N. Göles Gequake über „gewöhnliche Muslime“

Frog1(Nilüfer Göle, „Der Islam ist dabei, einheimisch zu werden“, Im Interview mit Karin Krüger, FAS, 20.11.2016, 48; im Internet unter: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/niluefer-goele-im-gespraech-ueber-den-islam-in-europa-14533903.html)

(Peter Dausend, Raus aus der Haut!, Zeit, 17.11.2016, 1)

(Charlotte Joppien, Die türkische Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP). Eine Untersuchung des Programms „Muhafazakar Demokrasi“, Berlin, 2011)

(Diyanet’in çocuk dergisinde ‚şehitlik‘ övgüsü: Ne güzel şehit olmak, SOL online, 28.3.2016)

(Pater Rásonyi, Kanzlerin Alternativlos, Neue Zürcher Zeitung, 22.11.2016, 3)

Nilüfer Göle sagt über „gewöhnliche Muslime“:

„Diese Muslime aber fallen auf, da sie ihren Glauben im Alltag leben wollen. Als Konsequenz muss [wieso muss??] Europa sich damit auseinandersetzen, dass Symbolfiguren des Islams mitten im öffentlichen Leben in Erscheinung treten: etwa durch Moschee oder durch das Kopftuch.“ (im Original keine Hervorhebung)

Allein die Einfügung des Gegensatz anzeigenden Wörtchens aber macht deutlich, dass das gerade nicht die gewöhnlichen Muslime sind: Diese Muslime wollen auffallen!! Sie wollen die Show!! Sie wollen provozieren!! — Wo bitte ist der Unterschied zwischen dem mahalle baskısı (Prinzip der „gegenseitige[n] gesellschaftlichen Kontrolle“) der AKP (Joppien, 106) und der Scharia-Polizei der salafistischen Eiferer??

Dieses in Deutschland zum Teil bereits heimische Betvolk, zum Teil durch die von Merkel auferweckte und angeführte Refugees Welcome!-Heilsarmee zu Hunderttausenden aufgestockt, fällt auf und stößt – leider zu wenig – auf Widerstand:

Es gibt eine große Ablehnung des Fremden […] Auch bei Intellektuellen aus dem linken Lager, bei Feministinnen und in Teilen der Homosexuellenbewegung.

[Hört ihr: Ihr seid xenophob, ihr sol, ihr Linken!!]

Sie haben gegen die Macht der Kirche [und der Moscheen, Frau Göle!!] gekämpft, um sexuelle Freiheit und Geschlechtergleichheit zu erreichen. Nun fühlen Sie sich bedroht von der Rückkehr der Religion im öffentlichen Raum. Sie zeigen sich wenig gewillt, gemeinsam mit [solch!!] Muslimen neue Formen zu entwickeln.“ (im Original keine Hervorhebung)

Zudem fällt auf, dass immer mehr (z.B.) AKP-Anhänger sich in den sozialen Medien gegenseitig einen gesegneten heiligen Freitag wünschen: Die Entprofanisierung des Alltags unter den Sunniten schreitet munter voran. (Aleviten sind darüber gar nicht erfreut. Sie wissen genau, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich der sunnitische Mob wieder mal gegen sie richtet…)

Bedenklich stimmt daher Göles Aussage:

„Wer beispielsweise im europäischen Arbeitsalltag fünfmal täglich beten möchte, braucht eine Strategie. Deshalb gehen die jungen Muslime sehr reflektiert an ihren Glauben heran.

[Als ob dieses Betvolk von Aufklärung Ahnung hätte!! oder deren Ideale gar anerkennen würde!!! Ganz im Gegenteil: Ne güzel şehit olmak!]

Indem sie ihre Religion in den öffentlichen Raum einbringen, geben sie Europa einen neuen Farbton.

[Immer wieder dieses Multikulti-Geschwätz!! Als ob ein İmamların ordusu (welcher Couleur auch immer), eine von den Moscheen aus gelenkte sunnitische Armee Farbakzente setzen wolle!! Ganz im Gegenteil: Ne güzel şehit olmak!]

Genauso verhält es sich mit europäischen Konvertiten. Der Islam ist dabei, einheimisch zu werden.“

Welch‘ unerträgliche Verharmlosung des salafistischen Extremismus!!

Dann verkündet Göle ihren Imperativ: Es gelte,

„die integriert lebenden Muslime, die in allen europäischen Ländern die Mehrheit bilden, wahrzunehmen.“

Baş üstüne!

Immerhin gibt Göle zu, Teil der naiv-dümmlichen Bewegung gewesen zu sein, die in Erdoğan einen, gar den Heilsbringer der Nation sahen, ja: sehen:

„Ich war eine derjenigen, die an den von Erdoğans AKP angestoßenen Prozess der Demokratisierung glaubten. […] Etwa zehn Jahre lang hat es funktioniert. Doch dann setzte aus Gründen, die noch genau zu analysieren sind, eine Rückwärtsbewegung ein.“

Doch dies Eingeständnis hindert Göle nicht, ihr naiv-dümmliches Narrativ fortzuleben:

„Ich hoffe, dass der Wandel des Islams in eine demokratische Richtung unterstützt wird. Ich sehe in der Türkei derzeit aber nicht das Element der Religion im Vordergrund [weltfremder geht’s wohl kaum noch…], sondern Nationalismus und vor allem Nativismus.“

Und auch die nachfolgende Passage gibt Zeugnis von Göles unbegrenzter Naivität:

„Während des Putschversuchs war ich in Istanbul. Niemand wollte einen Staatsstreich, ich sah, wie die Leute sich den Panzern entgegen stellten. Wir dachten, es könnte der Beginn einer neuen demokratischen Ära sein.“

