Kurt Pelda über Islamistischen Terror

Cécile Schortmann, Islamistischer Terror – Gespräch mit Kurt Pelda, in „Kulturzeit“ vom 26.11.2020

Florian Flade und Volkmar Kabisch, Ein Netzwerk und eine neue Generation, tagesschau.de, 11.11.2020

Weltweites Entsetzen über Terrortat, tagesschau.de, 29.10.2020

Sabine Wachs, Paris erinnert an ermordeten Lehrer, tagesschau.de, 21.10.2020

Christof Haverkamp, So führte Karl der Große das Christentum ein, Osnabrücker Zeitung online, 29.01.2014

Immanuel Kant, Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? 1784

Auf die diversen islamistischen Anschläge in Frankreich und Österreich in jüngster Zeit hin bat die Kulturzeit Kurt Pelda zum Gespräch mit Moderatorin Cécile Schortmann. Peldas Antworten dürften Gutmenschin Schortmann entsetzt haben…

C. Sch. Welche Rolle sehen Sie für die Entwicklung des Islamismus in den Karikaturen von Charlie Hebdo?

Statt des von Schortmann erhofften Charlie Hebdo-Bashings verteidigt Pelda in seiner Antwort (s.u.) jedoch die Karikaturen – trotz der (zu erwartenden) Wirkungen von Seiten der darauf (wie erwartet) intolerant Reagierenden:

K. P. Naja, die Karikaturen beschäftigen uns schon seit Jahren. Sie wurden jetzt neu veröffentlicht, und das war natürlich so eine Art Katalysator. In früheren Jahren hätte man einfach in der muslimischen Welt demonstriert. Da wäre vielleicht das eine oder andere französische Konsulat angezündet worden. Und heute köpft man Menschen auf offener Straße in Europa. Also wir sehen hier, dass es eine gefährliche Tendenz ist, der wir Einhalt bieten müssen.

 

C. Sch. Einhalt bieten, wie?

 

K. P. Naja, wir lassen die Extremisten, das ist eine kleine Minderheit unter allen Muslimen, die hier in Europa leben, die kleine Minderheit lassen wir gewähren. Und wir geben ihnen sehr oft auch das Wort in Form von Islamverbänden, die sich zum Teil gemäßigt geben, in Wirklichkeit aber eigentlich dieselbe Ideologie verfolgen, vielleicht nicht zur Gewalt aufrufen, aber dieselbe Ideologie vertreten wie al-Kaida oder noch schlimmere Terrorgruppen.

Unsere naiv-dümmlichen Politiker freilich feiern sich immer noch für ihre, von ihnen ja initiierte Islam-Konferenz-Unterwürfigkeit, die nichts gebracht hat, als islamistischen Positionen ein Forum zu bieten und sie aufzuwerten…

C. Sch. Jetzt sagen Sie eine Minderheit, aber wir haben ja gerade gesehen, dass vielleicht auch andere Muslime, nicht nur Islamisten, inzwischen eine Art Kulturkampf beschwören.

Auch hier wieder der Versuch Schortmanns, einer Dhimmi, den Intoleranten nachzugeben, um jede Auseinandersetzung a priori zu vermeiden und die eigene Schwäche zu kaschieren und zu rechtfertigen.

Wenn man jetzt den französischen Staat anguckt, was für eine Möglichkeit hat er denn, die wieder von seinen Werten zu überzeugen und wieder zurückzuholen?

Gutmenschen wie Schortmann sind so in ihrem Gutmenschentum der Unterwürfigkeit unter das Diktat anderer gefangen, dass sie nicht begreifen (können) und (folglich) nie begreifen werden, dass Islamisten nie die Werte der Aufklärung akzeptieren werden.

Kant: „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. […] Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen.“ (im Original kein Fettdruck)

Denn der Islam ist per se geistlos. — Kleine Jungs wetteifern schon mal, wer den Längsten hat. Der Koran feiert den Längsten als Ersten. Hurra! Er beginnt mit der längsten Sure und endet mit der kürzesten. Großartig genial, nicht wahr! — Doch, Hand aufs Herz, wer würde einen Roman (geschweige denn gar ein wissenschaftliches Werk) lesen, dessen Kapitel nicht nach logischer Stringenz, sondern nach Länge geordnet sind? — Aber das Heilige Buch darf das. Denn es darf (als solches) gar nie nicht kritisiert werden. So wie Mohammed, der Analphabet, Kinderficker und Massenmörder als (der) Prophet nicht kritisiert werden darf. — Freilich war auch das Christentum nicht zimperlich bei der Zwangsmissionierung per Köpfen der Renitenten, siehe Karl der Große der Sachsenschlächter. Doch der war der nur ein Mensch… —

Frage (an Gutmenschin Schortmann): Wie soll ein herrschaftsfreier Diskurs — von dem ja alle (Kulturzeit-)Linken träumen — (insbesondere) mit denen möglich sein, die die eigene Herrschaft absolut setzen? und nur Unterwerfung (anti-aufklärerisch „unter Leitung eines anderen“) kennen?

K. P. Naja, ich glaube die große Mehrheit der Muslime, das ist die schweigende Mehrheit der Moderaten. Und die Leute, die wir [im vorausgehenden Beitrag] gesehen haben, betend auf den Straßen von Paris, das waren Salafisten, das waren keine Moderaten. In der muslimischen Welt geht niemand auf der Straße am Freitag beten. Das passiert höchstens mal im Ramadan, wenn die Moscheen voll sind. Gebetet wird in der Moschee oder zuhause. Wer das hier in Europa auf der Straße oder auf öffentlichen Plätzen tut, er will eine Reaktion provozieren.

