Macrons verzweifelter Appell an die Einheit der Franzosen

Kulturzeit vom 19.10.2020

NACH MESSER-MORD IN DRESDNER ALTSTADT: VERDÄCHTIGER ALS ISLAMISTISCHER GEFÄHRDER BEKANNT, tag24.de, 21.10.2020

Friedrich W. J. Schelling, Von der Weltseele, Sämtliche Werke, Bd. 2, Stuttgart u. Augsburg, 1857

In Simon Brolls Beitrag für die Kulturzeit vom 19.10.2020 ist folgender Auszug aus Emmanuel Macrons Ansprache anlässlich der Ermordung von Samuel Paty eingearbeitet (und – von wem?– so übersetzt):

„(1) Sie werden uns nicht spalten. (2) Das versuchen sie. (3) Und wir müssen gerade deshalb zusammenhalten. (4) Ich rufe die Gesamtheit aller Mitbürger auf, gemeinsam zu stehen, vereint zu sein ohne Unterscheidungen, die uns trennen könnten. (5) Denn wir sind vor allem Bürger, die vereint sind durch die gleichen Werte, eine Geschichte und ein Schicksal.“

Macrons Appell läuft ins Leere: muss ins Leere laufen.

Schon eine knappe Satz-für-Satz-Analyse des von Broll zitierten Rede-Auszugs zeigt dies auf.

(1) Behauptung (objektiv): dass sie uns nicht spalten werden, wobei beide Gruppen (sie und wir) nicht benannt/identifiziert werden.

(2) Unterstellung (subjektiv): dass sie uns spalten wollen. Die Absicht des Spaltens setzt bereits (vermeintlich oder tatsächlich) bestehende Divergenz voraus. Sie, die anderen, und wir, die einen, werden als antagonistische Gruppen vorgestellt.

(3) Appell: zunächst an die mit wir angesprochene Gruppe zum Zusammenhalt in der eigenen Gruppe. Im zugrunde gelegten Vorkommnis manifestiert in den zu Protest und Trauer versammelnden zehntausenden Demonstranten.

(4) Appell: an die Gesamtheit/Totalität aller, i.e. unter Einschluss derer, die zuvor mit sie (als die vom wir Ausgeschlossenen) bezeichnet wurden, eine Einheit zu bilden ohne auf Divergenzen zu achten.

(5) Begründung (eingeleitet durch denn) mittels der Aussage: wir, und zwar jetzt alle Bürger, sind eins in Werten, Geschichte und Schicksal.

Verzweifelt ist Macrons Appell, weil er unrealistisch ist. Denn er unterstellt als Tatsache, dass sich alle Bürger (bereits) als Einheit begreifen (5), was jedoch gerade nicht der Fall ist, wie just die Ermordung Patys (wieder mal) zeigte. (siehe auch Frankreich trauert um von Flüchtling enthaupteten Lehrer)

Bereits das Denken der alten Griechen kreiste um den Zusammenhang von Einem und Allem (ἓν καὶ πᾶν): die Alleinheit. (Vgl. die Redensart: Du bist mein Ein und Alles.)

Von Friedrich W. J. Schelling wird der Zusammenhang von Gesamtheit, Einheit und Vielheit — doch anders als bei Macron — unter Bezug auf das Universum so thematisiert:

„wirkliche Ganzheit (totalitas) [bestehe…] durch die Einheit in der Vielheit. Die Ganzheit fordert daher die Einheit (identitas), und kann ohne diese auf keine Weise gedacht werden.“  (Schelling, 362)

(Wobei für den Gläubigen Schelling Universum die Menschenwelt nicht ausschließt, sondern mit einschließt.)

Macron differenziert ebenfalls zwischen Gesamtheit (4) und Einheit (4), (5). (Auf Vielheit hingegen bezieht er sich in den oben zitierten Sätzen nur indirekt.) Gesamtheit ist für ihn die Menge aller Bürger. Identität aber ist nichts Gegebenes, sondern Aufgegebenes, durch Vereinigung erst zu Bildendes.

Wie soll Identität jedoch gelingen, wenn sie nicht wollen und wir (nämlich die Franzosen, zu denen sich Macron zählt) auf die Einhaltung unserer Werte bestehen? Durch Umerziehung à la China? (siehe Chinas Griff nach Europa – laut „Kronzeugin“ Sayragul Sauytbay)

Oder sollen wir – anderes Extrem – eingeschüchtert das Handtuch werfen und allesamt zu Dhimmis mutieren à la Deutschland? Haben wir uns denn vom Christentum selbst-aufklärend emanzipiert, um uns jetzt erst recht fremd-knechten zu lassen? Wie masochistisch veranlagt sind wir denn?

Reicht es denn nicht, dass wir in Vielheit, sprich Multikulti-Beliebigkeit zerfaseln? in der jede Gruppe und jedermann/frau vermeint, ein Recht darauf zu haben, seine/ihre Privat-Identität nach eigenem Gusto auszuleben und mancher meint, seine einzig wahren Eliten-Werte mit Gewalt durchsetzen zu dürfen? (siehe Frankreich trauert um von Flüchtling enthaupteten Lehrer) — Jüngstes Beispiel aus Deutschland: NACH MESSER-MORD IN DRESDNER ALTSTADT: VERDÄCHTIGER ALS ISLAMISTISCHER GEFÄHRDER BEKANNT — ein Polizei bekannter, ach so süßer syrischer Flüchtling mit Duldungsstatus, kurz: eine Bereicherung für Deutschland…)

Frankreich trauert um von Flüchtling enthaupteten Lehrer

Sabine Wachs,  „Der Lehrer wurde enthauptet“, tagesschau.de, 17.10.2020

Sabine Wachs,  Macron spricht von islamistischem Terrorakt, tagesschau.de, 17.10.2020

L’assassinat de Samuel Paty confirme „le très haut niveau de la menace terroriste islamiste“, France 24 online, 17.10.2020

Nicolas Camus, Attentat à Conflans : Ce que l’on sait de l’enquête sur la décapitation du professeur d’histoire-géographie,  20minutes.fr, 18.10.2020

Mehr Polizei, mehr Überwachung, bessere Bildung, tagesschau.de, 19.10.2020

Andreas Schmid,  Terror in Paris: Lehrer auf offener Straße enthauptet – Erschreckende Details über mutmaßlichen Täter veröffentlicht, Merkur.de, 18.10.2020

Erhan Tekten und Uğur Can, Katillere gıyabi cenaze namazı, Hürriyet online, 17.1.2015

Kouachi kardeşler için İstanbul’da cenaze namazı, youtube, 16.1.2015

Seda Türkoğlu, Dünya vatandaşlarından liderlere: “Siz Charlie değilsiniz”, Sözcü online, 28.5.2016

Detlef Pollack, Olaf Müller, Gergely Rosta und Anna Dieler, Integration und Religion aus der Sicht von Türkeistämmigen in Deutschland. Repräsentative Erhebung von TNS Emnid im Auftrag des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ der Universität Münster, Münster, 2016

Der 47-jährige Samuel Paty, Geschichtslehrer an einer Mittelschule in Conflans-Sainte-Honorine, nahe Paris, musste sterben, weil er — wie Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard es ausdrückte — gewagt hatte

„im Rahmen eines Kurses in Gesellschaftskunde in der achten Klasse das Thema Meinungsfreiheit [durchzunehmen…], das im nationalen Bildungsplan vorgesehen ist. [!!] In diesem Kurs gab es eine Diskussion über die Mohammed-Karikaturen von ‚Charlie Hebdo‚.“ (Übersetzung Wachs; im Original kein Fettdruck)

„Daraufhin hatte der Vater einer [13jährigen] Schülerin massiv im Netz gegen ihn mobilisiert und auch Daten wie die Adresse der Schule veröffentlicht.

