„Einmal vergewaltigt werden, ist wirklich nicht schlimm“. Also sprach die Familienministerin der Türkei

Frog1(Aile Bakanı’na bak… „Bir kere olması karalamak için gerekçe olamaz“, CUMHURIYET online, 22.3.2016)

(Christian Füller, Danys Phantasien und Träume, FAZ online, 29.4.2013)

(Aziz Aslan, „Wie toll ist es doch, ein Märtyrer zu werden“, Yeni Hayat online, 4.4.2016

Cumhuriyet „schaut auf die Familienministerin“:

„Die Ministerin für Familie und Soziales, Sema Ramazanoğlu, verteidigte den in der Ensar Stiftung tätigen Lehrer, der Kinder vergewaltigte, und die Stiftung.“

„Einmal vergewaltigt werden, ist wirklich nicht schlimm“…, „antwortete sie auf Fragen von Journalisten auf einer Werbeveranstaltung für das Programm zur Unterstützung von Alten (Yaşlı Destek Programı, YADES)“ !!

Na, liebe Gutmenschen, spätestens jetzt, nachdem ihr das gelesen habt, wisst ihr, wie die islamistische AKP unter Sultan Tayyip I über Vergewaltigung denkt:

Wozu also ein Untersuchungsausschuss?? (Den lehnte das Parlament mit AKP-Mehrheit ab, tabii ki.) Alles nicht so schlimm, ein Mal ist kein Mal; alles nur ein toller Spaß,

nicht wahr Herr Cohn-Bendit?? — Oh, Verzeihung, ich weiß, Sie träumten ja nur…

„Cohn-Bendit […:] „Ich bin nicht nur ein Papierwichser, sondern ein überzeugter Wichser mit vielen Phantasien und Träumen, die weder alle häßlich noch schön sind…Nur das Ausloten von dem, was wir in uns haben, was in unseren Beziehungen schwelgt, ist schwer.“ (zitiert nach Füller)

Wie sagte neulich einer, der seine Tochter vergewaltigte, bei der Gerichtsverhandlung (in Istanbul) so schön:

„Man darf doch wohl noch die eigenen Produkte kosten dürfen!!“

So ist es! Denn: Was sagt Diyanet, das Amt für Religiöse Angelegenheiten in der Türkei, dazu:

„„Еs ist keine Sünde, wenn der Vater gegenüber seiner eigenen Tochter eine Wollust verspürt.“ Später wurde diese Aussage als „Übersetzungsfehler aus dem Arabischen“ zurückgezogen.“ (Aslan)

Frog4

Houellebecqs „Unterwerfung“ zu Ende gedacht: Sansals „Das Ende der Welt“

Frog1(Iris Radisch, Letzte Tage der Menschheit, ZEIT, 31.3.2016, 33)

Boualem Sansal schildert in seinem Roman Das Ende der Welt

„eine Glaubensdiktatur im Jahr 2084“;

„es gibt nur noch den Propheten und seine willenlosen Untergebenen.“ (Radisch) —

Michel Houellebecq ging in seinem, im letzten Jahr publizierten Roman nicht so weit in die Zukunft. Er begnügte sich mit einem Blick auf Frankreich im Jahr 2022.

In Iris Radischs lesenswertem Artikel sind insbesondere folgende Stellen als Paradigmen intellektuell-politischen Versagens hervorzuheben:

  • Variante a) Angsthasen-Duckmäusertum

Sansal sollte für die Körber-Stiftung einen „Essay über die Welteroberungspläne des Islamismus“ schreiben. Doch die Stiftung lehnte die Veröffentlichung ab,

„weil der Autor [Sansal] sich weigerte, ihn [seinen Essay] abzumildern. An einer zentralen Stelle des Essays heißt es: »Auch in Europa ist es mit der Meinungsfreiheit nicht weit her, sobald es um den Islam geht. Die bloße Erwähnung des Begriffs würgt jede Diskussion im Keim ab oder lässt sie auf Phrasen und Allgemeinplätze des politisch Korrekten zusteuern.« Der abgelente Essay erschien schließlich unter dem Titel Allahs Narren im Merlin Verlag.“ (im Original keine Hervorhebungen)

  • Variante b) Freiheitsheld-Glorifizierung

„Bis heute kann er [Sansal] nicht fassen, dass Helmut Kohl die Islamisten, die [im algerischen Bürgerkrieg] täglich Tausende umbrachten, für Freiheitskämpfer hielt, in Deutschland aufnahm und unterstützte.“ (im Original keine Hervorhebungen)