 

C. Sch. Ein Versuch ist es, das haben wir gerade gehört, und das ist nicht nur in Frankreich so, sondern auch in manchen anderen europäischen Ländern, zum Beispiel in Deutschland, dass man den Islamunterricht kontrolliert, ihn nicht mehr vom Ausland finanzieren und organisieren lässt. Kann dieser Plan gelingen, meinen Sie?

Kontrolle? — Schön wär ’s…:

K. P. Ich glaube, man sollte in diese Richtung gehen. Es sollte sicher mehr Kontrollen in den Moscheen und Koranschulen geben, aber letztlich kann der Staat so etwas gar nicht durchsetzen. Er muss dabei immer mit Moscheen, Moscheevereinen, Verbänden zusammenarbeiten, also er muss diese Verbände irgendwie auf einen Weg bringen, der für die Muslime gut ist und der auch für den Staat, die Demokratie und die Gesellschaft gut ist.

Das ist das Dilemma. So wenig wir die Kirche (von außen) kontrollieren konnten/können, so wenig auch die islamischen Einrichtungen.

C. Sch. Herr Pelda, Sie kennen sich gut aus in den islamistischen Netzwerken. Wie sehen sie denn genau aus? Wer steckt dahinter? Und wie organisieren sie sich europaweit?

 

K. P. Ursprünglich war natürlich al-Kaida und später der IS federführend in diesen Netzwerken. Seit dem Ende des Kalifats des IS haben sie sich zunehmend verselbstständigt. Also man hat diese Ideologie von al-Kaida, der Muslimbrüder, vom IS. Die ist mehr oder weniger identisch, und da gibt es dann Chat-Gruppen auf den verschiedensten Kanälen, telegram, you name it, und da radikalisieren sich junge Leute vor allem gegenseitig, manchmal auch unter Anleitung charismatischer Imame, da spielen YouTube-Videos und andere soziale Medien eine wichtige Rolle; aber sehr oft und das ist eben auch das Neue jetzt, in Wien wurde das klar, dass sich Jugendliche untereinander, junge Männer untereinander radikalisieren ganz ohne Zutun von Imamen. Und das passiert eigentlich alles über soziale Netzwerke im Internet und länderübergreifend, das geht über die Grenzen hinweg. […] Da gibt es auch zum Beispiel Verbindungen in den französischen Teil der Schweiz. Also die islamistischen Netzwerke sind über Landesgrenzen hinweg verknüpft.

 

C. Sch. Ja, der Wiener Attentäter hatte auch Bezug zu einer Moschee in der Schweiz. Aber gucken wir mal speziell in die Schweiz, über dieses Übergreifende hinaus. Wie ist diese islamistische Szene in der Schweiz einzuordnen?

 

K. P. Naja, wir haben natürlich sehr liberale Gesetze für alle Extremisten. Also auch die deutschen Neonazis kommen sehr gerne in die Schweiz, auch die deutschen Islamisten treffen sich gerne hier bei uns, weil man hier eigentlich fast alles darf, und wenn man doch mal bisschen Propaganda macht für den IS wie kürzlich ein Straftäter, ein IS-Sympathisant vor dem Bundesstrafgericht. Der wurde gerade mal mit einer Geldstrafe auf Bewährung verurteilt, also das gibt ‘s in Deutschland so gar nicht: Geldstrafe auf Bewährung. Wir haben eine sehr liberale Haltung. Natürlich zieht dies all diese Extremisten an. In der Regel machen sie keinen Terror hier, weil sie hier Geld sammeln, weil es ein Ruheraum ist, weil man sich hier Waffen besorgen kann. Und jetzt haben halt so Einzeltäter, sogenannte Einzeltäter auch zweimal in der Schweiz zugeschlagen.

[…]“

Und was lernen wir daraus? –:

Nur Dhimmis leben sicher. Also:

Lasst uns alle Dhimmis werden!!

Allāhu akbar!!

 

Kulturzeit feiert Christian Martys Lobpreisung der Idiotie

Cécile Schortmann im Gespräch mit Christian Marty über Narren in der Gegenwart, Kulturzeit, 5.6.2020

Hans Blumenberg, Das Lachen der Thrakerin. Eine Urgeschichte der Theorie, Frankfurt am Main 1987

Platon, Θεαίτητος

I

Die Verkündung:

„Kulturzeit-Gespräch mit Ideenhistoriker Christian Marty über die Rolle des Idioten und seine Übertragbarkeit und Bedeutung in der heutige Zeit.“

Wir gratulieren zu dem herrlichen Deutsch in obigem Satz.

II

Zur Begründung:

Auf die Frage: „Was macht für dich Kulturzeit aus“ antwortet Moderatorin Cécile Schortmann:

„… dass sie immer wieder Anspruch zeigt, dass sie Ansporn ist, die Auseinandersetzung geradezu fordert, dabei aber überhaupt nicht trocken ist, sondern immer wieder Lust macht auf Kultur und ihre verschiedenen Bereiche.“

Mittelmaß feiert Mittelmaß.

Das macht Lust! Also feiert die Kulturzeit denn (auch) Christian Marty, hurrah!, den frisch gekürten Hohepriester der Idiotie. Gilt es doch, nachdem die alten Götter mit Hölderlin pünktlich zu dessen 250. Geburtstag wieder mal (wie bereits in Denis Scheck empfiehlt: „Hölderlins Geister“ berichtet) ins Grab gefegt wurden, neue Götter zu etablieren. So also nun die Idiotie, der freilich – wie all den durch die Kultur-Bespaßungsindustrie hochgekochten: ach so super-modernen, ach so super-aktuellen Göttern und Göttinnen – nur höchst beschränkte Aufmerksamkeits-Zeit (sprich nach Maß(-einheit) einer einzigen Sendung) immanent ist. Mit Heidegger zu sprechen: Der Verfallenheit an das Man eignet das Besorgte in Abhängigkeit vom (vom Dasein aus gesehen) je-meinigen Neuigkeitsgrad: Das je Besorgte begegnet in der Alltäglichkeit im Modus der Verfallenheit. (Siehe Sein und Zeit, § 27) — Ein Zeitlichkeitsaspekt, der bei Heidegger gleichwohl zu wenig thematisiert wurde…

III

Das Gespräch:

Nachfolgend sei der Beginn des Interviews mit Marty wortgetreu widergegeben.

