Das Vorurteil der Gutmenschen und die Realität: zwei Welten

Klaus Püschel, „Wir liegen zu 95 Prozent richtig“, im Gespräch mit Alexander Tieg, ZEIT, 4.1.2018, 12

Jochen Bittner, Zweifelhafte Selbstauskunft, ZEIT, 4.1.2018, 12

Rudi Wais, 80 Prozent der Flüchtlinge kommen ohne Pass nach Deutschland, Augsburger Allgemeine online, 8.6.2016

Elisabeth Raether, Sie ist so frei, ZEIT, 4.1.2018, 6f

Souad Mekhennet, Nur wenn du allein kommst. Eine Reporterin hinter den Fronten des Dschihad, Aus dem Englischen von Sky Nonhoff, München, 32017

Die folgende Passage aus dem Gespräch zwischen Alexander Tieg (ZEIT) und Klaus Püschel (Rechtsmediziner) ist symptomatisch für das die Realität ausblendende Selbstverständnis der Gutmenschen:

ZEIT: Der Staat ist in der Pflicht, Personendaten zu ermitteln. Dass mehr als die Hälfte [der ‚jungen Flüchtlinge‘] keinen Pass vorlegen kann, macht es schwerer. Aber nur ein Bruchteil der Menschen kommt, um zu betrügen.

Püschel: Wir erleben nicht wenige Fälle von Einbrüchen und Diebstählen, zum Teil auch Körperverletzungen und sexuelle Übergriffe, bei denen angeblich »Kinder« verantwortlich sind. Sie entgegen der Untersuchungshaft, weil sie behaupten, jünger als 14 Jahre alt zu sein. Je nachdem, wo wir hinschauen, gibt es also viel mehr Fälle als man glaubt.“

Allein die Behauptung, dass die Mehrheit der (jungen) Flüchtlinge keinen Pass vorlegen könne, ist realitätverzerrend: Der Wahrheit näher stünde vielmehr die – ebenfalls – Unterstellung, dass sie ihren Pass gar nicht erst vorlegen wollen:

„80 Prozent der Flüchtlinge, die ihre Beamten [die Beamten der Bundespolizei] in den ersten vier Monaten dieses Jahres kontrolliert haben, konnten sich nicht ausweisen oder versuchten mit gefälschten Dokumenten ihre Identität zu verschleiern.“ (Rudi Wais)

 

Merkels naiv-dümmliche Worte des Willkommens wurden, so die Journalistin Souad Mekhennet, „von vielen schlicht als Einladung betrachtet […]. Menschen aus ganz Nordafrika, dem Nahen Osten, selbst Südasien flogen in die Türkei, vernichteten [!!] ihre Pässe und schlossen sich dem Flüchtlingsstrom an“. (327)

Auf den Euphemismus des sich schöngeredeten Passverschwundenseins folgt dann das Vorurteil: „nur ein Bruchteil der Menschen kommt, um zu betrügen.“ Die Fakten jedoch sprechen eine klar andere Sprache. Auf derselben Seite, auf der das Gespräch mit Püschel abgedruckt ist, heißt es im Artikel von Jochen Bittner, den Tieg kennen dürfte:

„in Niedersachsen wurden letztlich von knapp 5000 jugendlichen Antragstellern bloß 157 ärztlich untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass 90 der 157 nicht minderjährig, also älter, waren.“

Das heißt: Die Mehrheit, weit mehr als 50 Prozent der untersuchten Personen logen vorsätzlich. Für Gutmenschen freilich zählen solche Fakten nicht. Nicht nur der von ihnen verachtete Primitivling Trump, auch sie haben ihre eigenen, alternativen Fakten.