Es ist ein Skandal ohnegleichen, dass solche Schwätzer – wie die ZEIT über Steinmeier sagte: populäre „Welterklärer“ – zu Experten (für was auch immer) hochgejubelt werden…,

wobei sich vor allem die Hochjubler selbst mit hochjubeln —: Hier der schlicht-manichäische Antagonismus des eben zitierten vorgeblich Wissenden, Peter Dausend, über all die unwissenden Schäfchen im Land, verkündet von der Kanzel auf Seite 1 der ZEIT:

„Der Populismus der Weltverdreher, konfrontiert mit der Popularität eines Welterklärers“…

Ist das nicht herrlich!! Göttlich!! Άξιον εστί…:

„Bundeskanzlerin Alternativlos also, genau so, wie Merkel zu regieren pflegt.“ (Rásonyi)

(siehe auch: Menschenrechtsverständnis „gewöhnlicher Muslime“ à la AKP)

Frog4

R. Martin: Die (schizophrene) Gutmenschperspektive

Frog1(Ralph Martin, Im Herzen des Unverständnisses, In der Übersetzung von Tobias Rüther, FAS, 20.11.2016, 47)

(Susan Neiman, Die Quelle allen Unglücks?, Zeit, 27.10.2016, 49)

Der (amerikanische) Gutmensch Ralph Martin schreibt über seinen Besuch in seiner Heimatstadt Granville, Ohio, am 4. Juli 2016:

„Die Granville Coffee Company“ nennt man auch den „Christian Coffee Place“, weil die Rechte evangelikale Christen hingehen und unter Bibelsprüchen aus dem Alten Testament sitzen um eine Bibel, die auf einem Tisch in der Mitte auslegt. Einige Wochen nachdem ich wieder zuhause angekommen war, bin ich ihr her gegangen. Zwei Sechzigjährige weiße Männer unterhielten sich darüber, wie blöd die Europäer wären, so eine riesige Zahl Muslime in ihre Länder zu lassen. Weil das ja nur Terrorismus mit sich bringen könnte. Es war der Tag, nachdem ein Terrorist auf der Promenade von Nizza mit einem Lastwagen 86 Menschen getötet hatte. Wenn man zu blöd ist, sagten die beiden Männer, dann muss man ja damit rechnen, dass sowas passiert. Ich sah zu, dass ich weiterkam, und habe meinen super heißen Kaffee so schnell getrunken, dass ich mir den Mund verbrannte.“

Es ist diese Einstellung: des Rückzugs, Einigelns und Aufgehens in der eigenen Komfortzone, die die Spaltung der Gesellschaft – hier die Gut-Herren, dort die minderwertige Plebs – vorantreibt…

Man/frau streiche in folgendem Zitat das Wort Heidegger und ersetze es durch Der Gutmenschen (oder ein anderes x-beliebiges Subjekt), schon wird das hier vorliegende Denkmuster(-Stereotyp) sichtbar:

Heideggers Verachtung der Öffentlichkeit ist nur ein Beispiel dafür, wie sich elitäres Denken [überhaupt] bedroht fühlt.“ (Neiman; imOriginal keine Hervorhebung)

Martin sollte von Kittlitz lesen (siehe: Forderung nach Selbstkritik)…

Doch ich fürchte, Martin und seine Freunde fühlen sich Leuten wie den beiden Sechzigjährigen, von denen Martin erzählt, intellektuell und moralisch so (pseudo-göttlich) überhoben, dass von Kittlitz‘ Forderung nach Reflexion der eigenen (Über-Ich-)Position für sie a priori ausscheidet: von ihnen (als den, wie sie sich wohl-fühlen, Wahrern von Gut und Schön) als unerhört zurückgewiesen wird… ((Sie sind und bleiben in ihrer Höhle, im System 1 verfangen…: Geben (sich und allen andern) aber vor, frei zu sein…

Frog4

 

Zum Zusammenhang von Islam und Islamismus

Frog1(Wolfgang Bock, Hier endet die Religionsfreiheit, Zeit, 24.11.2016, 58)

(Thomas de Maizière, »Die Grenzen sind nicht immer leicht zu ziehen«, Befragt von Evelyn Finger, Zeit, 24.11.2016, 58; abgedruckt auch auf der Homepage des: BMI, „Die Gren­zen sind nicht im­mer leicht zu zie­hen“)

(Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V., Islamische Charta, Berlin, 2002)

(Stadt Monheim fördert Moscheebau mit 845.000 Euro, WELT online, 27.10.2016)

 —

Wolfgang Bock ist einer von denen, die zugeben:

„Islamistisch-extremistische Verständnisse des Islams entwickeln sich aus der Religion heraus. Auch wenn sie die Religion missbrauchen, ist diese doch der Ausgangspunkt fundamentalistischer Lehren. [Folglich stellt er die Frage danach, inwieweit Handeln im Namen der Religion durch die Verfassung frei sein kann.] Die verfassungsrechtliche Gretchenfrage lautet: Wo sind die Grenzen der Religionsfreiheit? Wie sind diese zu ziehen?“ (Bock)

Für Bock ist klar:

„das nach Sure 4 Vers 34 des Korans erlaubte (leichte?) Schlagen der Ehefrau: Dies bleibt eine strafrechtlich untersagte Körperverletzung. Ähnliches gilt für Mehrfachehen: Unter dem Grundgesetz wird eine zweite Eheschließung, ob sie nun vor dem Imam oder im Ausland erfolgt ist, nicht anerkannt.“ (Bock)

Die Realität in der Bundesrepublik sieht freilich anders aus, ob naive und/oder dümmliche Gutmenschen das nun wahrhaben wollen oder nicht. Nicht nur, dass (einige) Richter anders urteilen, sprich: Verprügeln von Muslimas durch muslimische Ehemänner für rechtens erachten, Kinderehen zulassen, ja sogar befürworten: Das deutsche Recht selbst lässt Ausnahmen zu! (Siehe hierzu: OLG Bamberg erklärt Kinderehe für verfassungskonform)