C. Sch.: „Sie sehen darin [im Idiotsein] eine aktuell notwendige Qualität. Wieso?“

Ch. M.: „Nun, wenn der Idiot derjenige ist, der nicht mitläuft, dann finde ich das natürlich eine super Sache. Ich finde schon, es ist eine sehr auszeichnende Sache, eine herausragende Qualität, wenn man nicht mitläuft, nicht mitmacht, auch die Fähigkeit besitzt, mal irgendwo quer zu stehen.“

Toll nicht? Dieses quasi-göttliche Reflexionsniveau!!

C. Sch.: „Wo besteht denn ihrer Meinung nach zu viel Mitläufertum?, zu viel Konformismus?“

Ch. M.: „Gut, ich meine, das ist eine sehr große Frage, nicht. Da kann man über viele Kontexte reden, zum Beispiel über politische Kontexte, ökonomische Kontexte, auch über kulturelle, akademische, wenn man so will, intellektuelle Kontexte. Ich denke, es gibt immer wieder Situationen, wo jemand zum Beispiel im politischen Umfeld nicht der Parteilinie treu ist; und dann heißt es dann gleich: o. k., also, das ist daneben, man soll nicht durchgehen lassen. Oder dann im ökonomischen Umfeld, wo jemand nicht mitmacht bei der Unternehmenslinie und zum Beispiel sich einer Effizienzmaxime nicht unterwerfen will. Also im akademischen, intellektuellen Milieu ist es meines Erachtens oftmals so, dass man eine bestimmte Linie verfolgen muss und wenn man das nicht tut, so kann man das zwar tun, doch ist es dann oft mit negativen Konsequenzen verbunden.“

IV

Die vermeintliche Erkenntnis:

Marty definiert den Idioten also als Nicht-Mitläufer.

Abgesehen davon, dass diese Definition mit dem aus der politischen Philosophie der Griechen stammenden Begriff nichts, aber auch gar nichts zu tun hat (siehe als einen Beleg das nachfolgende Blumenberg-Zitat), liefert der intellektuelle Milchbubi Marty nur Phrasengedresche. Mit Platon gesprochen:

„καὶ ταῦτα πάντ‘ οὐδ‘ ὅτι οὐκ οἶδεν, οἶδεν“ — Und [doch] weiß er nicht mal, dass er nicht weiß, über all das, worüber [er quakt]. (Theaitetos, 173e)

V

Zur Grundlegung der Theorie:

Konfrontieren wir nun Martys Gequake mit Blumenberg.

In Das Lachen der Thrakerin verfolgt er die Anekdote des in den Brunnen gefallen Proto-Philosophen Thales durch die Geschichte der abendländischen Kultur. Er beginnt mit Platon, da dieser uns die Anekdote (gem. Quellenlage) zum ersten Mal berichtet: Thales soll

„als er um die Sterne zu beschauen, den Blick nach oben gerichtet in den Brunnen fiel, eine artige und witzige thrakische Magd [eher: Sklavin…] verspottet haben“… (Theaitet, 174a; in der Übersetzung von Schleiermacher)

Dabei kommt er u. a. auf die Figur des Idioten/der Idiotin zu sprechen

„Plato liebte die Figur [der Thrakerin], die erst durch Tertullian als die des Idiota typisiert und durch Nikolaus von Cues zum Funktionär der docta ignorantia gemacht werden wird; der Sklavenknabe im »Menon« belegt es, die Figur des Pamphyliers im Schlussmythos der »Politeia« ein anderes Mal. Bei der Thrakerin geht es nicht nur um eine Art verständiger Unverständlichkeit.

Platonisch-sokratische Ironie pur!

Aus Thrakien kamen zwei benannte Figuren der hellenischen Welt: der Gott Dionysos mit dem Beinamen Chthonius, der Unterirdische, und der Sklave Äsop, der die Fabel mitbrachte, nach anderen ein Phryger.“ (Blumenberg, S. 34; im Original kein Fettdruck)

Aus dieser kurzen Passage erhellt zureichend die Differenz zwischen einem vom Kulturzeit-Mittelmaß zum Gott hochstilisierten Quacksalber und einem belesenen, sorgfältig und anspielungsreich argumentierenden Philosophie-Professor. Blumenberg zu lesen ist ein immerwährendes intellektuell-amüsantes Vergnügen. Marty zu hören ist Zeitverschwendung.

VI

Zur Schlichtheit der Seele:

Später, im Kapitel Umbesetzungen, geht Blumenberg ausführlicher auf Tertullian ein. Hier heißt es über die thrakische Magd:

„Sie nimmt etwas vorweg, was bei Tertullian an die Stelle der griechischen Autorität [der Philosophen] tritt: die ›schlichte Seele‹, seine anima idiotica„. (eb., 45)

Schlichte Seelen erkennen schlichte Seelen als ihresgleichen,

preisen sich in gegenseitiger Hochschätzung und

versichern sich denn gemeinsam ihres Götzen: Idiotie.

Hoch lebe das Kulturzeit-Team!