  • Variante c) Neue Heimat: Islamisten-Willkommens- und -Förderprogramm

Sansal: „Die Kanzlerin selbst hat alle eingeladen. Und die Deutschen stimmen ihr zu.“ Denn: Leute, die „ein komfortables Leben leben[, können…] das Leid und das Elend [anderer] schwer ertragen.“

„In Deutschland, Frankreich und Belgien gibt es [nach Meinung Sansals] überall Ghettos, das sind abgeschottete Mini-Republiken mit eigenen Clan-Chefs, eigenen Steuern und eigenen Gesetzen. Man hat Moscheen gebaut und an den guten, den sanftmütigen Islam geglaubt. Aber das ist ein naiver und gefährlicher Intellektuellentraum.“ (im Original keine Hervorhebungen)

Frog4

 

 

Gutmensch-Euphemistik von Precht und Welzer: Flüchtlinge als „Modernisierer“ des Abendlands

Frog1

(Richard David Precht und Harald Welzer, Jugend an die Macht!, ZEIT, 17.3.2016, 51)

(Evelyn Finger, Jesus oder Pilatus?, ZEIT, 23.3.2016, 52)

(Seyran Ateş, Parallele Gesellschaften, ZEIT, 31.3.2016, 46)

(Ednan Aslan, »Radikale Willkommenskultur«, im Gespräch mit Evelyn Finger, ZEIT, 31.3.2016, 46)

Richard David Precht und Harald Welzer behaupten keck:

„Moderne Gesellschaften bekommen ihre Modernisierungsimpulse nicht von innen heraus.“

Uns den sunnitischen Islam als Modernisierungsschub verkaufen zu wollen, ist ziemlich dreist und völlig weltfremd. Doch die Verharmlosung hat Methode.

Anfang März wurden „vier Nonnen [… mit] ihren zwölf Kollegen in einem Altersheim im Jemen“ ermordet. (Finger; siehe auch Islamisten im Jemen wollen entführten Priester kreuzigen, derStandard online, 25.3.2016 und ISIS brutally crucifies Fr. Tom Uzhunnalil on Good Friday, Catholic Online, 28.3.2016)

Haben Sie davon gelesen oder gehört??

Haben Sie mitbekommen, dass der IS drohte, den damals entführten Geistlichen, Tom Uzhunnalil, am Karfreitag zu kreuzigen? Wissen Sie, dass nicht nur Köpfen, sondern auch Kreuzigen im IS praktiziert wird?

Wahrscheinlich nicht. So etwas zu sagen, ist nicht opportun. Wir schweigen und werden beschwiegen. Genauso wie in Köln. Wir wollen doch nicht als Revanchisten, Pauschalisierer, gar Islamhasser missverstanden werden… Nein! Wir sind auf der Seite der Guten, wir verstehen die Verachtung und kuschen vor der Moral, die uns die Täter entgegen bringen…: Sie bekommen ihre Moscheen, ihre Gebetsräume in Schulen und Universitäten, ihre Trennung von Mädchen und Jungs beim Schwimmen, beim Turnen, ihr halāl Essen in den Flüchtlings- und Schulkantinen, finanzieren „die Vielweiberei durch Steuergelder“ (Ateş)

Seyran Ateş:

„Streit um die Beteiligung von Mädchen am Schwimmen, an Biologieunterricht und Klassenfahrten ist inzwischen ein Klassiker. Deutsche Schulen unterwerfen sich den Wünschen streng muslimischer Eltern – zumal die von Moscheegemeinden mit islamischen Rechtsgutachten unterstützt werden.“

„In Schulkantinen soll das Essen halal sein, und die bloße Anwesenheit von Schweinefleisch empört die Frommen. Gebetsräume für muslimische Schüler werden zum Muss. Weihnachtsschmuck wird weniger. Fasten im Ramadan aber soll von allen respektiert werden.“

Kurz gefasst: Wir befürworten die (Voll-)Verschleierung

„Schon tragen vierjährige Mädchen im Kindergarten Kopftücher.“ (Ateş)

und tolerieren, dass wir die Kāfir sind.

