Imam Husamuddin Meyer quakt auf Kulturzeit

Kulturzeit, 13.11.2019, ab min. 10,13

Imam Husamuddin Meyer mit weißem Turban auf rotem Grund, mit extrem langem weißen Bart nach Fundi-Art drapiert, einem kaftanmäßigen Kittel über dem Hemd und einem Holzspazierstock mit gerundetem Griff in der Linken sieht aus wie einem Karnevalskostümverleih — spezialisiert auf Mittelalter-Orient — entsprungen.

Einiges seines Lieblingsblabla aus dem nachfolgend vollständig widergegebenen Dialog mit Kulturzeit-Moderatorin Cécile Schortmann zu dem ängstlich aus der Türkei zurück-erwarteten IS-Gevolk in Fettdruck.

CM: Live bei mir im Studio ist jetzt der Imam Husamuddin Meyer. Er ist spezialisiert auf die Deradikalisierung von Islamisten, arbeitet als Seelsorger in der JVA in Wiesbaden und ist dort auch für junge IS-Anhänger zuständig. Herzlich willkommen, Herr Meyer.
HM: Dankeschön.

CS: Die Nervosität, die Aufregung in Deutschland ist g‘rade groß wegen dieser IS-Anhänger, die hier zurückerwartet werden.

[Abgeschoben von Muttis Liebling Erdoğan, mit dem sie seinerzeit einen großartigen Deal aushandelte…]

Sie haben Erfahrung mit solchen Radikalisierten. Wie mit ihnen umgehen? Und wie viel Gefahr geht von ihnen aus?
HM: Ja, zunächst muss ich da ein bisschen was korrigieren, weil meine Aufgabe ist eigentlich die Seelsorge

[so wie unser Oberpfaffe Gauck und Pfaffentöchterlein Mutti. Och, da wird einer/einem ja richtig warm um‘s Herz]

und die religiöse Betreuung

[Wie die wohl aussieht? Beispiel gefällig?

„Und die Ungläubigen – zur Hölle sollen sie versammelt werden“ (8,37)]

im Gefängnis, nicht die Radikalisierung. Aber ich mach diese Arbeit seit elf Jahren und hab schon von Anfang an festgestellt, dass dieses Thema immer wieder aufkommt, dass immer wieder Fragen dazu gestellt werden: Ist Terrorismus im Islam erlaubt? Und natürlich, als dann diese Hochphase kam, wo ganz viele Leute sich angezogen gefühlt haben und von dem sogenannten Islamischen Staat, ich sag lieber Satanischer Staat,

[vgl. Satanische Verse…]

weil mir das gar nicht gefällt, dass das in diesem Zusammenhang so genannt wird; und dann sind natürlich auch schon die ersten zurückgekommen. Man muss sagen, die meisten, mit denen ich im Gefängnis arbeite, sind normale Kriminelle; aber es sind viele, es sind, sagen wir mal, 10-15 Prozent der Leute, sind anfällig für Radikalisierung, wenn einer mal kommt, der ideologisiert ist. Und deswegen ist dieses für mich natürlich immer, birgt immer eine Gefahr in sich. Wenn jemand kommt, der ideologisiert ist und der dann auf Leute trifft, die Wut in sich haben [sogenannte Wutbürger] und diese Wut gerne kanalisieren würden; und ihre kriminellen Handlungen, die sie vorher schon

CS: Was machen Sie dann in diesem Moment, wenn Sie das merken?
HM: Also, wichtig ist erst mal, dass man die große Mehrheit schützt, indem man immer predigt, in den Freitagspredigten, die wir auch anbieten im Gefängnis, dass man schon mal eine Grundimmunisierung versucht zu erzeugen bei den Leuten, die dafür anfällig sein könnten. Dann ist natürlich, das seelsorgerische Angebot ist freiwillig. Das heißt nur diejenigen kommen in den Genuss, die selber dies wünschen. Und häufig ist es dann so, dass die Ideologisierten erst mal nicht mit einem Imam sprechen wollen, der nicht ihrer Meinung ist, der einer anderen Richtung, sozusagen, folgt. Und da braucht man erst mal viel Geduld. Aber meine Erfahrung ist, dass die Leute doch, wenn sie eine Weile da sind, dann eben das Angebot in Anspruch nehmen und auch gerne mal mit jemandem sprechen, der Muslim ist und der auch theologische Kenntnisse hat und wo man dann auch theologische Gespräche führen kann.