 

 

 

 

Imam Husamuddin Meyer quakt auf Kulturzeit

Kulturzeit, 13.11.2019, ab min. 10,13

Imam Husamuddin Meyer mit weißem Turban auf rotem Grund, mit extrem langem weißen Bart nach Fundi-Art drapiert, einem kaftanmäßigen Kittel über dem Hemd und einem Holzspazierstock mit gerundetem Griff in der Linken sieht aus wie einem Karnevalskostümverleih — spezialisiert auf Mittelalter-Orient — entsprungen.

Einiges seines Lieblingsblabla aus dem nachfolgend vollständig widergegebenen Dialog mit Kulturzeit-Moderatorin Cécile Schortmann zu dem ängstlich aus der Türkei zurück-erwarteten IS-Gevolk in Fettdruck.

CM: Live bei mir im Studio ist jetzt der Imam Husamuddin Meyer. Er ist spezialisiert auf die Deradikalisierung von Islamisten, arbeitet als Seelsorger in der JVA in Wiesbaden und ist dort auch für junge IS-Anhänger zuständig. Herzlich willkommen, Herr Meyer.
HM: Dankeschön.

CS: Die Nervosität, die Aufregung in Deutschland ist g‘rade groß wegen dieser IS-Anhänger, die hier zurückerwartet werden.

[Abgeschoben von Muttis Liebling Erdoğan, mit dem sie seinerzeit einen großartigen Deal aushandelte…]

Sie haben Erfahrung mit solchen Radikalisierten. Wie mit ihnen umgehen? Und wie viel Gefahr geht von ihnen aus?
HM: Ja, zunächst muss ich da ein bisschen was korrigieren, weil meine Aufgabe ist eigentlich die Seelsorge

[so wie unser Oberpfaffe Gauck und Pfaffentöchterlein Mutti. Och, da wird einer/einem ja richtig warm um‘s Herz]

und die religiöse Betreuung

[Wie die wohl aussieht? Beispiel gefällig?

„Und die Ungläubigen – zur Hölle sollen sie versammelt werden“ (8,37)]

im Gefängnis, nicht die Radikalisierung. Aber ich mach diese Arbeit seit elf Jahren und hab schon von Anfang an festgestellt, dass dieses Thema immer wieder aufkommt, dass immer wieder Fragen dazu gestellt werden: Ist Terrorismus im Islam erlaubt? Und natürlich, als dann diese Hochphase kam, wo ganz viele Leute sich angezogen gefühlt haben und von dem sogenannten Islamischen Staat, ich sag lieber Satanischer Staat,

[vgl. Satanische Verse…]

weil mir das gar nicht gefällt, dass das in diesem Zusammenhang so genannt wird; und dann sind natürlich auch schon die ersten zurückgekommen. Man muss sagen, die meisten, mit denen ich im Gefängnis arbeite, sind normale Kriminelle; aber es sind viele, es sind, sagen wir mal, 10-15 Prozent der Leute, sind anfällig für Radikalisierung, wenn einer mal kommt, der ideologisiert ist. Und deswegen ist dieses für mich natürlich immer, birgt immer eine Gefahr in sich. Wenn jemand kommt, der ideologisiert ist und der dann auf Leute trifft, die Wut in sich haben [sogenannte Wutbürger] und diese Wut gerne kanalisieren würden; und ihre kriminellen Handlungen, die sie vorher schon

CS: Was machen Sie dann in diesem Moment, wenn Sie das merken?
HM: Also, wichtig ist erst mal, dass man die große Mehrheit schützt, indem man immer predigt, in den Freitagspredigten, die wir auch anbieten im Gefängnis, dass man schon mal eine Grundimmunisierung versucht zu erzeugen bei den Leuten, die dafür anfällig sein könnten. Dann ist natürlich, das seelsorgerische Angebot ist freiwillig. Das heißt nur diejenigen kommen in den Genuss, die selber dies wünschen. Und häufig ist es dann so, dass die Ideologisierten erst mal nicht mit einem Imam sprechen wollen, der nicht ihrer Meinung ist, der einer anderen Richtung, sozusagen, folgt. Und da braucht man erst mal viel Geduld. Aber meine Erfahrung ist, dass die Leute doch, wenn sie eine Weile da sind, dann eben das Angebot in Anspruch nehmen und auch gerne mal mit jemandem sprechen, der Muslim ist und der auch theologische Kenntnisse hat und wo man dann auch theologische Gespräche führen kann.

[ER aber „stärkte euch durch seine Hilfe und versorgte euch mit guten Dingen, auf daß ihr dankbar sein möchtet.“ (8,27)

Und so offenbarte ER den Engeln:

„Ich bin mit euch; so festiget denn die Gläubigen. In die Herzen der Ungläubigen werde ich Schrecken werfen. Treffet (sie) oberhalb des Nackens und schlagt ihnen die Fingerspitzen ab!“ (8,13)

Ach, wie friedfertig ist doch Allah. Gepriesen sei seine Barmherzigkeit! Und die seiner Vollstrecker, seiner Henker. Wie im Himmel so auf Erden!]