Noch schlimmer wird es, wenn Leute wie Gutfrau Elisabeth Raether uns dann auch noch ihre Pseudodialektik von political correctness zur ethischen Leitkultur schlechthin überstülpen wollen:

Ein „Kopftuchstreit, ein Mädchen, das in der Schule nicht schwimmen will, ein Verkäufer, der im Supermarkt keinen Alkohol ins Regal räumen will“, etc. sollten gefälligst nicht als sich bewußt isolierend, sondern vielmehr als ermutigendes „Zeichen fürs Dazugehören“ (6) gelesen und akzeptiert werden. – Warum Raether in ihrer Aufzählung wohl Kinderehe, Scharia-Polizei, das Schlagen von Ehefrauen durch ihre Ehemänner nicht nennt, obwohl ja selbst dies Verhalten schon von deutschen Gerichten für tolerabel befunden wurde?? – So weit scheint sie denn in ihrem Toleranzcredo doch nicht gehen zu wollen…

Fazit:

Solange die Erzählung in Leitmedien und Leitpolitik so flüchtlingsverklärend ist, wie sie ist und die Gutmenschen, die meinen, den Diskurs zu beherrschen – ach, die tumb Armen! –, nicht wahrhaben wollen, was die Mehrheit der Deutschen längst begriffen hat: dass die Mehrheit der ach so süßen Flüchtlinge nur nach Deutschland einwandern, um sich von den kuffār durchfüttern zu lassen, wird das passieren, was sie, die Gutmenschen, so gar nicht gut finden: Der Zulauf zu AfD wird wachsen und wachsen…

N. Göles Gequake über „gewöhnliche Muslime“

Frog1(Nilüfer Göle, „Der Islam ist dabei, einheimisch zu werden“, Im Interview mit Karin Krüger, FAS, 20.11.2016, 48; im Internet unter: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/niluefer-goele-im-gespraech-ueber-den-islam-in-europa-14533903.html)

(Peter Dausend, Raus aus der Haut!, Zeit, 17.11.2016, 1)

(Charlotte Joppien, Die türkische Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP). Eine Untersuchung des Programms „Muhafazakar Demokrasi“, Berlin, 2011)

(Diyanet’in çocuk dergisinde ‚şehitlik‘ övgüsü: Ne güzel şehit olmak, SOL online, 28.3.2016)

(Pater Rásonyi, Kanzlerin Alternativlos, Neue Zürcher Zeitung, 22.11.2016, 3)

Nilüfer Göle sagt über „gewöhnliche Muslime“:

„Diese Muslime aber fallen auf, da sie ihren Glauben im Alltag leben wollen. Als Konsequenz muss [wieso muss??] Europa sich damit auseinandersetzen, dass Symbolfiguren des Islams mitten im öffentlichen Leben in Erscheinung treten: etwa durch Moschee oder durch das Kopftuch.“ (im Original keine Hervorhebung)

Allein die Einfügung des Gegensatz anzeigenden Wörtchens aber macht deutlich, dass das gerade nicht die gewöhnlichen Muslime sind: Diese Muslime wollen auffallen!! Sie wollen die Show!! Sie wollen provozieren!! — Wo bitte ist der Unterschied zwischen dem mahalle baskısı (Prinzip der „gegenseitige[n] gesellschaftlichen Kontrolle“) der AKP (Joppien, 106) und der Scharia-Polizei der salafistischen Eiferer??

Dieses in Deutschland zum Teil bereits heimische Betvolk, zum Teil durch die von Merkel auferweckte und angeführte Refugees Welcome!-Heilsarmee zu Hunderttausenden aufgestockt, fällt auf und stößt – leider zu wenig – auf Widerstand:

Es gibt eine große Ablehnung des Fremden […] Auch bei Intellektuellen aus dem linken Lager, bei Feministinnen und in Teilen der Homosexuellenbewegung.

[Hört ihr: Ihr seid xenophob, ihr sol, ihr Linken!!]

Sie haben gegen die Macht der Kirche [und der Moscheen, Frau Göle!!] gekämpft, um sexuelle Freiheit und Geschlechtergleichheit zu erreichen. Nun fühlen Sie sich bedroht von der Rückkehr der Religion im öffentlichen Raum. Sie zeigen sich wenig gewillt, gemeinsam mit [solch!!] Muslimen neue Formen zu entwickeln.“ (im Original keine Hervorhebung)

Zudem fällt auf, dass immer mehr (z.B.) AKP-Anhänger sich in den sozialen Medien gegenseitig einen gesegneten heiligen Freitag wünschen: Die Entprofanisierung des Alltags unter den Sunniten schreitet munter voran. (Aleviten sind darüber gar nicht erfreut. Sie wissen genau, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich der sunnitische Mob wieder mal gegen sie richtet…)

Bedenklich stimmt daher Göles Aussage:

„Wer beispielsweise im europäischen Arbeitsalltag fünfmal täglich beten möchte, braucht eine Strategie. Deshalb gehen die jungen Muslime sehr reflektiert an ihren Glauben heran.

