Nida-Rümelin fordert stoizistisches Dulden

Julian Nida-Rümelin, Das Virus und die Stoa, Kulturzeit, Corona-Tagebuch mit Julian Nida-Rümelin, 30.4.2020

„Wir schaffen das“ war eigentlich Gabriels Idee, WELT online, 1.9.2016

        Also sprach der vom Staat für das Lesen und Schreiben von philosophischem Klimbim reichlich alimentierte und sich folglich — in Gegensatz zu manch anderem Bürger — weder um seine derzeitigen noch künftigen Einkünfte auch nur die geringsten Sorgen machen müssende Philosophie-Professor aus München frohgemut, beflissen-lächelnd in die Kamera:

Möchte mich der Frage stellen, ob die antike, genauer gesagt die hellenistische Philosophie und Lebenspraxis der Stoa, des Stoizismus eine Hilfe sein kann in dieser Krise.

Bravo! Darauf haben wir gewartet!

Denn in der Tat: wir sprechen ja von stoischer Ruhe, stoischem Gleichmut. Aequam memento in rebus arduis servare mentem, ist ein schöner lateinischer Spruch, der da lautet: Man bewahre Gelassenheit in schwierigen Situationen.

Bravo! Darauf haben wir gewartet!!

Und in der Tat, es gibt so eine Art neo-stoizistische Tendenz, schon seit vielen Jahren, das mag mit der Unübersichtlichkeit zusammenhängen, mit der Globalisierung, mit dem Gefühl des Kontrollverlustes.

Doch: sorget euch nicht!

Und manche Menschen reagieren darauf, indem sie umso mehr darauf achten, dass sie Selbstkontrolle über ihr Leben, über ihre Gefühle, über ihre Praxis bewahren und sich einfügen in eine größere Ordnung, in einen strukturellen Zusammenhang, den sie selbst befürworten können.

Kommet heim, ihr Wähler, ihr Sünder, ihr Untertanen… in den Schoß der Partei, von Mutter Kirche, des Staates…!!

Also ich denke, der Kern der Stoa ist genau dieses: Kontrolle zu behalten über das, was mein eigenes Leben prägt oder genauer, das, was ich beeinflussen kann; und gegenüber all den Dingen, die ich nicht beeinflussen kann, eine Haltung des Gleichmuts einzunehmen.

Die Stoa hat als eine zentrale Orientierung die ἀπάθεια [apátheia]. Das ist aber nicht apathisch, sondern das ist eher die Fähigkeit, sich von eigenen Leidenschaften und vom eigenen Leiden so weit distanzieren zu können, dass man dann nicht Gefangener, nicht Getriebener, nicht Abhängiger wird dieser Gefühlsregungen, dieser Impulse, dieser Emotionalisierung usw.

Also: duldet! und unterwerft euch! Die erste Bürgerpflicht ist Ruhe!!

Was wir gegenwärtig als Begleitphänomen der Corona-Krise erleben, ist ja auch eine große Verunsicherung: Verunsicherung der Menschen, die bei allem Vertrauen in die Regierungen

Vertrauet!

und in die Institutionen

Vertrauet!!

und in die Wissenschaft

Vertrauet!!!

doch letztlich nicht wissen, wie es weitergeht, die sich Sorgen machen um ihre wirtschaftliche Existenz.

Doch: sorget euch nicht! Duldet! und unterwerft euch!!

Die Stoa empfiehlt nicht, all dies nicht ernst zu nehmen. Ernst-nehmen ja, aber kritisch und vernünftig die verschiedenen Optionen zu prüfen und sich nicht von Augenblicks-Impulsen allzu sehr beeinflussen zu lassen.

Unterwerft euch! Die erste Bürgerpflicht ist Ruhe!!

Das ist die stoizistische Geisteshaltung. Sie hat sich in den Wirren des späten römischen Imperiums sehr bewährt und sie könnte sich in der Corona-Krise wieder bewähren.

        Duldet! und unterwerft euch!! Die erste Bürgerpflicht ist Ruhe!!!

        Auf dass all ihr verzagten Bürger, die ihr — im Gegensatz zur Beamtenschaft und Politikerzunft — nicht wisst, wie ihr die nächsten Monate überstehen sollt, nicht aufmüpfig werdet!, nicht aufbegehrt!!

