Nida-Rümelins Gequake: Von der Schönheit der Demokratie


Die Schönheit der Demokratie, BR online, 21.5.2019

Nida-Rümelin: Kulturmanager und Sozialdemokrat, RP online, 23.11.2000

CDU-Mann will Steinmeier nach SPD-„Missgriff“ nicht mehr wählen, WELT online, 11.2.2017

Wilhelm Nestle, Vom Mythos zum Logos. Die Selbstentfaltung des griechischen Denkens, Stuttgart, ²1975

I

Also sprach Julian Nida-Rümelin, Lieblings-„Philosoph“ der Gutmenschzunft:

„Demokratie ist nicht die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit. Das ist ein Irrtum.

[Stimmt. Es müsste Herrschaft des Volkes heißen. Doch das würde ja Populismus, wenn nicht gar Nazi-Diktion bedeuten. Und dies Wording ist im Gutmenschsprech (politischer Korrektheit) bekanntlich den Bösen, den Aller Bösen, der AfD zugewiesen. Hurrah!]

Wofür haben wir Artikel 1-19 im deutschen Grundgesetz? Grundrechte, Rechte von Individuen, die diese gegen den Staat im Zweifelsfall geltend machen können. Das heißt: die Demokratie ist nicht Herrschaft der Mehrheit gegenüber der Minderheit, sondern eine Form, in der ich Regierungen unblutig ablösen kann.“

Als ob es nicht um Macht ginge, sondern herrschaftsfreie Diskursspielchen in einer Art aristophanischer „Vogelstadt „Wolkenkuckucksheim““ (Nestle, 469).

Wie (selbst) naiv bzw. (andere) verblödend ist das denn?

Dass unsere Demokratie längst zu einem Selbstbedienungsladen verkommen ist, ist besonders hübsch gerade an Äußerungen der Sozen abzulesen —; was besonders pikant ist, da Gutmensch Nida-Rümelin ja selbst bekanntlich „fest in der SPD verwurzelt“ ist. (RP; im Original alles in fett)

Hierzu 2 Fallgeschichten:

Fall 1

Als Frank-Walter Steinmeier im Februar 2017 zum Bundespräsidenten gekürt wurden, titelten die Genossen frohgemut-euphorisiert nach Gutsherrnart:

„Wir freuen uns auf den neuen sozialdemokratischen Schlossherrn“.

Nix Demokratie: Feudalismus!! Das ist das wahre Gesicht der Sozen!! Demokratie als Maske!!

Fall 2

Und als Franz Müntefering im März 2004 – mit bis dahin super-toll-grandios-unschlagbareren (haha) 95,1 Prozent der Delegierten-Stimmen zum SPD-Vorsitzenden gewählt wurde, rief er den Delegierten zu:

„Opposition ist Mist. Lasst das die anderen machen – wir wollen regieren“. (Welt)

Also sprach der Sieger den Delegierten zu, „die ihn für seine Rede begeistert feierten.“ (Welt)
Hat nicht lang gehalten, die Freude…

II

Und Nida-Rümelin fährt weiter fort:

„Ja, ohne Opposition keine Demokratie, und zwar eine Opposition, die sich nicht in kleinen Zirkeln formiert, sondern die sich öffentlich äußern kann, deren Vertreter nicht ins Gefängnis wandern, die Medien haben, die sie unterstützen, also Agora, ein Marktplatz der Meinungen, muss existieren. Die Leute wollen sich ein Urteil bilden. Das können sie nur, wenn sie die Alternativen kennenlernen und diese nicht stigmatisiert oder gar kriminalisiert werden, wie wir das jetzt gerade in der Türkei erleben.“

Tja, man/frau muss nicht missfällig auf die Türkei, auf Erdoğan schauen. Lenk nicht ab! Das ist extrem wohlfeil und simpel. Auch in Deutschland herrscht Diktatur: politische Korrektheit. Der zufolge sind gut und böse (manichäisch) eindeutig zugewiesen – nach dem Ausschlussprinzip (ex negativo): Gut ist alles, was nicht AfD (und ähnlich rechts) ist. Gutmenschen sind eben extrem schlichten, simplen Gemüts. Schubladisieren, nix denken…

III

Und Nida-Rümelin fährt in seiner Verkündung der Frohen Botschaft an die Tumben weiter fort:

„Nicht nur alle 4, 5 Jahre mal über eine Regierungsmannschaft entscheiden, sondern Anteil nehmen, schauen, was machen die eigentlich, kritisch zu reagieren, vielleicht sich selber zu engagieren, vielleicht selber zu kandidieren. Das ist die Schönheit der Demokratie. Gemeinsame Praxis. Wir nehmen teil an einem gemeinsamen Projekt, mit dem wir uns identifizieren können.“

Herrlich! Toll! Pathetik pur. Wie brauchen wir das!

IV

Also sprach schon Spielverderber, Aufklärer Heraklit:

„ὄνους σύρματ᾽ ἂν ἑλέσθαι μᾶλλον ἢ χρυσόν· ἥδιον γὰρ χρυσοῦ τροφὴ ὄνοις.“
Ärsche fläzen sich eher auf Stroh denn auf Gold. (Fragment 9) [Und Aristoteles kommentiert:] Denn Lust ist Goldes Nahrung den Ärschen.