[ER aber „stärkte euch durch seine Hilfe und versorgte euch mit guten Dingen, auf daß ihr dankbar sein möchtet.“ (8,27)

Und so offenbarte ER den Engeln:

„Ich bin mit euch; so festiget denn die Gläubigen. In die Herzen der Ungläubigen werde ich Schrecken werfen. Treffet (sie) oberhalb des Nackens und schlagt ihnen die Fingerspitzen ab!“ (8,13)

Ach, wie friedfertig ist doch Allah. Gepriesen sei seine Barmherzigkeit! Und die seiner Vollstrecker, seiner Henker. Wie im Himmel so auf Erden!]

CS: Aber jetzt noch mal zurückzukommen auf die Leute, die jetzt hier erwartet werden. Die werden nicht alle ins Gefängnis kommen. Denn sie sind ja nicht nur, weil sie eine gewisse Ideologie verfolgen, gleich für den Knast, sozusagen, bestimmt. Da gibt‘s ja gar keinen Grund. Wie geht man mit diesen Menschen um? Wie kann man sie integrieren wieder in diese Gesellschaft?
HM: Ja, natürlich wird versucht, jetzt, bei denen eine Straftat nachzuweisen. Und ich kann jetzt nur von meiner Arbeit im Gefängnis sprechen. Wichtig ist vor allem, dass man, also, meine Aufgabe sehe ich darin, dass ich mich um die Seele kümmere der Menschen, dass ich auch schaue, was ist der Hintergrund. Warum sind die Leute überhaupt so geworden und wie sieht ihr innerer Zustand jetzt aus? Weil häufig ist ‘ natürlich schon so, und wir wissen alle nicht, wie die letzten, die jetzt zurückkommen aus Syrien, wie die drauf sind. Die ersten, die zurückgekommen sind, mit denen ich bis jetzt gearbeitet habe, sind fast durch die Bank desillusioniert gewesen. Die haben festgestellt, es war alles ganz anders dort unten als sie dachten. Und da war‘s natürlich nicht schwer. Da muss man natürlich dann schauen, inwieweit sind sie traumatisiert. Hab‘n sie Dinge erlebt oder eventuell sogar selber gemacht, die großen Schaden angerichtet haben an ihrer eigenen Seele auch. Oder, wie das jetzt bei den neuen ist, die jetzt kommen und länger geblieben sind. Ob die stärker ideologisiert sind, das wird sich dann zeigen nachher.

CS: Aber dennoch, Sie sind ja der Überzeugung, dass wir das schaffen.

[Wie einst Hilfspfäffin Mutti vorgab.]

Sie gucken da positiv in die Zukunft und sagen, Sie gehen von ungefähr 80 Männern aus, oder auch Familien, die hier hin kommen. Und Sie meinen, wir werden das im Griff haben?
HM: Also, von diesen 80 sind wahrscheinlich nur wenige Männer, die meisten sind Frauen und Kinder. Da ist es noch mal anders. Und das ist natürlich wichtig, dass mit denen, es gibt auch extra Deradikalisierungsprogramme, die dann gezielt mit diesen Leuten arbeiten. Meine Aufgabe ist die Seelsorge. Ich kümmere mich um den Menschen. Ich schau den Menschen erst mal ganz normal an und versuche festzustellen, ist denn das Herz getötet worden, sozusagen, durch den Aufenthalt dort unten. Weil durch diese Gehirnwäsche, die dort stattfindet, versucht man ja das Herz zu töten auf eine Art. Sonst ist man nicht in der Lage, diese Gewaltverbrechen dort durchzuführen. Und meine Aufgabe ist dann erst mal, das Herz wieder zu wecken und zu versuchen, dann da ein Gefühl, eine Barmherzigkeit wieder ‚vorzulocken und eventuell zu schauen, wie man die Wunden heilen kann, die da entstanden sind durch den Aufenthalt [: dort unten].