[Als ob dieses Betvolk von Aufklärung Ahnung hätte!! oder deren Ideale gar anerkennen würde!!! Ganz im Gegenteil: Ne güzel şehit olmak!]

Indem sie ihre Religion in den öffentlichen Raum einbringen, geben sie Europa einen neuen Farbton.

[Immer wieder dieses Multikulti-Geschwätz!! Als ob ein İmamların ordusu (welcher Couleur auch immer), eine von den Moscheen aus gelenkte sunnitische Armee Farbakzente setzen wolle!! Ganz im Gegenteil: Ne güzel şehit olmak!]

Genauso verhält es sich mit europäischen Konvertiten. Der Islam ist dabei, einheimisch zu werden.“

Welch‘ unerträgliche Verharmlosung des salafistischen Extremismus!!

Dann verkündet Göle ihren Imperativ: Es gelte,

„die integriert lebenden Muslime, die in allen europäischen Ländern die Mehrheit bilden, wahrzunehmen.“

Baş üstüne!

Immerhin gibt Göle zu, Teil der naiv-dümmlichen Bewegung gewesen zu sein, die in Erdoğan einen, gar den Heilsbringer der Nation sahen, ja: sehen:

„Ich war eine derjenigen, die an den von Erdoğans AKP angestoßenen Prozess der Demokratisierung glaubten. […] Etwa zehn Jahre lang hat es funktioniert. Doch dann setzte aus Gründen, die noch genau zu analysieren sind, eine Rückwärtsbewegung ein.“

Doch dies Eingeständnis hindert Göle nicht, ihr naiv-dümmliches Narrativ fortzuleben:

„Ich hoffe, dass der Wandel des Islams in eine demokratische Richtung unterstützt wird. Ich sehe in der Türkei derzeit aber nicht das Element der Religion im Vordergrund [weltfremder geht’s wohl kaum noch…], sondern Nationalismus und vor allem Nativismus.“

Und auch die nachfolgende Passage gibt Zeugnis von Göles unbegrenzter Naivität:

„Während des Putschversuchs war ich in Istanbul. Niemand wollte einen Staatsstreich, ich sah, wie die Leute sich den Panzern entgegen stellten. Wir dachten, es könnte der Beginn einer neuen demokratischen Ära sein.“

Es ist ein Skandal ohnegleichen, dass solche Schwätzer – wie die ZEIT über Steinmeier sagte: populäre „Welterklärer“ – zu Experten (für was auch immer) hochgejubelt werden…,

wobei sich vor allem die Hochjubler selbst mit hochjubeln —: Hier der schlicht-manichäische Antagonismus des eben zitierten vorgeblich Wissenden, Peter Dausend, über all die unwissenden Schäfchen im Land, verkündet von der Kanzel auf Seite 1 der ZEIT:

„Der Populismus der Weltverdreher, konfrontiert mit der Popularität eines Welterklärers“…

Ist das nicht herrlich!! Göttlich!! Άξιον εστί…:

„Bundeskanzlerin Alternativlos also, genau so, wie Merkel zu regieren pflegt.“ (Rásonyi)

(siehe auch: Menschenrechtsverständnis „gewöhnlicher Muslime“ à la AKP)

Frog4

Sven Laus „Scharia-Polizei“ erlaubt (Urteil des LG Wuppertal)

Frog1(Mitten in Deutschland herrscht islamisches Recht, Bild online, 23.11.2016)

(Freispruch für „Scharia-Polizisten“ in Wuppertal, Welt online, 21.11.2016)

(LG Wuppertal, Pressemitteilung 18/2016 vom 21. November 2016, Mitglieder der „Scharia-Polizei“ freigesprochen)

(Frau hinter Auto hergeschleift – Opfer noch immer im Koma, RP (Rheinische Post) online, 24.11.2016)

Nun ist es amtlich: Das Auftreten der von Sven Lau initiierten und angeführten Scharia-Polizei ist rechtens:

„Der Auftritt von Islamisten als „Scharia-Polizei“ in Wuppertal war nach Ansicht des Landgerichts [Wuppertal] nicht strafbar. Das Gericht sprach alle sieben Angeklagten frei. […] „Ein Gesetz, das hier gegriffen hätte, gibt es nicht.“ Eine Verurteilung wäre ein Fehler.