So pfeifen ’s die Götter von den Dächern und

Quaken ’s die Fröschlein im Tümpel der Dumpfheit

Quak, quak, quak

 

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Kinderficken: Deutschlands Doppelmoral

Michel Houellebecq, Serotonin, Aus dem Französischen von Stephan Kleiner, Köln, ³2019

Frank Bräutigam, Video: Rechtsexperte über den Fall, daserste.de, 10.3.2019, min. 1.16 – 1.38

Zeigt die Bahn-Werbung uns das wahre Deutschland?, bild.de, 25.4.2019

Marc Röhlig, Türkische Religionsbehörde denkt, Mädchen seien ab 9 Jahren heiratsfähig, bento.de, 4.1.2018

Zum einen ist da unsere herkömmliche Rechtsauffassung:

ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam äußert sich über die juristische Einschätzung eines Falls im Tatort Für immer und dich:

„Mit 13 Jahren gilt man rechtlich als Kind.“ „Es gibt da diese eine Szene [in einer der letzten Tatort-Folgen], wo sie [ein Mädchen] sich das Video anschaut, auf dem sie Geschlechtsverkehr […] hat. Das ist ein Sexualdelikt. Gehen wir davon aus, sie ist 13 Jahre alt zum Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs. Dann ist das automatisch schwerer sexueller Missbrauch von Kindern. Völlig egal, ob sie das da irgendwie freiwillig gemacht hat oder nicht.“

Wenn schon der Geschlechtsverkehr mit 13-jährigen strafbar ist, so doch wohl erst recht mit noch jüngeren – Kindern.

Eine solche (recht harmlose) Geschichte webte Michel Houellebecq in seinen jüngsten Roman Serotonin ein. Der Pädophile ist hier ein Deutscher und (Hobby-?)Ornithologe:

„Gegen fünf Uhr nachmittags klopfte ein kleines Mädchen an die Tür des Bungalows, also wirklich ein kleines Mädchen, damit wir uns verstehen, ein braunhaariges Mädchen von vielleicht zehn Jahren mit kindlichen Gesichtszügen, aber groß für sein Alter.“ (202)

„Ich [der Erzähler] hatte nie ein Pädophilen-Video gesehen, ich wusste, dass es so was gab, aber mehr auch nicht, und ich spürte sofort, dass sich unter den amateurhaften Aufnahmen leiden würde“. (205)

Der Pädophile „sagte ein paar Worte, die ich nicht verstand, woraufhin die Kleine die Shorts auszog und sich auf den Badschemel setzte, dann spreizte sie die Beine und begann mit dem Mittelfinger über ihre Muschi zu fahren, sie hatte eine kleine, wohlgeformte, aber gänzlich unbehaarte Muschi“. (206)

„Das Mädchen […] ging […] zu dem Deutschen hinüber und kniete sich zwischen seine Schenkel […]. Das Mädchen schien seine Aufgabe ungeachtet seines Alters gekonnt auszuführen, der Ornithologe stieß hin und wieder ein befriedigtes Grunzen aus“. (207f)

Ähnlich lustvolle Vorstellungen scheinen auch Daniel Cohn-Bendit seinerzeit zu seiner ekelhaften Fantasie motiviert zu haben. (Siehe Frosch-Anwandlungen in O. Roehlers „Selbstverfickung“, „Einmal vergewaltigt werden, ist wirklich nicht schlimm“) Nur, dass er, weil links (also per se Gutmensch) von seinen Kolleginnen und Kollegen, diesem verlogenen Pack, als über jeden Verdacht erhaben klassifiziert wurde und weiter hofiert wird.

Normalsterbliche freilich haben für solcherlei Subjekte wenig Verständnis. In Houllebecqs Roman endet das Leben des pädophilen deutschen Ornithologen entsprechend unschön:

„Ich [der Protagonist] dachte kurz an den Ornithologen; vielleicht hatte ihn seine niemals endende Suche viel weiter geführt, in viel trostlosere Gegenden, vielleicht vermoderte er in diesem Augenblick in einem Kerker in Manila, die anderen Häftlinge hatten sich ihm schon ausgiebig gewidmet, sein geschwollener, blutiger Leib war mit einer Schar von Kakerlaken bedeckt, sein Mund mit den zertrümmerten Zähnen außerstande, den in seinen Hals eindringenden Insekten den Weg zu versperren.“ (243)

Zum anderen haben wir – insbesondere dank Mutti und Konsorten –

mittlerweile Hunderttausende ach so süße Flüchtlinge in Deutschland, die sich voll Stolz Muslim nennen. Deren Rechtsauffassung sieht ein wenig anders aus. U.a. scheinen sie Kinderficken toll zu finden. Erst neulich wurde auch in der Türkei per Rechtsgutachten bestätigt, dass Kinderehen zulässig sind. Demnach ist Kinderficken legal, sofern die Opfer Mädchen sind, die mindestens neun Jahre (bzw. Jungs, die zwölf Jahre) alt sind. Aischa, die Mohammed (wie berichtet wird) im Alter von neun Jahren entjungferte, gilt als seine Lieblings-Frau und wird noch heute in allen muslimisch geprägten Ländern voll Freude, inbrünstig besungen.

