Vanessa Springora enttart Gabriel Matzneff als pädophil

Vanessa Springora, Die Einwilligung. Aus dem Französischen übersetzt von Anna van Laak. München, 2020

Michel Houellebecq, Unterwerfung. Aus dem Französischen von Norma Cassau und Bernd Wilczek. Köln, 32015

Prophet Mohammed darf laut EGMR nicht pädophil genannt werden, Der Standard online, 25.10.2018

In Die Einwilligung berichtet Vanessa Springora über ihr Liebesverhältnis zu dem in Frankreich gefeierten Schriftsteller Gabriel Matzneff. 1986 lernte sie ihn kennen. (132)

„Ich war dreizehn, als ich G. begegnet bin. Ich war vierzehn, als wir ein Verhältnis begannen“. (106)

Matzneff ist mehr als 30 Jahre älter als Springora.

„Ich bin vor Kurzem vierzehn geworden. Er wird bald fünfzig. Na und?“ (39)

Im Nachhinein sieht sie folgende Bedingungen ihrer Biografie dafür an, zu Matzneffs Beute geworden zu sein.

„Ein abwesender, unerreichbarer [die Mutter prügelnder] Vater, [von dem sich Mutter schließlich trennte,] der eine unergründliche Leere in meinem Leben hinterlassen hat. Ein ausgeprägter Hang zum Lesen. Eine gewisse sexuelle Frühreife. Und vor allem ein ungeheures Bedürfnis, gesehen zu werden.

Alle Bedingungen sind nun erfüllt.“ (31)

Detailliert beschreibt Springora sodann, wie zielstrebig und hartnäckig sich Matzneff abmühte, sie zu (einer) seiner zahlreichen Geliebten zu machen, wie geschmeichelt sie sich fühlte und wie willig sie auf seine Avancen einging.

„Sobald ich angebissen habe, verliert G. keine Minute mehr. Er lauert mir auf der Straße auf, überwacht mein Viertel und versucht, eine zufällige Begegnung herbeizuführen, die nicht lange auf sich warten lässt. Wir tauschen ein paar Worte aus, und danach bin ich total verknallt.“ (39)

Wider die herrschende Meinung der Normalos und das französische Strafgesetz plädierten viele Linke in Frankreich in den siebziger Jahren für die Legalisierung von Sex mit Minderjährigen. Auch Springoras Mutter akzeptierte letztlich das Sex-Verhältnis ihrer minderjährigen Tochter.

„Tatsächlich verteidigte eine große Zahl von linken Journalisten und Intellektuellen zehn Jahre vor meiner Begegnung mit G., gegen Ende der Siebzigerjahre, öffentlich Erwachsene, die wegen »verbotener« Beziehungen zu Minderjährigen angeklagt wurden. 1977 publizierte Le Monde einen offenen Brief, der sich für die Legalisierung von sexuellen Beziehungen zwischen Minderjährigen und Erwachsenen aussprach. Er trug den Titel »Aus Anlass eines Prozesses…« und wurde von prominenten und renommierten Intellektuellen, Psychoanalytikern und Philosophen, von Schriftstellern auf der Höhe ihres Ruhmes, überwiegend Linken, unterschrieben. Man findet darunter unter anderem die Namen Roland Barthes, Gilles Deleuze, Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre, André Glucksmann, Louis Aragon … In diesem Schreiben protestierten sie gegen die Inhaftierung von drei Männern, gegen die ein Prozess eröffnet werden sollte, weil sie sich an Minderjährigen im Alter von dreizehn bzw. vierzehn Jahren vergangen und diese dabei noch fotografiert hatten. […] Auch G. M. hat diese Petition unterzeichnet. Erst im Jahr 2013 enthüllt er, dass er der Initiator war (er war sogar der Verfasser) und dass er damals auf der Suche nach Unterzeichnern nur sehr wenige Absagen bekam […]

Ebenfalls 1977 veröffentlichte Le Monde eine weitere Petition unter der Überschrift »Appell für eine Überarbeitung des Strafrechts in Hinblick auf die Beziehungen zwischen Minderjährigen und Erwachsenen«, die noch mehr Zustimmung fand […]

