Merkel triumphiert über Böhmermann

 

Richard Strobl, Böhmermann verliert gegen Merkel: Gericht weist Klage zum „Schmähgedicht“ ab, Merkur online, 16.4.2019

Böhmermann scheitert mit Unterlassungsklage gegen Merkel, SZ online, 16.4.2019

Constantin van Lijnden, Ein Witz, FAZ online, 16.4.2019

Wiebke Ramm, „Keine unangemessenen Nachteile“, SPIEGEL online, 16.4.2019

Wie nicht anders zu erwarten, wurde Jan Böhmermann erneut, diesmal gerichtlich (und im Gefolge die obrigkeitshörige SPD-nahe Presse, sprich SZ) abgewatscht:

„16. April, 14.16 Uhr: Das Berliner Verwaltungsgericht hat eine Unterlassungsklage des Satirikers Jan Böhmermann gegen das Bundeskanzleramt und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abgewiesen. Damit scheiterte Böhmermanns Forderung, Merkel zu verbieten, sein „Schmähgedicht“ gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „bewusst verletzend“ zu kritisieren. Das Kanzleramt hatte sich aber ohnehin verpflichtet, dies nicht zu wiederholen.

Das Gericht erklärte die Klage für unzulässig. Sie könne nur erhoben werden, wenn eine Wiederholung drohe. Dies ist offensichtlich aber mit der vorherigen Ankündigung des Kanzleramts nicht mehr gegeben.

Böhmermann gegen Merkel: Anwalt berichtet von Drohungen

Update 16. April, 13.20 Uhr: In der rund zweistündigen, mündlichen Verhandlung am Dienstag betonte Böhmermanns Anwalt Reiner Geulen, sein Mandant werde bis heute persönlich bedroht. Geulen sprach von einer „kriminellen Truppe mit Unterstützung eines Staates“. Die Äußerung der Kanzlerin sei weiter im Internet abrufbar, sie müsse gelöscht werden.“

Voll kaum verhohlener Freude heißt es in der SZ hingegen:

Der Satiriker Jan Böhmermann ist mit seiner Unterlassungsklage gegen Kanzlerin Angela Merkel unterlegen.

Kanzlerin vs. Satiriker; David gegen Goliath: Was ist nur in Böhmermann, das kleine Scheißerchen, gefahren? Statt untertänigst vor Super-Mutti zu kuschen, hat er gewagt aufzumupfen. Nun ist er unterlegen, unterworfen. Gut so.

„Prost Noske,… Das Proletariat ist entwaffnet!“ (siehe auch Deniz’e özgürlük! – Freiheit für Deniz Yücel!)

Und der FAZ-Schreiberling Constantin van Lijnden gibt immerhin zu, dass Auslöser Merkels hündisches Gekusche vor dem Möchtegern-Sultan war, auch wenn er den Schwarzen Peter Böhmermann zuzuschreiben trachtet:

„Aber zu völligem Stillschweigen war [Hündin] Merkel dann doch nicht verurteilt, während sie [schleimerisch-winselnd] das diplomatische Porzellan zusammenfegte, das Böhmermann just zu der Zeit zerschlagen hatte, als Deutschland zur Bewältigung der Flüchtlingskrise auf die Türkei angewiesen war.“

Wir erinnern uns: Erst kam das Fluten Deutschlands mit hunderttausenden ach so süßen Flüchtlingen durch Merkels Scheiß-Politik der unbegrenzten Grenzöffnung. Dann Merkels Deal mit dem Sultan, um die Flut zu stoppen, weil sie sich sonst nicht mehr zu helfen wusste, unser Zauberlehrling, als vor dem Despoten zu kuschen. Dann dessen fortgesetzte, noch heftigere Attacken gegen alle sich nicht Unterwerfenden. Und dann erst Böhmermanns Reaktion per Schmähgedicht auf den Ober-Primitivling. Und was machte Merkel: Sie entschuldigte sich: nicht bei Landsmann Böhmermann (für ihr devotes Buckeln); nein: bei dem von ihr hofierten Widerling weit jenseits Deutschlands, der zigtausende seiner Landsleute eingitterte, darunter auch viele Journalisten, Herr van Lijnden.

Schon vergessen? Schon verdrängt?