Laut Innenminister [GéraldDarmanin habe der Vater zudem eine sogenannte Fatwa gegen den Lehrer erlassen.“ (Mehr Polizei…; im Original kein Fettdruck)

Und so kam es, wie es kommen musste. Ein ach so süßer 18-jähriger Flüchtling tschetschenischer Herkunft (namens Abdoullakh Abouyezidvitch), dem erst Anfang März 2020 eine 10-jährige Aufenthaltserlaubnis (!) ausgestellt worden war, fühlte sich von seinem Gastland beleidigt und aufgerufen zur Blutrache. Also zückte er ein Messer, stach den scheiß Ungläubigen ab und köpfte ihn. Allāhu akbar!

Reaktion von deutscher Seite: (Immerhin) Außenminister Heiko Maas kondolierte rasch und artig auf Twitter:

„Ich verurteile den abscheulichen Anschlag in #ConflansSainteHonorine. Wir stehen fest an der Seite unserer französischen Freundinnen und Freunde. Von Terror, Extremismus und Gewalt dürfen wir uns nie einschüchtern lassen.“

Wie verlogen!

In vorauseilendem Dhimmi-Gehorsam wird in Deutschland an staatlichen Einrichtungen, z.B. Schulen, anders als in Frankreich alles unterlassen, was auch nur ansatzweise auf Moslems irgendwie befremdlich-verletzlich wirken könnte. Dank politischer Korrektheit, der zufolge Minderheiten (hier Muslime) als Zuckerpüppchen unter den Schutz der Gutmenschendiktatur gestellt werden, wird zensiert, verschwiegen, verschleiert, beschönigt, unter den Teppich gekehrt…

Ein Lehrer, der bei uns gleichwohl wagen sollte, DEN Propheten: Mohammed den Friedliebenden, der das massenhafte Köpfen von Ungläubigen in Gang setzte, zu kritisieren, müsste mit einem Disziplinarverfahren durch seine Vorgesetzten rechnen – wegen Verleumdung, Volksverhetzung, Rassismus, Rechtsextremismus, etc. — Jesus hingegen, is‘ ja nicht DER Prophet, darf folglich ruhig als Witzfigur herhalten: Hier ist Blasphemie erlaubt. (Trotz heftig-hitziger Kritik aus der Bevölkerung wollte niemand seinerzeit Herbert Achternbusch wegen seines Films Das Gespenst ans Schlawittel…)

Das ist der Unterschied zu Frankreich! Unsere Nachbaren duckmäusern nicht; sie pochen auf die Akzeptanz ihrer Werte: von jedermann und jederfrau, die sich in Frankreich aufhalten. Der Präsident der Nationalversammlung, Richard Ferrand, twitterte daher:

„Die Ermordung eines Geschichtslehrers ist ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und die Werte der Republik. Einen Lehrer anzugreifen bedeutet, alle französischen Bürger und die Freiheit anzugreifen.“ (Macron spricht…)

Und was machen die ach so friedfertigen Moslems in Frankreich? — Pro oder contra Paty? Abouyezidvitch? Republik? — Abgesehen von den Lippenbekenntnissen einiger Oberen aus der Verbandsschleimerzunft beglückwünschten sie den Attentäter zu seiner vorbildlichen Heldentat! Allāhu akbar!

Als seinerzeit, am 7. Januar 2015 Islamisten die Redaktion von Charlie Hebdo überfielen und 12 Menschen erschossen, kam es in Istanbul nicht nur zu Jubelfeiern, sondern auch — im Gegenzug zum Trauermarsch in Paris für die Ermordeten unter Beteiligung von 40 Staatslenker(inne)n — zu einer Trauer-Kundgebung PRO Anschlag, die von der Polizei mit Freuden eskortiert wurde und auf der die Demonstranten die beiden Attentäter (u.a. Said Kouachi) bejubelten und sich mit ihnen solidarisierten. —

„Wir sind Charlie“ skandierten die Trauernden in Paris. — „Wir sind Said Kouachi“ skandierten die Trauernden in Istanbul…

Nun frag ich euch, ihr Gutmenschen: wem gehört die Sympathie all der uns zu Hunderttausenden bereichernden Zuwanderer islami(sti)scher Vorprägung? Allah oder euerm Multikulti-Schleimscheißer-Dhimmi-Staat?

Zur Antwort:

der wissenschaftliche Befund einer Forschungsgruppe der Universität Münster aufgrund von 1.201 „Interviews [unter „türkeistämmige[n] Personen ab 16 Jahren“, die „deutschlandweit“…] zwischen November 2015 und Februar 2016“ durchgeführt wurden:

Der Anteil derjenigen, die Haltungen bekunden, die schwerlich als kompatibel mit den Grundprinzipien moderner „westlicher“ Gesellschaften wie der deutschen bezeichnet werden können, ist unter den Türkeistämmigen teilweise beträchtlich […]

    • Der Aussage „Die Befolgung der Gebote meiner Religion ist für mich wichtiger als die Gesetze des Staates, in dem ich lebe“ stimmen 47 % der Befragten zu.
    • Dass Muslime die Rückkehr zu einer Gesellschaftsordnung wie zu Zeiten Mohammeds anstreben sollten, meinen 32 % der Befragten.
    • 50 % der Türkeistämmigen stimmen der Aussage „Es gibt nur eine wahre Religion“ stark bzw. eher zu, und
    • 36 % sind davon überzeugt, dass nur der Islam in der Lage ist, die Probleme unserer Zeit zu lösen.
    • Der Anteil derjenigen mit einem umfassenden und verfestigten islamisch-fundamentalistischen Weltbild (Zustimmung zu allen vier Aussagen) liegt bei 13 % der Befragten.“ (Studie, S. 13; im Original kein Fettdruck, nur Fließtext)

Wenn der Befund unter (legal) zugewanderten Türken schon so vernichtend ausfällt, wie dann erst unter moslemischen Kriegsflüchtlingen aus Syrien, Afghanistan, Irak, etc., die im Hass auf (uns) Ungläubige sozialisiert wurden/werden…

 

 

 

Refugees welcome? – Im alten Griechenland mitnichten!

Da unsere Politiker uns, den von ihnen ach so fürsorglich Regierten, ja immer mal wieder und stets aufs Neue — in Wiederkehr des ewig Gleichen — einreden wollen, dass ihre Politik eine echt europäische sei, die auf dem zu bewahrenden einzigen und wahren griechisch-jüdischen Erbe fuße, ist es leider nötig, die Machenschaften dieser Herren und Damen an Ungebildetheit bzw. bewusster Irreführung und Desinformation immer mal wieder clare et distincte zu benennen.

Dies betrifft u.a. die Migrationspolitik. So wird behauptet, Flüchtlinge nicht-europäischen Ursprungs aufzunehmen sei ein Gebot europäischer Humanität und zudem für Europa von Vorteil: Flüchtlinge seien eine Bereicherung.

