St. Greenblatt über die christliche Lust am Martyrium

siehe: Das Lob der Peitsche

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Salafismus-Förderung durch das Ausland: Medien und Regierung widersprechen BND

Frog1(Dienste warnen vor Hilfe für Salafisten aus dem Ausland, HANDELSBLATT online, 13.12.2016)

(Günter Lachmann, Gratis-Korane von den Saudis?, WELT online, 16.4.2012)

(Mindestens 140 Tote bei Angriff auf Trauerhalle, ZEIT online, 8.10.2016)

(Gerald Traufetter, Deutsche Artilleriezünder für Saudi-Arabien, SPIEGEL online, 1.12.2016)

Während die deutschen Geheimdienste (BND und Verfassungsschutz) sich mehr und mehr sorgen, wiegeln gutmensch-dominierte Presse, Sendeanstalten und Bundesregierung ab:

„Deutsche Geheimdienste warnen vor einer zunehmenden Unterstützung radikal-islamistischer Salafisten in der Bundesrepublik durch Saudi-Arabien, Kuwait und Katar. Religiöse Organisationen aus den drei Golfstaaten bauten Moscheen sowie Schulungseinrichtungen und schickten Prediger nach Deutschland, um die fundamentalistische Variante des Islam zu verbreiten, berichten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR.

Die Medien berufen sich auf eine Zwischenbilanz einer Untersuchung von Bundesnachrichtendienst (BND) und Verfassungsschutz an die Bundesregierung.

[…]

„SZ“, NDR und WDR berichten unter Bezug auf die Zwischenbilanz, es gebe keine Belege dafür, dass gezielt „gewaltbereite salafistische Strukturen und Netzwerke“ unterstützt würden.

[…]

Ein Regierungssprecher hatte die kritische BND-Analyse zurückgewiesen und erklärt, sie spiegele nicht die Haltung der Bundesregierung wider. Die Bundesregierung betrachte Saudi-Arabien als wichtigen Partner in einer von Krisen geschüttelten Weltregion.“ (Handelsblatt; im Original keine Hervorhebungen)

Wie weltfremd, menschenverachtend und zynisch dieses Multikulti-Gutmensch-Geschwätz doch ist: Ist doch hinlänglich bekannt, dass Saudi-Arabien allzu gern Todesurteile (ISlike!) vollstreckt, die Lies!-Aktionen wahrscheinlich (mit-)finanzierte

„Jedenfalls gingen noch vor dem Andruck des ersten Exemplars 300.000 Euro vorab auf den Konten der Ulmer Druckerei Ebner & Spiegel ein. Damit seien dann in sechs Tranchen 300.000 Korane gedruckt worden, teilte das Unternehmen mit.“ (Lachmann)

und dadurch erst ermöglicht(e), den Jemen (auch Trauergemeinschaften) bombardiert…

„Bei Luftangriffen auf eine Trauerfeier im Jemen sind neuen Angaben zufolge mehr als 140 Menschen getötet und mindestens 525 verletzt worden. Das teilte der für das Bürgerkriegsland zuständige UN-Nothilfekoordinator Jamie McGoldrick unter Berufung auf Rettungskräfte mit. Humanitäre Helfer seien „erschüttert und entsetzt“, erklärte McGoldrick, der die Luftangriffe verurteilte, aber niemanden direkt dafür verantwortlich machte.

Unter den Opfern seien Mitglieder der schiitischen Huthi-Rebellen, die gegen die von Saudi-Arabien und anderen sunnitischen Golfstaaten unterstützte Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi kämpfen.

[…]

Die US-Regierung distanzierte sich nach dem Angriff ungewöhnlich scharf von ihrem Verbündeten Saudi-Arabien. Eine Stellungnahme des Nationalen Sicherheitsrats (NSC) legt nahe, dass auch die USA die Schuld für die Tragödie bei der Militärallianz sehen.“ (Zeit)

Trotzdem hält Wirtschaftsminister Gabriel es (wirtschaftlich) für geboten, weiterhin großzügig Waffenexporte in die sunnitisch dominierte Nicht-Krisen-, soll heißen: Friedensregion zu genehmigen…