Evelyn Finger nimmt die Ermordung der „in einem von Mutter-Teresa-Schwestern betriebenen Seniorenheim in Aden“ (Standard) zum Anlass, um

„die Provokation, die die Bluttat auslöste [herauszuarbeiten]: dass ein paar barmherzige Samariter an der Seite der Schwächsten blieben. Die hatten eigentlich keine Überlebenschance“…

Richtig. Die Begründung aber greift zu kurz, ist westlich gedacht:

„Die Friedfertigen provozieren mit ihrer Friedfertigkeit die Gewaltbereiten und müssen es büßen.“

Was Finger nicht begreift ist, dass die Wurzeln des Hasses im Islam selbst liegen. Krank zu sein, gar behindert zu sein, ist eine Strafe Gottes. Sich um diese Leute zu kümmern, ist Sache einzig der Familie (nicht von Außenstehenden). Häufig wurden und werden Behinderte zu Hause versteckt, damit sie niemand sonst zu Gesicht bekommt. Als ich einmal einem total Entstellten auf der Straße in Erzurum, einer Islamistenhochburg im Osten der Türkei, Geld geben wollte, griff mir mein Begleiter mit Gebetskäppi, der mich liebend gern bekehrt hätte, in den Arm und sagte, wortwörtlich übersetzt: Lass, „Allah sorgt für ihn.“ All unsere Gutmenschen sollten mal ein wenig nachforschen, wie viel Gelder muslimische Wohlfahrtsverbände ihren Glaubensbrüdern im Fall von Naturkatastrophen, z.B. Pakistan, spende(te)n und wie aufopferungsvoll sie sich um ihre Glaubensbrüder auf der Flucht kümmer(te)n…

Natürlich hat Finger Recht: Wir müssen „zwischen den beiden Extremen Jesus und Pilatus, Selbstaufopferung und Selbstschutz“ wählen.

Doch die Gutmenschen haben sich längst, radikal entschieden. Sie wollen von außen, durch die hunderttausenden, nicht selten analphabetischen Flüchtlinge modernisiert werden. Sie wollen heim ins Reich, ins Neuosmanische Reich des Sultans Tayyip I (Erdoğan-Song; Titel-Bild des Economist, Juni 2013) und voller Freuden als Kāfir den Rechtgläubigen Kopfsteuer zahlen…

Doch Precht und Welzer zufolge mache die Aufnahme der Flüchtlinge

„die kapitalistische Welt nicht nur gerechter, sondern auch überlebensfähig“.

Was für ein verqueres Gesülze! Die Überlebensfähigkeit (!) Europas abhängig vom Zuzug ungebildeter, verblödeter Massen zu erklären! Kant wollte die Selbstbefreiung. Diese beiden Vordenker wollen die Unterwerfung: Zurück in die selbstverschuldete Unmündigkeit. Fünf mal am Tag beten… Sollte diese Einstellung siegen, hat sich Europa als Idee endgültig, selbst ausgeträumt…

„So zieht Europa im Namen der Religionsfreiheit seine eigenen Mörder heran.“ (Ateş)

Unser Pfaffentum ist mehr und mehr im Aussterben begriffen; unsere Kirchen lehren sich. Doch die Sklavenmoral des Christentums hat in den Gutmenschen obsiegt. Seid ohne Sorge! Die von Mutti und Co. zu Tisch gebetenen Islamisten greifen nur zu gern zu: Welch‘ reich gedeckter Tisch an Opferlämmern!

Ednan Aslan:

„Für Gott zu sterben, so predigen es auch Europas Imame, sei die höchste Hingabe, die ein gläubiger Mensch [im Christentum: Vorbild Jesus und Co.] erbringen kann. Das Märtyrertum gilt als Wert an sich, auch bei denen, die überhaupt nicht gewaltbereit sind.“

Wie sich die Sklavenmoralen doch gleichen…

Mit einem Unterschied: Die Islamisten gefallen sich als Mörder, unsere Zombiereligiösen als Erdulder…

Neueste Kapriole: Händeschütteln? Islam-Streit in der Schweiz, Kulturzeit, 5.4.2016

Der Islamische Zentralrat Schweiz äußert in einer eigens hierzu erlassenen Fatwa: Ist der Händedruck zwischen Mann und Frau im Islam erlaubt? dazu:

„An die Nicht-Muslime ergeht die Empfehlung, das islamische Berührungsverbot nicht als Provokation oder Herausforderung der eigenen Kultur zu interpretieren. Angesichts der immer stärkeren kulturell und religiösen Durchmischung unserer Gesellschaft ist sinnvoll, einzelne Bräuche und kulturelle Eigenheiten nicht zur conditio sine qua non für gesellschaftliche Zugehörigkeit zu überhöhen. Der Händedruck soll das bleiben, was er ist: ein Brauch, auf den man ohne weitere Abstriche auch verzichten kann. Wichtig ist der Respekt für den anderen und seine spezifische Lebensweise. Dieser kann mit forderndem Zwang zur kulturellen Assimilation kaum gefördert werden.“ (im Original keine Hervorhebungen)