CS: Aber jetzt noch mal zurückzukommen auf die Leute, die jetzt hier erwartet werden. Die werden nicht alle ins Gefängnis kommen. Denn sie sind ja nicht nur, weil sie eine gewisse Ideologie verfolgen, gleich für den Knast, sozusagen, bestimmt. Da gibt‘s ja gar keinen Grund. Wie geht man mit diesen Menschen um? Wie kann man sie integrieren wieder in diese Gesellschaft?
HM: Ja, natürlich wird versucht, jetzt, bei denen eine Straftat nachzuweisen. Und ich kann jetzt nur von meiner Arbeit im Gefängnis sprechen. Wichtig ist vor allem, dass man, also, meine Aufgabe sehe ich darin, dass ich mich um die Seele kümmere der Menschen, dass ich auch schaue, was ist der Hintergrund. Warum sind die Leute überhaupt so geworden und wie sieht ihr innerer Zustand jetzt aus? Weil häufig ist ‘ natürlich schon so, und wir wissen alle nicht, wie die letzten, die jetzt zurückkommen aus Syrien, wie die drauf sind. Die ersten, die zurückgekommen sind, mit denen ich bis jetzt gearbeitet habe, sind fast durch die Bank desillusioniert gewesen. Die haben festgestellt, es war alles ganz anders dort unten als sie dachten. Und da war‘s natürlich nicht schwer. Da muss man natürlich dann schauen, inwieweit sind sie traumatisiert. Hab‘n sie Dinge erlebt oder eventuell sogar selber gemacht, die großen Schaden angerichtet haben an ihrer eigenen Seele auch. Oder, wie das jetzt bei den neuen ist, die jetzt kommen und länger geblieben sind. Ob die stärker ideologisiert sind, das wird sich dann zeigen nachher.

CS: Aber dennoch, Sie sind ja der Überzeugung, dass wir das schaffen.

[Wie einst Hilfspfäffin Mutti vorgab.]

Sie gucken da positiv in die Zukunft und sagen, Sie gehen von ungefähr 80 Männern aus, oder auch Familien, die hier hin kommen. Und Sie meinen, wir werden das im Griff haben?
HM: Also, von diesen 80 sind wahrscheinlich nur wenige Männer, die meisten sind Frauen und Kinder. Da ist es noch mal anders. Und das ist natürlich wichtig, dass mit denen, es gibt auch extra Deradikalisierungsprogramme, die dann gezielt mit diesen Leuten arbeiten. Meine Aufgabe ist die Seelsorge. Ich kümmere mich um den Menschen. Ich schau den Menschen erst mal ganz normal an und versuche festzustellen, ist denn das Herz getötet worden, sozusagen, durch den Aufenthalt dort unten. Weil durch diese Gehirnwäsche, die dort stattfindet, versucht man ja das Herz zu töten auf eine Art. Sonst ist man nicht in der Lage, diese Gewaltverbrechen dort durchzuführen. Und meine Aufgabe ist dann erst mal, das Herz wieder zu wecken und zu versuchen, dann da ein Gefühl, eine Barmherzigkeit wieder ‚vorzulocken und eventuell zu schauen, wie man die Wunden heilen kann, die da entstanden sind durch den Aufenthalt [: dort unten].

CS: Wir sehen das bei sehr brutal kämpfenden Menschen des IS. Was machen Sie für Erfahrungen? Was sind da, was stecken da, wenn Sie sagen: wir gucken da auf die Seele, für Menschen dahinter?
HM: Ja, bis jetzt, diejenigen, mit denen ich gearbeitet habe, die sind dahin gegangen aus verschiedenen Gründen, aus Abenteuerlust, weil die sind oft sehr jung gewesen, das waren oft 15-16-Jährige, die da verführt worden sind dahin zu gehen, weil sie was erleben wollten, weil sie vielleicht auch gedacht haben, dort wird man nicht diskriminiert, dort geht man in den Islamischen Staat. Das war eher ein genialer Werbetrick, dass sie das so genannt haben. Und dann sind sie dort angekommen und haben festgestellt, da kann man sehr schnell umkommen. Man kann sehr schnell geköpft werden von den eigenen Leuten.

[Köpfen: das darf man eben nur den andern antun, den kuffār. Die haben’s verdient! Ist’s doch SEIN Auftrag! (siehe 8,13)]

Die haben mir berichtet von dem Nachbarn, der grade mit ihnen gegessen hat, dessen Kopf dann nachher in der Mitte des Raums lag. Das sind natürlich schon Sachen, die man sich gar nicht vorstellen kann hier; und wo man schauen muss, wie kann man so was verarbeiten.

CS: Sie sagen, im Gefängnis sorgen Sie möglichst dafür, dass halt diese wirklich ideologisch Radikalisierten gar nicht mit denen zusammenkommen, die vielleicht eine Wut in sich tragen und anfällig dafür sind. Wie kann man denn generell, wenn wir in die Zukunft blicken, Radikalisierung vermeiden? In diese Richtung Islamismus?
HM: Ja, da gibt‘s, ja da müssen natürlich auch die Moschee‘, die Imame müssen da stärker zur Brust genommen werden, das heißt die müssen sich stärker mit dem Thema beschäftigen, dass da auch in den Moscheen; das ist jetzt nicht so, dass da, die Moscheen Brutstätten sind. Das nicht, aber die Imame sprechen nicht über das Thema immer. Und dann gibt‘s oftmals so kleine Gruppen, die dann sich bilden und die dann über solche Themen vielleicht nachdenken, weil die Themen nicht bearbeitet werden. Es gibt keinen Schulunterricht, wo über Islam gesprochen wird.

[Ach ja?]

Ich meine, im Gefängnis stellt man fest, die Leute interessieren sich alle für Islam. Die halten sich alle für Muslime selbst, haben aber überhaupt keine Ahnung von Islam. Die wissen gar nicht, was Islam ist, das heißt weil eben in den letzten 20 Jahren gar kein Unterricht stattgefunden hat. Die ganze junge Generation ist völlig ungebildet, und die hören dann nur diese Sachen, wenn dann jemand kommt, der denen beibringt, das ist der Islam. Und wenn sie dann noch die nötigen Voraussetzungen dafür haben, sie werden diskriminiert, sie haben Wut in sich, sie haben vielleicht schwierige familiäre Situationen, dann sind sie dafür möglicherweise anfällig.

