Menschenrechtsverständnis „gewöhnlicher Muslime“ à la AKP

Frog1(Marco Kauffmann Bossart, Kindsmissbrauch – Ankara plant Amnestie, Neue Zürcher Zeitung, 22.11.2016, 3)

Angesichts des Geschwätzes von Nilüfer Göle über die ach so liebenswerten „gewöhnlichen Muslime“ (siehe Göles Studie) wollen wir mal ein wenig aus der AKP-Türkei berichten, wie dies Betvolk tatsächlich tickt:

„Gemäss einem Gesetzentwurf der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) sollen 3000 bis 4000 Männer amnestiert werden, die wegen Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen verurteilt sind. Voraussetzung ist, dass der Täter sein Opfer heiratet.“

Welch‘ verlockendes Angebot!! Auf dass die Zahl der – auch in der Türkei bislang gesetzlich verbotenen – Kinderehen wachse!!

Schade nur, dass die (unmuslimisch eingestellte, Allah möge sie allesamt verfluchen!) Männer- und Frauenwelt dagegen ist und das Gesetz (bislang) verhinderte, vah vah:

„Die Empörung säkularer und feministischer Kreise [!!] ist vor dem Hintergrund einer starken Zunahme von Gewalt gegenüber Frauen zu sehen: 40 Prozent der türkischen Frauen geben an, körperlich misshandelt worden zu sein. Zwischen 2003 und 2010 [d.h. nach der Machtübernahme des Staats durch Erdoğan und sein demokratisch legitimiertes Betvolk] haben dir registrierten Frauenmorde um 1400 [!!] Prozent zugenommen.“

Marco Kauffmann Bossarts kurzer Artikel schließt:

„Im Juli hatte das Verfassungsgericht einen Teil des Strafgesetzes annulliert, das sexuelle Handlung mit unter 15-Jährigen als Missbrauch wertete.“

Prima!! Ganz prima!!

Auf, ihr Gutmenschen, holt noch mehr von diesen „gewöhnlichen Muslimen“ ins Land!! Auf dass sie uns beibringen, was Gerechtigkeit und Entwicklung heißt…

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N. Göles Gequake über „gewöhnliche Muslime“

Frog1(Nilüfer Göle, „Der Islam ist dabei, einheimisch zu werden“, Im Interview mit Karin Krüger, FAS, 20.11.2016, 48; im Internet unter: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/niluefer-goele-im-gespraech-ueber-den-islam-in-europa-14533903.html)

(Peter Dausend, Raus aus der Haut!, Zeit, 17.11.2016, 1)

(Charlotte Joppien, Die türkische Adalet ve Kalkınma Partisi (AKP). Eine Untersuchung des Programms „Muhafazakar Demokrasi“, Berlin, 2011)

(Diyanet’in çocuk dergisinde ‚şehitlik‘ övgüsü: Ne güzel şehit olmak, SOL online, 28.3.2016)

(Pater Rásonyi, Kanzlerin Alternativlos, Neue Zürcher Zeitung, 22.11.2016, 3)

Nilüfer Göle sagt über „gewöhnliche Muslime“:

„Diese Muslime aber fallen auf, da sie ihren Glauben im Alltag leben wollen. Als Konsequenz muss [wieso muss??] Europa sich damit auseinandersetzen, dass Symbolfiguren des Islams mitten im öffentlichen Leben in Erscheinung treten: etwa durch Moschee oder durch das Kopftuch.“ (im Original keine Hervorhebung)

Allein die Einfügung des Gegensatz anzeigenden Wörtchens aber macht deutlich, dass das gerade nicht die gewöhnlichen Muslime sind: Diese Muslime wollen auffallen!! Sie wollen die Show!! Sie wollen provozieren!! — Wo bitte ist der Unterschied zwischen dem mahalle baskısı (Prinzip der „gegenseitige[n] gesellschaftlichen Kontrolle“) der AKP (Joppien, 106) und der Scharia-Polizei der salafistischen Eiferer??

Dieses in Deutschland zum Teil bereits heimische Betvolk, zum Teil durch die von Merkel auferweckte und angeführte Refugees Welcome!-Heilsarmee zu Hunderttausenden aufgestockt, fällt auf und stößt – leider zu wenig – auf Widerstand:

Es gibt eine große Ablehnung des Fremden […] Auch bei Intellektuellen aus dem linken Lager, bei Feministinnen und in Teilen der Homosexuellenbewegung.

[Hört ihr: Ihr seid xenophob, ihr sol, ihr Linken!!]