CS: Wir sehen das bei sehr brutal kämpfenden Menschen des IS. Was machen Sie für Erfahrungen? Was sind da, was stecken da, wenn Sie sagen: wir gucken da auf die Seele, für Menschen dahinter?
HM: Ja, bis jetzt, diejenigen, mit denen ich gearbeitet habe, die sind dahin gegangen aus verschiedenen Gründen, aus Abenteuerlust, weil die sind oft sehr jung gewesen, das waren oft 15-16-Jährige, die da verführt worden sind dahin zu gehen, weil sie was erleben wollten, weil sie vielleicht auch gedacht haben, dort wird man nicht diskriminiert, dort geht man in den Islamischen Staat. Das war eher ein genialer Werbetrick, dass sie das so genannt haben. Und dann sind sie dort angekommen und haben festgestellt, da kann man sehr schnell umkommen. Man kann sehr schnell geköpft werden von den eigenen Leuten.

[Köpfen: das darf man eben nur den andern antun, den kuffār. Die haben’s verdient! Ist’s doch SEIN Auftrag! (siehe 8,13)]

Die haben mir berichtet von dem Nachbarn, der grade mit ihnen gegessen hat, dessen Kopf dann nachher in der Mitte des Raums lag. Das sind natürlich schon Sachen, die man sich gar nicht vorstellen kann hier; und wo man schauen muss, wie kann man so was verarbeiten.

CS: Sie sagen, im Gefängnis sorgen Sie möglichst dafür, dass halt diese wirklich ideologisch Radikalisierten gar nicht mit denen zusammenkommen, die vielleicht eine Wut in sich tragen und anfällig dafür sind. Wie kann man denn generell, wenn wir in die Zukunft blicken, Radikalisierung vermeiden? In diese Richtung Islamismus?
HM: Ja, da gibt‘s, ja da müssen natürlich auch die Moschee‘, die Imame müssen da stärker zur Brust genommen werden, das heißt die müssen sich stärker mit dem Thema beschäftigen, dass da auch in den Moscheen; das ist jetzt nicht so, dass da, die Moscheen Brutstätten sind. Das nicht, aber die Imame sprechen nicht über das Thema immer. Und dann gibt‘s oftmals so kleine Gruppen, die dann sich bilden und die dann über solche Themen vielleicht nachdenken, weil die Themen nicht bearbeitet werden. Es gibt keinen Schulunterricht, wo über Islam gesprochen wird.

[Ach ja?]

Ich meine, im Gefängnis stellt man fest, die Leute interessieren sich alle für Islam. Die halten sich alle für Muslime selbst, haben aber überhaupt keine Ahnung von Islam. Die wissen gar nicht, was Islam ist, das heißt weil eben in den letzten 20 Jahren gar kein Unterricht stattgefunden hat. Die ganze junge Generation ist völlig ungebildet, und die hören dann nur diese Sachen, wenn dann jemand kommt, der denen beibringt, das ist der Islam. Und wenn sie dann noch die nötigen Voraussetzungen dafür haben, sie werden diskriminiert, sie haben Wut in sich, sie haben vielleicht schwierige familiäre Situationen, dann sind sie dafür möglicherweise anfällig.

CS: Herr Meyer, ich danke Ihnen sehr, dass sie hier waren. Und weiterhin viel Erfolg.