CS: Herr Meyer, ich danke Ihnen sehr, dass sie hier waren. Und weiterhin viel Erfolg.

Oh, welch Freude, solch von der Mehrheit, den scheiß kuffār, gedemütigte, diskriminierte, klammheimliche Wutbürger-Experten um uns zu haben.

„Wußten sie denn nicht, daß Allah ihre Geheimnisse kennt und ihre vertraulichen Beratungen und daß Allah der beste Kenner des Verborgenen ist?“ (9,78)

Frohlocket, ihr Bürger.

Frohlocket, ihr einfältiges Dhimmigezücht.

Cohn-Bendits (heimlicher) Traum von Europa

„Kulturzeit“ vom 24.05.2019, 3sat.de

Eugen Sorg, Cohn-Bendits Hosenladen-Gate, Basler Zeitung online, 20.9.2013

Hans-Hinrich Koch, Ein Spielfilm über den Missbrauchsskandal?, FAZ online, 1.10.2014

Thomas Kerstan, „Wir haben Fehler gemacht“, Interview mit Daniel Cohn-Bendit, ZEIT online, 11.3.2010

Christian Füller, Der Tabubrecher, taz online, 19.4.2013

Zum Auftakt der Kulturzeit vom 24.5.2019 durfte der von Cécile Schortmann als deutsch-französischer Politiker vorgestellte Daniel Cohn-Bendit mal wieder über Europa schwadronieren:

„Europa für mich ist die Überwindung des Nationalismus, des Faschismus, des Kommunismus, des Kolonialismus. Das ist Europa. Das ist eine zivilisatorische Leistung unglaublichen Ausmaßes. Und deswegen müssen wir das weiter entwickeln.“ (Cohn-Bendit)

Worin er die zivilisatorische Leistung vornehmlich sieht und was er weiter entwickeln will, lässt sich in seinem Buch Der große Basar, nachlesen, in dem er über seine

„Zeit als Kindergärtner in einem antiautoritären Frankfurter Kindergarten Anfang der 70er-Jahre erzählt“:

„Er schrieb unter anderem freimütig von Doktorspielen mit den Kleinen, davon, wie einige Kinder ihm den «Hosenlatz geöffnet» und ihn «gestreichelt» hätten, und er sie ebenfalls «gestreichelt» habe, wenn sie «darauf bestanden» hätten. Die Idee sei gewesen, sich «so zu verhalten, dass es den Kindern möglich war, ihre Sexualität zu verwirklichen». Und: «Mein ständiger Flirt mit Kindern nahm bald erotische Züge an. Ich konnte richtig fühlen, wie die kleinen Mädchen von fünf Jahren schon gelernt hatten, mich anzumachen.»“ (Basler Zeitung)

Der einstige Schüler der erst als reformpädagogisch gefeierten und dann als Pädophilenanstalt entlarvten Odenwaldschule (der von den Vorgängen dort selbstredend nichts mitbekommen haben will)

DIE ZEIT: Sie waren von 1958 bis 1965 Schüler der Odenwaldschule. Bekannt wurden dort Missbrauchsfälle aus den siebziger und achtziger Jahren. Erinnern Sie sich an Vorfälle während Ihrer Schulzeit?
Daniel Cohn-Bendit: Nein, sonst hätte ich das längst publik gemacht.“

und von seinen grünen Mit-Freunden a posteriori zum Untadligen par excellence (v)erklärte Lieblings-Reformpädagogik-Revoluzzer der Gutmenschzunft –: sein Gequake sei „kriegsentscheidend“ (TAZ) — darf also weiter seinen europäischen Traum träumen – nun zusammen mit seinen neuen Freunden, die in der Nachfolge Mohammeds, des „Makellosen“, (Koran, 7, 159) Kinderficken als ehelich gute Tat praktizieren. (Siehe Kinderficken: Deutschlands Doppelmoral) Ob Cohn-Bendit schon konvertiert ist? Zu wünschen wär’s ihm.

Allāhu akbar!

Die EU als Friedensprojekt verliert an Wertschätzung

Frog1(Kulturzeit-Gespräch mit Philipp Blom, Kulturzeit, 24.6.2016)

(Die Selbstvergiftung des Denkens, Kulturzeit, 24.6.2016)

(Kulturzeit-Gespräch mit Ulrike Guérot, Kulturzeit, 27.6.2016)

Auch in dieser Kulturzeit-Sendung, einen Tag nach dem Brexit (23. Juni) geht es mal wieder um die Befindlichkeiten in der EU. Zunächst betont Philipp Blom, Historiker, im Interview mit Cécile Shortmann, dass die EU von ihren Bürgern nicht länger als unerlässliches Instrument der Friedenssicherung erlebt wird. Diese real fundierte Erzählung habe existenziell ausgedient. Krieg ist den EU-Bürgern nicht mehr als Sorge gegenwärtig:

„Ich glaube, Gesellschaften lernen eigentlich nicht von der Geschichte, sondern sie reagieren wie auch Individuen auf Traumata. Wenn einem Menschen etwas Schreckliches passiert ist, dann dauert es meistens drei Generationen in der Familie, bis dieses Trauma sozusagen ausgelebt ist aus der Familie. Und der Schreck, das Traumas des Zweiten Weltkrieges, glaube ich, inzwischen nicht mehr, es formt nicht mehr unsere Instinkte. D.h., das was wir in der Nachkriegszeit gesehen haben, dass Europa die Priorität hatte, friedlich zu sein, keinen Krieg zu führen, die Zukunft in der Union mit anderen zu suchen, durch wirtschaftliche Umverteilung sozialen Frieden zu schaffen: Diese europäischen Reflexe sind jetzt tatsächlich abgenutzt, und ich glaube das ist ein sehr kritischer Moment.“