Wie sagte Tayyip I (einst, am 17.5.2010 in Köln) so schön:

„Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.“  (SZ, Rede im Wortlaut)

Frog4

 

 

 

 

Can Dündar über die Silvesternacht-Grapschparty zu Köln

Frog1(Can Dündar, „Frau Merkel, hören Sie auf den türkischen Kerker!“, WELT AM SONNTAG online, 16.1.2016)

(Anant Agarwala, Mariam Lau und Khuê Pham, Der Albtraum, ZEIT, 7.1.2016, 2)

(Heinrich Wefing, Unter Schock, ZEIT, 7.1.2016, 1)

Can Dündar, derzeit prominentestes Opfer des Racheengels Erdoğans, über das Silvesternachtgegrapsche in Köln:

Köln? Das passiert auf dem Istanbuler Taksim-Platz jedes Jahr

Das, was in der Silvesternacht in Köln passiert ist, kam uns Türken wohlbekannt vor. Es war dasselbe, was sich jedes Jahr auf dem größten Platz von Istanbul, dem Taksim-Platz, zuträgt. Ein Ausdruck einer konservativen Machokultur und des Hungers auf Frauen, den diese selber produziert; Ausdruck einer Kultur, die in der Schule, bei der Arbeit, in allen Bereichen des Lebens Frauen von Männern trennt und versucht, sie in ihrer Rolle als Mütter zu Hause einzusperren.

In der Türkei kämpfen seit Jahren Frauen und Männer unter Lebensgefahr gegen dieses Weltbild und für ein laizistisches, modernes Leben und eine demokratische Republik. Sie sind davon überzeugt, dass man sich nicht mit den Symptomen, sondern mit den Ursachen auseinandersetzen und eine Politik entwickeln muss, die diese Ursachen bekämpft.

Auf welcher Seite aber stehen die westliche Welt und die Europäische Union und insbesondere Deutschland und Frau Merkel, wenn diese beiden verschiedenen Auffassungen in Istanbul oder in Köln aufeinanderprallen? Wir kennen die Antwort auf diese Frage. Und genau darum lächeln wir bitter, wenn wir von Merkels harter Reaktion auf die Angreifer von Köln hören.“

Und zum Kontrast das Gutmensch-Relativierungsgeschwätz von Anant Agarwala, Mariam Lau und Khuê Pham in der vorzeige-liberalen ZEIT:

Die „schlimmsten Vorurteile scheinen bestätigt.“ Wohl gemerkt: Sie scheinen bestätigt, sie sind es nicht. Die begrapschten Damen müssen sich geirrt haben.

Über das als Lea Westerkamp vorgestellte Opfer heißt es:

„Westerkamp tut sich schwer damit, ganz genau zu sagen, was sie denkt, vielleicht weiß sie es selbst noch nicht.“

War wohl alles nur ein Traum, ein böser Traum…

Und dann das Relativierungsgesülze:

„Nein, sie [Westerkamp] will keine politische Geschichte aus den Vorfällen machen.“

Natürlich nicht. Denn sie weiß ja, so wie auch die Autoren und mit ihnen all die Willkommenskultur-Apologeten:

„Dass Frauen in Nächten wie Silvester belästigt werden, bestohlen und betatscht, kommt immer wieder vor.“

Alles (nicht mal) halb so schlimm also. Gewaltexzesse seien ja schließlich, insbesondere in Köln, ohnehin nichts Besonderes:

„Dass ein Mob in der Kölner Innenstadt wütet, ist kein ganz neues Phänomen. Schon im Oktober 2014 verletzten 4000 überwiegend junge Männer 45 Polizisten [..]. Damals sprachen die jungen Männer Deutsch, trugen Glatze und nannten sich Hooligans gegen Salafisten.“

Was die  ZEIT-Relativierer freilich nicht wegvergleichen können: Diese Wahnsinnigen fielen nicht durch kollektive Grapschattacken auf.

Naiv-drollig auch die Empfehlung der frisch-gekürten Oberbürgermeisterin Henriette Reker: Frauen sollten „eine Armlänge“ Distanz zu fremden Männern halten. Dümmlicher geht’s kaum noch. Und so was ist Oberbürgermeisterin. Armes Köln!!