Betrachtet man/frau jedoch die Migration im alten Griechenland rein faktisch, so fällt auf:

  1. Migration ist expansionspolitisch motiviert und veranlasst. Migration fand statt, wenn ein Stadtstaat es nicht mehr vermochte, die in ihm Lebenden ausreichend mit Nahrungsmitteln zu versorgen. In diesem Fall wurde ein Expeditionsteam mit dem Auftrag zusammengestellt, eine neue Stadt zu gründen, durch sie die Erstbesiedlung sicherzustellen und nachhaltig über Generationen zu verankern. So kam es dazu, dass überall um das Mittelmeer und das Schwarze Meer herum griechische Siedlungen/Stadtstaaten entstanden als Ausgründungen ihrer jeweiligen Mutterstadt.
  2. In Stadtstaaten lebten kaum Barbaren. — Als Barbar wurde bezeichnet, wer nicht Griechisch sprach. — Selbst Sklaven waren in der Regel keine Barbaren. Die griechischen Stadtstaaten führten (sehr) häufig Krieg gegeneinander, aber selten gegen nicht-griechische Mächte wie z.B. die Perser. Dementsprechend gab es keine Gefangene/Sklaven, die Barbaren waren.
  3. Griechen aus anderen Stadtstaaten wurden als Fremde bezeichnet. Fremden wurde Aufenthalt nur gewährt, wenn sie für die aufnehmende Stadt eine nachgefragte Leistung erbrachten, z.B. als Händler oder Gesandte. Ein Bleiberecht über längere Zeit (meist befristet auf wenige Jahre) erhielten sie nur, wenn sie einer Arbeit nachgingen und Aufenthaltssteuer zahlten.
  4. Wurde Tempel-Asyl, von wem auch immer, in Anspruch genommen, so bedeutete dies, sofern der Tempel/heilige Bezirk nicht (widerrechtlich) gestürmt wurde, für den Asylanten den Hungertod…

Zusammengefasst:

Migration bedeutete im alten Griechenland STETS Auswanderung, NIE Einwanderung!

In den griechischen Stadtstaaten lebten (fast) keine Barbaren. Auch Fremde wurden nur geduldet, wenn sie eine für die Stadt wichtige (zusätzliche) Leistung erbrachten. Weder Barbaren noch Fremde wurden in eine Stadtgemeinschaft aufgenommen. Die eingesessenen Städter wollten unter sich sein. Die Stadtverfassung legte restriktiv fest, wer sich zu den Städtern rechnen durfte; nur als Einheimische anerkannte erwachsene Männer hatten politische Rechte. Eine Integration von Barbaren und Fremden war nicht erwünscht, fand daher nicht statt und war auch nicht nötig. Eine Einwanderung IN bestehende Stadtstaaten aus humanitären Gründen war nicht vorgesehen.

Beispiele für Ein-Fremder-sein:

  • Im Gegensatz zu Platon war Aristoteles kein Athener. Er war als Fremder in Athen nur geduldet. Wenn es daher in Athen zu politischen Krisen kam, verließ er die Stadt und kehrte erst zurück, nachdem sich die Lage beruhigt hatte und ihm als Nicht-Athener keine Gefahr mehr drohte.
  • In seinen Dialogen spricht Platon Nicht-Athener, die sich in Athen aufhalten, als Fremde bzw. im Dialog Die Gesetze, der auf Kreta spielt, den Gesprächspartner aus dem fernen Athen als „Fremden aus Athen“ an.

Nachwirkung:

Nach der Gründung der Republik Türkei kamen Griechenland und die Türkei überein, die in Griechenland lebenden Türken (mit Ausnahme Thrakien) in die Türkei und vice versa die in der Türkei lebenden Griechen (mit Ausnahme Konstantinopel/Istanbul) nach Griechenland auszusiedeln. Die Griechen mussten so ihre einstigen (noch verbliebenen) Kolonien/Stadtstaat-Ausgründungen aufgeben.

Im Gegensatz zu den in die Türkei umgesiedelten Türken (als Individuen) gründeten die Griechen ihre in der Türkei aufgegebenen Städte und Dörfer in Griechenland neu. Beispiel: Die Stadt Νέα Πέραμος, Neu-Peramos, wurde 1922 von Flüchtlingen aus (Alt-)Peramos von der Südküste des Marmarameers auf griechischem Staatsgebiet, in der Nähe von Kavala, gegründet. Hieraus ist zu ersehen, dass/wie die einstigen (alt-)griechischen Kolonien über Jahrhunderte hinweg ihr Zusammengehörigkeitsgefühl/Unter-sich-sein bewahrten. (Andere Griechen sind für sie Fremde; Nicht-Griechen Barbaren.)

Das heißt nicht, dass die aus der Türkei nach Griechenland zurückgesiedelten Griechen Revanchisten sind. Im Gegenteil: Sie fühlen sich in der Regel ihrer türkischen Heimat nach wie vor verbunden. So freuen sich die, die noch (halbwegs) Türkisch können über türkische Besucher, um mit ihnen Türkisch zu sprechen und zu singen…

Ein ξένος, Fremder zu sein schließt nicht a priori aus, als φίλος, (Gast-)Freund angesehen zu werden/ein (Gast-)Freund zu sein…

Elie Rosen widersetzt sich Gutmensch-Propaganda

Martin Hoferick, Antisemitismus in Österreich, Kulturzeit (3sat), 25.8.2020

Peter Schneeberger im Gespräch mit E. Rosen, Elie Rosen über Formen des Antisemitismus, Kulturzeit (3sat), 25.8.2020

Ingrid Kornberger, Synagogen-Angriff: Verdächtiger ist 31-jähriger Syrer, Die Presse online, 24.8.2020

Vorspiel

Kaum hat ein ach so süßer Flüchtling einen antisemitischen Anschlag verübt (in Graz am 22.8.2020), wird von der Gutmenschfraktion der Vorfall entsprechend verharmlost. So äußert denn Martin Hoferick in seinem Kulturzeit-Beitrag Antisemitismus in Österreich (drei Tage später) die Befürchtung:

„Der Festgenommene, ein Geflüchteter aus Syrien [„der seit sechs Jahren in Österreich leben soll“ (Kornberger)] wird als Anhänger eines islamischen Antisemitismus stilisiert. So wird der Vorfall von Rechten instrumentalisiert.“

Der Anschlag selbst wird gar nicht erst thematisiert, ist also nicht berichtenswert und folglich gar nicht (so) schlimm. — Anders wär’s natürlich, wenn ein ach so un-süßer, ach so böser Neonazi der Täter wäre. — Schlimm ist für Gutmensch Hoferick nur, dass die anderen, i.e. die bösen Rechten, sprich die Nicht-Gutmenschen dies Stück für ihre, i.e. moralisch verwerflichen Zwecke propagandistisch nutzen könnten.

Hauptstück

Und dann tritt auf: Gutmensch Peter Schneeberger.

Im Gespräch mit Elie Rosen, auf den der ach so süße Flüchtling einen Anschlag plante, versucht Schneeberger Rosen dazu hinzuleiten, den Antisemitismus zu einem Neonazi-Problem zu erklären. Doch Rosen widersetzt sich. So ein Schelm…

Hier die ungekürzte Textpassage:

Schneeberger frägt – Hofericks Befürchtung wiederholend und damit dem Zuschauer einbläuend: „Eine Studie hat ergeben, dass mehr als die Hälfte der antisemitischen Übergriffe in Österreich einen rechtsextremistischen Hintergrund hat. Steht es zu befürchten, dass die Angriffe in Graz politisch instrumentalisiert werden?