Doch in der Türkei war die Aufregung unter den Nicht-Erdoğan-Jüngern so groß, dass diesmal (noch!) der Diyanet ein Rückzug geboten schien:

„Nach zwei Tagen der Entrüstung hat Diyanet die Empfehlung […] zerknirscht zurückgenommen.“ (Röhlig)

Mal sehen, wie lange es dauert, bis sich diese entzückende Rechtsauffassung als gleichrangig zu unserer bisherigen durchsetzt. Schon jetzt ist ja alles, was nicht irgendwie einen Migrationshintergrund nachweisen kann, unzeitgemäß, rechts. Siehe die Debatte über Boris Palmers Kritik an der Werbung der Deutschen Bahn.

In ein multikulti-offenes Deutschland scheinen rein Deutsche (i.e. Deutsche ohne Migrationshintergrund) nicht mehr zu passen:

„Für seine Werbung wählte der Konzern den in Ghana geborenen TV-Koch Nelson Müller, die RTL-Moderatorin und Tochter türkischer Eltern Nazan Eckes und den deutsch-finnischen Rennfahrer Nico Rosberg aus. Alle drei sind, so weit man weiß, (auch) Deutsche. Dazwischen zeigt die Bahn einen Anzugträger mit dunklem Teint und eine kraushaarige Frau mit Kind.“ (im Original keine Hervorhebung)

Ob all die rein Deutschen unter den Gutmenschen schon begriffen haben, dass sie Auslaufmodelle sind? Müll gar?

Merkel triumphiert über Böhmermann

 

Richard Strobl, Böhmermann verliert gegen Merkel: Gericht weist Klage zum „Schmähgedicht“ ab, Merkur online, 16.4.2019

Böhmermann scheitert mit Unterlassungsklage gegen Merkel, SZ online, 16.4.2019

Constantin van Lijnden, Ein Witz, FAZ online, 16.4.2019

Wiebke Ramm, „Keine unangemessenen Nachteile“, SPIEGEL online, 16.4.2019

Wie nicht anders zu erwarten, wurde Jan Böhmermann erneut, diesmal gerichtlich (und im Gefolge die obrigkeitshörige SPD-nahe Presse, sprich SZ) abgewatscht:

„16. April, 14.16 Uhr: Das Berliner Verwaltungsgericht hat eine Unterlassungsklage des Satirikers Jan Böhmermann gegen das Bundeskanzleramt und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abgewiesen. Damit scheiterte Böhmermanns Forderung, Merkel zu verbieten, sein „Schmähgedicht“ gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „bewusst verletzend“ zu kritisieren. Das Kanzleramt hatte sich aber ohnehin verpflichtet, dies nicht zu wiederholen.

Das Gericht erklärte die Klage für unzulässig. Sie könne nur erhoben werden, wenn eine Wiederholung drohe. Dies ist offensichtlich aber mit der vorherigen Ankündigung des Kanzleramts nicht mehr gegeben.

Böhmermann gegen Merkel: Anwalt berichtet von Drohungen

Update 16. April, 13.20 Uhr: In der rund zweistündigen, mündlichen Verhandlung am Dienstag betonte Böhmermanns Anwalt Reiner Geulen, sein Mandant werde bis heute persönlich bedroht. Geulen sprach von einer „kriminellen Truppe mit Unterstützung eines Staates“. Die Äußerung der Kanzlerin sei weiter im Internet abrufbar, sie müsse gelöscht werden.“

Voll kaum verhohlener Freude heißt es in der SZ hingegen:

Der Satiriker Jan Böhmermann ist mit seiner Unterlassungsklage gegen Kanzlerin Angela Merkel unterlegen.

Kanzlerin vs. Satiriker; David gegen Goliath: Was ist nur in Böhmermann, das kleine Scheißerchen, gefahren? Statt untertänigst vor Super-Mutti zu kuschen, hat er gewagt aufzumupfen. Nun ist er unterlegen, unterworfen. Gut so.

„Prost Noske,… Das Proletariat ist entwaffnet!“ (siehe auch Deniz’e özgürlük! – Freiheit für Deniz Yücel!)

Und der FAZ-Schreiberling Constantin van Lijnden gibt immerhin zu, dass Auslöser Merkels hündisches Gekusche vor dem Möchtegern-Sultan war, auch wenn er den Schwarzen Peter Böhmermann zuzuschreiben trachtet:

„Aber zu völligem Stillschweigen war [Hündin] Merkel dann doch nicht verurteilt, während sie [schleimerisch-winselnd] das diplomatische Porzellan zusammenfegte, das Böhmermann just zu der Zeit zerschlagen hatte, als Deutschland zur Bewältigung der Flüchtlingskrise auf die Türkei angewiesen war.“

Wir erinnern uns: Erst kam das Fluten Deutschlands mit hunderttausenden ach so süßen Flüchtlingen durch Merkels Scheiß-Politik der unbegrenzten Grenzöffnung. Dann Merkels Deal mit dem Sultan, um die Flut zu stoppen, weil sie sich sonst nicht mehr zu helfen wusste, unser Zauberlehrling, als vor dem Despoten zu kuschen. Dann dessen fortgesetzte, noch heftigere Attacken gegen alle sich nicht Unterwerfenden. Und dann erst Böhmermanns Reaktion per Schmähgedicht auf den Ober-Primitivling. Und was machte Merkel: Sie entschuldigte sich: nicht bei Landsmann Böhmermann (für ihr devotes Buckeln); nein: bei dem von ihr hofierten Widerling weit jenseits Deutschlands, der zigtausende seiner Landsleute eingitterte, darunter auch viele Journalisten, Herr van Lijnden.