Zudem stehen, das immerhin räumt Bock ein, auch die Islamverbände nicht vorbehaltlos hinter dem Grundgesetz:

„Das Problem zeigt sich auch in politisch anerkannten [und u.a. von der Regierung entsprechend aufgewerteten] Organisationen. Der Zentralrat der Muslime etwa relativiert in seiner »Islamischen Charta« [Quellenangabe s.o.] die Menschenrechte, indem er nur einen »Kernbestand« anerkennen will. [

In der Charta heißt es unter Abschn. 13: „Zwischen den im Koran verankerten, von Gott gewährten Individualrechten und dem Kernbestand der westlichen Menschenrechtserklärung besteht kein Widerspruch.“

…] Auch in der Organisation Ditib zeigten sich islamistische Tendenzen: Einige ihrer von der Türkei aus dominierten Moscheevereine veröffentlichten antisemitische Aussagen und Bilder. Und es wurde ein vom türkischen Religionsministerium Diyanet kommender Comic verbreitet, in dem ein Vater gegenüber seinem Sohn das Märtyrertum pries. Das [Erdoğan und dem Islamismus gegenüber willfährige] Land Nordrhein-Westfalen kündigte deshalb einen Teil [!!] seiner Zusammenarbeit mit Ditib auf, nämlich im Bereich der Radikalisierungsprävention.“ (Bock)

Soll heißen: Gelehrt, gepredigt und indoktriniert werden darf weiter wie gehabt!! Und auch an der Errichtung weiterer Ditib-Moscheen (mit Steuergeldern, siehe Monheim, s.o.) ist aus Landesregierungssicht nichts auszusetzen. Und das, obwohl der Bundesinnenminister Thomas de Maizière (in der ZEIT am 24.11.2016) großmäulig verkündete:

„Wir wollen auch keine [!!!] politische Einflussnahme auf unsere Politik aus dem Ausland unter dem Vorwand der Religionsausübung.“

Hahaha! Ist das nicht herrlich? Allahu akbar!

Frog4

 

 

 

 

von Kittlitz‘ Selbstkritik am Über-Ich: dem Gutmensch-Diktat

Frog1Alard von Kittlitz, „Es heißt, Trump die xenophob – aber wenn ein arabisch aussehender Mann mit Rucksack in die Bahn steigt, haben wir alle Angst. Wir sind nicht ehrlich mit uns“, Zeit, 24.11.2016, 80)

Gutmensch Alard von Kittlitz gibt zu, dass der Flüchtlingsdiskurs weitgehend gleichgeschaltet geführt wird, die Gutmensch-Erzählung von der Herrenklasse der öffentlichen Meinung dem Volk als alternativlos hingestellt wird. Doch er erkennt auch, dass sich Widerstand gegen die politische Korrektheit regt und die bösen Opponenten dabei sind, die Gutmensch-Diktatur zu unterlaufen. Ohnmächtig konstatiert er:

„Wir verlieren, obwohl wir schon lange kultureller Hegemon sind. Obwohl sich also alle, die wir persönlich kennen, fast alle Politiker, die wir als halbwegs normal bezeichnen, fast alle Stars auf unserer Seite befinden. Fast alle Fernsehsender und fast alle Zeitungen. Wir sind das Establishment, und wir haben verloren.“

Gut so, ihr Arroganzlinge!

Als Medizin gegen die eigene Überheblichkeit empfiehlt von Kittlitz die Rückbesinnung auf das jemeinige Säuglingsalter: Die Überwindung der antagonistischen Weltperspektive durch die Anerkennung von Ambivalenzen:

„Die Mutter gibt ihm [dem Säugling] die Brust: Sie ist gut. Die Mutter entzieht sich ihm: Sie ist böse. Die Mutter ist also gut und böse. Er selbst, lernt der Säugling, ist es also vielleicht auch. Er ist nicht rein. Das ist ein sehr großer Gedanke.“

Wir gratulieren zu dieser großartigen Erkenntnis!! (Schon mal was u.a. von Dialektik gehört??)

Von Kittlitz empfiehlt seinen Gutmenschfreunden daher, ihre arrogante Haltung, ihre Rechthaberei und ihren moralischen Überlegenheitsanspruch zu überdenken:

„Wir haben ein Riesenproblem: Wir sind nicht ehrlich mit uns. Wir sind nicht mehr aufgeklärt. [Hört, hört!!] Wir kennen uns selbst nicht mehr. Wir haben, würde der Analytiker sagen, ein zu dominantes Über-Ich.“ (im Original keine Hervorhebungen)

Dieses Über-Ich manifestierte sich in „Tabus und Denkverboten“. Je stärker diese zementiert würden, desto deutlicher und d.h. scharfkantiger akzentuiere sich die Opposition (als Gegenkraft):

„Es ist einfach, zu begreifen, was mit einer Gesellschaft geschieht, die das Scheitern am eigenen Über-Ich als Katastrophe erlebt: Sie beginnt sich zu spalten. Deshalb gibt es nun jene, die anfangen, das Über-Ich abzulehnen, und es ist kein Wunder, dass sie sich zuerst unter dem Banner des Hasses auf die Political Correctness zusammengefunden haben.“

Nur wenn es gelinge, Ambivalenzen zu tolerieren, anzuerkennen und die eigenen Überzeugungen aus der Perspektive anderer (Grund-)Positionen ehrlich zu hinterfragen, könne die (immer weiter zunehmende) Spaltung der Gesellschaft überwunden werden:

„Wenn uns [Gutmenschen] das Aussprechen [„unser[es] Scheitern[s]“ am eigenen Über-Ich] nicht gelingt, produzieren wir das, was uns so ängstigt: eine Gesellschaft, durch die ein immer tieferer Graben verläuft. Eine Gesellschaft, in der wir, die wir an die Werte der Aufklärung glauben [gemeint ist Kant…], immer weiter an Land verlieren. Eine Gesellschaft, in der zunehmend Gewalt droht.“

Klingt zunächst gut und vernünftig. Doch ob dem Geheuchel wohl auch Taten folgen??