 

Doch Rosen antwortet wider Erwarten: „Wir führen, das heißt über die Israelitische Kultusgemeinde in Wien ein Monitoring durch von antisemitischen Vorfällen in Österreich. Ich gebe aber zu bedenken, dass dieses Monitoring ein Monitoring ist, das sich stützt auf gemeldete Vorfälle. Die Erfahrung zeigt, dass eine Vielzahl von, unter Anführungszeichen, kleinen Vorfällen, das heißt insbesondere Vorfällen, wo es nicht zu physischen Übergriffen kommt, erst gar nicht gemeldet. Die Dunkelziffer ist also sehr groß. Ich für meinen Bereich in Graz kann unterstreichen, dass wir es hier mit einem primär linksorientierten und das heißt primär Israel orientierten beziehungsweise muslimischen Antisemitismus zu tun haben. Letztendlich ist es aber auch egal, woher der Antisemitismus rührt, ob rechts-links, oben-unten, muslimisch oder Israel orientiert. Es ist inakzeptabel. Wofür diese Differenzierung allenfalls von Interesse ist, ist wie man die einzelnen Formen bekämpfen kann, weil hier wird man wohl auch differenziert vorgehen müssen.“

Nachspiel

Dass Rosen Schneebergers Vorurteil nicht bestätigte, sondern sogar die Linken (!!!) als Erst-Haupttätergruppe (!!!) und Muslime als Zweit-Haupptätergruppe (!!!) ausmachte, dürfte die ganze Kulturzeit-Redaktion schockiert haben. Schlecht geplant und noch schlechter gelaufen…

Daher: kaum zu fassen, dass das Interview trotzdem auf Kulturzeit ausgestrahlt wurde. –: Eine Autorität an Integrität wie Rosen anzugreifen, ist eben nicht opportun: Selbst wenn sie sich anders äußert als gewünscht/erwartet, empfiehlt es sich nicht, sie gegen sich aufzubringen.

Eben schlecht geplant und noch schlechter gelaufen…

Menschenrechtler El Mourabit verurteilt rassistische deutsche Polizei

Blaise Francis El Mourabit über Polizeigewalt, Kulturzeit, 18.8.2020

Er machte „Jagd auf Motorradfahrer“, tagesschau.de, 19.8.2020

Am Tag des jüngsten „mutmaßlichen islamistischen Anschlag[s] in Berlin“ am 18. August 2020 (tagesschau) veröffentlichte 3sat ein

„Kulturzeit-Gespräch mit Menschenrechtsanwalt Blaise Francis El Mourabit über Handy-Videos von Polizeigewalt in den sozialen Medien.“ (Untertitel des Kulturzeit-Beitrags; im Original kein Fettdruck)

Wie könnte wohl El Mourabits Verteidigungsrede des vermeintlichen Attentäters wohl aussehen?

I

Zunächst zur Faktenlage:

a) Stellungnahmen:

1. Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin warf dem Beschuldigten vor: „Jagd gemacht zu haben auf Motorradfahrer“.

2. „Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) zeigte sich bestürzt über den Anschlag. Unbeteiligte seien „aus dem Nichts heraus Opfer einer Straftat geworden“.“ (Tagesschau; im Original kein Fettdruck)

b) Tagesschau-Bericht:

Der Mann war der Polizei wegen mehrerer Straftaten bekannt – darunter Körperverletzungsdelikte. So auch vor zwei Jahren in seiner Unterkunft. In Ermittlerkreisen heißt es, er habe damals ebenfalls „Allah ist groß“ gerufen und gedroht, er werde viele Menschen umbringen. In diesem Zusammenhang war er offenbar auch in psychiatrischer Behandlung.

[Also: ein eigentlich ganz Lieber,— nur leider durch – wohl – deutsche Verhältnisse schrecklich traumatisierter, süßer Migrant.]

Personen, die psychisch auffällig sind, sich nicht in einem islamistischen Umfeld bewegen

[obwohl er bei „der Polizei […] als Kontaktperson eines islamistischen Gefährders geführt“! wird. Doch das zählt nicht: Denn die zwei haben wohl – ich schwöre – nur Karten gespielt, Tee getrunken und bißchen Haschpfeifchen geraucht.]

und selbst radikalisieren, seien für die Sicherheitsbehörden in ihrer Gefährlichkeit besonders schwer einzuschätzen, erklärt [der zum] ARD-Terrorismusexperte[n hoch gepuschte] Michael Götschenberg. Grundsätzlich, so heißt es in Sicherheitskreisen, habe sich die Bedrohungslage mit Blick auf den islamistischen Terrorismus in den vergangenen Monaten spürbar beruhigt.

[Wider besseres Wissen. Der jetzige Anschlag widerspreche der Gutmensch-Propaganda selbstredend nicht!!]

Der 30-jährige Iraker war 2016 nach Deutschland eingereist. Sein Asylantrag war abgelehnt worden, zuletzt lebte er [der Polizei bekannte Schläger!] mit Duldung in einer Berliner Wohnung zur Untermiete.

[Sprich auf Kosten des Steuerzahlers. Ist er doch eine — im Gutmensch-Jargon gesprochen — „Bereicherung“ für Deutschland.]

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung wurden nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios keine Waffen gefunden. Die beschlagnahmten Datenträger werden zurzeit noch ausgewertet.

[Zum Pamphlete-Schreiben scheint er wohl nicht zu geistig krank zu sein…]

Offensichtliche Hinweise auf Verbindungen zu islamistischen Kreisen fanden die Ermittler in der Wohnung nicht.“ (im Original kein Fettdruck)

Wie auch? Hat er doch mit seinem islamistischen Freund in selbst auferlegtem Schweigen wohl nur Karten gespielt…

II

Mögliche Verteidigungsstrategie

Ein Menschenrechts-Gutmensch-Aktivist wie El Mourabit — der als Migrant mit deutschen Steuergeldern finanziert andere Migranten in ihrem Recht auf Einbürgerung und lebenslange Alimentierung durch die Steuerzahler vertreten darf — hat obigen Aussagen gemäß leichtes Spiel:

1. Der Polizeisprecher machte sich der Vorverurteilung schuldig: Einem ach so süßen Migranten „Jagd auf Motorradfahrer“, ggf. gar Bio-Deutsche (!) vorzuwerfen, zeigt wieder mal (siehe Kulturzeit-Beitrag) das social profiling der durch und durch scheiß rassistischen deutschen Polizei: Nicht der ach so süße, so gute, weil Deutschland bereichernde Migrant, sondern die scheiß böse, faschistische deutsche Polizei gehört eingeknastet!!

2. Eigentlich hat der sogenannte „Anschlag“ ja ohnehin gar nie nicht stattgefunden. Alles nur ein tragisches Missverständnis. Die Lenkung hat wohl versagt…

3. Außerdem sei der Täter ja nachweislich ohnehin nur ein — wie hinreichend bekannt — psychisch Kranker, sprich durch deutsche Behörden-Willkür!! schrecklichst Traumatisierter!! Wie kann man/frau einem ach so süßen Migranten auch sein Asylgesuch ablehnen. Klar, dass der traumatisiert ist und ausflippt. Sollte man/frau Verständnis für haben!!

Fazit: Alles nur eine Frage der Definition und des Vorurteils.