Der eigens für euch von der Kulturzeit angeheuerte Staatsphilosoph verordnet euch wahrhaft belebende Medizin: Seid frohgemut, trotz Untergang! Hosianna! Und wenn das nicht hilft: Vertraut auf SPD und Mutti! Die GroKo wird ‘s schon richten. Erinnert euch an 2015: „Wir schaffen das!“ war das Credo: zuerst von Sigmar Gabriel, dann auch von Mutti, Pastorentochter der Nation.

        Und dann: werden Kohls „blühende Landschaften“ endlich überall in Deutschland sprießen. — Und wenn doch nicht hier, dann doch jenseits: im Paradies.

Also: duldet und hoffet, ihr Einfältigen! Denn nur euer ist das Himmelreich!

Zum Niedergang der SPD: Kein Mitleid mit diesem machtgeilen Opportunistenverein!

Wero Lisakowski, Männerphantasien, Kulturzeit, 19.11.2019 (ab min. 5,47)

Bruno Thoß, Freikorps, Historisches Lexikon Bayerns, 10.09.2012

Mark Jones, Am Anfang war Gewalt, Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik, Aus dem Englischen von Karl Heinz Siber, Berlin 2017

Herbert Kapfer, 1919 Fiktion, München 2019

I

In seinem Artikel Freikorps schreibt Bruno Thoß:

„Da es dem Rat der Volksbeauftragten auch im Reich nicht gelang, mit zuverlässigen republikanischen Kräften ein Weitertreiben der Revolution [von 1918] zu unterbinden, entschloss sich sein Vorsitzender Friedrich Ebert (SPD, 1871-1925) nach dem Auseinanderbrechen der Revolutionsregierung im Dezember 1918 zum generellen Aufruf für eine „Armee aus Freiwilligen“.“ (im Original kein Fettdruck)

Das zeigt wunderbar, welch Geistes Kind Genosse Ebert und Konsorten waren: Um ihrer Partei SPD die Macht zu sichern, etablierten und ermächtigten sie Freikorps, Jagd auf alles zu machen, was linker als die SPD war: mit allen Mitteln. Und sie waren extrem erfolgreich. Siehe

George Grosz‚ Karikatur: Prost Noske! das Proletariat ist entwaffnet!

II

In seinem Kulturzeit-Beitrag zum Buch Männerfantasien von Klaus Theweleit zeigt Wero Lisakowski nun klar auf, welch Korpsgeist in den Freikorps herrschte: Sie waren faschistoid durchseucht:

Attentäter

– genannt werden

„der Attentäter von Halle, der Attentäter von Christchurch, das Attentat von Utøya“ und „auf der anderen Seite [!!] islamistische Terroristen“

(Linker Terror: Fehlanzeige:

Gemäß der antagonistischen Doktrin: Wenn Rechts böse ist, muss Links – zwangsläufig – gut sein. Links: das sind die per se Guten, die Gut-Menschen) –

seien:

„Männlich, hasserfüllt und gewaltbereit. Warum? Was treibt sie um? Sind sie Opfer von Ideologien? Das Bedürfnis nach Gewalt komme nicht von außen, sondern aus dem Inneren, sagt der Kulturtheoretiker und Schriftsteller Klaus Theweleit. In seinem Buch Männerphantasien, das 1977 erschienen ist und jetzt neu aufgelegt wurde, liefert er den Begriff Fragmentkörper. Damit meint er Menschen, denen es nicht gelungen ist aufgrund verschiedener Erfahrungen, sei es durch Gewalt in der Kindheit, auf dem Weg zum Erwachsenwerden ein Gefühl von Körperganzheit auszubilden. Für sie bedeute Gewalt, sich selbst heil zu machen – durch Gewalt gegen andere. Ausgangspunkt von Theweleits Untersuchung sind die soldatischen Männer der 1920er Jahre, die sogenannten Freikorps, die sich in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg formiert hatten, um die sozialistischen Revolutionskräfte mit Gewalt niederzuschlagen. Jene Art männlicher Gewalt, so Theweleit, sei schließlich im Naziterror des Dritten Reiches aufgegangen. Sein Buch Männerphantasien ist eine Analyse des Faschismus, eine Analyse, die sich auf die Körperstrukturen der handelnden Männer bezieht. Der Faschist in uns ist damals viel diskutiert worden und erscheint heute aktueller denn je. Die neue Rechte im Land: ein Beleg seiner These.“