Schon vergessen? Schon verdrängt?

Wen wundert’s? Kriecher wie Sie sind ja selbstredend, ohnehin nicht betroffen…

Dass es auch anders geht, zeigt Der Spiegel. Wiebke Ramm beginnt ihren Artikel:

Nein, wir haben nicht verloren„, sagt Jan Böhmermanns Anwalt im Plenarsaal des Verwaltungsgerichts Berlin in die Fernsehkameras. Wenige Minuten zuvor hatte die 6. Kammer die Klage Böhmermanns gegen das Bundeskanzleramt abgewiesen. Doch als Niederlage will Anwalt Reiner Geulen das nicht verstanden wissen. Das Wichtigste hätten sie erreicht, sagt Geulen: Kanzlerin Angela Merkel habe bekräftigt, dass sie Böhmermanns sogenanntes Schmähgedicht nicht noch einmal als einen „bewusst verletzenden Text“ bezeichnen wird, und sie habe ihre Äußerung bedauert.“ (im Original kein Fettdruck)

Hier ist Böhmermann nicht der kleine Hosenscheißer, der vor Mutti gefälligst zu kuschen hat. Danke, Frau Ramm!

Auch dafür, dass Sie folgendes Zitat beisteuern:

„Es könne nicht sein, „dass sich die Kanzlerin in scharfer Form von einem Journalisten distanziert“, sagte Geulen.“

Unser Mutti: Erfüllungsgehilfe des Pseudo-Sultans und Jounalistenmeuchlers. Leider! Welch Schmach und Schande!

 

 

Böhmermann klagt gegen Merkel auf Unterlassung

Verwaltungsgericht Berlin, Terminhinweis: Unterlassungsklage Böhmermann, Pressemitteilung vom 8.4.2019

Jost Müller-Neuhof, Böhmermanns Klage trifft die Richtigen, Der Tagesspiegel online, 15.4.2019

Das wird lustig

Doch dass Jan Böhmermann Recht bekommt, noch dazu gegen unser aller Mutti, ist in unserem obrigkeitshörigen Staat höchst unwahrscheinlich…

Dienstag, den 16. April 2019, 10.00 Uhr,

im Gerichtsgebäude, Kirchstraße 7, 10557 Berlin,
• entweder Saal 4304,
• oder (bei größerer Nachfrage): im Plenarsaal der Gerichts
anberaumt.

Gegenstand des Verfahrens: Unterlassungsklage

Der Kläger will der Beklagten untersagen lassen, öffentlich zu erklären, dass das sog. „Schmähgedicht“, das er im Rahmen eines 6-minütigen satirischen Beitrages in der Sendung „Neo Magazin Royale“ des ZDF am 31. März 2016 vorgetragen hat, gegenüber dem Präsidenten der Türkischen Republik „bewusst verletzend“ ist. Hilfsweise begehrt er, festzustellen, dass die öffentliche Erklärung des Regierungssprechers der Beklagten, die Bundeskanzlerin habe in einem Telefonat mit dem türkischen Ministerpräsidenten darin übereingestimmt, dass das von ihm im Rahmen eines 6-minütigen satirischen Beitrages in der Sendung „Neo Magazin Royale“ am 31. März 2016 zitierte „Schmähgedicht“ gegenüber dem Präsidenten der Türkischen Republik „bewusst verletzend“ ist, rechtswidrig ist.“

Doch, wer weiß…?? Vielleicht urteilt das Gericht ja ähnlich wie Jost Müller-Neuhof:

„Böhmermann zielte mit seiner Erdogan-Satire auf die Richtigen

Hätte Böhmermann das alles vorausahnen müssen? Vielleicht. Hätte er es deshalb unterlassen müssen? Nein. Die Kunst ist frei, die Satire ist frei, die Presse ist frei. Man darf viel im Namen dieser Freiheit, weshalb auch die strafrechtlichen Ermittlungen eingestellt wurden. Die staatsanwaltschaftliche Interpretation der Szenen hatte, anders als die von Erdogan und Merkel, ergeben, dass die Verse nur vordergründig den türkischen Politiker trafen. In Wahrheit ging es um uns, die wir über Satire richten. Dass einige Gerichte das noch nicht ganz begriffen und das „Schmähgedicht“ in Teilen verboten haben, bestätigt, dass Böhmermann auf die Richtigen zielte.“

 

Zahl der Salafisten in NRW stagniert

Daniel Hechler, „Es gibt kein härteres Leben“, Tagesschau.de, 30.1.2019

Eva Quadbeck, Zahl der Salafisten in NRW bleibt auf hohem Niveau, RP Online, 1.2.2019

Thomas Pany, Syrien: Al-Qaida bleibt unberechenbar, TelePolis online, 1.2.2019

Anna Varfolomeeva, Last battlefield: The future of Syria’s Idlib after HTS militant takeover, The Defense Post online, 19.1.2019