Oh, welch Freude, solch von der Mehrheit, den scheiß kuffār, gedemütigte, diskriminierte, klammheimliche Wutbürger-Experten um uns zu haben.

„Wußten sie denn nicht, daß Allah ihre Geheimnisse kennt und ihre vertraulichen Beratungen und daß Allah der beste Kenner des Verborgenen ist?“ (9,78)

Frohlocket, ihr Bürger.

Frohlocket, ihr einfältiges Dhimmigezücht.

Rutte vermasselt Çavuşoğlu Wahlk(r)ampfspektakel in den Niederlanden

(„Das geht viel zu weit“, SPIEGEL online, 11.3.2017)

(Erdoğan’dan Hollanda’ya tarihi tepki: Uçaklarınız nasıl gelecek, Sözcü, 11.3.2017)

Der niederländische Premierminister Mark Rutte zeigt unserer hündischen Politikerkaste, wie man/frau mit Primitivlingen wie Çavuşoğlu (einem Hanswurst von Erdoğans Gnaden) umzugehen hat: Nicht hofieren und anbiedern wie Gabriel, Gauck, Steinmeier und süt anne Merkel (die Amme, die Erdoğan mit ihrer Milch am Leben hält und nährt (siehe: Der vor Çavuşoğlu winselnde Gabriel)), sondern:

Kalt stellen.

Das wirkt!!!

(Çavuşoğlus und insbesondere) des Operettensultans unmittelbar-ungefilterte Spontan-Reaktionen zeigen vollends die untopbare Primitivität und Hilflosigkeit ihres Sprachhandelns. Die subito in die Ecke gestellten Erdoğan und sein Gefolge können nur noch hysterisch-schlichtes Schlagwörter-Gekreische. Erdoğan:

„Bunlar ne siyaset biliyor, ne uluslararası diplomasi nedir onu biliyor. Bunlar bu kadar ürkek, bu kadar korkak, bunlar nazi kalıntısı, bunlar faşist bunu böyle biliniz.“ (Video-Ausschnitt und Wiedergabe auf Sözcü; im Original keine Hervorhebungen)

Zu deutsch: „Sie [die niederländischen?? „Diplomaten“??] wissen nichts von Politik; sie wissen nichts von Diplomatie. Sie sind so überaus ängstlich, so überaus feige. Sie sind Nazi-Relikte. Sie sind Faschisten. Das sollt ihr wissen.“ (eigene Übersetzung; Videoausschnitt in den tagesthemen, 11.3.2017)

Welch Selbstoffenbarung: Der Sultan, der gewohnt ist, dass alle vor ihm kuschen (übrigens: wie er einst vor seinem Vater), wird nervös, wenn dem plötzlich mal nicht mehr so ist. Und er sieht keinen Ausweg mehr als vor seinen Anhängern den Trotzkopf zu geben, rumzubaffen und ihnen einzureden, dass die andern die Spielverderber, die Bösen sind…

Welch armer Wicht!!

Und welch armselige Gestalten, die ohne türkischen Pass und fern der Türkei (also für Erdoğan und seine Schergen unerreichbar), trotzdem also, sich seinem Spiel beugen, vor diesem Wurm winseln…

Welch Theater…

 

 

Bundesverfassungsgericht erteilt Gauck und Konsorten schallende Ohrfeige

(Bundesverfassungsgericht, Erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen den Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten in Deutschland, Pressemitteilung Nr. 16/2017 vom 10. März 2017, Beschluss vom 08. März 2017, 2 BvR 483/17)

Dem ängstlich-kriecherischen Verhalten unserer Freiheitsapologetenkaste (Gauck, Merkel, Gabriel, Steinmeier und ihren Mitläufern und Untertanen) gegenüber den Vertretern des türkischen Operettensultanats (Özdemir) stellte das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 8.3.2017 klar:

„Staatsoberhäupter und Mitglieder ausländischer Regierungen [haben] weder von Verfassungs wegen noch nach einer allgemeinen Regel des Völkerrechts einen Anspruch auf Einreise in das Bundesgebiet und die Ausübung amtlicher Funktionen in Deutschland. Hierzu bedarf es der Zustimmung der Bundesregierung, in deren Zuständigkeit für auswärtige Angelegenheiten eine solche Entscheidung fällt. Soweit ausländische Staatsoberhäupter oder Mitglieder ausländischer Regierungen in amtlicher Eigenschaft und unter Inanspruchnahme ihrer Amtsautorität in Deutschland auftreten, können sie sich nicht auf Grundrechte berufen. [!!] Denn bei einer Versagung der Zustimmung würde es sich nicht um eine Entscheidung eines deutschen Hoheitsträgers gegenüber einem ausländischen Bürger handeln, sondern um eine Entscheidung im Bereich der Außenpolitik, bei der sich die deutsche und die türkische Regierung auf der Grundlage des Prinzips der souveränen Gleichheit der Staaten begegnen.“ (im Original keine Hervorhebungen)

Mal sehen, was sich die öffentlich Geohrfeigten nun einfallen lassen, um uns ihr Versteckspiel hinter der Persona der Meinungsfreiheit weiter als alternativlos vorzugaukeln…

Welch Theater…

 

M. Schauer: MUFs sind per se gewaltbereit

Frog1(„Anschlag in Berlin“, maybrit illner spezial, 20.12.2016)

(A Clockwork Orange (1971), Filmsite Movie Review, )

Ab und an entfleuchen Vertreter(inne)n der Gutmenschfraktion doch – man glaubt es kaum –  political incorrecte Statements. So gab Maggie Schauer (Center of Excellence for Psychotraumatology, Uni Konstanz) in einer Talkrunde zum Anschlag in Berlin (am 19.12.2016) zu: Minderjährig unbegleitete Flüchtlinge neigen per se zu Gewalt (Schauer widerspricht damit ihren professoralen Diskursfreunden, z.B. Münkler, der alle Flüchtlinge zu Bessermenschen umdeklariert(e), siehe: Münklers Statistiklüge):

„Wir haben in verschiedenen Ländern geforscht. In Somalia, im Kongo, in wirklich Gebieten, in denen Täter aktiv sind und Zivilisten treffen möchten, und zwar täglich und empfindlich treffen möchten. Und wir haben auch die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge hier untersucht. Und da haben wir festgestellt, dass tatsächlich eine Menge Gewalt in der Kindheit dieser Menschen eine große Rolle spielt. Die erleben schreckliche Gewalt selber am eigenen Leib in den eigenen Familien, und diese Gewalt, die labilisiert mich mit Angst oder mit wieder Gewalt zu reagieren.

[Die Konsequenz für Gutmenschen heißt aber nicht: Gefahr im Verzug mit all den daraus folgenden Konsequenzen, sondern im Gegenteil:

  • Noch mehr Verständnis,
  • noch mehr Hätscheltäschel-Schmusekurs,
  • noch mehr Gelder für einzeltherapeutische Selbstwertstärkung:]

Und ich glaube, wir […] müssen wirklich auch politisch umdenken und so einen paradigmatischen Wandel einleiten, dass wir sagen: Diese Menschen, die müssen von Anfang an Unterstützung bekommen, untersucht werden und auch Psychotherapie bekommen. Wir müssen unser Geld tatsächlich anders einsetzen, das wir da haben.“

Das Ideal scheint dem Film A Clockwork Orange (1971) entlehnt zu sein, seinerzeit gefeiert als:

„producer-director-screenwriter Stanley Kubrick‘s randomly ultra-violent, over-indulgent, graphically-stylized film of the near future“:

Das also sei die Gutmensch-Zukunft: Unterwerfung (statt Aufbegehren).