III

Vertieft man/frau sich eingehender in die Zeitzeugenberichte (2 Bücher sind im Vorspann genannt) wird klar, die Freikorps waren ein wilder Haufen vom Krieg Brutalisierter, geeint durch ihren Hass auf die Verräter des Reichs (Dolchstoß-Legende) und die Juden (Finanzkapitalverschwörung).

Der SPD freilich war’s seinerzeit egal.

Ja, sie befeuerten die Legendenbildung sogar. Am 10.12.1918

„verkündete Friedrich Ebert den [von der Front zurückgekehrten] Soldaten: »Kein Feind hat euch überwunden« und half dadurch mit, die Vorstellung in den Köpfen zu verankern, die Revolution sei dem deutschen Heer in den Rücken gefallen“. (Jones, 112)

Sie wollten nur die Macht, ihre Macht. Ließen sich aber feiern: als Kämpfer und Wahrer der Demokratie. Dieses verlogene Pack! — Genutzt hat’s ihnen freilich letztlich nichts. Das von der SPD (mit) inthronisierte und hochgepäppelte Freikorps-Gezücht übernahm nach wenigen Jahren – Weimarer Zwischenspiel – die Macht. Die Rattenfänger von rechts erwiesen sich als stärker massen-anschluss-tauglich als die sich selbst diskreditierten Demokraten-Spieler auf Staatstheaterposten.

Anmerkung: Bestes Beispiel aus der jüngeren SPD-Parteigeschichte: Gerhard Schröder: Der Kanzler der Bosse! Nicht der Arbeiter. Die waren und sind der SPD letztlich scheißegal. (Siehe: GroKo-Eiertänze)

Fazit

Obwohl Gutmensch Lisakowski dies gewiss nicht aussagen wollte, so zeigt gerade sein Beitrag völlig klar: Die SPD paktierte mit faschistoiden Kräften! Dass sie später unter den Nazis zu leiden hatte, ist da nur recht und billig! Selbst schuld!

Und nun endlich

hat das Wahlvolk mehrheitlich erkannt und entschieden: Es ist Zeit für diesen machtgeilen — Opposition ist Mist. (Franz Müntefering) –, „pseudo-sozialen Mutti-im-Amt-Erhaltungs-Verein abzutreten!

Verpiss dich, SPD!

Nida-Rümelins Gequake: Von der Schönheit der Demokratie


Die Schönheit der Demokratie, BR online, 21.5.2019

Nida-Rümelin: Kulturmanager und Sozialdemokrat, RP online, 23.11.2000

CDU-Mann will Steinmeier nach SPD-„Missgriff“ nicht mehr wählen, WELT online, 11.2.2017

Wilhelm Nestle, Vom Mythos zum Logos. Die Selbstentfaltung des griechischen Denkens, Stuttgart, ²1975

I

Also sprach Julian Nida-Rümelin, Lieblings-„Philosoph“ der Gutmenschzunft:

„Demokratie ist nicht die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit. Das ist ein Irrtum.

[Stimmt. Es müsste Herrschaft des Volkes heißen. Doch das würde ja Populismus, wenn nicht gar Nazi-Diktion bedeuten. Und dies Wording ist im Gutmenschsprech (politischer Korrektheit) bekanntlich den Bösen, den Aller Bösen, der AfD zugewiesen. Hurrah!]

Wofür haben wir Artikel 1-19 im deutschen Grundgesetz? Grundrechte, Rechte von Individuen, die diese gegen den Staat im Zweifelsfall geltend machen können. Das heißt: die Demokratie ist nicht Herrschaft der Mehrheit gegenüber der Minderheit, sondern eine Form, in der ich Regierungen unblutig ablösen kann.“

Als ob es nicht um Macht ginge, sondern herrschaftsfreie Diskursspielchen in einer Art aristophanischer „Vogelstadt „Wolkenkuckucksheim““ (Nestle, 469).