 

Migrantenfeindliche Übergriffe der Frankfurter Polizei

Otobong Nkanga über unser Verhältnis zur Natur, ttt, 19.7.2020

Frankfurt erlässt nach Krawallen Betretungsverbot für Opernplatz, Welt online, 20.7.2020

Nicolai Hagedorn, Ein strukturelles Problem, neues-deutschland.de, 1.1.2019

Was steckt hinter den Gewaltausbrüchen?, tagesschau.de, 20.7.2020

— I —

In einem in ttt am 19. Juli ausgestrahlten Beitrag äußert(e) sich Otobong Nkanga zum Thema Migration:

„Es geht ihnen [den Migranten] doch nicht unbedingt um den neuen Ort oder die Menschen dort, sondern sie möchten sich im Land verwurzeln. Sie wollen vielleicht nicht die Kultur übernehmen, nicht das Essen, aber sie brauchen Boden, um ihr Essen anzubauen. Das sind ganz verschiedene Denkweisen, ob man nun annimmt, jemand müsse sich dort integrieren, wo er lebt, oder ob er an einem Platz kommt, um ihn zu gestalten und seine eigenen Bedürfnisse anzupassen. Das sind zwei ganz verschiedene Dinge.“

Wie schön, dass eine Schwarzafrikanerin mal klar sagt, was die ach so süßen Flüchtlinge nach Europa zieht: Sie wollen hier Fuß fassen, Wurzen schlagen, sich reproduzieren und genauso weiterleben, wie sie es aus ihren Herkunftsländern gewohnt sind!! — Wie sagte einst Erdoğan so schön:

„Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“

Seid zahlreich und mehret euch, bis Deutschland unser ist.

Nur unser verblödet-naives Multikulti-Gutmenschenpack weigert sich beharrlich, das zu sehen:

Nicht sein kann, was nicht sein darf. 

— II —

Zuletzt in Frankurt kam es in der Nacht vom 18. zum 19. Juli zu einer Randale, an der sich überwiegend aus dem Umland angereiste Migranten beteiligten:

In der Nacht zum Sonntag war es auf dem Opernplatz in Frankfurt zu Ausschreitungen gekommen. Nach Angaben von Polizeipräsident Gerhard Bereswill wurden die Einsatzkräfte aus der Menge mit Flaschen angegriffen, obwohl sie deeskalierend gehandelt hätten. Mindestens fünf Beamte seien verletzt, mehrere Polizeifahrzeuge seien beschädigt worden. 39 Personen wurden festgenommen.

Die 39 festgenommenen Personen hätten überwiegend Migrationshintergrund, sagte Polizeipräsident Bereswill bei der Pressekonferenz. „Das reicht von Syrien, Türkei bis zu Spanien und Marokko.“ Es handele sich um 38 junge Männer und eine Frau. Sie seien zwischen 17 und 23 Jahre alt.

Die Personen der Gruppe seien überwiegend polizeilich bekannt, unter anderem wegen Körperverletzung, Diebstahlsdelikten und Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zum Teil seien die Personen alkoholisiert gewesen. Von den 39 Personen seien lediglich zehn Personen in Frankfurt wohnhaft. Gegen die Verdächtigen laufen Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs, Körperverletzung und versuchter Körperverletzung.“ (im Original kein Fettdruck)

Übrigens: Alle 39 Randalinskis wurden umgehend von der Justiz wieder auf freien Fuß gesetzt. Sind doch alle ach so süß, die Schläger, insbesondere die ach so süßen Flüchtling-Zuckerpüppchen unter ihnen!

Kann aber auch sein, dass die Haftrichter — wie Durchblicker Daniel Loick bereits vor über einem Jahr — das fiese Spiel der Polizei durchschauten:

„Daniel Loick ist Fellow am Center for Humanities and Social Change in Berlin. Soeben hat er im Campus-Verlag das Buch »Kritik der Polizei« herausgegeben, das sich u.a. mit polizeilichem Rassismus und mit der Frage von Polizei und Rechtsstaatlichkeit auseinandersetzt.“ (im Original kein Fettdruck)

Loick stellte damals bereits fest:

„Betroffenenverbände und Opfergruppen weisen schon seit sehr langer Zeit auf den Rassismus bei der Polizei hin.“

Nun ist ’s klar: Die im TV gezeigten Videos der Randale sind allesamt fake! Die Randale ging eindeutig von der durch und durch rassistischen Polizei aus! Die Polizei-Provokationen (z.B. einem Verletzten zu Hilfe kommen zu wollen) wurden (wieder mal) unterschlagen!! Die gegen die Polizei Agierenden hatten also alles Recht auf ihrer Seite: Sie mussten sich gegen die rassistisch-migrantenfeindlichen Übergriffe der Polizei wehren. Ihr gutes Recht!

— III —

Wird also Zeit, dass die Legislative alsbald einschreitet und der Polizei asap und absolut, striktest untersagt, Migranten auch nur in die Nähe zu kommen!!

Und außerdem sollte es von Staats wegen allen Staatsorganen, der Presse und allen Bürgerinnen und Bürgern verboten werden, Unschönes, id est Unwahres*, über Migranten zu sagen:

„Die Vorfälle in Frankfurt erinnern an die Krawalle in Stuttgart Ende Juni: Dort hatte es Auseinandersetzungen auf dem Schlossplatz zwischen Feiernden und der Polizei gegeben, an denen mehrere Hundert Menschen beteiligt waren. Im Anschluss war die Polizei in die Kritik geraten, weil sie bei ihren Ermittlungen auch das Umfeld der Verdächtigen und deren familiären Hintergrund – zum Beispiel die Nationalität der Eltern – untersuchte.

Kritik an Äußerungen zu Migrationshintergrund der Verdächtigen

Auch in Frankfurt gibt es Kritik über die Äußerungen zum möglichen Migrationshintergrund der Randalierer. Der Frankfurter Landtagsabgeordnete Turgut Yüksel (SPD) bezeichnete sie als völlig verfehlt.“

Gut dass wir in deutschen Parlamenten integre Persönlichkeiten —: da mit Migrationshintergrund — wie Turgut Yüksel — vom Namen her unschwer als Türke identifizierbar — sitzen haben, die ungeniert Migrationslobbying betreiben (dürfen): auf dass die Maulkorbgesetze rasch kommen mögen!

* Wenn Platon recht hat und das Wahre, Gute und Schöne identisch sind, so sei denn auch der Analogieschluss dem Idealisten wohlfeil, dass das Unwahre, Ungute und Unschöne identisch sind. Also spricht der Gutmensch: Über wen oder was Unschönes zu sagen, ist a priori unwahr. Nur Schönes ist Wahres. — Wir sehen (wieder mal), Primitivphilosophie kann durchaus nützen.

Übrigens: Ein von der bloßen Richtigkeitsthematik entkoppeltes Wahrheitsverständnis gibt Heidegger in Vom Ereignis (abgefasst zwischen 1936-38): „Wahrheit [als Wahrheit des Seyns] »ist« als Da-gründung und Da-sein.“ (329)

 

Der zugewanderte Antisemitismus und die Schuld der Europäer

Kaum zu glauben, aber nun scheint es auch die Gutmenschzunft begriffen zu haben: Der Antisemitismus wächst auch dank der ach so süßen Flüchtlinge, deren Zuwanderung uns nach wie vor als Bereicherung verkauft wird. Vielen Dank auch!