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Bald-Bundespräsident Steinmeier: Das devote Sensibelchen

 Frog1(Markus Wehner, Der Empfindliche, FAS, 20.11.2016, 3)

(Michael Paulwitz, Berliner Wagenburg, Junge Freiheit, 18.11.2016, 1)

(Christine Lemke-Matwey, Wie Ostberlin kurz nach der Wende, Zeit, 17.11.2016, 54)

Markus Wehner schreibt in der FAS über Politbarometer-Liebling, Noch-Außenminister und Bald-Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier:

„Steinmeier ist ein empfindlicher Mann, überempfindlich, sagen manche.“ (Wehner)

Das allein wäre ja nicht so tragisch. Doch er sei und wirkt auch reichlich bieder-behäbig:

„Zum zweiten Mal wurde er [Steinmeier] Merkels Außenminister. Seitdem bereist er in höchstem Tempo alle Krisenherde der Welt und alle nicht so krisenhaften Länder auch. Jeder Tag ist pickepackevoll mit Terminen. [Superstar? Batman?] Steinmeier rettet die Welt. [Doch:] Nochmals vier Jahre könne er das keinesfalls durchhalten, sagen Vertraute. […] Selten sagt Steinmeier dabei etwas, was überrascht und länger im Gedächtnis bleibt. [!!…] Aber seiner Beliebtheit kann die ruhige, etwas langweilige Art nichts anhaben, im Gegenteil. Steinmeier wird gerade deswegen gemocht.“ (Wehner; im Original keine Hervorhebung)

Beste Voraussetzungen also, um Pastor Gauck als Bundespräsidenten abzulösen. Und auch in punkto Schleimscheißerei zählt er zum Spitzenpersonal unserer Regierung. Michael Paulwitz‘ Kommentar zur Kür dieses Spitzenmanns liest sich diesbezüglich denn auch nicht eben schmeichelhaft:

„Die Kanzlerin und CDU-Chefin handelt sich Absage um Absage ein und findet keinen Kandidaten aus dem eigenen Stall, der von anderen mitgetragen würde“, so dass ihr zuletzt nichts anderes übrig blieb, als den von „SPD-Chef Gabriel […] anmaßend als „Wunschkandidaten“ des Volkes“ Bezeichneten als schon jetzt feststehenden „Sieger auf den Schild zu heben“. (Paulwitz; im Original keine Hervorhebung)

Über den Herrn Kandidaten selbst schreibt Paulwitz:

Ein farbloser Apparatschik mit bescheidener Bilanz, dessen Freude über die ihm zugeschanzte schöne Pfründe zum Karriereausklang wahrscheinlich sogar echt ist […] Er [Steinmeier] wolle weiter „unbequeme Dinge sagen“, versichert der von Politik und Medien als „integer“ und „erfahren“ Umschmeichelte brav – als hätte er das schon jemals in seiner Karriere getan.“ (Paulwitz; im Original keine Hervorhebung)

Beispiel: Das Einknicken gegenüber Despoten Erdoğan – vom Auswärtigen Amt am liebsten in aller Stille vollzogen, auf dass die (je Vorgang uneingeweihte) Öffentlichkeit kaum etwas mitbekommen möge und an Steinmeiers Image nicht gekratzt werden kann:

„Der Türkei, die den Völkermord [an den Armeniern] bis heute leugnet, missfiel das kleine Projekt [das Konzertprojekt Aghet – Ağıt] so sehr, dass sie im April aus dem beteiligten EU-Förderprogramm ausstieg und außerdem dafür sorgte, dass das für den 13. November im deutschen Generalkonsulat in Istanbul vereinbarte Gastspiel kurzfristig abgesagt wurde“: und das, obwohl Aghet / Ağıt auch „vom deutschen Auswärtigen Amt unterstützt“ wird!!

Dieses diplomatisch-unwürdige feige Verhalten, diese Schande versteckten die Gutmenschen der Zeit in ihrem Feuilleton, während im Politikteil gern Steinmeiers mutiges Eintreten für die Freiheit gefeiert wird. Auch das: Ein Stück Lügenpresse

Christine Lemke-Matwey fühlt sich angesichts dieser Kulturpolitik sogar an 1915 erinnert. Auch damals wussten

„die Deutschen […] um die Deportationen der Armenier, unternahmen aber nichts, da man die Türkei im Weltkriegsgeschehen »noch sehr brauchen« würde, wie Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg sich ausdrückte“. (Lemke-Matwey; im Original keine Hervorhebung)

In so einer Notlage sieht sich Merkel derzeit wohl auch: Gegen ihre „Politik des fortgesetzten Rechtsbruchs“ (Paulwitz) – sprich: die unkontrollierte Flutung Deutschlands mit hunderttausenden Flüchtlingen – scheint ihr und ihrer Regierungsmannschaft nur ein Ausweg möglich: Der Deal mit Erdoğan – zu welchem Preis auch immer. Da sind sich Merkel und Steinmeier einig: Hoch lebe der neue Bundespräsident! Der Bückling, Beweihräucher der Kanzlerin!

Wie sagt Paulwitz über unser Establishment so schön:

„einen Bundespräsidenten, der – wenn er schon keine Exekutivgewalt hat – wenigstens die Fehlentwicklungen beim Namen nennen und dem Politikbetrieb die Leviten lesen würde, lässt die politische Klasse, die dafür die Verantwortung trägt, nicht mehr zu.“ (Paulwitz)

Da macht das Durchregieren doch Freude: Lang lebe die Alternativlosigkeit!