Wie (selbst) naiv bzw. (andere) verblödend ist das denn?

Dass unsere Demokratie längst zu einem Selbstbedienungsladen verkommen ist, ist besonders hübsch gerade an Äußerungen der Sozen abzulesen —; was besonders pikant ist, da Gutmensch Nida-Rümelin ja selbst bekanntlich „fest in der SPD verwurzelt“ ist. (RP; im Original alles in fett)

Hierzu 2 Fallgeschichten:

Fall 1

Als Frank-Walter Steinmeier im Februar 2017 zum Bundespräsidenten gekürt wurden, titelten die Genossen frohgemut-euphorisiert nach Gutsherrnart:

„Wir freuen uns auf den neuen sozialdemokratischen Schlossherrn“.

Nix Demokratie: Feudalismus!! Das ist das wahre Gesicht der Sozen!! Demokratie als Maske!!

Fall 2

Und als Franz Müntefering im März 2004 – mit bis dahin super-toll-grandios-unschlagbareren (haha) 95,1 Prozent der Delegierten-Stimmen zum SPD-Vorsitzenden gewählt wurde, rief er den Delegierten zu:

„Opposition ist Mist. Lasst das die anderen machen – wir wollen regieren“. (Welt)

Also sprach der Sieger den Delegierten zu, „die ihn für seine Rede begeistert feierten.“ (Welt)
Hat nicht lang gehalten, die Freude…

II

Und Nida-Rümelin fährt weiter fort:

„Ja, ohne Opposition keine Demokratie, und zwar eine Opposition, die sich nicht in kleinen Zirkeln formiert, sondern die sich öffentlich äußern kann, deren Vertreter nicht ins Gefängnis wandern, die Medien haben, die sie unterstützen, also Agora, ein Marktplatz der Meinungen, muss existieren. Die Leute wollen sich ein Urteil bilden. Das können sie nur, wenn sie die Alternativen kennenlernen und diese nicht stigmatisiert oder gar kriminalisiert werden, wie wir das jetzt gerade in der Türkei erleben.“

Tja, man/frau muss nicht missfällig auf die Türkei, auf Erdoğan schauen. Lenk nicht ab! Das ist extrem wohlfeil und simpel. Auch in Deutschland herrscht Diktatur: politische Korrektheit. Der zufolge sind gut und böse (manichäisch) eindeutig zugewiesen – nach dem Ausschlussprinzip (ex negativo): Gut ist alles, was nicht AfD (und ähnlich rechts) ist. Gutmenschen sind eben extrem schlichten, simplen Gemüts. Schubladisieren, nix denken…

III

Und Nida-Rümelin fährt in seiner Verkündung der Frohen Botschaft an die Tumben weiter fort:

„Nicht nur alle 4, 5 Jahre mal über eine Regierungsmannschaft entscheiden, sondern Anteil nehmen, schauen, was machen die eigentlich, kritisch zu reagieren, vielleicht sich selber zu engagieren, vielleicht selber zu kandidieren. Das ist die Schönheit der Demokratie. Gemeinsame Praxis. Wir nehmen teil an einem gemeinsamen Projekt, mit dem wir uns identifizieren können.“

Herrlich! Toll! Pathetik pur. Wie brauchen wir das!

IV

Also sprach schon Spielverderber, Aufklärer Heraklit:

„ὄνους σύρματ᾽ ἂν ἑλέσθαι μᾶλλον ἢ χρυσόν· ἥδιον γὰρ χρυσοῦ τροφὴ ὄνοις.“
Ärsche fläzen sich eher auf Stroh denn auf Gold. (Fragment 9) [Und Aristoteles kommentiert:] Denn Lust ist Goldes Nahrung den Ärschen.