„Der Verfassungsschutz hingegen glaubt etwas anderes. „Ich gehe davon aus, dass es externe Geldgeber gibt“, sagte Hans-Werner Wargel, Chef des niedersächsischen Landesamtes, dem „Spiegel“. „Wir haben Erkenntnisse, dass in der Vergangenheit Geldströme von der Arabischen Halbinsel an das salafistische Netzwerk in Deutschland geflossen sind.“ Dann lüftet er das Geheimnis, wer seiner Ansicht nach der Wohltäter gewesen sein könnte: nämlich Katar und Saudi-Arabien. Vor allem die Saudis stehen schon lange in dem Ruf, die Ausbreitung eines überaus konservativen Islam in Deutschland fördern zu wollen. Dennoch werden sie von der Bundesrepublik mit modernsten Kampfpanzern beliefert. Nicht einmal der Einsatz saudischer Militärs gegen die Demokratiebewegung in Bahrein änderte daran etwas.“ (Lachmann)

Die einen schicken Korane und Imame für unser Seelenheil; die andern schicken Waffen für den Fortbestand des Friedens…: Allahu akbar!

Frog4

Seid gefälligst tolerant, ihr kuffar!!

Frog1(Heike Klovert, Schüler verweigert Handschlag: Liebe Lehrer, bleibt gelassen, SPIEGEL online, 12.7.2016)

(Pierre Vogel, Den Handschlag verweigern ist nicht böse gemeint!!, YouTube, 15.4.2016)

(Matthias Bartsch, Andrea Brandt, Simone Kaiser, Gunther Latsch, Cordula Meyer, u. Caroline Schmidt, Haben wir schon die Scharia?, SPIEGEL online, 26.3.2007)

(Michael Kiefer, „Dann halt Hand aufs Herz“, ZEIT, 21.7.2016, 67)

—-

Heike Klovert fordert Toleranz:

Andrea Lüdtke leitet eine Schule in Hamburg, an der ein muslimischer Abiturient seiner Lehrerin nicht die Hand geben wollte. Aus religiösen Gründen. Die Lehrerin hatte ihm nach der mündlichen Prüfung gratulieren wollen. Der Schüler kündigte an, bei der Abifeier auch Rektorin Lüdtke nicht die Hand schütteln zu wollen. Na ja, wahrscheinlich nicht. Er sei sich noch nicht sicher.

[…] wenn es darum geht, wer wem nicht die Hand geben will, regen sich derzeit zu viele Menschen zu schnell auf. Dann geht es gleich um „Werte“ und um „uns“ und „die anderen“. Dann fallen Sätze wie: „Wer hier leben will, soll sich gefälligst anpassen“. Dann geht es stets auch darum, ob der Islam zu Deutschland gehört, ob er überhaupt dazugehören kann und darf. […]

Rektorin Lüdtke […] hat ihren muslimischen Schüler ernst genommen. Sie hat nicht versucht, ihn zu verbiegen [!!], damit er in ein vermeintlich deutsches Raster von Gepflogenheiten passt. Sie hat verstanden, dass Respekt [!!] nicht an einen Handschlag gekoppelt ist und dass nicht jeder zum frauenfeindlichen Extremisten wird, der sich mit einem Handschlag schwertut. In Japan verbeugt man sich voreinander. Das funktioniert auch. [Ja, weil DAS die – allgemein akzeptierte – Konvention ist (wie bei uns nun mal das Händeschütteln)…]

Für ihre Entscheidung muss Lüdtke nun viel Kritik einstecken. Sieben von dreizehn Lehrern aus dem Abiturjahrgang boykottierten die Abifeier am Donnerstagabend aus Protest. Das kann man machen. Mal [!!] ein Zeichen setzen und so. Doch es straft auch die Schüler, die sich gefreut hätten, mit allen Lehrern das bestandene Abitur zu feiern. Und wem hilft es?

Lüdtke kam mit ihrer Art offenbar weiter. Der betreffende Schüler habe ihr bei der Feier doch noch die Hand gereicht, sagte sie dem „Hamburger Abendblatt“.

Mit ihrer Haltung ist Frau Klovert voll der Ideologie Pierre Vogels (Kampfname Abu Hamsa) aufgesessen: Der sagt: Frauen nicht die Hand zu geben, ist ein Zeichen von Respekt. Also liebe männliche Deutsche, ihr scheiß kuffār, richtet Euch gefälligst danach!! Allahu akbar!!