Die sieben Männer waren wegen Verstoßes gegen das Uniformverbot oder Beihilfe dazu angeklagt. Fünf von ihnen sollen im September 2014 in orangefarbenen Warnwesten mit der Aufschrift „Shariah Police“ durch Wuppertal patrouilliert sein. Der Auftritt der selbst ernannten Sittenwächter hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Vertreter von Bundes- und Landesregierung hatten die Härte des Gesetzes eingefordert. […]

Die gleiche Kammer des Landgerichts hatte bereits die Zulassung der Anklage abgelehnt. Die Entscheidung war vom Düsseldorfer Oberlandesgericht nach einer Beschwerde der Staatsanwaltschaft aufgehoben worden.“ (Welt)

Begründung des Gerichts:

Von den „Warnwesten [… sei] keine bedrohliche oder einschüchternde Wirkung ausgegangen“. (LG Wuppertal)

Ach, ihr naiv-dümmlichen Gutmenschen: Immer nur Wegsehen, Verharmlosen und Schönreden wird das Problem der faktischen Paralleljustiz gewiss nicht lösen.

Die Bild-Zeitung kommentiert das neuerliche Kuschen vor der Parallel-Justiz so:

„Der Deutsch-Kurde Nurettin B. (38), der seine Ex-Frau mit dem Auto durch Hameln schleifte – er hatte VIER Ehefrauen. Drei davon nach Scharia-Recht (sogenannte „Imam-Ehen“).

Leider kein Einzelfall. Scharia-Recht, das sich über deutsches Recht stellt, hat zwar die Politik alarmiert. Im Koalitionsvertrag vereinbarten Union und SPD 2013: „Wir wollen das Rechtsprechungsmonopol des Staates stärken. Illegale Paralleljustiz werden wir nicht dulden.“ Doch geschehen ist kaum etwas.“ (Bild)

Auch im Fall aus Hameln scheint Wegsehen, Verharmlosen und Schönreden praktiziert worden zu sein:

„Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat die Justiz im Zusammenhang mit der Gewalttat von Hameln scharf kritisiert. Der 38-Jährige habe eine lange Gewaltkarriere hinter sich, sagte der Vorsitzende Rainer Wendt der „Passauer Neuen Presse“ (Mittwoch). Der Mann sei immer wieder mit Straftaten aufgefallen, aber dennoch nicht im Gefängnis gewesen. „Es wird sich ein Richter finden, der ihm auch jetzt wieder eine positive Sozialprognose geben wird“, kritisierte Wendt. „Die volle Härte des Gesetzes heißt heute oft, wir stellen von Straftätern die Personalien fest, und Richter lassen sie wieder frei“, sagte Wendt.“ (RP; im Original keine Hervorhebungen)

Abgesehen von der konkreten Tat: Wie kann es sein, dass Herrn Bs Ehen nach unserm Gesetz akzeptiert sind?? Die Gutmenschenfraktion ist sich freilich – selbstredend – keiner Schuld bewusst und wiegelt ab:

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover, Thomas „Klinge wies die Vorwürfe zurück. „Ich weiß nicht, woher Herr Wendt seine Erkenntnisse hat“, sagte der Oberstaatsanwalt. Der Deutsche Anwaltverein hielt dem Polizeigewerkschafter vor, „unseriös“ zu argumentieren und „populistische Klischees“ zu bedienen. Der Deutsche Richterbund (DRB) bezeichnete Wendts Äußerungen als „Dampfplauderei“. (RP; im Original keine Hervorhebungen)

(Erinnert sei in diesem Zusammenhang u.a. an in Deutschland (!!) geschlossene Kinderehen. Siehe u.a. Urteil des OLG Bamberg)

Ab sofort also dürfen Islamisten ungestört auch auf den Straßen in Deutschland von Staats wegen: als Sittenwächter anerkannt patrouillieren und jeden anhalten und mehr oder weniger sanft – doch selbstredend: rein gewaltfrei – zur Einhaltung der/ihrer Scharia-Gebote ermahnen.

Ganz prima. Es lebe die Toleranz!! Kuscht und unterwerft euch endlich, ihr kuffar!!

Frog4