So pfeifen ’s die Götter von den Dächern und

Quaken ’s die Fröschlein im Tümpel der Dumpfheit

Quak, quak, quak

 

Diyanet stockt Mittel zur Islam-Indoktrination extrem auf


Benedikt Erenz, Ach, Deutschland! Ach was., ZEIT, 8.11.2018, 19

Bülent Mumay, Mit der linken Hand essen die Teufel. Willkommens-Imame bitten Reisende zum Islam-Unterricht, FAZ, 8.11.2018, 12

Trotz Wirtschaftskrise: Für religiöse Erbauung und Indoktrination ist in der Türkei noch immer reichlich Geld da, sogar mehr als je zuvor, wie Bülent Mumay in seinem jüngsten „Brief aus Istanbul“ darlegt:

Diyanet, das Amt für religiöse Angelegenheiten […] hat diverse Ministerien überrundet und in diesem Jahr ein Budget von fast 1,4 Milliarden Euro erhalten. Für den neuen Istanbuler Flughafen wird es 33 Imame abstellen. Und das ist erst der Anfang, dabei handelt es sich lediglich um die „Willkommens-Imame“ für die Ankömmlinge in Istanbul. Den Diyanet-Plänen für 2019 zufolge werden auch Tourismus-Imame eingesetzt. Sie sollen Türkei-Touristen den Islam verkünden. Sie werden den Koran und Broschüren über den Islam und den Propheten Mohammed in Fremdsprachen an die Besucher unseres Landes [Türkei] ausstellen.“ (im Original kein Fettdruck)

Und auch der Islam-Export muss gewiss nicht leiden. Auch die Ditib-Moscheen – berühmtestes Beispiel: die „Zentral-Moschee“ in Köln-Ehrenfeld – werden gewiss profitieren gemäß dem Motto (des Tags der offenen Moschee 2018): „Religiosität – individuell, natürlich, normal“!

Und die Chancen stehen gut, zumindest im Westen der Republik:

„Ach, wir Deutschen, ach. […] Haben doch noch nie eine Revolution hingekriegt. Sind doch von Natur aus knechtselige Gestalten, die nach oben freudig buckeln und nach unten grimmig treten.“ (Erenz)

Doch so ganz stimmt Benedikt Erenz‚ Befund des Revolutionsversagen nicht – zum Glück. Zum einen ist da das häufig unterschlagene (immerhin) kurze Leben der Räte-(Stadt-)Republiken München und Berlin – dem nicht zuletzt durch das tatkräftige Mitwirken von knechtseligen SPD-Schergen der Garaus gemacht wurde – und die Selbstbefreiung der Ostdeutschen vom Joch des real existierenden Sozialismus. Vielleicht sind die Ostdeutschen ja daher hellsichtiger gegenüber – nicht nur, aber auch – religiösen Bevormundungen von außen (aufgezwungenen). Gebranntes Kind scheut das Feuer.

Doch Erenz‘ knechtseliger Traum ist ein anderer:

No border, no nation: Am Ende des langen Weges steht die République Universelle, die Weltrepublik.“

Sprich: Der Islamische Staat. Unterwerft euch, ihr kuffār! Das Paradies sei euer Lohn: im Jenseits. Allahu Akbar!

 

„In Deutschland leben so viele Salafisten wie nie zuvor“

Frog1Eckart Lohse, In Deutschland leben so viele Salafisten wie nie zuvor, faz.net, 10.12.2017

Mona Jaeger, „Deutsche Leitkultur nicht identifizierbar“, faz.net, 31.8.2017

„Die Zahl der Salafisten in Deutschland ist weiter gestiegen. Nach Angaben des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) liegt sie derzeit bei 10.800 Personen. Im September hatten die Verfassungsschützer noch 500 Salafisten weniger gezählt, vor einem Jahr lag der Wert bei 9700, vor sechs Jahren noch bei weniger als 4000. BfV-Präsident Hans-Georg Maaßen sprach in Berlin von einem „Allzeit-Hoch“. Das zeige die „anhaltende Attraktivität der salafistischen Ideologie“.

[Woher kommt das bloß??

Nicht nur, dass viele unserer türkischen Mit-Bürgerinnen und MitBürger (ehrlicher, aber politisch inkorrekt: Neben-Bürgerinnen und Neben-Bürger) nicht integriert sind, sondern – der Multikulti-Ideologie der Bundesregierung sei (mit) dank – sich mittlerweile pudelwohl in ihren staatlich gehätschelten Parallelmilieus bewegen.