Zwei Jahre später erschien eine weitere Petition, diesmal in Libération, zur Unterstützung eines gewissen Gérard R., der beschuldigt wurde, mit mehreren Mädchen zwischen sechs und zwölf Jahren zusammenzuleben; auch sie wurde von bedeutenden Persönlichkeiten der literarischen Welt unterzeichnet.“ (52 ff; im Original kein Fettdruck)

Was diese amourösen Abenteuer für die betroffenen Minderjährigen, die Opfer, bedeute(t)en, wurde ausgeblendet. Die Opfersicht interessierte nicht. Dies zu ändern, war/ist das Anliegen zur Abfassung von Springoras Buch. Durch seine Veröffentlichung erhofft(e) sie sich, dass ihr Fall neu bewertet wird. Detailliert führt sie daher aus, welche Mühen es sie kostete, sich aus ihrer Abhängigkeit zu Matzneff zu befreien und auf wie wenig Verständnis sie dabei stieß. Sowohl ihre Mutter als auch Matzneffs Freunde nahmen einseitig Partei für ihn und gegen sie.

„Als ich meiner Mutter verkündete, dass ich G. verlassen habe, ist sie zuerst sprachlos, dann ruft sie aus: »Der Arme, bist du dir sicher? Er vergöttert dich!«“ (126)

Ausführlich geht Springora auf ein Gespräch mit Emil Cioran ein, das sie mit ihm führte, kurz nachdem sie Matzneff verlassen hatte. Bei ihrem spontanen Besuch bei den Ciorans ergab sich folgender Dialog:

„»Emil, ich kann nicht mehr«, stoße ich schließlich zwischen zwei Schluchzern hervor. »Er sagt, ich sei verrückt, und das werde ich auch bestimmt noch, wenn er so weitermacht. Seine Lügen, seine Abwesenheit, diese Mädchen, die pausenlos an seine Tür klopfen und sogar vor dem Hotelzimmer lauern, in dem ich mich wie eine Gefangene fühle. Ich habe niemanden mehr, mit dem ich reden kann. Er hat mich meinen Freunden und meiner Familie entfremdet …«

»V.«, unterbricht er mich in ernstem Tonfall, »G. ist ein Künstler, ein sehr großer Schriftsteller, eines Tages wird die Welt das erkennen. Oder auch nicht, wer weiß? Sie lieben ihn, dann müssen sie seine Persönlichkeit akzeptieren. G. wird sich niemals ändern. Er hat Ihnen eine ungeheure Ehre erwiesen, indem er sie auserwählt hat. Ihre Aufgabe ist es, ihn auf seinem schöpferischen Weg zu begleiten, und auch, sich seinen Launen zu beugen. Ich weiß, dass er sie vergöttert. Aber die Frauen verstehen oft nicht, was ein Künstler braucht. […]«

»Aber, Emil, er belügt mich permanent.«

»Die Lüge ist Literatur, liebe Freundin! Wussten Sie das nicht?« (118)

Das ist es also, was sich aufgeklärte, linke männliche Intellektuelle von ihren Frauen erwarten und was diese bereit sind, ihnen zu geben: Unterwerfung und Selbstaufopferung.

Diese Art Weltanschauung kennen wir auch aus Deutschland. Zur Zeit ihrer Gründung als Partei gab es auch bei den Grünen eine Sammlung Pädophiler und Pädophilenversteher, die vehement dafür warben, Sex mit Minderjährigen zu legalisieren.

Während es Springora in Frankreich schaffte, Matzneff als Kinderficker zu enttarnen, bleiben die literarischen Ergüsse des Super-Intellektuellen Cohn-Bendit weiterhin un-hinterfragt und ggf. ungesühnt. Er wird nach wie vor von anderen Linken als politisch Weiser vergöttert.