Welch schlechte Nachricht für alle Islamismus-Hofierer und -Goutierer:

„Gegen den Bundestrend ist die Zahl der Salafisten in NRW erstmals seit acht Jahren nicht weiter angestiegen. Mit 3100 liegt sie nach Angaben des NRW-Innenministeriums zu Beginn des Jahres auf dem Niveau des Vorjahres. Bundesweit haben die Sicherheitsbehörden erneut einen leichten Aufwuchs wahrgenommen. Wie das Bundesinnenministerium auf Anfrage mitteilte, liegt die Zahl der Salafisten bundesweit aktuell bei 11.500. Im Vorjahr waren es 11.300.
Nordrhein-Westfalen gilt seit Jahren als Hochburg der Salafisten. Sie konzentrieren sich unter anderem in Mönchengladbach, Bonn, Solingen und Köln.“ (im Original kein Fettdruck)

Doch ihnen kann geholfen werden.

Wenn der home-grown Islamism stagniert, na, dann besorgen uns halt den Nachwuchs von außerhalb.

Nachdem Muttis Lieblingspartner Erdoğan — Mit niemandem sonst lassen sich so schön Geschäfte machen! — im Verein mit diversen naiv-dümmlich Willfährigen den Ausbau Idlibs zu einer islamistischen HTS-Festung erfolgreich gepusht hat,

„Die HTS [Hayat Tahrir al-Sham, die 12-15 tausend Kämpfer stark sein soll] schlug Anfang Januar moderatere Milizen vernichtend und kontrolliert nun die gesamte Provinz [Idlib]. Unter den Augen Russlands und der Türkei

Unter den Augen! Welch verharmlosender Euphemismus! Die Türkei ist nicht passiver Beobachter, wie uns die Tagesschau weismachen will, sondern Kriegstreiber. (Über die „Deals zwischen der Türkei und Hayat Tahrir al-Sham“ siehe Thomas Pany) —

ist nun ein Kleinstaat auf Basis der Scharia entstanden.“ (im Original kein Fettdruck)

— Entstanden! Welch verharmlosender Euphemismus! Nix Zufall. Absicht! —

wartet die Welt nun mit Hurra Auf: zum letzten Gefecht!

und die Gutmensch-Community in Deutschland auf die Möglichkeit mal wieder Herz zu zeigen, Willkommenskultur fortzuschreiben. Kurz, sie wartet voll Ungeduld und Vorfreude auf Nachschub an islamistischen Helden nebst Gefolge.

Zur Einstimmung verkündet die Tagesschau vorsorglich schon mal:

„Idlibs Ministerpräsident Fawas Alhilal […] steht der HTS nahe. [… Im ARD-Interview] meint er: „Je größer das Leid der Bürger, die Lebensmittelknappheit, desto mehr werden ins Ausland fliehen.“

Na denn!

Allahu akbar!

 

LG Münsters Freispruch für afghanischen Totschläger

Merkel, Bundespressekonferenz, 31.8.2015, ab min. 13.13

A. Wegener, F. Schneider u. Veronique Rüssau, Können sechs Messerstiche Notwehr sein?, BILD.de, 20.1.2019

Münster: Afghane erstach Flüchtlingshelfer – nun ist er freigesprochen worden, DER WESTEN online, 21.1.2019

Iris N. Masson, Nächstes Skandal-Urteil: Freispruch für afghanischen Messer-Mörder, COMPACT Online, 21.1.2019

Katja C. Bothe, Freispruch nach Messerstichen im Ochtruper Stadtpark, WDR Lokalzeit Münsterland, 21.1.2019

Sind sechs Messerstiche wirklich Notwehr?, RTL.de, 22.1.2019

Johannes Daniels, Kultursensibles Urteil: Freispruch für Totstecher Seyed M., PI-News online, 22.1.2019

Afghanischer »Flüchtling« tötet Flüchtlingshelfer mit sechs Messerstichen – Freispruch, Die Freie Welt online, 22.1.2019

Jakob Tscharntke, „Können sechs Messerstiche Notwehr sein?“, journalistenwatch.com, 23.1.2019

‚Bunun adı kanı kanla temizlemeye çalışmaktır‘, TRT HABER online, 6.6.2017

Abd al-Malik Ibn Hishâm, Das Leben Mohammed’s, Aus dem Arabischen von Gustav Weil, Stuttgart 1864, Bd. 1

Am 31.8.2015 erklärte Mutti ihrem besorgten Wahlvolk: Es möge angesichts ihrer großzügig-huldvollen Geste der Einladung an die zu Hunderttausenden darauf wartenden süßen, lieben, Deutschland ach so bereichernden Migrantinnen und Migranten nicht verzagen:

„Wir schaffen das. Wir schaffen das. Und wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden.“ (Merkel)

Zu Befehl! Frau Führerin!