„Ich glaube, in diesem Moment ist es wichtig, dass wir alle fantasievoll genug sind, uns auszumalen, was passieren könnte. Im Mai 1914 wäre es der gebildeten Elite Europas völlig abstrus vorgekommen, dass da etwas Schreckliches auf sie zukommt. Und das heißt nicht, dass ich alarmistisch sein will und sage, alles bricht zusammen, aber wenn wir uns nicht bewusst sind, dass alles passieren könnte, dass Europa zerfallen könnte, dass es soziale Unruhen bis hin zu Bürgerkriegen und anderen fürchterlichen Dingen wieder in Europa geben könnte, dann werden wir auch nicht genug motiviert sein, das zu versuchen zu verhindern. Und das sind realistische Möglichkeiten.“

Dann – in derselben Sendung! -, aber Bloms Befund entgegen, will uns Reinhard Olschanski (in einem Bericht von Cornelius Janzen zum Thema „Ressentiment über die Vergiftung des europäischen Geistes“„) einreden, dass wir Europäer nicht friedensbewegt, sondern vielmehr, tiefenpsychologisch betrachtet kriegsverhetzt geprägt, von der mittelalterlichen Kreuzzugerzählung bestimmt, dominiert und in ihr stehengeblieben seien. (Bewusst oder unbewusst argumentiert er damit wie die IS-Propagandisten…:)

„Man könnte ja die Frage stellen, wie eine Idee von Europa überhaupt erst zu Stande gekommen ist. Ich glaube nicht, dass das die schützenswerte Idee der allgemeinen Menschenrechte ist, der Freiheitsrechte. Das war die Gegenübersetzung zum Islam, das waren die Kreuzzüge. Das war damals eine Massenkommunikation, die Millionen von Leuten erreicht hat, Kreuzzugspredigten überall, eine Bewegung über 200 Jahre, und da wurde dieser Gegensatz Abendland:Morgenland, Christentum:Islam aufgebaut und tief in den Köpfen verankert.

[Wie Olschanski dann von diesem nationsübergreifenden, georeligiös-politisch motivierten Rechristianisierungsansatz des Lands Judäa her spontan in die Gefahr eines Rückfalls in das Gegenteil: in einen nationalstaatlichen Partikularismus wechselt, ist schon erstaunlich:]

Was einfach vergessen wird, ist, dass wir Europa nicht zerstören sollten im Versuch illusionär in unsere alten Nationalstaaten zurückzukehren, sondern dass wir im Gegenteil Europa so gestalten müssen, dass es in der Globalisierung, die ja die konkreten Herausforderungen definiert, vor denen wir heute stehen, dass wir diese Globalisierung so gestalten können, dass sie eben nicht zu diesen riesigen sozialen Verwerfungen führt, die uns heute drohen und in anderen Teilen der Welt zum Teil verheerende Folgen haben.“

Soll wohl heißen: Europa soll sich nicht abgrenzen, sondern entgrenzen: Es soll sich zum Multikulti-Mischmasch-Kuchen verwurschteln, zu einem indifferenten etwas… Welch Perspektive!! Ganz großartig!!

Und dann, drei Tage später, fordert Ulrike Guérot, Vordenkerin des kreativen Nachdenkens, die unser Europa der Nationen durch ein Europa der Regionen ersetzen will, in der Kulturzeit, (endlich) das Gleichheitsprinzip radikal umzusetzen:

„Wenn wir ein politisches Projekt machen wollen, dann sind wir als Bürger alle gleich vor dem Recht. Und ich glaube, das ist die Stellschraube, an der man drehen kann. Denn das bietet die Europäische Union nicht. Wir sind nach Bürgern national gespalten. Die Briten dürfen jetzt austreten. Die Niederländer durften letztens über EU-Assoziierungsabkommen mit der Ukraine abstimmen. Wir sind als Bürger ungleich vor dem Recht, bei dem Wahlakt usw. Wenn wir das verwirklichen würden, dass Gleichheit vor dem Recht – Cicero sagt ius aequum, gleiches Recht [d.h. „Eine Person, eine Stimme“] – dann hieße das im Grunde, wir gründen eine Republik, eine res publica zur Organisation des europäischen Gemeinwohls. [Toll!!] Und das wäre tatsächlich etwas anderes als ein Binnenmarkt. Denn ein Binnenmarkt ist dem Gemeinwohl eigentlich nicht verpflichtet.“

Welch‘ argumentative Stringenz!! Superb!!

Doch: Inwiefern dann aber im Interessenverbund (dem Zusammenschluss mehrerer Individuen) das Regionen-Paradigma — „Die Heimat ist die Region.“ — so völlig anders sein soll als das (angeblich antiquierte Noch-)Nationalstaatsparadigma, bleibt offen/vage, eben noch nicht nachgedacht…

Kein Wunder, dass der einzelne EU-Bürger ob dieser über die Medien vermittelten Kakophonie pseudointellektuell-/werthaltigen Gequaks verzweifeln mag…

Frog4

Kinderehe: Vom OLG Bamberg für verfassungskonform erklärt!

Frog1(Philipp Blom, Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung, München, 42016)

(Peter Groscurth,Kinderehe: Deshalb ist sie in Deutschland erlaubt, in Franken.de, aktual.,18.6.2016)

Es hat Jahrhunderte gedauert, um uns vom Pfaffentum zu befreien. Und Philipp Blom zeigt in Böse Philosophen, dass (nicht nur) die Kirche höchst repressiv agierte, um die radikale Aufklärung mundtot zu machen. Doch wir haben es geschafft! (Nicht zuletzt dank Wiederanknüpfung an Epikur, Horaz, …, die lange nur im Original, auf Griechisch und Latein, zugänglich waren.) Die vielen, vielen Kirchenaustritte in den letzten Jahren zeigen: Die christliche Sklavenmoral hat ausgedient. Die Gläubigen wenden sich ab.