Denn sollten die MUFs (als gewaltbereite Minderheit unter all den friedvollen Flüchtlingen) doch mal ‚was anstellen – was zwar selten, aber ab und an leider doch vorkomme -, so ist das nach Gutmenschsicht a priori nicht deren Schuld, sondern die der Umstände und: ihrer Opfer:

Hier nochmals das Gutmensch-Statement des Ministers aus dem einst (auch) von Linken (!!) gefeierten Film:

„We tried to help you. We followed recommendations which were made to us that turned out to be wrong. An inquiry will place the responsibility where it belongs. We want you to regard us as friends. We put you right. You are getting the best of treatment. We never wished you harm, but there are some who did, and do, and I think you know who those are. There are certain people who wanted to use you for political ends. They would have been glad to have you dead, for they thought they could then blame it all on the Government. There is also a certain man, a writer of subversive literature, who has been howling for your blood. He has been mad with desire to stick a knife into you but you are safe from him now. We put him away. He found out that you had done wrong to him. At least he believed you had done wrong. He formed this idea in his head that you had been responsible for the death of someone near and dear to him. He was a menace. We put him away for his own protection, and also for yours…We are interested in you and when you leave here you will have no worries. We shall see to everything – a good job on a good salary.
Alex: What job and how much?
Minister: You must have an interesting job with a salary which you would regard as adequate, not only for the job that you’re going to do, and in compensation for what you believe you have suffered, but also because you are helping us.
Alex: Helping you, sir?
Minister: We always help our friends, don’t we? [Alex dramatically opens his mouth to be spoon fed, and the Minister complies.] It is no secret that this Government has lost a lot of popularity because of you, my boy. There are some who think that at the next election, we shall be out. The press has chosen to take a very unfavorable view of what we tried to do. But public opinion has a way of changing, and you…you can be instrumental in changing the public’s verdict.“ (im Original keine Hervorhebungen)

Na, kommt Ihnen dies Gutmensch-Rechtfertigungsquakquak nicht bekannt vor?? —

Ein Schelm, der dabei nicht z.B. an de Maizières Apologie(-Gestotter) denkt. ((Da kann auch Muttis und Oberpastors Gauck‚ wohl ehrlich inspiriertes Beileidgesülze qua Ablenkmanöver zur Beschwichtigung des Wahlvolks langfristig wohl kaum Entlastung heischen…

Frog4

 

 

 

 

Bald-Bundespräsident Steinmeier: Das devote Sensibelchen

 Frog1(Markus Wehner, Der Empfindliche, FAS, 20.11.2016, 3)

(Michael Paulwitz, Berliner Wagenburg, Junge Freiheit, 18.11.2016, 1)

(Christine Lemke-Matwey, Wie Ostberlin kurz nach der Wende, Zeit, 17.11.2016, 54)

Markus Wehner schreibt in der FAS über Politbarometer-Liebling, Noch-Außenminister und Bald-Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier:

„Steinmeier ist ein empfindlicher Mann, überempfindlich, sagen manche.“ (Wehner)

Das allein wäre ja nicht so tragisch. Doch er sei und wirkt auch reichlich bieder-behäbig:

„Zum zweiten Mal wurde er [Steinmeier] Merkels Außenminister. Seitdem bereist er in höchstem Tempo alle Krisenherde der Welt und alle nicht so krisenhaften Länder auch. Jeder Tag ist pickepackevoll mit Terminen. [Superstar? Batman?] Steinmeier rettet die Welt. [Doch:] Nochmals vier Jahre könne er das keinesfalls durchhalten, sagen Vertraute. […] Selten sagt Steinmeier dabei etwas, was überrascht und länger im Gedächtnis bleibt. [!!…] Aber seiner Beliebtheit kann die ruhige, etwas langweilige Art nichts anhaben, im Gegenteil. Steinmeier wird gerade deswegen gemocht.“ (Wehner; im Original keine Hervorhebung)