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Zum Verbot des Vereins „Die wahre Religion“

Frog1(Bundesministerium des Innern, Pres­se­mit­tei­lung zum Ver­eins­ver­bot der Ver­ei­ni­gung „Die wah­re Re­li­gi­on (DWR)“ ali­as „Stif­tung LIES“, 15.11.2016)

(Abdel-Hakim Ourghi, Neue Koranverteiler, Zeit, 24.11.2016, 58)

„Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat heute die Vereinigung „Die wahre Religion (DWR)“ alias „LIES! Stiftung“/“Stiftung LIES“ verboten und aufgelöst. Das Verbot wird seit den frühen Morgenstunden in 10 Bundesländern (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Hamburg und Bremen) mit über 190 Durchsuchungs- und Beschlagnahmemaßnahmen vollzogen.“ (BMI; im Original keine Hervorhebung)

Nun also wurde die „Lies!“-Aktion — anders als die „Scharia-Polizei“-Aktion — verurteilt und verboten. Hieran zeigt sich die Doppelmoral unserer Justiz. Während die „Lies!“-Aktion lediglich zum selbstständigen Lesen aufforderte, ermahnte die „Scharia-Polizei“ Sünder zu einem Allah-gefälligen (halāl) Verhalten. Sie griff damit direkt in das Leben der Passanten ein. Doch verboten wurde nicht sie, sondern die „Lies!“-Aktion. Denn sie war erfolgreicher:

„Seit Oktober 2011 missionierten sie in deutschen Fußgängerzonen. Ihr Erfolg: junge Menschen für den Dschihad zu rekrutieren. Die Koranverteiler vom Verein »Die wahre Religion« gewannen mit der Aktion »Ließ!« etwa Robert Baum und Patrick S., die erst konvertierten, dann selbst Korane verteilten und schließlich in Syrien für den IS starben.“ (Ourghi; im Original keine Hervorhebung)

Laut BMI sollen

„über 140 junge Menschen nach Syrien bzw. in den Irak ausgereist [sein], um sich dort dem Kampf terroristischer Gruppierungen anzuschließen, nachdem sie an LIES!-Aktionen teilgenommen haben.“ (BMI)

Diffamiert wurden durch die Prediger der wahren Religion alle Anders- und Nichtgläubigen:

„Die beiden monotheistischen Religionen Judentum und Christentum wurden ebenso als Unglaube diffamiert wie andere Weltanschauungen. Kopf des Vereins war [wie so oft ein Flüchtling:] Ibrahim Abou Nagie, geboren 1964 im Flüchtlingslager Nuseirat bei Gaza, der in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Salafisten Deutschlands avancierte.“ (Ourghi; im Original keine Hervorhebung)

Abdel-Hakim Ourghi betont zudem die Wirkung des Verbots auf die Moscheen, die bekannt dafür sind, mehrfach Hassprediger zu sich eingeladen zu haben und immer wieder gerne einzuladen:

„Aber ein Verbot muss gut abgesichert sein. Nur dann ist es ein Warnsignal an jene Moscheen, die salafistischer Propaganda Raum geben – allein in NRW sollen das 55 sein.“ (Ourghi; im Original keine Hervorhebungen)

Doch das Verbot (der „Die wahre Religion“) ist das eine, die Neuauflage (Relaunch) unter neuem Namen als Strategie zur Verlängerung des Lebenszyklus das andere:

Beispiel Türkei: Immer wenn Gefahr bestand, dass eine islamistische Partei (Refah, ab 1984  mit Merkel-Liebling Erdoğan als stellvertretendem Vorsitzenden) verboten werden könnte, wurde zuvor flugs eine neue geboren (Fazilet, aus der, nach deren Auflösung, die AKP hervorging…) —

„Der Hassprediger Pierre Vogel gründete Anfang November schon den Ersatzverein »We love Muhammad«. Vogel ködert sein junges Publikum mit der heroischen Vita des Propheten, wirbt für ihn in einem Youtube-Video und setzt die »Lies!«-Aktion auch personell fort: in Hessen koordiniert der mutmaßliche Terrorwerber Bilal Gümüs [sic] das neue Propagandaprogramm. Der Mann aus Frankfurt gehörte zum engsten Kreis um Abou Nagie.“ (Ourghi)

Und so sind die klugen Islamisten dem Staat immer – mindestens – einen Schritt voraus…

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Dialogunkultur der Gutmenschen

Frog1(Stephen Greenblatt, Die Wende. Wie die Renaissance begann. Aus dem Englischen von Klaus Binder, München, 72012)

(Anne Will, „Man macht mit einer solchen Sendung eine Gratwanderung“, Interview: Iris Radisch, ZEIT online, 12.11.2016)

In seinem Buch Die Wende. Wie die Renaissance begann begründet Stephen Greenblatt die aporetische Struktur klassischer Dialoge (in der Tradition Platons) durch die prinzipielle Offenheit der Gespräche und der prinzipiellen Gleichrangigkeit der Argumente. Während die Sophisten darauf abzielten, ihre Wahrheit als die Wahrheit schlechthin zu verkünden, diskutierten Philosophen nach Vorbild Sokrates‘ als Freunde, denen es nicht darauf ankam, sich als Wissende gegen Unwissende abzugrenzen. Sokrates selbst sagte bekanntlich über sich: Ich weiß, dass ich nichts weiß. Unter Bezug auf einige Textstellen Ciceros macht Greenblatt diese Intention des Dialogs als Unterhaltung unter Freunden deutlich:

Cicero möchte den Lesern seine Gedanken nicht als in einsamer Reflexion entstandenen, fertigen Traktat präsentieren; er präsentiert sie lieber im Austausch von Standpunkten und Ansichten unter gesellschaftlich und intellektuell Gleichen – in einem Disput, in dem er selbst nur eine kleine Rolle spielt und der keinen eindeutigen Sieger hat. […:]

Mit diesen Worten gingen wir auseinander, und zwar so, daß auf Velleius der Vortrag Cottas wahrer wirkte, während für mich die Äußerungen des Balbus mehr Ähnlichkeit mit der Wahrheit zu haben schienen.“

In diesem offenen Ende zeigt sich keine intellektuelle Bescheidenheit – Cicero war gewiss kein bescheidener Mann –, sondern ein Verhalten kultivierter Offenheit unter Freunden. Nicht die Schlüsse, zu denen man gelangt, der Austausch selbst transportiert den Großteil von Bedeutung und Sinn. Es ist vor allem die Diskussion, auf die es ankommt, die Tatsache, dass wir uns so einfach verständigen können, mit einer Mischung aus Witz und Ernsthaftigkeit, ohne abzugleiten in Geschwätz oder Beschimpfungen, stets Raum lassend für abweichende Ansichten. Dazu nochmals Cicero:

Es sei also diese Gesprächsführung … gelassen und nicht rechthaberisch, und sie besitze Charme. Auch schließe sie andere nicht aus, als ob sie in ihren Besitz eindrängen, sondern sie halte Abwechslung [der Redenden] in allen Dingen, besonders aber im gewöhnlichen Gespräch, für nicht unangemessen.

Die Dialoge, die Cicero und andere schrieben, waren, auch wenn die auftretenden Personen durchaus real waren, keine Nachschriften wirklicher Disputationen, sondern idealisierte Versionen von Gesprächen, wie sie an Orten wie der Villa [dei Papiri] in Herculaneum durchaus hätten stattfinden können. (79f; im Original keine Hervorhebungen)

Tja, das ist der Unterschied zur gegenwärtigen Dialogkultur Deutschlands: Da sind auf der einen Seite all die Gutmenschen, die sich als moralisch überlegen fühlen und voll Verachtung und Ekel in gleichgeschalteter politischer Korrektheit auf die herab blicken, die es wagen, gegen sie zu opponieren. Und da sind auf der andern Seite all die Wutbürger, die sich von der Mehrheit (der Gutmenschen), die die Diskursmacht hat, gegängelt und marginalisiert fühlen und ihrerseits aus Wut in Feindkategorien (z.B. die Presse als ausschließlich Lügenpresse) denken, vorverurteilen und diffamieren.

Dass die Gutmenschfraktion polemisiert, sich ihre Mitglieder in ihrer Polemik gegenseitig (pseudo-argumentativ) stützten, sich in ihrer ideologischen Festung einigeln und aus ihr heraus die vorgeblich dumm-rassistischen Wutbürger attackieren, zeigt der Auftritt des Universitätsprofessors Münkler in hart aber fair, 5.9.2016. Er argumentiert mit Statistiken, die zu Ende gedacht, nichts bzw. sogar das Gegenteil der behaupteten Folgerung aussagen. (siehe Münklers Scheinargumente) Ein Professor, der seine intellektuelle Macht zum Lügen nutzt, und niemand rechnet nach und/oder widerspricht. Ein öffentlich-rechtliches Trauerspiel!

Oder nehmen wir die Sendung Anne Will, 6.11.2016. Eine, immer dieselbe Islamisten, Nora Illi, vorzuführen und in der Talkrunde (erneut) zum Abschuss freizugeben, die, auch wenn sie es selbst so nicht sieht, nur eine Karikatur einer fundiert und gekonnt argumentierenden Islamistin ist, ist eine Farce. Ob die Mitdiskutanten z.B. Pierre Vogel ebenso leicht hätten abschießen können? Zumindest unter theologischer Rücksicht, wahrscheinlich aber auch methodologisch und rhetorisch sowieso wäre das viel, viel schwieriger, aber für den Zuschauer auch viel, viel interessanter geworden. Und dann darf Anne Will sich auch noch eine Seite lang in der ZEIT für ihre Beihilfe zur islamistischen Propaganda rechtfertigen. (siehe auch Anne Will hofiert Islamistin) Und wer interviewt sie? Eine Literaturkritikerin, Iris Radisch, die ihr höchst moderat-genehm-harmlose Fragen stellt und ihr in den Fragen immer auch schon Wege in die Rechtfertigung der Gutmenschposition Wills – Meinungsfreiheit muss Propaganda aushalten! – vorzeichnet. Will etikettiert die live eingeblendete und zudem laut verlesene IS-Propaganda Illis ex post flugs in „anstößige Inhalte“ um. Was für ein abgekartetes pseudokritisches Feigenblattgeplänkel. Arme ZEIT…

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Deutschlands grandios-glorreicher Beitrag zur Meinungsfreiheit auf der Istanbuler Buchmesse

Frog1(Tilman Jens, Buchmesse Istanbul, Kulturzeit, 15.11.2016)

(Kulturzeit vom 15.11.2016)

(Deutschland Gastland in Istanbul, Frankfurter Buchmesse (online))

(Sabine Kieselbach, Kommentar: Gastland Deutschland bei der International Istanbul Book Fair – Akt der Solidarität mit türkischen Autoren, Deutsche Welle online, 15.11.2016)

I

2016 war Deutschland Gastland der 35. Istanbuler Buchmesse (İstanbul Kitapçısı) vom 12.-15. November 2016. Deutschland stellte seinen Auftritt unter das Motto „Worte bewegen“. Sözcüklerin etkisi: Was der Slogan (wörtlich übersetzt:) die Wirkung der Worte soll, wird durch folgende Ereignisse evident:

Am letzten Tag der Buchmesse, am 15.11.2016, ließ es sich Bundespräsident-Anwärter Steinmeier, der am Tag zuvor, am 14.11.2016, nach Ankara pilgerte, nicht nehmen, mal wieder diplomatische Schleim-Akzente zu setzen. Voll klammheimlich zur Schau gestellter Freude eilte er – selbstredend: natürlich nicht nach Istanbul, der Solidarität mit den Geschundenen wegen (die ihm angeblich ja so am Herzen liegen), sondern – zu seinem Intimus, dem Sultan, um ihm als Bückling seine Aufwartung zu machen: Befehle, Herr, und ich folge! Baş üstüne!