Die „Kulturzeit“ vom 22.5.2019 nimmt dabei Bezug auf das Buch Alles für Allah. Wie der politische Islam unsere Gesellschaft verändert, das Heiko Heinisch gemeinsam mit Nina H. Scholz veröffentlichte. Darin, so die Kulturzeit,

„schreibt er über Einwanderer mit islamisch geprägten Ideologien, die in Widerspruch zur Mehrheitsgesellschaft stehen.“

Heiko Heinisch:

„Ob das in Syrien ist, im Irak, in Ägypten: Judenfeindschaft gehört dort quasi zum common sense. Und in so einer Gesellschaft sind diese Menschen sozialisiert worden. Das heißt jetzt nicht, dass jeder einzelne judenfeindlich ist; aber es wird eine wesentlich größere Gruppe dadurch natürlich judenfeindlich, weil Sozialisation wirkt einfach vom Kleinkindalter bis ins Erwachsenenalter hinein. Und Menschen legen ihre Sozialisation nicht an der Grenze ab, wenn sie das Land wechseln, wenn sie migrieren.“

Doch die Schuld für die zugewanderte Judenfeindlichkeit liege letztlich an uns Europäern. Wir seien die allein Schuldigen an der Plage Antisemitismus, der Heimsuchung der zu uns Geflohenen:
Für Omar Kamil, laut Kulturzeit,

„ist der islamische Antisemitismus ein Produkt Europas. Die Feindschaft zwischen Juden und Muslimen sei nicht, wie oft angenommen wird, über Jahrhunderte hinweg gewachsen.

[als gäbe es – im ach so friedfertigen Koran – die Aufforderung nicht:

„wie Wir die Sabbatleute verfluchten. Und Allahs Befehl wird vollzogen werden.“ (Sure 4, Vers 48)]

Erst Anfang des 20. Jahrhunderts hätten britische wie französische Kolonialisten mit ihrem christlich geprägten Weltbild einen Keil zwischen Juden und Muslime getrieben.

[Wie? Was? Die Briten? Die Franzosen? Nicht wir scheiß Deutschen? Die Judenvergaser? Da muss ein Fehler vorliegen…]

Die jüdischen Weltverschwörungstheorien haben ihren Ursprung in Europa. Dafür wurde rassistisch-pseudowissenschaftliche Literatur ins Arabische übersetzt. Das beste Beispiel dafür seien Die Protokolle der Weisen von Zion, eine Art Handbuch der muslimischen Judenfeindschaft bis heute.“

Lesenswert hierzu: Umberto Eco: Der Friedhof in Prag

Omar Kamil:

„In diesen antisemitischen Vorstellungen geht es nicht um Juden, die wir kennen, um diese kleine Gruppe, sondern Juden, die die Weltwirtschaft beherrschen, Juden, die die Weltpolitik beherrschen. Bei jeder Niederlage der arabischen Armeen wurde dieses Erklärungsmuster sozusagen intensiviert, popularisiert, unterstützt. Und daher hat man zurückgegriffen auf diese alten arabischen Übersetzungen aus dem europäischen Kontext, die im 19. Jahrhundert entstanden sind.“

Und im Kommentar heißt es zusammenfassend:

„Arabischer Antisemitismus sei im Kern gegen Juden gerichtet, aber auch gegen Europa, das die Kolonialverbrechen ignoriert.“

So, nun wissen wir es: Wir Europäer müssen auf die Couch! und ins Umerziehungslager! und nicht die judenfeindlichen Moslems. Die tun doch nur, was wir ihnen auftrugen. Wir sind die wahrhaft Bösen. Wir müssen uns fürchten!

„So ereilte sie die böse Folge ihres Tuns“; (Koran, Sure 16, Vers 35)
denn „(wisse daß) Allah nicht jenen den Weg weist, die (andere) irreführen“ (Sure 16, Vers 38; siehe auch Sure 31, Vers 7)

Eingeständnis der Schuld

Wir gestehen freimütig: Wir Europäer bekennen uns schuldig. Wir sind es, die uns an den Rechtgläubigen versündig(t)en, sie ihrer Unschuld beraubten und sie gegen die Juden aufhetzten: Wir sind die Irreführer der Rechtgläubigen. Wir sind das lebende Mahnmal der Schande. Strafe über uns Sünder. Unser die Hölle…

Kinderficken: Deutschlands Doppelmoral

Michel Houellebecq, Serotonin, Aus dem Französischen von Stephan Kleiner, Köln, ³2019

Frank Bräutigam, Video: Rechtsexperte über den Fall, daserste.de, 10.3.2019, min. 1.16 – 1.38

Zeigt die Bahn-Werbung uns das wahre Deutschland?, bild.de, 25.4.2019

Marc Röhlig, Türkische Religionsbehörde denkt, Mädchen seien ab 9 Jahren heiratsfähig, bento.de, 4.1.2018

Zum einen ist da unsere herkömmliche Rechtsauffassung:

ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam äußert sich über die juristische Einschätzung eines Falls im Tatort Für immer und dich:

„Mit 13 Jahren gilt man rechtlich als Kind.“ „Es gibt da diese eine Szene [in einer der letzten Tatort-Folgen], wo sie [ein Mädchen] sich das Video anschaut, auf dem sie Geschlechtsverkehr […] hat. Das ist ein Sexualdelikt. Gehen wir davon aus, sie ist 13 Jahre alt zum Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs. Dann ist das automatisch schwerer sexueller Missbrauch von Kindern. Völlig egal, ob sie das da irgendwie freiwillig gemacht hat oder nicht.“

Wenn schon der Geschlechtsverkehr mit 13-jährigen strafbar ist, so doch wohl erst recht mit noch jüngeren – Kindern.

Eine solche (recht harmlose) Geschichte webte Michel Houellebecq in seinen jüngsten Roman Serotonin ein. Der Pädophile ist hier ein Deutscher und (Hobby-?)Ornithologe:

„Gegen fünf Uhr nachmittags klopfte ein kleines Mädchen an die Tür des Bungalows, also wirklich ein kleines Mädchen, damit wir uns verstehen, ein braunhaariges Mädchen von vielleicht zehn Jahren mit kindlichen Gesichtszügen, aber groß für sein Alter.“ (202)

„Ich [der Erzähler] hatte nie ein Pädophilen-Video gesehen, ich wusste, dass es so was gab, aber mehr auch nicht, und ich spürte sofort, dass sich unter den amateurhaften Aufnahmen leiden würde“. (205)

Der Pädophile „sagte ein paar Worte, die ich nicht verstand, woraufhin die Kleine die Shorts auszog und sich auf den Badschemel setzte, dann spreizte sie die Beine und begann mit dem Mittelfinger über ihre Muschi zu fahren, sie hatte eine kleine, wohlgeformte, aber gänzlich unbehaarte Muschi“. (206)

„Das Mädchen […] ging […] zu dem Deutschen hinüber und kniete sich zwischen seine Schenkel […]. Das Mädchen schien seine Aufgabe ungeachtet seines Alters gekonnt auszuführen, der Ornithologe stieß hin und wieder ein befriedigtes Grunzen aus“. (207f)

Ähnlich lustvolle Vorstellungen scheinen auch Daniel Cohn-Bendit seinerzeit zu seiner ekelhaften Fantasie motiviert zu haben. (Siehe Frosch-Anwandlungen in O. Roehlers „Selbstverfickung“, „Einmal vergewaltigt werden, ist wirklich nicht schlimm“) Nur, dass er, weil links (also per se Gutmensch) von seinen Kolleginnen und Kollegen, diesem verlogenen Pack, als über jeden Verdacht erhaben klassifiziert wurde und weiter hofiert wird.