Auffällig ist zudem, wie vehement sich Linke für die Aufnahme von Flüchtlingen einsetzen. Ob das vielleicht damit zu tun hat, dass die ach so süßen Flüchtlinge fast ausnahmslos (radikal) islamistisch sozialisiert wurden/sind und Kinderficken toll finden? Schließlich hatte ja schon Mohammed höchstes Vergnügen an seiner minderjährigen Aisha. Sagen darf man das freilich nicht. Denn Kinderficker Mohamed ist ein Prophet, und als solcher steht er selbstredend über dem europäischen Recht. So entschied denn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) noch in 2018, dass die Verurteilung einer Frau vor dem Wiener Landgericht, „die dem islamischen Propheten Mohammed pädophile Neigungen vorwarf“, zu Recht erfolgte. Übrigens: Aisha soll Mohammed vergöttert haben, so berichten jedenfalls die alten Säcke, die sich nach Mohammeds Tod als dessen Biografen versuchten.

Sind nun erst mal möglichst viele ach so süße rechtgläubige Flüchtlinge bei uns, wird Kinderficken wieder opportun. Darauf hoffen wohl die Pädophilen(versteher) unter den Linken. Literarisch schönen Anschauungsunterricht bietet Michel Houellebecq in seinem Roman Unterwerfung. Der sexsüchtige Protagonist des Romans erhält eine Einladung zum neuen Präsidenten der Sorbonne, die zwischenzeitlich – nach Bildung einer Regierung der nationalen Einheit – von den Saudis finanziert wird. Im Haus des Präsidenten lernt er dessen „neue Ehefrau“ kennen, die – welch Zufall – Aisha heißt und „gerade fünfzehn geworden“ ist. (217)

Welch paradiesische Aussicht. Allahu akbar!

Nachtrag: Erst am 3. Juli berichtete Kulturzeit und ließ dabei die Autorin zu Wort kommen – freilich ohne Rekurs auf deutsche Verhältnisse…

Das Recht, die Ehefrau zu schlagen: Was sagt der Koran, Sure 4/5, Vers 34?


Malte Henk und Henning Sußebach: Koran-Sure 4, Vers 34, ZEIT, 3.1.2019, S. 13-15

Zülfü Livaneli, Unruhe, Aus dem Türkischen von Gerhard Meier, Stuttgart 2018

Micheal Lüders, Armageddon im Orient, München 2018

Diyanet erklärt Heirat von neunjährigen Mädchen für zulässig, RP online, 4.1.2018

Kopf ab im Namen Allahs, Cicero online

Nach einigen Absätzen Einleitungsblabla reichen die beiden Journalisten Malte Henk und Henning Sußebach die Motivation für ihr Vorhaben nach:

„Für dieses Dossier haben wir versucht, Sure 4, Vers 34 zu verstehen.“ (13)

Dabei kommt es ihnen einzig und allein darauf an, nur ja politisch korrekt zu sein und den Koran als das zu preisen, was Gutmenschen-Konsens ist, nämlich als Buch der himmlischen Liebe Allahs. Prophet Mohammed wird entsprechend nett charakterisiert: Er, dessen Existenz in der Expertenzunft nicht unumstritten ist, soll seine auch heute noch immer und immer wieder inbrünstig besungene Lieblingsfrau Aisha im Alter von 9 Jahren geehelicht haben. Diesem entzückenden Vorbild entsprechend erklärte nun jüngst, Anfang 2018!, auch die türkische Religionsbehörde Diyanet die Heirat von neunjährigen Mädchen für zulässig.

„Diyanet versicherte [jedoch] angesichts der Kritik, es werde niemals Kinderehen befürworten und sei lediglich an der Auslegung des islamischen Rechts interessiert. Laut einer traditionellen Interpretation des Islam dürfen Mädchen ab neun Jahren verheiratet werden.“

Auch das Köpfen von Ungläubigen soll ihn nicht gestört haben. Ja, er soll es befohlen haben.