Dass unsere verbeamteten Islamgelehrten das freilich ganz anders sehen: Wen wundert ’s?? — Michael Kiefer: „Ich warne davor, die Sache zu dramatisieren.“

Da heißt es — politisch (Gutmenschen-)korrekt — immer: Wir wollen keine Parallelgesellschaft! Und dann das. Beim Tolerieren der Handschlagverweigerung fängt ’s an, bei der freiwilligen!! Unterwerfung unter das Schweinefleischverbot in Kantinen von Schulen, Hochschulen und Asylantenheimen geht ’s weiter und beim richterlich tolerierten Verprügeln von Ehefrauen —

„In einer dienstlichen Erklärung legte die Richterin in Sachen Islam noch einmal nach: In Sure 4 Vers 34 enthalte der Koran „neben dem Züchtigungsrecht des Mannes gegenüber der ungehorsamen Ehefrau auch die Feststellung zur Überlegenheit des Mannes gegenüber der Frau“.“ (Haben wir schon die Scharia?) —

und der Anerkennung von Kinderehen (Urteil OLG Bamberg) per Dekret muss noch lang nicht Schluss sein… Hurrah!! Allahu akbar!!

Frog4

 


 


 

 

Ein inszeniertes Pütschchen

Frog1(Baykal’dan ‚Darbe Girişimi’yle İlgili Şok Tweet, AktifHaber, 16.7.2016)

(„Our boys did it!“ – 30 Jahre Militärputsch in der Türkei, DKP online)

(Hans Springstein, Obama bestätigt US-geführten Putsch in Kiew, der Freitag online, 2.2.2015)

(Deniz Yücel, „Der eigentliche Putsch beginnt jetzt erst“, WELT online, 16.7.2016)

(Moritz Rinke, Eylem heißt Widerstand, FAZ, 18.7.2016, 11)

(Friedrich Schmidt, Moskaus neue Sorge um die Stabilität der Türkei, FAZ, 18.7.2016, 4)

(Kai Portmann, Hannes Heine u. Ingo Salmen, Erst Schweigeminute, dann Forderung nach Todesstrafe, Tagesspiegel online, Live-Blog, 31.7.2016)

Deniz Baykal, *1938, ein führender Oppositionspolitiker… (CHP), der bislang alle Putsche als Erwachsener (!) miterlebte, nennt das Ereignis, was gestern Nacht in der Türkei vonstatten ging, „ein tragikomisches Putschszenario“:

Twitter hesabından açıklama yapan Deniz Baykal, „40 yıllı aşkın siyasi hayatım boyunca, ne darbeler gördüm, ne işgenceler gördüm. Böyle „trajikomik“ bir „darbe senaryosu“ görmedim.“ dedi.

Baykal’ın açıklamaları şöyle:

„Bu şovdan sonra; Bir, Cemaat yok edilecek. İki, Ordu dizayn edilecek. Üç ,Başkanlık ilan edilecek.

Dört, Muhalefetin direniş gücü kırılacak.

Darbenin Değil Başkanlığın Ayak Seslerini Duyuyorsunuz…

Darbe senaryonuzu, başkanlık şovunuzu, selanızı, her şeyi anladık da, şu 6 vakit ezanını anlıyamadım. Muhteşem şov ve başkanlık adımları.

Ne yaparlarsa yapsınlar, hangi senaryoyu kurarlarsa kursunlar. Bir burdayız, senaryolarını, yüzlerine vuracağız.

40 yıllı aşkın siyasi hayatım boyunca, ne darbeler gördüm, ne işgenceler gördüm. Böyle „trajikomik“ bir „darbe senaryosu“ görmedim.“

So ist es. Dilettantischer kann Mann einen Putsch kaum planen und durchführen… Was sich die CIA wohl dabei dachte…?? (Angeblich habe Obama schon vor Monaten grünes Licht zu diesem Spektakel – von Erdoğan als „Geschenk Gottes“ bezeichnet, gegeben…)

Zur Erinnerung:

Our boys did it!“ – 30 Jahre Militärputsch in der Türkei

Am 12. September 1980 fand in der Türkei der faschistische Putsch proimperialistischer Militärs statt. Der Putsch von 1980 war der schlimmste der insgesamt drei türkischen Militärputsche im 20. Jahrhundert und bedeutete für die Arbeiterklasse und die Werktätigen des Landes Leid, Elend und brutale Repression. Der Terror der türkischen Faschisten an der Macht richtete sich insbesondere gegen die organisierte Arbeiterbewegung und die Kommunisten. „Our Boys did it!“ („Unsere Jungs haben es geschafft.“) waren die Worte, die der damalige Leiter des amerikanischen Geheimdienstes CIA in der Türkei, Paul Henze, am Tag nach dem Putsch gegenüber seinen Kollegen bei der CIA äußerte.“ (DKP)

Und vor nicht allzu langer Zeit in der Ukraine:

„Der russische Präsident Wladimir Putin sei von den Ereignissen in der Ukraine Ende 2013 und Anfang 2014 überrascht worden, „nachdem wir einen Deal zur Machtübergabe ausgehandelt hatten.“ Das sagte US-Präsident Barack Obama am 1.2.15. im Gespräch mit Fareed Zakaria von CNN: „… Mr. Putin made this decision around Crimea and Ukraine – not because of some grand strategy, but essentially because he was caught off-balance by the protests in the Maidan and Yanukovych then fleeing after we had brokered a deal to transition power in Ukraine …“ (deutsch bei RT deutsch)

Der US-Präsident bestätigt damit, worauf nicht nur ich hinwies in den Texten vom 26.2.14 über den „Staatsstreich als Strafe für Nein-Sager“ und vom 1.3.14 über die „5 Milliarden Dollar für den Staatsstreich“. Insbesondere US-Autoren hatten immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass die USA eine aktive Rolle beim Regimewechsel in Kiew spielten. Stephen Cohen hatte in der US-Zeitschrift The Nation am 11. Februar darauf hingewiesen, dass die mediale Aufregung um Victoria Nulands telefonische EU-Beleidigung nur ablenkte. Wichtiger sei gewesen, dass die US-Diplomaten planten, eine neue anti-russische Regierung in der Ukraine zu installieren und den gewählten Präsidenten „zu verdrängen oder zu neutralisieren“. Das bedeute einen Staatsstreich, warnte Cohen, bevor es dazu kam. William Blum hatte bereits im April 2014 in Folge 127 seines Anti-Empire Reports vom „rechtsgerichteten Putsch in der Ukraine, offen unterstützt von den Vereinigten Staaten“ geschrieben und in der Folge immer wieder darauf hingewiesen. “ (Springstein)

Und dann diese einseitige Berichterstattung im deutschsprachigen Fernsehen…: Kein Wort/Bild davon, dass zu Opferlämmern befohlene Soldaten nach IS-Methode geköpft wurden,

„Die blonde Moderatorin [… İrfan] Aktan zeigt ein Video, in dem ein Mann einem jungen Soldaten auf der [Bosporus-]Brücke in Istanbul im IS-Stil den Kopf abschneidet.“ (Rinke)

dass die AKPHooligans selbst vor der Botschaft in Berlin „Allahu akbar“ riefen…

Schmarrn ist auch die Behauptung, das Volk habe sich widersetzt. Nein: Es sind die Nationalisten und Faschisten, die sich den wenigen Panzern entgegenstellten:

„Auch an den Handzeichen der „Grauen Wölfe“ in der Menge sieht man: Die türkische Rechte – die AKP und die MHP – ist in dieser Nacht vereint.“ (Yücel)

Und was sagt Radio Eriwan??:

„Aus dem russischen Verteidigungsministerium hieß es am Wochenende, wenn auch anonym, die türkische Regierung habe von den Vorbereitungen des Putsches „natürlich“ gewusst“… (Schmidt)

Klaro! (Siehe MIT u. westliche Geheimdienste waren informiert.)

Und was macht die EU: Sie, Merkel und Co., zeigt sich solidarisch mit der ach so demokratisch gewählten Regierung… Die darf sich sogar auf deutschem Boden feiern!! (Erst Schweigeminute, dann Forderung nach Todesstrafe)

Einst nahm sich Hitler Atatürk zum Vorbild. Jetzt ist es Erdoğan, der sich Hitler zum Vorbild nimmt: Ein Land, ein Volk, ein Führer. Hurrah!! Es lebe die Dikta…, äh Demokratie!! Allahu akbar!!

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Planen Dschihadisten Atomanschlag (in Belgien)?

Frog1(Stefan Schultz, Terror in Belgien: Verdächtiges Personal im Atomkraftwerk, SPIEGEL online, 23.3.2016)

(Ulf Lüdeke, „Schläfer in Atomkraftwerken warten nur darauf zuzuschlagen“, FOCUS online, 23.3.2016)

(Irak: Islamistische Rebellen sind in den Besitz von Nuklear-Material gelangt, Deutsche WirtschaftsNachrichten online, 10.7.2014)

Stefan Schultz:

IS-Kämpfer arbeitete drei Jahre in Doel

Im Oktober 2014 entdeckten Behörden, dass ein belgischer Dschihadist bis November 2012 für rund drei Jahre im Hochsicherheitsbereich des Atomkraftwerks [Doel] als Sicherheitstechniker gearbeitet hatte. Ilyass Boughalab, geboren im marokkanischen Tanger, war […] bei der Firma AIB-Vinçotte Belgium angestellt, einem externen technischen Dienstleister.