Tina Mendelsohn demaskiert denn auch Steinmeiers devot-schleimig-heuchlerischen Charakter in ihrem Statement ob dieser Tat:

„Erdoğan lud heute kurzfristig den deutschen Noch-Außenminister und Fast-Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zu sich ein. Eisige Minen und seit Tagen Säbelrasseln. Deutschland sei ein sicherer Rückzugsraum für Terroristen, schallt es aus Ankara. Jetzt wird schmutzige Wäsche gewaschen. Nichtsdestotrotz hat Steinmeier gerade verkündet: Diese Türkeireise sei positiv verlaufen.“

Zu deutsch: Der Deal steht! — Und dieser Heuchler soll nun durch Regierungsbeschluss ins Präsidentenamt gehievt werden…

II

Doch zurück zur Buchmesse. Wohlgemerkt: Unter denen, die den Auftritt Deutschlands gestalteten, firmierte das Auswärtige Amt an erster Stelle:

„Das Auswärtige Amt, die Frankfurter Buchmesse und das Goethe-Institut gestalten den Gastlandauftritt Deutschlands in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA und der Messe Leipzig International LMI.“ (Frankfurter Buchmesse/buchmesse.de; im Original Fettdruck)

Doch nicht nur dieses Amt, all die in Istanbul auf der Messe geschäftlich anwesenden Deutschen zeigten sich vornehmlich als kleinlaute, mutlose, verängstigte Eunuchen. Das Motto des Gastlands hätte wohl treffender: Die Bemühung des Todschweigens geheißen.

Im Bericht der Kulturzeit (15.11.2016) wird deutlich, wie sprach-, politik- und tatenlos unsere Kulturmemmen agierten:

  1. Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, überreichte – wohl zur Aufrechterhaltung des Flüchtlingsdeals und Selbstdesavouierung – ein Kochbuch mit Titel „Kraut Kopf“. (Den Anfang der Kochbuchdiplomatie machte freilich der Gastgeber. Der stellvertretende Kulturminister der Türkei, Hüseyin Yayman, gut genug, das Gastland willkommen zu heißen, überreichte zuerst sein Kochbuch…: zur Aussetzung der Meinungsfreiheit.)
  2. Am Stand der Cumhuriyet hieß es: „Nein, die Deutschen sind hier leider nicht aufgetaucht.“
  3. Am Stand (mit Titel #özgürlüğesesver, gib der Freiheit eine Stimme) der inhaftierten Schriftstellerin Aslı Erdoğan, hieß es: „Bisher ist nicht ein einziger deutscher Autor zu uns gekommen.“
  4. Vor dem Knast, in dem Erdoğan einsitzt, zeigten sich zwar immerhin 7 von 50 deutschen Messe-Delegierten. Doch Wirkung sieht anders aus. Kommentar Tilman Jens‘: „Ein Bild des Jammers.“ Gleichwohl betonte Alexander Skipis, Börsenverein des deutschen Buchhandels, wie wichtig es sei, „dass wir heute hier sind“. Übrigens: Vom Goethe-Institut Istanbul kam kein einziger Vertreter.
  5. Pseudo-Philosoph Wilhelm Schmid begründete sein Fernbleiben der Demonstration vor dem Knast: „Ich habe meiner Familie schlicht versprochen: Ich begebe mich in keinerlei Gefahr.“

Gepriesen sei die Wirkung solch‘ Worte und Taten! –– Den Sultan wird’s freuen!

PS: Besonders hübsch ist die Kommentierung der Gutmenschin Sabine Kieselbach zur deutschen Solidaritätsbekundung (zu den o.g. Punkten 1-5):

Kieselbach zufolge zeige sich im Verhalten der Deutschen nämlich:

„die Aufforderung zum Dialog. Man will das Gespräch nicht abreißen lassen, nicht mit den Kollegen, aber auch nicht mit den offiziellen Gesprächspartnern. In der Politik nennt man das Diplomatie.“ (Kieselbach)

Da kann selbst Steinmeier noch ’was lernen!

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Hildesheimer Moscheeprediger Abu Walaa verhaftet

Frog1(Georg Heil, Volkmar Kabisch u. Georg Mascolo, „Nummer 1 des IS in Deutschland“ verhaftet, tagesschau.de, 8.11.2016)

(Monheim bezuschusst Moscheebau islamischer Gemeinden mit 845.000 Euro, Spiegel online, 27.10.2016)

(PETO, Portrait)

(Monheim: Bürger drohen mit Bürgerbegehren, Focus online, 21.6.2016)

(Knut Werner, Monheim am Rhein: Stadt verschenkt Grundstück für Moscheebau, philosophia perennis, 29.10.2016)

„“Prediger ohne Gesicht“, ein 32-jähriger gebürtiger Iraker, der sich „Abu Walaa“ nennt und sogar eine eigene App anbietet. Nach Informationen von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ gilt Abu Walaa, der tatsächlich Ahmad Abdelazziz A. heißt, den Behörden bereits seit Jahren als zentrale Figur der deutschen Islamisten. […]

Erst Ende Juli kam es zu Durchsuchungen, darunter einer Moschee in der Hildesheimer Nordstadt, die als bundesweit bedeutender Treffpunkt der salafistischen Szene gilt. Sicherheitsbehörden hatten schon länger beobachtet, dass es im zeitlichen Umfeld zu Islamseminaren des Predigers in der Hildesheimer Moschee zu Ausreisen in Richtung Syrien gekommen war.“ (tagesschau.de)

Obwohl mittlerweile auch fanatischen Gutmenschen trotz ihres Scheuklappenblicks bekannt sein sollte, dass islamistische Radikalisierung vor allem in diversen Moscheeumfeldern stattfindet (siehe auch Anne Will hofiert Islamisten), gibt es immer noch Idioten, die sogar voll Freude Steuergelder verwenden, um solch Bildungs-/“Begegnungsstätten“ zu errichten:

„Die Stadt Monheim am Rhein, […], wird den Bau von Moscheen und Gemeindezentren islamischer Gemeinden mit 845.000 Euro unterstützen.

Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) will die Gemeinden besser integrieren und sie aus den Hinterhöfen herausholen.“ (Spiegel)

Wir gratulieren den Naivlingen von PETO: „das sind knapp 400 größtenteils junge Leute aus Monheim am Rhein, die sich politisch einmischen.“ (Portrait) Auf dass die Indoktrination blühe.

Wie die aussieht?? Das lässt sich unschwer erahnen, wenn man/frau weiß, dass eine der Gemeinden der AKP-hörigen Ditib untersteht…:

„Die Ditib-Moschee soll in direkter Nachbarschaft zur katholischen und evangelischen Kirche entstehen.“ (Focus)

Köln-Ehrenfeld lässt grüßen: Der gleichermaßen trottlige wie großkotzige

„Bürgermeister findet für die Entscheidung markige Worte: „Ich hoffe, dass die Moscheen auch stadtbildprägend sein werden und später einmal Baudenkmäler.“ (Werner)

 

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Anne Will hofiert Islamisten

Frog1(Mein Leben für Allah – Warum radikalisieren sich immer mehr junge Menschen?, Anne Will, 6.11.2016)

(Anne Will lässt Vollverschleierte für Kriegseinsatz werben, Berliner Morgenpost online, 7.11.2016)

(Extremisten predigten in Dar-as-Salam-Moschee, Tagesspiegel online, 14.7.2016)

In der ARD-Sendung von, mit und bei Anne Will wurde zur Hauptsendezeit – nach Vorbild von Mohamed Taha Sabris „Neuköllner Begegnungsstätte“ (Näheres s.u.) – der IS-Propaganda großzügig Raum gegeben. Nora Illi, Frauenbeauftragte des Islamischen Zentralrats Schweiz, selbstredend vollverschleiert (mit Niqab) gewandet, durfte ihre Propaganda nicht nur mündlich kundtun; ihr verqueres, verfassungsfeindlich-bedenkliches Gedankengut wurde zudem sogar von der Homepage zitiert: Gegen den Dschihad,

„gegen die Schergen Asads und für Gerechtigkeit zu kämpfen […,] ist aus islamischer Sicht auch gar nichts auszusetzen. Eine solche Überzeugung muss man [… sogar] als Zivilcourage hochloben.“

Die Islamisten sagen Danke !!

für die millionenfache, kostenfreie Ausstrahlung dieses IS-Propaganda-Geschwätzes!!

Die Mitanwesenden Ahmad Mansour und Wolfgang Bosbach geißelten zwar die Zurschaustellung dieser widerwärtigen Aussage, der die ARD eine Bühne gab.

Mansour wurde am deutlichsten:

„Das ist hier Propaganda. Das ist ein ganz klarer Ruf dazu, dass die Menschen nach Syrien gehen. Das darf man in einem öffentlichen Fernsehen nicht machen. Das darf man nicht. Das ist eine offene Kriegspropaganda.“

Doch Will wischte alle Bedenken hinweg. Zur Rechtfertigung sagte sie:

„Es gehört zu unserem Werteverständnis, dass wir uns mit den Meinungen anderer auseinandersetzen.“

Sabri, Imam der Dar-as-Salam Moschee, der „Begegnungsstätte“ in Berlin Neukölln, kommentierte lapidar:

Der IS „ist eine faschistische Ideologie“,

die, soll wohl heißen, mit dem ach so friedfertigen Islam selbstredend: nichts, rein gar nichts zu tun hat.

Besonders pikant: Sabris Moschee/Begegnungsstätte wird vom Verfassungsschutz beobachtet. In ihr kommen regelmäßig – und nicht nur einmalig, wie Anne Wills Einspielung zu Muhammad al-Arifi suggerierte – gewisse Gastredner zu Wort, unter denen sich – selbstredend: natürlich nur ausnahmsweise und versehentlich – schon mal Hassprediger (wie al-Arifi) befinden (können). Doch mit denen habe man selbstredend: eigentlich rein nichts zu tun… Sie predigten in seiner Moschee selbstredend: auch rein gar nie nicht nichts Anrüchiges, gar Verfassungsfeindliches…

Noch pikanter: Ob seiner hervorragenden Integrationsarbeit wurde Sabri im Oktober 2015 vom Berliner Bürgermeister Michael Müller (von der friedensbewegten SPD) mit dem Verdienstorden des Landes Berlin ausgezeichnet. Wir gratulieren zu dieser weisen Entscheidung. Sala Allah’alayhi wa salam [Allah segne ihn und schenke ihm Heil].

Wollen wir zum guten Schluss für Will, Müller und all die andern Verharmloser, Verdummten und Verdummer aus dem ach so friedfertigen Koran zitieren, die Stelle an der zum ersten Mal die Strafe für die Ungläubigen ausgesprochen wird. Bereits in Sure 2 (al-Baqarah), 25 heißt es:

hütet euch vor dem Feuer, dessen Nahrung Menschen und Steine sind, bereitet für die Ungläubigen.

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