„Ibn Ishaq, der bekannteste Biograf Mohammeds, hat uns eine viel sagende Szene überliefert: „Schließlich mussten sich die Quraiza ergeben, und der Prophet ließ sie im Gehöft (…) einsperren. Sodann begab er sich zum Markt von Medina (…) und befahl, einige Gräben auszuheben. Als dies geschehen war, wurden die Quraiza geholt und Gruppe um Gruppe in den Gräben enthauptet. (…) Insgesamt waren es sechs- oder siebenhundert Männer; einige behaupten sogar, es seien zwischen acht- und neunhundert gewesen.“ Diese oft verdrängten und von Mohammed befohlenen Massenenthauptungen des jüdischen Stammes der Banu Quraiza fanden im Jahre 627 in Yatrib statt, jenem Dorf, das später Medina („Madinat el nabi“ also „Stadt des Propheten“) genannt wurde. Mohammed wohnte dem Massaker bis zum Ende bei.“ (Cicero; im Original kein Fettdruck)

Anderen von Mohammeds Nachfolgern erfundenen Sagen (Hadīth) zufolge soll er sogar selbst mit gemetzelt haben. Bei den Autoren des Dossiers hingegen heißt es über den ungebildeten Räuberhauptmann – ganz im Gutmensch-Duktus – euphemistisch: Er sei „aus vornehmen Kreisen“. (13) Mag ja sein. Doch was die beiden Autoren verschweigen, ist der Kontext:

„Arabien […], eines der rückständigsten Gebiete im Orient, lebte bis zum Beginn der Erdölförderung in den 1930er Jahren [!!] in wirtschaftlicher, sozialer und politischer Hinsicht im frühen Mittelalter. Mangels Zentralstaatlichkeit gab es auch keine Sicherheit: Mit Vorliebe überfielen verfeindete Beduinenstämme [wie zu Mohammeds Zeiten] einander oder sie raubten Karawanenzüge aus. Diese Überfälle, arabisch ghazzu (unser Wort Razzia leitet sich davon ab), galten als legitimer und angesehener Erwerbszweig, als Ausdruck von Mannestum. In der Regel verfolgten sie nicht das Ziel, den Gegner zu töten [Wie barmherzig!], sondern ihn auszurauben. Das Ergebnis war allerdings oft genug dasselbe, denn die Opfer, vielfach Oasenbewohner, starben anschließend häufig den Hungertod.“ (Lüders, 14)

Die Phrase von vornehmer Abstammung klingt unter dieser Hinsicht nicht mehr ganz so großartig, nicht wahr!

Und auch die Aussage, Mohammed habe „in eigenartig schöner Reimsprache“ gedichtet, (13) ist nur Idioten-Gequake. Denn die beiden, die das behaupten, geben selbst zu, gar kein Arabisch zu können!

„Wir haben nicht Islamwissenschaften studiert und sprechen nicht Arabisch.“ (13) –

Doch wer weiß? Vielleicht fühlen die beiden sich ja auch zur Prophetie berufen, zur Gutmensch-Prophetie…

Hier ein schönes Beispiel für das, was Mohammed seinen zwei Journalisten-Jüngern zufolge so Schönes dichtete:

„O ihr, denen die Schrift gegeben wurde, glaubet an das, was Wir herabsandten, bestätigend das, was (schon) bei euch ist, bevor wir einige der Führer vernichten und sie umlegen auf ihre Rücken oder sie verfluchen, wie wir die Sabbatleute verfluchten. Und Allahs Befehl wird vollzogen werden.“ (4, 48)

Wunderschön, dieser huldvolle Hass auf die scheiß Juden, nicht wahr? So voller Liebe! Und so herrlich gereimt! Allāhu akbar!

Und dann wird der in Fachkreisen anerkannte Islamwissenschaftler Tilman Nagel von den beiden Volltrottel-Journalisten zwar unwissenschaftlich-inkorrekt, dafür aber umso moralisch-korrekter abgefertigt, zur Sau gemacht:

„Denn er verteidigt mittlerweile die Thesen von Thilo Sarrazin und hat Vorträge bei der AfD gehalten.“ (13)

So ein rechtes Schwein! Logo, dass er so, mit dieser scheiß Gesinnung den

„Politikern der anderen Parteien und auch Medien »in ihrer Mehrheit« einen zu naiven Blick auf den Islam vor[werfe].“ (13)

Also sprach der Journalisten-Gutmensch: „Nagel, du islamophobes Ferkel! Sei verflucht!“ Wie geschrieben steht:

„Allah hat sie verflucht um ihres Unglaubens willen.“ (Koran 2, 89)

Doch zum Glück haben unsere lieben Gutmenschen ja

Angelika Neuwirth, wie Tilman Nagel Mitte siebzig, Professorin für Arabistik, auch sie emeritiert.“ (14; im Original kein Fettdruck)

Voller Freude, doch noch eine unterwürfige Gutmenschin unter den WissenschaftlerInnen gefunden zu haben, lobpreisen die beiden Heilssuchenden ihren Heiland, ihre Gewährsfrau:

„Angelika Neuwirth hat viele Verse im Kopf, jeder ein Argument. Was sie sagen will: Warum starren die Nagels, die Sarrazins und so viele Möchtegern-Islamexperten immer nur auf das schlimme Detail? Pessimisten, die nur das Schlechte sehen wollen, können nicht das ganze Bild erfassen. Es würde sich lohnen, einen Schritt zurückzutreten, findet Neuwirth. Man sehe dann einen barmherzigen Schöpfer.“ (14)

Also sprach der Gutmensch: „Jubiliert, ihr kuffār! Und preist Allahs Barmherzigkeit!“ Wie geschrieben steht:

„Sprich: […] «Wer immer ein Feind Allahs ist und Seiner Engel, und seiner Gesandten, und Gabriels, und Michaels, gewiss ist Allah Feind (solchen) Ungläubigen.»“ (2, 99)

Und allen noch nicht restlos Vereinnahmten, Verblödeten sei gesagt: Barmherzigkeit kennt der Koran nur für die Gläubigen, die ihm Unterwürfigen:

„Nein, wer sich gänzlich Allah unterwirft und Gutes tut, dem wird sein Lohn bei seinem Herrn. Keine Furcht soll auf solche kommen, noch sollen sie trauern.“ (2,113)

Nicht nur dass der Allah des Korans wenig Barmherzigkeit gegen die Ungläubigen kennt, an einigen Stellen zeigt er sich regelrecht gemein und boshaft:

„da sprach Er: «Und auch dem, der nicht glaubt, will ich einstweilen Wohltaten erweisen; dann will Ich ihn in die Pein des Feuers treiben, und das ist eine üble Bestimmung.»“ (2, 127)

Doch immerhin gestehen die beiden Journalisten zu, dass im Koran nur so getan werde, als dass „Gott direkt zum Gläubigen“ spreche. (14) Denn Mohammed sei Machtpolitiker gewesen und habe Allah lediglich benutzt, um seinen Clan, seine Räuberbande an sich zu binden:

„Da waren lauter junge Männer, Kämpfer [!!]. Mohammed brauchte sie. Für sie musste er seine Religion attraktiv machen.“ (13)

Damals wie heute: Unterwerfung im arabischen Raum geschieht

„nach der ghazzu– Methode: Eine Ortschaft wird überfallen, und die Einwohner haben die Wahl. Entweder zahlen sie Tribut und übernehmen die Lehren des Wahhabismus – oder aber ihr Leben endet. Dieses «Alleinstellungsmerkmal», die Verbindung aus Religion und Gewalt, erklärt den Erfolg der Gotteskrieger.“ (Lüders, 29; im Original kein Fettdruck)

Dieser Methode entsprechend sei, Michael Lüders zufolge, auch Ibn Saud bei der Gründung seines Imperiums vorgegangen.

„Ibn Sauds […] Eliteeinheit [… waren die] Ikhwan […], Brüder. Mit ihrer Hilfe gelang es Ibn Saud, in den 1910er und 1920er Jahren weite Teile des heutigen Saudi-Arabien zu erobern. Deren rund 150 000 Kämpfer erwiesen sich allerdings als ebenso fanatische wie brutale Schlächter, die raubten und plünderten und wie schon ihre gewalttätigen Vorfahren ein weiteres Mal Mekka und Medina verwüsteten. [Nicht mal die heiligen Stätten wurden ausgenommen…] Angeblich haben sie mehr als 40 000 Gegner Ibn Sauds geköpft, weiteren 350 000 Hände oder Füße amputiert. […] Weltbild und Vorgehen der Ikhwan zeigen deutliche Parallelen zum «Islamischen Staat» und anderen gewaltbereiten Dschihadisten von heute. Ibn Sauds Gotteskrieger sind, wenn man so will, das Original.“ (Lüders, 33; im Original kein Fettdruck)

Soweit zum von den Gutmenschen verbreiteten Märchen, dass der IS nichts mit dem Islam zu tun habe.