Ähnlich dümmlich äußerte sich auch Claus-Ulrich Prölß, Geschäftsführer des Kölner Flüchtlingsrats:

Flüchtlinge „lesen keine deutschen Zeitungen und schauen nicht WDR“. Und die Autoren ergänzen: „Von der Gewalt in der Silvesternacht hätten sie [die Flüchtlinge] noch gar nichts mitbekommen.“

Als ob Mann dazu Zeitung lesen oder fernsehen müsse… Was für Trottel!!

Besonders hübsch ist auch die Relativierungserzählung von Seite 1:

Heinrich Wefing schreibt:

„Das massenhafte Einkreisen, Begrapschen und Beklauen von Frauen ist eine Form des Straßenterrors, die wir nicht kennen. [Na, da wurde es aber Zeit, dass dem abgeholfen wurde. Wie schön. Seid dankbar!!…] Aus Indien ist Ähnliches bekannt [ah, das beruhigt aber…], auch aus Kairo, vom Tahrir-Platz, wo ein [!] Exzess sexueller Gewalt den Anfang vom Ende des Arabischen Frühlings [welch Euphemismus…]bedeutete.“

Na, dazu fällt mir doch der Aufstand gegen den bösen, bösen, allzu bösen Alaviten, den Ungläubigen al-Assad ein, den die CIA (neuerdings Seit‘ an Seit‘ mit Erdoğan und Mutti) ja schon lange weg haben wollte, spätestens seit 9/11. (Günter Meyer zu CIA, Russland und IS in Syrien) Jetzt, nachdem sich das Kriegsglück gegen die von der CIA mit aufgehetzte sunnitische Mehrheit (zu Aleppo und anderswo) wendete, wollen  diese, die einst großmäuligen sunnitischen Assad-Hasser weg aus Syrien. Und wo wollen sie hin? Ins Reich der Ungläubigen, auf dass die Merkelschen sie, das sunnitische Herrenvolk, durchfüttern und ihnen die Füße küssen, und das nicht nur zu Ostern, sondern jeden Tag aufs Neue. Sagt mal, ihr depperten Gutmenschen, habt ihr es immer noch nicht begriffen?? Erst vor ein paar Stunden mordeten wieder sunnitische Radikalinskis Christen, nur weil sie Ungläubige, Christen sind: (Taliban bekennen sich zu Anschlag in Lahore, ZEIT online, 27.3.2016) Ihr heißt Leute willkommen, von denen die Mehrheit Euch verachtet, offen verhöhnt, auszutzelt und Eure Dummheit verspottet. Ihr bornierten Trottel!!

Frog4

 

 

 

 

 

 

 

 

Emmanuel Todd: Frankreichs/Europas Verrat des Egalitätsprinzips

Frog1(Emmanuel Todd, Wer ist Charlie? Die Anschläge von Paris und die Verlogenheit des Westens, Aus dem Französischen von Enrico Heinemann, München, 2016, C.H.Beck 6224)

Anlass/Ausgangspunkt des jüngsten Buchs von Emmanuel Todd ist der Protestmarsch vom 11.1.2015 anlässlich des einige Tage zuvor erfolgten Anschlags auf die Redaktion der Zeitschrift Charlie Hebdo (am 7.1.2015):

„Wir müssen wissen, welche Art Gesellschaft es vermochte, 3 bis 4 Millionen Menschen auf die Straßen zu bringen, um Solidarität mit einer Zeitschrift zu zeigen, die mit einer Mohammed-Karikatur identifiziert wird und sich auf die Thematisierung einer Minderheitsreligion spezialisiert hat“. (28)

„Millionen Franzosen drängte es auf die Straßen, um das Recht, auf die Religion der Schwachen zu spucken, als das vordringliche Bedürfnis ihrer Gesellschaft zu definieren.“ (70) „Charlie [… setze] die nationale Identität Frankreichs mit dem Recht auf blasphemische Äußerungen über Mohammed gleich[…]“. (166)

Grundlegend für Todd ist die Differenz der Ideale von Einheit vs. Gleichheit: Diese waren in der Französischen Revolution, in der Idee der (ersten) Republik gleichwertig/-rangig, entwickelten sich aber in der Folgezeit auseinander.