Doch Grund zur Freude besteht nicht. Ganz im Gegenteil. Durch die von unsern Gutmenschen zur „Bereicherung“ erklärten Flüchtlinge, die wir im letzten Jahr dank Mutti aus „humanitären Gründen“ zu Hunderttausenden unselektiert ins Land einsickern ließen, droht Ungemacht. Der Islam, den sie mit sich schleppen und von dessen moralischer Überlegenheit über alle anderen Religionen diese Blödis überzeugt sind, unterminiert unsere Gesellschaft. Jüngstes Beispiel:

Kinderehen sind – laut OLG Bamberg – mit deutschem Recht vereinbar. Na prima! Wir gratulieren!

Doch es regt sich Widerstand.

In der Kulturzeit vom 05.07.2016 leitete Cécile Schortmann den diesbezüglichen Beitrag von Clemens und Katja Riha „über Mädchen, die zu Bräuten werden“, mit den Worten ein:

„Als Mohammed sich mit seiner jüngsten Frau Ayscha verlobt hat, soll sie sechs gewesen sein, bei der Hochzeit dann neun. Und auch wenn es immer wieder Streit um Ayschas genaues Alter gibt, diese Kinderehe des islamischen Propheten gilt manchen [welch euphemistische Untertreibung!] Muslimen als Vorbild, als Legitimation das gleiche zu tun, also Minderjährige zu heiraten. Genau das ist bei uns aber strikt verboten, oder? Die deutschen Behörden bzw. die Gerichte geraten derzeit in Konflikte, weil sie immer öfter mit Ehefrauen unter 16 zu tun haben, die bereits vor der Einreise nach Deutschland verheiratet wurden, oft während der Flucht. Eigentlich dürfen diese Ehen bei uns nicht anerkannt werden, im Einzelfall aber passiert das dann doch. Ein Kniefall vor dem Schariarecht?“

Der Fall:

„Am OLG Bamberg ging es jüngst um ein syrisches Ehepaar, sie 14, er 21. Das Jugendamt hielt die Ehe für nicht rechtens, nahm die Minderjährige in Obhut.“

„Vor Gericht forderte der sieben Jahre ältere Ehemann, wieder mit der Vierzehnjährigen zusammensein zu dürfen, ohne Aufsicht durch das Jugendamt. Sein gutes Recht, so meint Birgit Na’amni, Rechtsbeistand der Minderjährigen.“

Leander Brößler, OLG Bamberg:

„Die Gesamtumstände ergeben daher auch aus Kindeswohl-Gesichtspunkten [!!!] keine Notwendigkeit, die in Syrien geschlossene Ehe vorliegend als nichtig anzusehen.“

Frauenrechtlerinnen sehen das freilich ganz anders:

Seyran Ateş:

„Ich war entsetzt. Ich konnte das eigentlich gar nicht glauben. Ich war entsetzt und hab‘ gedacht, wir wollen doch eigentlich etwas verbessern, wir wollen doch endlich dahin gehen, dass wir sagen, alle die hier herkommen müssen unsere Verfassung, unsere Grundrechte achten, und wir wollen Menschen in diese Gesellschaft aufnehmen, miteinander leben, die tatsächlich dieses Land verstehen und begreifen. […]

Wenn wir uns die Welt insgesamt global betrachten, sehen wir in der islamischen Welt leider Gottes tatsächlich eine Rückentwicklung nicht zu den wahren Fundamenten, aber zu einem Fundamentalismus, der sehr patriarchal ist, der sehr frauenfeindlich ist, und solch eine Entscheidung hier öffnet dem Tür und Tor und gibt auch gerade dieses Signal zu sagen: Ihr könnt nach eurer Religion tatsächlich Frauen anders behandeln als wir das hier inzwischen tun.“

Monika Michell, Terre des Femmes:

„Dass diese Ehe hier anerkannt wird, das ist ein fatales Signal. Um das zu verhindern, dass das Gericht zu dieser Entscheidung kommt aufgrund der geltenden Gesetzeslage [Welch‘ Pädophilenfreund hat sich das denn ausgedacht??], sagen wir, es muss eine Gesetzesänderung geben. […] Wenn jetzt eben so ein Urteil da ist, das eventuell vom Bundesgerichtshof bestätigt wird [Na, da kommt doch Freude auf: Bei all den (erzkonservativen) Islamverbänden und -verstehern!!], kann es sein, dass viel mehr Minderjährigenehen anerkannt werden und diese Ausnahme zum Regelfall wird.“

Und selbst, wenn auch wenige, Islamwissenschaftler opponieren. Mathias Rohe:

„Im Islam und im islamischen Recht gibt‘s ja nun heftige Debatten über die Frage, ob man Minderjährigenehen verbieten solle [oder, wie in der Türkei gerade diskutiert, ermutigen solle], und viele sagen: Ja, das muss man tun. Also, man hat ja auch Verbündete in diesem Lager.“

Doch an deutschen Gerichten gilt: Im Zweifel für das Recht auf Kinderehe! —

(Wann wohl die ersten unserer Mädchenbumbsenthusiasten ausreisen, konvertieren, ihre Staatsangehörigkeit ändern und dann geehelicht und mit Kinderharem als besonders schutzbedürftige Flüchtlingsfamilie remigrieren?? Das könnte ein höchst lukratives Geschäftsmodell werden…)

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