Nun hat Richter Michael Beier „neutral und emotionslos“ im Namen der Scharia, äh des Volkes Recht gesprochen. Und das kam (nach vorliegender Quellenlage der nicht untendenziösen Presse) so:

Seyed, ein süßer, lieber 18-jähriger afghanischer Flüchtling hatte Bock auf Frau. Doch José Miranda, sein 20-jähriger Flüchtlingshelfer-Kumpel, wollte seine Freundin (was immer das heißen mag) beschützen und Seyeds Angemache beenden, weil sie! nicht wollte, von Seyed angemacht zu werden. Und so verprügelte der die Ehre seiner Freundin Verteidigende Seyed (wohl) mehrmals. Angeblich brach er ihm einmal auch den Kiefer. Seyed sah sich folglich in seiner Ehre verletzt. Verlierer zu sein, gar Opfer zu sein ist erbärmlich, eine Schande. Doch von einem (scheiß) kāfir niedergemacht zu werden: Das ist das Ehrenrührigste überhaupt, eine kaum zu toppende Schande. Und so bleibt nur der Tod als Ausweg. Wie im Film Highlander: Es kann nur einen geben: entweder ich, oder der andere.

Im Kampf Gläubige gegen Ungläubige befiehlt der Koran:

„Und tötet sie [die Ungläubigen], wo immer ihr auf sie stoßt […]; das ist die Vergeltung für die Ungläubigen.“ (2, 192)

„Wenn Sie jedoch ablassen, dann ist Allah allvergebend, barmherzig.“ (2, 193)

Dumm gelaufen, für José. Warum wollte er, der Ungläubige, aber auch unbedingt über Seyed, den Gläubigen, triumphieren? —

Das Töten eines Rechtgläubigen aber ist etwas völlig anderes. Hier gilt der Rechtsgrundsatz: Blut kann nur mit Blut reingewaschen werden. (Mohammed selbst verfügte, Mörder hinzurichten. (Abd al-Malik, 242))

So sieht das auch Merkels Lieblings-Bündnispartner, Imam-Schulabsolvent Erdoğan:

„Bunun adı kanı kanla temizlemeye çalışmaktır.“ Also ist daran zu arbeiten, Blut mit Blut zu reinigen.

Was für Erdoğan das böse, böse kurdische Terroristenpack, das es vom Erdboden zu tilgen gelte, das ist für den lieben, süßen rechtgläubigen Seyed der scheiß kāfir.

Beim nächsten, finalen Streit — den der Freien Welt zufolge Seyed bewusst provoziert haben soll

„Er [Seyed] stellte daher weiterhin besagter junger Frau nach, wurde immer zudringlicher, um den 20-Jährigen aus der Reserve zu locken.“

wollte Seyed denn nicht mehr als Verlierer wie ein Hund vom Platz kriechen. Also nahm er sich vorsorglich von zu Hause ein Küchenmesser mit. (Messer eignen sich bekanntlich hervorragend für Blutwäsche.) Und als sich im Kampf dann abzeichnete, dass er wieder mal der Unterlegene sein würde, stach er zu, sechsmal kurz hintereinander. Und so überwand er, wie unser Mutti, besser: die Mutti all der süßen Flüchtlinge einst forderte, was ihm im Weg stand. Allahu akbar!

Doch die Staatsanwältin Nicole Karweger, ein wahrlich nichtsnutziges, ungläubiges Weib, wagte im Namen des Volkes zu widersprechen:

„Sechs Stiche sind zur Abwehr nicht erforderlich. Der Angeklagte wollte José unter dem Deckmantel der Notwehr einen Denkzettel verpassen. Warum sonst sollte er zu der Auseinandersetzung mit jemandem gehen, von dem er weiß, dass er ihn schlägt, und ein Küchenmesser dazu einstecken?“

Wie wahr! Und so forderte sie im Namen des gesunden Menschenverstands drei Jahre Haft wegen Totschlags.

Doch der Richter der Jugendstrafkammer zeigte sich milde und weisungsgebunden. In dubito pro reo. Immer zu Diensten! Frau Führerin! Besonders wenn der Beschuldigte ein ach so süßer, rechtgläubiger Flüchtling ist.

So wie der von Merkel hofierte Erdoğan seiner Justiz vorgibt, seine scheiß Kritiker wegzusperren, so duldet auch Merkel keinen Widerspruch. Ihre Politik sei schlechthin alternativlos. Und wir, die Gut-Deutschen wollen doch nicht islamophob genannt werden; nicht wahr, Herr Beier? Also: Unterwerfung. Also: erkannte dhimmi Beier auf Geheiß von oben auf Freispruch im Namen der Ehre.

Und so kam es, dass der erstochene Flüchtlingshelfer sein naiv-dümmliches Gutmensch-Prügeln nicht nur mit seinem Leben bezahlte, sondern obendrein auch noch von einem anderen – nicht Nazi, sondern – ebenso naiv-dümmlichen Gutmenschen – welch ironie der Geschichte – post mortem als selbst schuld verhöhnt wurde.

Ende gut, alles gut.

Nun hat der Messerstecher freie Bahn, kann ungestört an der Minderjährigen weiterbaggern und seinem Schwarm mit der ihm zustehenden Haftentschädigung auch noch nette Geschenke kaufen…

Es lebe die deutsche Rechtsprechung! Allahu akbar!