Dystopie:

„Frankreich […] Ist auf dem besten Weg, zu einem oligarchischen System zu mutieren.“ (111) Es „bildet sich eine Massenoligarchie heraus, die sich durch ein gehobenes Bildungsniveau und akzeptable Einkommen auszeichnet. Diese besitzt das Land, zwingt ihm seine Werte und seine Träume auf“. (111)

Kap. 1: Eine religiöse Krise

  1. Die Französische Revolution als ἐποχή: Die Ablösung des christlich determinierten Ungleichheitsparadigmas

Das „Fernziel [des christlichen Paradieses – exklusiv für Gläubige! – verwandelte sich] 1789 in die Forderung nach Freiheit und Gleichheit schon im Hier und Jetzt des irdischen Lebens.“ (35)

Folge:

Die „Entchristianisierung“, die „im 18. Jahrhundert im Zentrum der egalitären Systeme des Pariser Beckens und der Mittelmeerküste ein[setzte].“ (44)

Todd unterscheidet zwischen zwei Formen des christlichen Ungleichpostulats: Protestantismus vs. Katholizismus:

  1. Die „Lutherische Prädestinationslehre betonte insofern die Ungleichheit der Menschen, als sie schon vor ihrer Geburt durch ein unwiderrufliches Urteil des Allmächtigen für das Heil auserwählt oder von ausgeschlossen wurden.“ (35)
  2. „Die katholische Kirche, ist der Tradition [nach…] universell, was schon in ihrem Namen – katholikós für »allumfassend« oder »universell« – zum Ausdruck kommt.“ (37)

Gegensatz zwischen Zentrum und Peripherie“ (42)

„Diesen Gegensatz [zwischen Gleichheit und Ungleichheit] gab es aufgrund unterschiedlicher Familienstrukturen schon seit Ende des Mittelalters.“ (42)

  1. Im Zentrum „überwog traditionell eine bäuerliche Familienstruktur mit egalitärer Ausrichtung.“ (43)
  2. „Dagegen war im peripheren Frankreich die Familienstruktur aus verschiedenen Gründen nicht egalitär ausgerichtet. Eine echte Vorliebe für die Ungleichbehandlung zeigte sich allerdings nur in den Landstrichen, die das Recht der Erstgeburt praktizierten“. (43)

Vom einzigen Gott zur einzigen Währung“ (46)

  • Verlust und Leere

„Der endgültige Untergang der Kirche hinterließ im Leben des weltlich orientierten Franzosen eine Leere.“ (56)

  • Die Währungsutopie als Einheits- und zugleich Ungleichheitsutopie

Feindbild Euro

„Vor etwas mehr als 20 Jahren versetzte der Vertrag von Maastricht den Großteil Westeuropas in den Traum von der Einheit per Gemeinschaftswährung.“ (46)

„Der Rückzug der Religion [führte] zur Annahme einer Ersatzideologie, in dem Fall zur Schaffung eines monetären Idols, das man […] gleichermaßen Euro wie Goldenes Kalb nennen könnte.“ (49)

„Die Währungsutopie war eine sozialistische Idee, der sich die Rechte mit unterschiedlicher Begeisterung dann anschloss. (50)

„Auf den einzigen Gott und sein Paradies folgten die Einheitswährung und ihr Europa“. (54)

„Ohne Ausstieg aus dem Euro ist keine Wirtschaftspolitik möglich, welche die Arbeitslosigkeit senkt und die Lage der wirtschaftlich Schwächsten verbessert, der Jungen in der Gesellschaft mit muslimischen Wurzeln oder ohne.“ (187)

  • „Das zombie-katholische Frankreich“ (57) auf der Suche nach einem neuen Gegner

„Seit Anfang der 1990er Jahre tritt das Grundproblem des Unglaubens ans Licht.“ (57)

Nach dem Wegfall der christlichen Geistlichkeit als Gegner „gleitet“ das „zombie-katholische Frankreich […] übergangslos in die endlose Leere einer gottlosen, atheistischen Welt ab.“ (57)

Doch Hilfe ist in Sicht: Auf „der Suche nach einem haltgebenden Gegner“ entdeckte „Frankreichs Bevölkerung“ den Islam als neue „Zielscheibe“. (57)

„Hypothese“/“Annahme“,

„dass das religiöse Frankreich, um sein seelisches Gleichgewicht wiederzuerlangen, einen Sündenbock benötigt, den es an die Stelle des ausgefallenen Katholizismus setzen kann.“ (58)