Normalsterbliche freilich haben für solcherlei Subjekte wenig Verständnis. In Houllebecqs Roman endet das Leben des pädophilen deutschen Ornithologen entsprechend unschön:

„Ich [der Protagonist] dachte kurz an den Ornithologen; vielleicht hatte ihn seine niemals endende Suche viel weiter geführt, in viel trostlosere Gegenden, vielleicht vermoderte er in diesem Augenblick in einem Kerker in Manila, die anderen Häftlinge hatten sich ihm schon ausgiebig gewidmet, sein geschwollener, blutiger Leib war mit einer Schar von Kakerlaken bedeckt, sein Mund mit den zertrümmerten Zähnen außerstande, den in seinen Hals eindringenden Insekten den Weg zu versperren.“ (243)

Zum anderen haben wir – insbesondere dank Mutti und Konsorten –

mittlerweile Hunderttausende ach so süße Flüchtlinge in Deutschland, die sich voll Stolz Muslim nennen. Deren Rechtsauffassung sieht ein wenig anders aus. U.a. scheinen sie Kinderficken toll zu finden. Erst neulich wurde auch in der Türkei per Rechtsgutachten bestätigt, dass Kinderehen zulässig sind. Demnach ist Kinderficken legal, sofern die Opfer Mädchen sind, die mindestens neun Jahre (bzw. Jungs, die zwölf Jahre) alt sind. Aischa, die Mohammed (wie berichtet wird) im Alter von neun Jahren entjungferte, gilt als seine Lieblings-Frau und wird noch heute in allen muslimisch geprägten Ländern voll Freude, inbrünstig besungen.

Doch in der Türkei war die Aufregung unter den Nicht-Erdoğan-Jüngern so groß, dass diesmal (noch!) der Diyanet ein Rückzug geboten schien:

„Nach zwei Tagen der Entrüstung hat Diyanet die Empfehlung […] zerknirscht zurückgenommen.“ (Röhlig)

Mal sehen, wie lange es dauert, bis sich diese entzückende Rechtsauffassung als gleichrangig zu unserer bisherigen durchsetzt. Schon jetzt ist ja alles, was nicht irgendwie einen Migrationshintergrund nachweisen kann, unzeitgemäß, rechts. Siehe die Debatte über Boris Palmers Kritik an der Werbung der Deutschen Bahn.

In ein multikulti-offenes Deutschland scheinen rein Deutsche (i.e. Deutsche ohne Migrationshintergrund) nicht mehr zu passen:

„Für seine Werbung wählte der Konzern den in Ghana geborenen TV-Koch Nelson Müller, die RTL-Moderatorin und Tochter türkischer Eltern Nazan Eckes und den deutsch-finnischen Rennfahrer Nico Rosberg aus. Alle drei sind, so weit man weiß, (auch) Deutsche. Dazwischen zeigt die Bahn einen Anzugträger mit dunklem Teint und eine kraushaarige Frau mit Kind.“ (im Original keine Hervorhebung)

Ob all die rein Deutschen unter den Gutmenschen schon begriffen haben, dass sie Auslaufmodelle sind? Müll gar?

Syrischer Messerstecher von Polizei auf freien Fuß gesetzt

Blutiger Streit vor Döner-Imbiss 18-Jähriger sticht Kontrahent in den Rücken, Berliner Kurier online, 20.4.2019

Statistisch gesehen, gibt es in Berlin jeden Tag über sieben Messerangriffe. In der Nacht zu Sonnabend hat es nun einen 19-Jährigen vor einem Imbiss an der Baumschulenstraße in Treptow erwischt. Er hatte sich mit einem ein Jahr jüngeren Mann gestritten, der plötzlich ein Messer zog und zustach.

An einem Dönerladen waren um kurz nach 2 Uhr zwei junge Männer aneinander geraten. „Die genauen Hintergründe des Streits sind noch unklar“, sagt ein Polizeisprecher. Der 18-Jährige und 19-Jährige prügelten sich, plötzlich spürte der Ältere einen dumpfen Schlag am Rücken. Der Jüngere ergriff daraufhin die Flucht. Freunde des 19-Jährigen Berliners nahmen die Verfolgung auf.

Etwa 150 Meter überwältigten sie den 18-jährigen Syrer. Währenddessen bemerkte der Berliner, dass er am Rücken stark blutete. „Er musste mit einer  erlittenen Stichverletzung in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden“, erklärt der Polizeisprecher. Der festgenommene Messerstecher kam zu einer erkennungsdienstlichen Behandlung und wurde anschließend wieder auf freien Fuß gesetzt.“ (im Original kein Fettdruck)

Dank Merkel und Freunden gilt es mittlerweile ja als normal, damit leben zu müssen, aus nichtigem Anlass von ach so süßen Flüchtlingen mit dem Messer gekitzelt zu werden, so normal, dass selbst die Polizei es kaum mehr der Mühe wert findet, solch Pack dingfest zu machen, zumal ja auch die Justiz großzügig pro Flüchtling-Messerstecher zu urteilen geneigt ist. (Siehe LG Münsters Freispruch für afghanischen Totschläger)

Allahu akbar! Tod den kuffār!

 

Irene Kosok über die Realität einer aus Gaza geflüchteten Christin

Thomas Thiel, Erwacht aus einem bösen Traum, FAZ, 2.4.2019, 9

Kaum zu glauben, dass es die nachfolgende Geschichte, erzählt von Thomas Thiel, die der Gutmensch-Ideologie radikal zuwiderläuft, trotzdem geschafft hat, in der gemäßigt gutmenschlich orientierten FAZ veröffentlicht zu werden. Das übliche Berichterstattungsklischee der ach so süßen und friedvollen Flüchtlinge bzw. des ach so frauenfreundlichen Islam wird in dieser Reportage gleich in mehrerlei Hinsicht massiv infrage gestellt.

1. aus der Betroffenenperspektive:
Zu Wort kommt eine a) nicht-muslimische, b) dem Islam kritisch gegenüberstehende c) Frau.

„Hayat kommt aus Gaza. Sie ist palästinensische Christin. […] Hayat heißt nicht Hayat. Aus Angst vor Repression und aus Furcht, ihren Duldungsstatus zu verlieren, will sie ihren Namen nicht in der Zeitung lesen.“ (im Original kein Fettdruck)

Vielen Mitflüchtlingen ist es bereits unerträglich, dass es eine Frau überhaupt wagt, Rechte einzufordern:

Hayat „sagte, dass es sie traurig mache, wenn Frauen keine Rechte hätten. Sofort sei sie [von Mitflüchtlingen] attackiert worden. „Du erzählst Scheiße. Du machst uns schlecht. Frauenrechte sind nur für deutsche Frauen, nicht für unsere.““ (im Original kein Fettdruck)

Tja, ihr Gutmenschen, ihr habt ja sooo recht: Das sind lediglich Ausnahmen, Einzelfälle, selbstverständlich. Der Islam ist ja sooo frauenfreundlich…

2. aus der Helfer(innen)perspektive:
Zu Wort kommt Irene Kosok, Mitarbeiterin im THF Welcome. Sie

„Bekam mit, was geflüchtete Frauen im Tempelhofer Hangar, dem inzwischen geschlossenen Aufnahmelager, bewegte.“ (im Original kein Fettdruck)

 

„Irene Kosok kommt aus einem linken Milieu, sie hat viele Flüchtlinge jahrelang begleitet und muss jetzt erdulden, als Rassistin beschimpft zu werden. „Das Schlimmste ist“, sagt sie, „dass wir exakt den Falschen, den Fundamentalisten, helfen und ausgerechnet denen die Hilfe verweigern, die sich integrieren wollen.“ (im Original kein Fettdruck)