 

Erdoğan weiht Köln-Ehrenfelder Moschee ein

(Başkan Erdoğan Köln Merkez Camii açılışında konuştu , Sabah online, 29.9.2018)

Der Steinmeier und Co. sonst gern Schmähende zeigte sich diesmal großmütig und stolzierte sultanesk über den ihm zu Ehren von Steinmeier ausgelegten Roten Teppich.

Der allseits Hofierte sprach dann auch noch vor und anlässlich der Eröffnung der Ehrenfelder Moschee über seine Ditib-Brüder und -Schwestern, verbunden im Glauben, hinweg – huldvoll frohlockend –

an die andern, das Noch-Mehrheitsvolk der Nicht-Türken gewandt:

„Buradaki kardeşlerimiz […] Köln şehrine ve elbette Almanya’ya böyle güzel bir eseri hediye ettiler.“

„Unsere hier lebenden Geschwister […] vermachten der Stadt Köln und ganz Deutschland ein so schönes Werk zum Geschenk“.

Also freut euch gefälligst, ihr kuffar. So schön ist euer Scheiß-Dom nicht. Auf dass ihr euch endlich bekehren möget!

Denn sonst ist euer das Feuer!

Also sprach der Prophet: „Kostet die Strafe des Brennens!“ (Sure 3, Vers 182)

Erkenntnis eines Testspiels: Erdoğan-Fans Özil und Gündoğan ausgepfiffen

Frog1

Boris Kálnoky, Erdogan zieht in sein ganz persönliches Versailles, welt.de, 29.9.2014

Christoph Cöln, Der Fall Gündogan / Özil wird zum ernsthaften Problem, welt.de, 9.6.2018

„Bisschen ratlos gemacht“, spiegel.de, 6.6.2018

Merkel kritisiert Treffen von Özil und Gündogan mit Erdogan, spiegel.de, 15.5.2018

Udo Lindenberg, Sonderzug nach Pankow Songtext

Özil saß wegen einer Verletzung bei der WM-Generalprobe [am 8.6.2018 gegen Saudi-Arabien] in Leverkusen nur auf der Bank. Gündogan wurde eingewechselt – und sofort ausgepfiffen. Obwohl der Bundestrainer [Joachim Löw] und sein Assistent [Oliver Bierhoff] die Fans noch zur Unterstützung für den Mittelfeldspieler aufgefordert hatten. Es half nichts. Die Fans protestierten.
[…]
Sympathie für den Machthaber?
Genau darin liegt das Problem. Denn Gündogan hat sich zwar bei einem Medientag im Trainingslager in Eppan den Fragen der Journalisten gestellt, doch mehr als die Behauptung, dass es sich bei dem Treffen nicht um ein politisches Statement gehandelt habe, kam dabei nicht heraus. Worum aber soll es sich sonst gehandelt haben?
Beide Spieler übergaben Erdogan bei dem Treffen in London ein Trikot mit persönlicher Widmung, Gündogan sogar mit der Widmung: „Für meinen Präsidenten, hochachtungsvoll“ – dabei besitzt der in Gelsenkirchen geborene Premier-League-Star zwar die deutsche, nicht aber die türkische Staatsbürgerschaft. [!] Der medienwirksam inszenierte Termin spielte Erdogan mitten im Wahlkampf in die Hände.“ (Der Fall…; im Original Namen nicht im Fettdruck)

Und wie reagiert(e) unser weiser Bundespräsident??

„In einem Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte Steinmeier, er habe sich zunächst gefragt, ob beide überrumpelt worden seien. „Es hat mich dann, ehrlich gesagt, auch ein bisschen ratlos gemacht.““ (Bisschen ratlos…; im Original Name nicht im Fettdruck)

ein bisschen ratlos??

Wie sieht dieser verschleimt-parteiische Greis – ein Skandal, dass dieser ιδιώτης überhaupt zu einem Staatsorgan, ja Bundespräsidenten gemacht wurde – wohl aus, wenn er mal völlig ratlos sein sollte?? Ob er dann in die Hose scheißt?? Und das so fotogen wie einst Zappa on toilet??…

Über Honecker hieß es einst bei Udo:

„Ich weiß, tief in dir drin, bist Du eigentlich auch’n Rocker / Du ziehst dir doch heimlich auch gerne mal die Lederjacke an / Und schließt Dich ein auf’m Klo und hörst West-Radio“…

Was Udo wohl über unsern (Pseudo-)Präsidenten Steinmeier dichten würde??

Und Mutti? Was denkt Mutti?

„Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich über ihren Sprecher Steffen Seibert kritisch zu dem Treffen der beiden Fußballnationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geäußert. Es sei eine Situation gewesen, „die Fragen aufwarf und zu Missverständnissen einlud“, sagte Seibert in Berlin.“ (Merkel kritisiert…; im Original Namen nicht im Fettdruck)

Ja, gibt’s denn das?

Mutti traut sich ja nicht mal, selbst zu quaken. Und lässt noch dezidierter abwiegeln als Steinmeier: Alles nur ein klitzekleines, unbedaftes Missverständnis.
So so: ein Missverständnis. Was bitte schön soll an der Äußerung „Für meinen Präsidenten, hochachtungsvoll“ missverständlich sein? Klarer kann man kaum sagen, für wen das Herz schlägt, wo man seine Heimat sieht.

