler (dt. „Lieder der Brüderlichkeit“) sorgte für das musikalische Programm (nach all den mehr oder weniger (partei-)politischen Redebeiträgen). Hervorragend. Leider aber wurde wieder mal Lautstärke mit Soundqualität gleichgesetzt…

Fazit:

Eine sehr merkwürdige Dichterfeier…

Atatürk war durchgängig zu sehen (und wurde immer wieder lobend erwähnt), die Redner wurden alle in Großformat gezeigt; doch weder die Musiker, noch der Dichter selbst (mit Ausnahme des gezeigten Films) waren auf der Leinwand präsent.

Immerhin: Knapp 7000 verkaufte Tickets. Keine einzige Kopftuchträgerin. Kaum AKP-Sympathisanten…

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Erdoğan, der Friedensfeind II

Frog1(Erdogans Hexenjagd auf die kurdische Kultur, ttt, 24.1.2016, KULTURZEIT, 27.1.2016)

Moderatorin Evelyn Fischer:

„Krieg gegen die Kurden, und Europa schaut weg.“

Leider!!

„Krieg im eigenen Land [Türkei]. Wir zeigen Ihnen Bilder, die derzeit sonst nicht zu sehen sind.“

Dank sei Hexenmeister Erdoğan !!

Im Video heißt es u.a.:

„Seit einem halben Jahr, seit Präsident Erdoğan die Friedensverhandlungen mit der PKK einseitig [!!] beendet hat, tobt Krieg in den kurdisch bewohnten Gebieten“ der Türkei.

Vielen herzlichen Dank für die klaren Worte!

Nicht nur Syrien, auch der Osten der Türkei versinkt in Menschenleben verachtendem Chaos. Ich fürchte nur, Merkel und Co. wird das nicht kitzeln. Denn für sie ist das Wichtigste, die Außengrenzen der EU dicht zu machen (um nach innen weiter heile, heile, gute Welt vorgaukeln zu können.) Zauberlehrling Merkel weiß, dass ihr politisches Überleben davon abhängt, Mitspieler außerhalb der EU zu finden, die die Drecksarbeit machen, die den Zufluss immer weiterer Flüchtlingspulks stoppen (wie auch immer), die die Bösen, den Hexenmeister mimen, damit ihr naiv-dümmliches Gutmensch-Zauber-Slogan-Gebräu (aus „Wir schaffen das!“ – WillkommenskulturIhr „Flüchtlinge“ kommet doch all !!! – Gesäusel) sich und damit sie selbst nicht zu sehr zersetzt…

Hier der Link zu Goethes (dank Merkel aus meiner Schulvergangenheit erinnerten, reanimierten) Gedicht Der Zauberlehrling… Und so jemand führt Europa: Armes Europa !!

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