 

„Wie repräsentativ ist Hayats Geschichte? Es gibt darüber keine Statistik. Man kann es so sagen: Wer sie für einen Einzelfall hält, darf sich nicht mit ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern unterhalten.“

Keine Sorge: Gutmenschen tun so was nicht. Sie haben ihre vorgefasste Meinung. A priori wissen sie, was gut und was böse ist. Sie urteilen über die Realität, nicht aus der Realität. Sie sind Meta-Theoretiker, Schwätzer. Sie sitzen in ihrer Blase und quaken…

3. aus der Erzählperspektive:
Kosok:

„“Es muss an die Öffentlichkeit, es darf nicht totgeschwiegen werden. Ich ertrage diese Ignoranz den unschönen Realitäten gegenüber nicht länger.““

Damit ist Kosok zum Scheitern verurteilt: Nicht sein kann, was nicht sein darf. Dass es ihre Geschichte in die FAZ geschafft hat: Das ist der Einzelfall. Doch von nun an wissen wir, wo sie steht. Wir erteilen kein Schreibverbot. Nein, selbstverständlich nicht. Das haben wir nicht nötig: Es steht ja nirgends geschrieben, Nestbeschmutzern eine zweite, dritte… Chance geben zu müssen. Ignorieren reicht. Und ist sehr effektiv…

4. aus der Faktizitätsperspektive:
a) in der Heimat

Das von der Scharia geprägte Recht gilt in Gaza auch für Christen. Im Alter von 15 Jahren habe sie den Hijab tragen müssen, sagt Hayat. […] Für diejenigen, die das Kopftuch als Symbol für Selbstbestimmung der modernen Muslimin betrachten, hat sie eine Botschaft: „Diese Leute haben die Wirklichkeit des Islam nie erlebt. Wenn Sie glauben, dass Gewalt gegen Frauen zu ihrer Religion gehört, dann können Sie pro Kopftuch sein.““ (im Original kein Fettdruck)

 

„Ihr Exmann hatte die Nachricht von der Scheidung verbreitet. Sie war nun eine Geächtete. Ihre Familie wurde von Hamas bedroht. Du musst fliehen, sagte ihr Vater, sonst endet es für uns alle tödlich.“

b) in der Fremde: (z.B.) in Deutschland
Das Fortbestehen der Rollenmuster in der eigenen Familie vs. die Mär von der gelungenen Integration:

„Geschockt stellte sie [Hayat] fest, dass sich die Ansichten des Onkels nach siebzehn Jahren in Europa [!!] kein Stück geändert hatten.“

Das Fortbestehen der Rollenmuster im Flüchtlingswohnheim

„Im Auffanglager am Tempelhofer Flughafen bezog sie mit drei Frauen eine fensterlose Zelle.“ „Eine syrische Muslimin wollte den Raum nicht mit Hayat teilen. Sie sei eine Christin, habe einen bösen Geist. […] Mit der dritten, einer ägyptischen Ingenieurin, schloss sie Freundschaft.“

Die versuchte später, Selbstmord zu verüben: So geht‘s denen, die ausbrechen wollen, aber – aus vielerlei Gründen – nicht können…

Das Schlimmste für sie [Hayat] sei, sagt sie, in Deutschland dem gleichen Denken zu begegnen, das sie in Todesgefahr brachte, beschwichtigt und verharmlost von Politikern, Ämtern, Aktivisten und einer Asylindustrie, die Erfolgsstatistiken präsentieren will. In Rage bringe sie die Eitelkeit eines Milieus, dass [sic] sich Vielfalt auf die Fahnen schreibt, sich für die reale Lage der Flüchtlinge aber nicht interessiert, sie sogar als Rassisten und Nazis beschimpft, wenn sie über ihre Erfahrungen sprechen.“ (im Original kein Fettdruck)

In der von der deutschen Gutmensch-Ideologie geprägten Aufnahmegesellschaft ist für sie kein Platz. Die Pseudointellektuellen des Gutmensch-Lagers favorisieren die Parallelkultur. sie ist ihr weit angenehmer (da weit weniger fordernd) als Integrationskultur. Denn erstere baut und verwaltet sich selbst. Doch letztere fordert Engagement, Gegenseitigkeit und vor allem Konfliktfähigkeit. Und insbesondere Letzteres kennen Gutmenschen nicht: Sie leben in ihrem mittelalterlich-manichäischen gut:böse-Raster. (Auf der Suche nach einem Standort jenseits von gut und böse sind Moralisten par excellece keine geeigneten Reisebegleiter.) Vielleicht liebäugeln sie deswegen mit dem Islam. Der ist ja gleichfalls antagonistisch-scharf positioniert und sanktioniert gnadenlos jeglichen Abweichversuch.

5. aus der Beamten-/Verwaltungsperspektive
Die zunehmend zu beobachtende Resignation im Verwaltungsapparat…

“Das ist so bei denen. Das ist eine andere Kultur. Da können wir nichts machen“ – wie oft habe sie [Kosok] diese Sätze gehört, von Heimleitungen, Aktivisten, Politikern, Polizisten, wenn Frauen sich vergeblich von ihren Männern zu trennen versuchten, wenn sie geschlagen oder vergewaltigt wurden, sagt Kosok.“ (im Original kein Fettdruck)

6. aus der Anerkennungsperspektive
… mündet entweder in Gleichgültigkeit, sprich Standardisierung oder führt damit ggf. sogar zu höchst bedenklichen Urteilen mit entsprechenden Konsequenzen:
Kosok:

„Diese Frauen [die sich wehren] werden ausgebremst […] Sie landen in den Fängen des patriarchalen Islam. Das ist so absurd. Das glaubt man nicht.“

 

„Man mag es nicht glauben: Hayats Asylantrag wurde abgelehnt. Nach Monaten des Wartens bekam sie eine Standardabsage.“

Um das eigene Weltbild aufrechterhalten zu können, wird das Schicksal derer, die nicht in dieses Weltbild passen, ignoriert. Und letztlich werden die so dazu gezwungen sich anzupassen und klein beizugeben oder ihr Leben zu beenden… Doch Gutmenschen kennen keine Scham, wissen sie doch – über jeden Zweifel erhaben! – was gut und was böse ist.

7. aus Gender-Perspektive
Nicht die Geprügelte, sondern der Prügler gilt als schützenswert. (Tut er doch nur, was ihm vom Islam geboten wird: Der Prügler ist der Rechtschaffene, der Schuldlose; die Geprügelte ist das Opfer, das selbst schuld hat.) Merkwürdig ist, dass in der gleichzeitig stattfindenden me-too-Debatte die Schuldthematik von der selben Gutmensch-Clique exakt entgegengesetzt entschieden wird: Hier ist stets der die Frau erniedrigende Macho-Mann das personifiziert Böse.

Fazit Kosok

„Es würde mehr über diese Schicksale berichtet, wenn nicht jeder, der darüber redet, Rassist genannt würde, sagt Kosok. „Nach zwei Jahren stelle ich fest, dass sich diese Tendenz selbst bei vielen Helfern, die noch nicht entnervt das Handtuch geschmissen haben, zur Realitätsverleugnung gesteigert hat.“ Sie habe zwei Jahre gebraucht, um eine Realität zu begreifen, die ihrer [einstigen] Weltsicht komplett widersprochen habe.“

Allein mir fehlt der Glaube, dass Realisten wie Kosok in naher Zukunft mehr Gehör finden…