Wen wundert’s? Kriecher wie Sie sind ja selbstredend, ohnehin nicht betroffen…

Dass es auch anders geht, zeigt Der Spiegel. Wiebke Ramm beginnt ihren Artikel:

Nein, wir haben nicht verloren„, sagt Jan Böhmermanns Anwalt im Plenarsaal des Verwaltungsgerichts Berlin in die Fernsehkameras. Wenige Minuten zuvor hatte die 6. Kammer die Klage Böhmermanns gegen das Bundeskanzleramt abgewiesen. Doch als Niederlage will Anwalt Reiner Geulen das nicht verstanden wissen. Das Wichtigste hätten sie erreicht, sagt Geulen: Kanzlerin Angela Merkel habe bekräftigt, dass sie Böhmermanns sogenanntes Schmähgedicht nicht noch einmal als einen „bewusst verletzenden Text“ bezeichnen wird, und sie habe ihre Äußerung bedauert.“ (im Original kein Fettdruck)

Hier ist Böhmermann nicht der kleine Hosenscheißer, der vor Mutti gefälligst zu kuschen hat. Danke, Frau Ramm!

Auch dafür, dass Sie folgendes Zitat beisteuern:

„Es könne nicht sein, „dass sich die Kanzlerin in scharfer Form von einem Journalisten distanziert“, sagte Geulen.“

Unser Mutti: Erfüllungsgehilfe des Pseudo-Sultans und Jounalistenmeuchlers. Leider! Welch Schmach und Schande!

 

 

Die Friedfertigkeit der Flüchtlinge: Nur Gutmenschpropaganda

(Rüdiger Soldt, Mehr Kriminalität von Flüchtlingen im Südwesten, FAZ, 17.3.2017, 4)

Man/frau erinnere sich: Immer und immer wieder wurde uns von diversen Gutmenschen (z.B. Münkler) einzubläuen versucht: Dass die (weil ja ach so traumatisierten, ach so gewaltverstörten) Flüchtlinge essentiell, wesentlich, eigentlich ja ach so friedfertig seien: weit, weit friedfertiger jedenfalls als die Deutschen (Münkler)…

Die Statistik, sofern nicht gutmenschlich (mit alternativen Fakten) verbrämt, sprach in ihrer Nüchternheit jedoch schon immer dagegen. (siehe: Reil (AfD) contra Münkler, Schwan)

Nun sah sich die FAZ genötigt – aus welchen Gründen auch immer – zuzugeben:

„Die Zunahme der Kriminalität von Flüchtlingen in Baden-Württemberg macht der Polizei, dem Landeskriminalamt sowie Innenminister Thomas Strobl (CDU) zunehmend Sorge. […]

Die Anzahl der Straftaten unter [den im März 2017? 167 000 Flüchtlingen im Land Baden-Württemberg ] ist von 2015 auf 2016 um 140 Prozent gestiegen. […] 42 Prozent der Tatverdächtigen sind also Ausländer. Bei syrischen Flüchtlingen hat sich bei Körperverletzungsdelikten die Zahl der Verdächtigen von 2015 auf 2016 vervierfacht. Allerdings

[welch Trost:]

werden 60 Prozent der Straftaten, die Flüchtlinge begehen, in Unterkünften begangen, nur [!!] 40 Prozent in der Öffentlichkeit.“ (im Original kein Fettdruck)

Doch um die Gutmenschsicht trotz der alarmierenden Zahlen doch noch zu bedienen und das Negative überstrahlen zu lassen, beeilte sich „Martin Jäger (CDU), Staatssekretär im Landesinnenministerium“ seine Beschwichtigungsrhetorik nachzuschieben. Rüdiger Soldt zitiert ihn in seinem Artikel:

„es handelt sich größtenteils auch um Armutsdelinquenz.“ (im Original kein Fettdruck)

Man/frau beachte den auffälligen Widerspruch in Jägers Kunstfigur: „größtenteils auch“, den Widerspruch zwischen dem freudigen „größtenteils“ vorweg und dem sofort danach einschränkenden, relativierenden „auch“ hintendrein. Tja, schlechtes Gewissen demaskiert das Lügen…

Wenn Gutmenschen (bzw. zum Gutmenschentum Verpflichteten) an Abwiegelungsfloskeln nichts mehr sonst möglich scheint, dann muss eben als letzter Ausweg der Appell an das Mitleid herhalten: Flüchtlinge sind eben nicht nur ach so traumatisiert und daher ach so gewaltfrei, nein, sie sind auch ach so – bemitleidenswert!! – arm. Man/frau muss sich um sie kümmern…