Nein: Mutti sieht es als ihre Meta-Christenpflicht – da das Christentum in Deutschland im Aussterben sei – sich dem Islam – der das Christentum in Deutschland zu beerben scheine – hörig zu machen. So machte sie das SPD-Gewächs Aydan Özoğuz, eingebürgert 1989, das bekanntlich bekennende Islamisten zu Brüdern hat, zu ihrer und damit unser aller Integrationsbeauftragten. Seitdem heißt es, der Islam sei eine Bereicherung für Deutschland. Nicht die Zugereisten, sondern wir müßten uns anpassen: Boko haram! Wir kuffar müßten endlich einseh‘n: Sie, die muslimischen Zuwanderer, bringen uns das Heil, auf dass wir es freudig begrüßen: Kein Schweinefleisch mehr! Umkleidekabinen gesondert für muslimische und nicht-muslimische Jungs! Kein gemeinsamer Schwimmunterricht für Mädchen und Jungs! Keine gemeinsamen Schulfahrten für Mädchen und Jungs! Kopftuch für Mädchen und Frauen! Kinderehe!

Ist doch unsere Kultur eine Un-Kultur. Hat doch, laut Özoğuz, unsere Kultur nichts vorzuweisen, außer Deutsch – als Sprache.

Özoğuz:

„Eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar.“

Ist doch klar: Wir Kulturlosen brauchen die muslimischen Zuwanderer zur Bereicherung: Sie sind es, die uns Banausen Kultur beibringen: Müslüman kültürü! Küsst ihnen den Arsch, ihr kuffar!

Ist doch klar: dass, wie Mona Jaeger schreibt, über Özoğuz‘ Satz „nur wenig gesprochen“ wurde. Diese ihre Auffassung ist schließlich mainstream. Wer das Gegenteil behauptet: dass deutsche Kultur mehr sei als nur deutsche Sprache, ist doch per definitionem rechts, gehört zu den Bösen. So wie der böse, böse AfD-ler Alexander Gauland: Der und seinesgleichen, die sind doch alle nur Pack, alles nur Deutschtümler, Nazis, Ewig-Gestrige, Rassisten…

Ach, wie ist die Welt doch so schön (und) einfach, wenn man/frau tumb ist und (pseudo-)links.]

Die Behörde beobachtet in der Salafisten-Szene einen Trend zum Rückzug aus der Öffentlichkeit ins Private. Sogenannte Straßenmissionierung, die öffentlich sichtbar sei, finde nur noch selten statt. Das sei mutmaßlich auch eine Folge staatlicher Ermittlungserfolge, heißt es seitens des Bundesamtes.

[Na ja, wer’s glaubt…]

„Die Radikalisierung findet weniger in Moscheen oder in größeren überregionalen salafistischen Organisationen, sondern in kleinen, konspirativen Zirkeln und vor allem im Internet statt“, geht aus einer Mitteilung des BfV hervor. Häufiger bildeten sich Netzwerke von Frauen heraus, zu den[en] die Nachrichtendienste nur schwer Zugang hätten.

[Frauen-Power! Endlich! Hurrah!]

Maaßen sprach von einer „Fragmentierung und Privatisierung“ des Salafismus in Deutschland. „Das ist eine besondere Herausforderung für den Verfassungsschutz.“

Eine erhebliche Bedrohung geht nach Einschätzung des BfV von Islamisten aus dem Nordkaukasus aus.

[Wie?? Sind die denn nicht auch Bereicherung?]

Deren „Affinität zu Gewalt und Waffen“ erfordere die Aufmerksamkeit der deutschen Sicherheitsbehörden, sagte Maaßen. „Extremistische Nordkaukasier waren, neben dem Tschetschenienkrieg in ihrer Heimat, aktuell auch an den Kämpfen in Syrien und Irak maßgeblich beteiligt. Sie sind kampferprobt und stellen ein hohes Gefährdungspotenzial dar“, sagte Maaßen.“ (Im Original kein Fettdruck im Text, nur zu Beginn der erste Buchstabe)

Gefährdung? Wieso Gefährdung? Das sind doch die Guten, unsere Befreier. Die bringen uns kuffar endlich auf Linie. Sie lösen unsre Fesseln und führen uns Gefangene aus unserer Höhle des Unglaubens, aus unserer selbst verschuldeten Unmündigkeit endlich ans Licht, endlich. Seit Platon warten wir und seine ihm nachgefolgten Verkünder der Vernunft wie der Selbstüberwindung des Menschen, wir alle, wir Delphier, sehnsuchtsvoll darauf, nur darauf: Auf dass wir endlich erkennen und einsichtig werden mögen:

γνῶθι σ’αυτόν:

Die Antwort auf all unsere Fragen, hier ist sie, endlich:

Boko haram!