Kap. 2: Charlie – Soziologie der Jetztzeit

„Einer von zehn französischen Stadtbewohnern [„überwiegend die Mittelschicht“ (61)] identifizierte sich mit Charlie – eine beachtliche Größenordnung.“ (60)

Der Protest als Ereignis und Paradigma „eines Republikanismus der Ausgrenzung“ (80)

„Die sozialen Kräfte, die sich am 11. Januar zu Wort meldeten, sind dieselben, die auch dem Vertrag von Maastricht zum Durchbruch verhalfen. Die Empörung, die am 11. Januar über das Massaker an den Redakteuren von Charlie Hebdo losbrach, bedeutete keine Rückbesinnung auf die Werte der Republik, sondern vielmehr ein Wiederaufleben jener Koalition, die für deren Auflösung innerhalb einer neuen europäischen Ordnung gestimmt hatte.“ (65)

Die „neuen Anschauungen – die europäistischen wie die republikanischen aus jüngerer Zeit – [werden] von Schichten und Regionen getragen […], die dem Prinzip der Gleichheit am wenigsten oder überhaupt nicht anhängen.“ (66)

„Weit davon entfernt, Freiheit und Gleichheit zum Triumph zu verhelfen, endete Maastricht im Sieg der Ungleichheit unter der transzendenten Herrschaft der grausamen Göttin Währung.“ (68)

„Das Ideal, das zum Maastricht-Vertrag führte, das uns nach wie vor beherrscht und in den Werten Autorität und Ungleichheit ankert, ist tatsächlich eines der Hierarchie. Es speist sich eher aus dem Katholizismus und dem Geist des Vichy Regimes als aus dem der Französischen Revolution.“ (69)

Hypothesen:

  1. Es ist „schon heute zu prognostizieren, dass Charlie ein auf Autorität und Inegalität bedachtes Monster hervorbringen wird.“ (70f)

  2. Ohne Gegenintervention wird sich „der Neorepublikanismus ganz sicher als ein Neovichysmus erweisen.“

„So marschiert der Zombie-Katholizismus und nicht die Revolution in der ersten Reihe gegen den Islam.“ (71)

Analyse-Befund:

Zwei „Grundelemente“: Das französische Modell fußt auf einem der Staatsidee nach „aus der Vergangenheit kommenden liberalen und egalitären Überbau und einem die Gegenwart [die real existierenden Verhältnisse] prägenden autoritären und inegalitären mentalen Unterbau.“ (79)

„»Einhelligkeit der Mittelschicht«“ (83)

„die einzelnen Teile der Mittelschicht [… sind] gerade dabei, ihre endgültige ideologische und emotionale Fusion zu vollziehen. Sozialisten und Anhänger Sarkozys sowie Mélenchons marschierten gemeinsam, bekannten sich zu ein und demselben Sockel an Grundwerten“. (83)

„in einem Frankreich, das unter die Kontrolle einer zombie-katholischen Peripherie geraten ist, entwickelt sich ein Klima der religiösen Obsession […]: eine Islamfeindlichkeit in der ursprünglich christlichen Gesellschaft, ein Antisemitismus in der ursprünglich islamischen Gesellschaft.“ (89)

Kap. 3: Die unglückliche Gleichheit

„Der Niedergang Zentralfrankreichs und sein gegenwärtiger Pessimismus sind zu einem Teil auf dem Zusammenbruch der Kommunistischen Partei zurückzuführen.“ (99) „Ohne die[…] Krise des egalitären zentralen Frankreichs hätten die entgegengesetzten Werte der Peripherie niemals die Oberhand gewonnen.“ (99)

Anthropologie des Kapitalismus in der Krise

Historische Betrachtung:

„der Kapitalismus [bildete sich] frühzeitig in denjenigen Nationen heraus […], deren anthropologische Basis, wenn schon nicht inegalitär, so zumindest doch nicht egalitär ausgerichtet war. Dies gilt für die Gesamtheit der angloamerikanischen Welt.“ (100)

„Die zweite Welle des wirtschaftlichen Aufschwungs fand in Ländern der Stammfamilie – Deutschland, Schweden, Japan und Korea – statt, in denen die Familienstruktur die Prinzipien der Ungleichheit und der Autorität begünstigte.“ (100) „Auf Anhieb leuchtet ein, dass die Akzeptanz eines schon vorhandenen Prinzips der Unterschiede zwischen Brüdern, Menschen und Klassen die Differenzierung nach Funktionen in einer sich entwickelnden industriellen Welt erleichterte“. (101)