Beste Voraussetzungen also, um Pastor Gauck als Bundespräsidenten abzulösen. Und auch in punkto Schleimscheißerei zählt er zum Spitzenpersonal unserer Regierung. Michael Paulwitz‘ Kommentar zur Kür dieses Spitzenmanns liest sich diesbezüglich denn auch nicht eben schmeichelhaft:

„Die Kanzlerin und CDU-Chefin handelt sich Absage um Absage ein und findet keinen Kandidaten aus dem eigenen Stall, der von anderen mitgetragen würde“, so dass ihr zuletzt nichts anderes übrig blieb, als den von „SPD-Chef Gabriel […] anmaßend als „Wunschkandidaten“ des Volkes“ Bezeichneten als schon jetzt feststehenden „Sieger auf den Schild zu heben“. (Paulwitz; im Original keine Hervorhebung)

Über den Herrn Kandidaten selbst schreibt Paulwitz:

Ein farbloser Apparatschik mit bescheidener Bilanz, dessen Freude über die ihm zugeschanzte schöne Pfründe zum Karriereausklang wahrscheinlich sogar echt ist […] Er [Steinmeier] wolle weiter „unbequeme Dinge sagen“, versichert der von Politik und Medien als „integer“ und „erfahren“ Umschmeichelte brav – als hätte er das schon jemals in seiner Karriere getan.“ (Paulwitz; im Original keine Hervorhebung)

Beispiel: Das Einknicken gegenüber Despoten Erdoğan – vom Auswärtigen Amt am liebsten in aller Stille vollzogen, auf dass die (je Vorgang uneingeweihte) Öffentlichkeit kaum etwas mitbekommen möge und an Steinmeiers Image nicht gekratzt werden kann:

„Der Türkei, die den Völkermord [an den Armeniern] bis heute leugnet, missfiel das kleine Projekt [das Konzertprojekt Aghet – Ağıt] so sehr, dass sie im April aus dem beteiligten EU-Förderprogramm ausstieg und außerdem dafür sorgte, dass das für den 13. November im deutschen Generalkonsulat in Istanbul vereinbarte Gastspiel kurzfristig abgesagt wurde“: und das, obwohl Aghet / Ağıt auch „vom deutschen Auswärtigen Amt unterstützt“ wird!!

Dieses diplomatisch-unwürdige feige Verhalten, diese Schande versteckten die Gutmenschen der Zeit in ihrem Feuilleton, während im Politikteil gern Steinmeiers mutiges Eintreten für die Freiheit gefeiert wird. Auch das: Ein Stück Lügenpresse

Christine Lemke-Matwey fühlt sich angesichts dieser Kulturpolitik sogar an 1915 erinnert. Auch damals wussten

„die Deutschen […] um die Deportationen der Armenier, unternahmen aber nichts, da man die Türkei im Weltkriegsgeschehen »noch sehr brauchen« würde, wie Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg sich ausdrückte“. (Lemke-Matwey; im Original keine Hervorhebung)

In so einer Notlage sieht sich Merkel derzeit wohl auch: Gegen ihre „Politik des fortgesetzten Rechtsbruchs“ (Paulwitz) – sprich: die unkontrollierte Flutung Deutschlands mit hunderttausenden Flüchtlingen – scheint ihr und ihrer Regierungsmannschaft nur ein Ausweg möglich: Der Deal mit Erdoğan – zu welchem Preis auch immer. Da sind sich Merkel und Steinmeier einig: Hoch lebe der neue Bundespräsident! Der Bückling, Beweihräucher der Kanzlerin!

Wie sagt Paulwitz über unser Establishment so schön:

„einen Bundespräsidenten, der – wenn er schon keine Exekutivgewalt hat – wenigstens die Fehlentwicklungen beim Namen nennen und dem Politikbetrieb die Leviten lesen würde, lässt die politische Klasse, die dafür die Verantwortung trägt, nicht mehr zu.“ (Paulwitz)

Da macht das Durchregieren doch Freude: Lang lebe die Alternativlosigkeit!

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