„Allah ist der Freund der Gläubigen: Er führt sie aus den Finsternissen ans Licht. Die aber nicht glauben, deren Freunde sind die Verführer, die sie aus dem Licht in die Finsternis führen; sie sind die Bewohner des Feuers; darin müssen sie bleiben.“ (Sure 2, 258)

„Sprich zu denen, die ungläubig sind: „Ihr sollt übermannt und in der Hölle versammelt werden; und schlimm ist die Ruhestatt!““ (Sure 3, 13)

Frog4

Grandios: Niklas Maaks Analyse der Werbespots zur Bundestagswahl 2017

(Niklas Maak, Ein Bild von einem Land, FAS, 3.9.2017, 42)

Niklas Maaks Analyse der Werbespots von CDU, SPD und Die Grünen kulminiert in folgender Aussage:

Die Grünen verteilen Noten über das, was „man zur Rettung der Welt[,] Elektroauto (“ gut“) oder Fahrrad (“ sehr gut“) [,] fahren muss. Verteilt werden diese Noten von einem perfekt rasierten Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt, die brav neben ihm im langen Kleid steht. Sie sehen aus wie ein Ehepaar aus den Fünfzigern. Die SPD wünscht [dem noch ungeborenen Nachwuchs!] eine gute Rente dazu, die CDU ein Fachwerkhaus, alles zusammen ergibt einen Film, ein Leben, bei dem man garantiert einschläft, so gründlich, dass beim Aufwachen der Bart doppelt so lang ist wie der [Erst-/Nur-Dreitagebart in der FDP-Werbung] von Christian Lindner.“ (im Original kein Fettdruck)

Also sprachen die Parteien:

Volle Kraft zurück! Besser wird’s nimmer, schlechter schon…

Merkels Versagen: Erdoğan exportiert den innertürkischen Kampf „schwarz“ gegen „weiß“ nach Deutschlands

(Can Dündar, Türken vor der Wahl, Aus dem Türkischen von Sabine Adatepe, ZEIT, 31.8.2017, 46)

Wie so häufig schon kritisiert Can Dündar auch in diesem Artikel das reaktive Verhalten der Bundesregierung gegenüber dem Despoten Erdoğan.

„Die Spannungen [zwischen der Türkei und Deutschland] eskalieren auch [!], weil Deutschland keine klare Türkeipolitik verfolgt. Erdoğan gibt das Ziel vor, nach seinen Zügen richtet sich Berlins Reaktion.

[Mutti und ihr Kabinett sind unfähig, eigenständige Politik zu machen. Sie lassen sich vom Sultan wie windelweich, rückgratlos geprügelte Hunde durch die Manege ziehen, sabbern, winseln und buckeln. Ergebnis:]

Eine Zickzackpolitik zwischen »Wir dürfen die Türkei nicht verlieren« und »Wir können die Türkei nicht akzeptieren«. […] Erdoğan profitiert von den Spannungen, das treibt Menschen zwischen den Fronten den Radikalen in die Arme.“

Soll sich an dieser Türkei-Agonie, der unentschlossenen, verzagten und kriecherischen Haltung unserer Regierenden etwas ändern, soll dagegen opponiert werden, weiter und immer weiter, immer mehr und mehr “die gefährliche Polarisierung aus der Türkei [zu] importieren“, so ist nur ein einziges Mittel möglich und geboten:

Merkel muss weg!

Und das heisst mit ihr die CDU, insbes. der großartige, auf Krise spezialisierte Innenminister und

das ach so gewohnt devote Regierungsbeipack: SPD.