[…] Boughalab gehörte […] zur Sharia4Belgium, einer inzwischen gescheiterten radikalislamischen Terrororganisation […].

Im November 2012 sei Boughalab als Kämpfer für den „Islamischen Staat“ nach Syrien gereist, wenige Monate darauf sei er getötet worden. Als Sharia4Belgium der Prozess gemacht wurde, habe Boughalabs Name sogar auf der Liste der Angeklagten gestanden […].

Electrabel dementierte auf SPIEGEL ONLINE, dass Mitarbeiter externer Firmen wegen des Falls Boughalabs derzeit nicht an den Standorten Doel und Tihange arbeiten dürfen.

[…]

Sabotageverdacht und dubiose Drohnenflüge

Die Enthüllungen über Boughalab sind nicht der einzige beunruhigende Vorfall in einem belgischen Atomkraftwerk. Im August 2014 gab Electrabel eine Störung im Reaktorblock 4 des belgischen Kernkraftwerks Doel bekannt. An einer Dampfturbine im nicht-nuklearen Teil der Anlage hatte es eine Störung gegeben.

Eine oder mehrere Personen hätten rund 65.000 Liter Öl der Turbine auslaufen lassen, sodass diese sich überhitzt habe und automatisch stehen geblieben sei, hieß es. Der Reaktor musste letztlich für Monate vom Netz genommen werden. […] Die Staatsanwaltschaft Dendermonde leitete Ermittlungen ein. Bis heute ist der Fall nicht aufgeklärt.

Im Dezember 2014 meldete die Staatsanwaltschaft Drohnenflüge über dem Kraftwerk Doel, machte dazu aber keine näheren Angaben.

Verdächtiges Überwachungsvideo

Alarmiert sind die belgischen Behörden auch wegen sonderbarer Videoaufnahmen. Bei einer Hausdurchsuchung in Brüssel hatten Kriminalbeamte am 30. November 2015 eine Art Überwachungsvideo gefunden. Es zeigt den Leiter des SCK-CEN, eines belgischen Forschungszentrums für Kernenergie.

Das SCK-CEN stellt Radionuklide her – nukleares Material, das unter anderem zur Behandlung von Krebs eingesetzt wird. Es kann aber auch zum Bau einer sogenannten schmutzigen Bombe zweckentfremdet werden, mit der Terroristen ganze Stadtviertel nuklear verseuchen könnten. Das SCK-CEN deckt nach eigenen Angaben 20 bis 25 Prozent des Weltbedarfs an Radionukliden ab.

Das Video, das die Ermittler fanden, zeichnet genau nach, wann der SCK-CEN-Chef zu Hause ein- und ausgeht. Es wurde in der Wohnung der Ehefrau des mutmaßlichen Terroristen Mohamed Bakkali gefunden. Französische Ermittler glauben, dass Bakkali an der Vorbereitung der Attentate von Paris am 13. November beteiligt war.

Polizisten hatten in Bakkalis Wohnung im Brüsseler Stadtteil Schaerbeck Sprengstoffgürtel gefunden, an denen DNA-Spuren von Salah Abdeslam nachgewiesen worden. Abdeslam gilt als Hauptverdächtiger der Terroranschläge von Paris und war erst vorigen Freitag festgenommenen worden.

Unklar ist, warum ein mutmaßlicher Terrorist ein Überwachungsvideo vom Leiter des belgischen Recherchezentrums für Kernenergie besaß.“ …

Ulf Lüdeke:

„Konkrete Hinweise“ für Anschläge auf Kernkraftwerke

Die Teilevakuierung der beiden Atomkraftwerke in Doel und Tihange, in denen normalerweise jeweils rund 1000 Menschen arbeiten, war schon kurz nach den beiden Anschlägen auf Flughafen und U-Bahnstation in der belgischen Hauptstadt bekannt geworden. „Die Nachricht hat mich sehr überrascht. Denn ganz offenbar sind sich die Behörden nicht mehr sicher, ob sich in den Reihen der Mitarbeiter der beiden Atomkraftwerke nicht schon längst terroristische Schläfer befinden, die nur darauf warten, zuzuschlagen“, so [Gerd] Rosenkranz, bei „Agora Energiewende“ für Grundsatzfragen zuständig. Das [Berliner] Forum erarbeitet mit energiepolitischen Akteuren Lösungsvorschläge, mit welchen Schritten der beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie praktisch umgesetzt werden kann.“

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