Die Fußballfans (zu Leverkusen) jedenfalls waren/sind nicht ratlos: Sie buh(t)en!! Sie wollen diese zwei Fußball-Clowns nicht mehr in der Nationalelf sehen. Recht so!!

Özil und Gündoğan: Haut ab zu eurem Präsidenten Erdoğan nach Aksaray und nehmt unsre beiden Ober-Politidioten-Schleimer am besten gleich mit!!

 

Merkels Versagen: Erdoğan exportiert den innertürkischen Kampf „schwarz“ gegen „weiß“ nach Deutschlands

(Can Dündar, Türken vor der Wahl, Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe, ZEIT, 31.8.2017, 46)

Wie so häufig schon kritisiert Can Dündar auch in diesem Artikel das reaktive Verhalten der Bundesregierung gegenüber dem Despoten Erdoğan.

„Die Spannungen [zwischen der Türkei und Deutschland] eskalieren auch [!], weil Deutschland keine klare Türkeipolitik verfolgt. Erdoğan gibt das Ziel vor, nach seinen Zügen richtet sich Berlins Reaktion.

[Mutti und ihr Kabinett sind unfähig, eigenständige Politik zu machen. Sie lassen sich vom Sultan wie windelweich, rückgratlos geprügelte Hunde durch die Manege ziehen, sabbern, winseln und buckeln. Ergebnis:]

Eine Zickzackpolitik zwischen »Wir dürfen die Türkei nicht verlieren« und »Wir können die Türkei nicht akzeptieren«. […] Erdoğan profitiert von den Spannungen, das treibt Menschen zwischen den Fronten den Radikalen in die Arme.“

Soll sich an dieser Türkei-Agonie, der unentschlossenen, verzagten und kriecherischen Haltung unserer Regierenden etwas ändern, soll dagegen opponiert werden, weiter und immer weiter, immer mehr und mehr “die gefährliche Polarisierung aus der Türkei [zu] importieren“, so ist nur ein einziges Mittel möglich und geboten:

Merkel muss weg!

Und das heisst mit ihr die CDU, insbes. der großartige, auf Krise spezialisierte Innenminister und

das ach so gewohnt devote Regierungsbeipack: SPD.

Mahalle baskısı: Erdoğan setzt verstärkt auf den Stand der Wächter

(Michael Martens, Erdogans Nachtwächter, FAS, 3.9.2017, 7)

Erdoğans neuester Coup: Um die Bespitzelung des eigenen Wahlvolks zu komplettieren, setzt der Sultan seit neuestem zusätzlich auch auf bekci (Wächter) in den Nicht-PKK-Regionen:

Am „29. April [2017…] schuf der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan […] Fakten: Per Notstandsdekret, seinem Lieblingsinstrument bei der Erschaffung einer Türkei nach seinen Vorstellungen [yeni Türkiye (neue Türkei) geheißen], verfügte er, dass 7000 Stellen für „bekci“, Nachtwächter, zu schaffen seien. […] Vor einigen Tagen haben in Istanbul und anderen türkischen Städten [denn] mehrere 100 der neuen Hilfspolizisten ihren Dienst angetreten.“

Umsetzung des Prinzips des mahalle baskısı

Ali Haydar Hakverdi, seit zwei Jahren Abgeordneter für die oppositionelle „Republikanische Volkspartei“ [(CHP)] im Parlament in Ankara, warnte […] davor, dass die Wächter ein zusätzliches Überwachungsinstrument der AKP seien: Das Nachtwächtersystem sei [als Instrument des mahalle baskısı] entworfen worden, „um aus dem Stadtviertel Nachrichten zu erhalten und als kleinste Einheit des Staates in das Viertel einzugreifen.“

Zusätzlich wird das im Kampf gegen die PKK in 1985 etablierte Dorfschützer-System forciert:

„außer den „Nachtwächtern“ sollen auch die trotz starker Kritik nie aufgegebenen „Dorfwächter“ in Südostanatolien wieder mehr zum Einsatz kommen.“

Intention und Folge der Dorfwächter-Politik war und ist:

„Zehntausende Menschen wurden vertrieben, ganze Landstriche, vor allem an der Grenze zum Irak, wo die PKK bis heute ihre Rückzugsgebiete hat, planmäßig entvölkert.“

Der Kampf gegen die Kurden wird nun also nicht nur militärisch und polizeilich, sondern auch wieder verstärkt paramilitärisch geführt:

“Der kundige, auf türkische Militaria aller Art spezialisierte Publizist Metin Gürcan schreibt dazu, die Zahl der aktiven Dorfwächter solle von derzeit 67 000 auf 90 000 aufgestockt werden. Etwa 18 000 Dorfwächter, die 2017 in Rente gehen, sollen durch 25 000 jüngere Nachrücker mehr als ersetzt werden – bei höherem Gehalt, verbesserten Sozialleistungen und besserer Bewaffnung. Die Dorfwächter würden damit noch vor den Nachbarschaftswächtern die größte paramilitärische Truppe in der Türkei, sagt Gürcan. Ankara erwäge sogar, sie mit Maschinengewehren, Raketenwerfern und gepanzerten Fahrzeugen auszurüsten, um sie vor Anschlägen der PKK zu schützen.“ (im Original kein Fettdruck)

Willkommen in Gabriels Urlaubsparadies!!