Hierarchisierung des Kontinents“ (102; im Original nicht hervorgehoben) – Deutschland als Hegemon

„In Europa bringt das inegalitäre und wirtschaftlich dominante germanische Zentrum die egalitäre Peripherie unter seine Kontrolle.“ (102) „Blickt man auf den europäischen Raum als Ganzes, so zeigt sich ein Zombie-Katholizismus, der den gesamten Kontinent überspannt und mit den dort jeweils vorherrschenden familiären Werten zusammenwirkt.“ (102) „Ihres Glaubens an Gott verlustig gegangen, brachte die katholische Kultur den Euro hervor.“ (103) „Europa […] ist […] ein hierarchisches System, das von einer Nation – Deutschland – dominiert wird, während sich die anderen in einer feinen Abstufung unterordnen, die von der freiwilligen Knechtschaft Frankreichs bis zur ganz einfachen Knechtschaft der Südländer reicht.“ (181)

Zombie-Protestantismus

„Finnland […] ist ein Musterbeispiel für den Zombie-Protestantismus.“ (166f)

Dem Zombie-Katholizismus ist „eine zweite, zombie-protestantische Konstellation weiter im Norden hinzu[zu]fügen, die ebenso inegalitär ausgerichtet ist, aber das islamophobe Gedankengut aktiver aufnimmt. Und dabei spielt das lutherische Deutschland eine ähnliche Rolle wie einst beim Vormarsch des Antisemitismus. In der Zombieform, in welcher der Protestantismus seinen eigenen Tod überlebt hat, wirkt ein Inegalitarismus nach, der vom Dogma der Prädestinationslehre herrührt.“ (109) „Im Deutschland der Zwischenkriegszeit verschafften die protestantischen Regionen des Nordens dem Nationalsozialismus die Masse seiner Wählerstimmen und die katholischen des Südens seine Führer, angefangen mit Hitler.“ (131)

Zombie-Islam

Todd postuliert in Analogie zur „Existenz eines Zombie-Katholizismus und Zombie-Protestantismus […] das Vorhandensein eines Zombie-Islam“. (168)

Detaillierte Ausführungen hierzu fehlen.

Statt Xenophobie Xenophilie

Es seien zwei miteinander konkurrierende, sich aber auch vereinende Xenophobien zu konstatieren: Die egalitäre und die hierarchisierende (104) „eine im Prinzip der Ungleichheit verankerte «differentialistische» und eine im Prinzip der Gleichheit wurzelnde «universalistische»“. (119) „Die differentialistische Motivation der Peripherie und die universalistische des Zentrums bringen im Zusammenwirken eine zwar gemischte, aber sehr gefährliche Form des Rassismus hervor.“ (139)

Die Xenophobie des Front National wurzele „auf egalitärem Boden“ und setze sich „in denjenigen Regionen fest[…], die einst die Französische Revolution getragen haben.“ (123)

Der Islam als Chance: Zur Wiederbelebung des Ideals der Egalität

Todd behauptet, dass der Islam republikanisch-egalistische Grundzüge aufweise. Zum Gleichheitspostulat des Islam merkt Todd an:

„Ein Islam der Gleichstellung zwischen den Geschlechtern existiert bereits und wird von 250 Millionen Indonesien praktiziert.“ (189)

Es sei „freudig anzuerkennen, dass es in der französischen Kultur, in unserem nationalen Wesen, inzwischen auch eine muslimische Provinz gibt. […] Der Islam als unsere neue Provinz glaubt an die Gleichheit – im Gegensatz zur Kirche, die auf einem hierarchischen Prinzip gründete, das in allen Punkten das Gegenteil des republikanischen Ideals war. Eine positive Integration des Islam würde die republikanische Kultur folglich eher stärken als ihren Zusammenbruch herbeiführen.“ (190)

Der Islam sei grundsätzlich integrations-/assimilationswillig:

„Little Italy oder Chniatown mögen die Illusion nähren, dass es solche [„kulturelle“] Inseln tatsächlich gibt, aber in Wahrheit sind sie nur Landepisten, geschützte Räume der Anpassung für die erste Generation der Ankömmlinge“. (117) „Dabei muss klar sein, dass die Assimilation dort, wo sie ausbleibt, stets an der Aufnahmegesellschaft und niemals an der Gruppe der Zugewanderten scheitert: Dass diese die Assimilation verweigern, ist eher unwahrscheinlich“. (117)

Das gilt wohl nur für den Zombie-Islam…

Frog4