1929 dann liquidierten Ibn Saud und die Seinen die Ikhwan mit

„Hilfe ihm treu ergebener Stämme und der britischen Luftwaffe […]. Tausende wurden getötet, die meisten flohen in den Irak oder nach Kuwait. Zähneknirschend nahmen die Wahhabiten diesen Affront hin und banden sich noch enger an das Haus Saud, um für sich selbst Schlimmeres zu verhindern. So wurden sie zu Juniorpartnern und sind es bis heute geblieben.“ (Lüders, 36)

Der IS und andere Gotteskrieger-Zusammenschlüsse der Jetztzeit sind die Ikhwan von heute. Sie konkurrieren mit Potentaten wie dem Clan der Saud um die Macht im arabischen Raum. Daher, allein deswegen werden sie von den Saudis bekämpft, obwohl sie, ja gerade weil sie ebenfalls Anhänger des Wahhabismus sind.

Und zum Schluss noch eine Gute-Nacht-Geschichte aus Zülfü Livanelis gerade erschienenen und übersetzten Roman Unruhe (Huzursuzluk). Insbesondere den naiv-dümmlichen Gutmenschen gewidmet, auf dass sie anfangen mögen, ihre Weltsicht (ein wenig) zu hinterfragen. (Die Hoffnung stirbt zuletzt.)

„Mit einer Frau in einem Nachbardorf hatte Hasan ein Verhältnis, und sie hat von ihm Zwillinge zur Welt gebracht. Bei ihr war Hasan oft, und als der Bruder das eines Tages erfuhr, ließ er Hasan aufgebracht zu sich nach Hause kommen. ˃Sag ein letztes Mal dein Glaubensbekenntnis, dann dreh dich irgendwohin, aber nicht in Richtung Mekka, denn ich erschieße dich jetzt. Hast du gehört, nicht in Richtung Mekka!˂ Den Bruder zu erschießen, war für ihn keine Sünde, aber einen Mann zu töten, der in Richtung Mekka steht, schon. Und er hat ihn tatsächlich erschossen. Dann ist er in das Nachbardorf, hat die Frau ausfindig gemacht und ihr die Kinder weggenommen. […] Dann hat er die Babys in sein eigenes Dorf gebracht und sie in eine Hütte gesperrt, der durfte sich niemand nähern, sonst hätte er ihn auf der Stelle erschossen. Die Kinder weinten vor Hunger und Durst, aber niemand traute sich, die Tür der Hütte zu öffnen. Tagelang mussten die Leute im Dorf sich das anhören [bis die Kinder tot waren…]
Dieser Mann übrigens, […] wenn der seine Frau schlug, zog er sich vorher aus, und seine Frau ebenfalls […]. Er wollte […] nicht, dass jemand, der die Schreie seiner Frau hörte, ins Zimmer kam und ihn daran hinderte, nach Herzenslust weiterzuprügeln. Es durfte nämlich kein Mann hinein, da im Zimmer eine nackte Frau war, und auch keine Frau, da im Zimmer ein nackter Mann war.“ (Livaneli, 46f)

Wo seid ihr denn? All ihr Feministinnen, Me too-Aktivistinnen, wenn es darum geht, das Prügeln, Vergewaltigen, Morden der süßen Koran-Jünger zu kritisieren? Feige abgetaucht seid ihr, euch hinter eurem Politische-Korrektheit-Schutzschild versteckend. Eure Doppelmoral ist zum Kotzen! Ihr VerräterInnen! Von wegen: Die Menschenrechte gelten universell. Aus Gründen politischer Korrektheit sucht und findet ihr immer wieder aufs Neue Ausflüchte. Schämt euch!