Sie haben gegen die Macht der Kirche [und der Moscheen, Frau Göle!!] gekämpft, um sexuelle Freiheit und Geschlechtergleichheit zu erreichen. Nun fühlen Sie sich bedroht von der Rückkehr der Religion im öffentlichen Raum. Sie zeigen sich wenig gewillt, gemeinsam mit [solch!!] Muslimen neue Formen zu entwickeln.“ (im Original keine Hervorhebung)

Zudem fällt auf, dass immer mehr (z.B.) AKP-Anhänger sich in den sozialen Medien gegenseitig einen gesegneten heiligen Freitag wünschen: Die Entprofanisierung des Alltags unter den Sunniten schreitet munter voran. (Aleviten sind darüber gar nicht erfreut. Sie wissen genau, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich der sunnitische Mob wieder mal gegen sie richtet…)

Bedenklich stimmt daher Göles Aussage:

„Wer beispielsweise im europäischen Arbeitsalltag fünfmal täglich beten möchte, braucht eine Strategie. Deshalb gehen die jungen Muslime sehr reflektiert an ihren Glauben heran.

[Als ob dieses Betvolk von Aufklärung Ahnung hätte!! oder deren Ideale gar anerkennen würde!!! Ganz im Gegenteil: Ne güzel şehit olmak!]

Indem sie ihre Religion in den öffentlichen Raum einbringen, geben sie Europa einen neuen Farbton.

[Immer wieder dieses Multikulti-Geschwätz!! Als ob ein İmamların ordusu (welcher Couleur auch immer), eine von den Moscheen aus gelenkte sunnitische Armee Farbakzente setzen wolle!! Ganz im Gegenteil: Ne güzel şehit olmak!]

Genauso verhält es sich mit europäischen Konvertiten. Der Islam ist dabei, einheimisch zu werden.“

Welch‘ unerträgliche Verharmlosung des salafistischen Extremismus!!

Dann verkündet Göle ihren Imperativ: Es gelte,

„die integriert lebenden Muslime, die in allen europäischen Ländern die Mehrheit bilden, wahrzunehmen.“

Baş üstüne!

Immerhin gibt Göle zu, Teil der naiv-dümmlichen Bewegung gewesen zu sein, die in Erdoğan einen, gar den Heilsbringer der Nation sahen, ja: sehen:

„Ich war eine derjenigen, die an den von Erdoğans AKP angestoßenen Prozess der Demokratisierung glaubten. […] Etwa zehn Jahre lang hat es funktioniert. Doch dann setzte aus Gründen, die noch genau zu analysieren sind, eine Rückwärtsbewegung ein.“

Doch dies Eingeständnis hindert Göle nicht, ihr naiv-dümmliches Narrativ fortzuleben:

„Ich hoffe, dass der Wandel des Islams in eine demokratische Richtung unterstützt wird. Ich sehe in der Türkei derzeit aber nicht das Element der Religion im Vordergrund [weltfremder geht’s wohl kaum noch…], sondern Nationalismus und vor allem Nativismus.“

Und auch die nachfolgende Passage gibt Zeugnis von Göles unbegrenzter Naivität:

„Während des Putschversuchs war ich in Istanbul. Niemand wollte einen Staatsstreich, ich sah, wie die Leute sich den Panzern entgegen stellten. Wir dachten, es könnte der Beginn einer neuen demokratischen Ära sein.“

Es ist ein Skandal ohnegleichen, dass solche Schwätzer – wie die ZEIT über Steinmeier sagte: populäre „Welterklärer“ – zu Experten (für was auch immer) hochgejubelt werden…,

wobei sich vor allem die Hochjubler selbst mit hochjubeln —: Hier der schlicht-manichäische Antagonismus des eben zitierten vorgeblich Wissenden, Peter Dausend, über all die unwissenden Schäfchen im Land, verkündet von der Kanzel auf Seite 1 der ZEIT:

„Der Populismus der Weltverdreher, konfrontiert mit der Popularität eines Welterklärers“…

Ist das nicht herrlich!! Göttlich!! Άξιον εστί…:

„Bundeskanzlerin Alternativlos also, genau so, wie Merkel zu regieren pflegt.“ (Rásonyi)

(siehe auch: Menschenrechtsverständnis „gewöhnlicher Muslime“ à la AKP)

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Zum Zusammenhang von Islam und Islamismus

Frog1(Wolfgang Bock, Hier endet die Religionsfreiheit, Zeit, 24.11.2016, 58)

(Thomas de Maizière, »Die Grenzen sind nicht immer leicht zu ziehen«, Befragt von Evelyn Finger, Zeit, 24.11.2016, 58; abgedruckt auch auf der Homepage des: BMI, „Die Gren­zen sind nicht im­mer leicht zu zie­hen“)

(Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V., Islamische Charta, Berlin, 2002)

(Stadt Monheim fördert Moscheebau mit 845.000 Euro, WELT online, 27.10.2016)

 —

Wolfgang Bock ist einer von denen, die zugeben:

„Islamistisch-extremistische Verständnisse des Islams entwickeln sich aus der Religion heraus. Auch wenn sie die Religion missbrauchen, ist diese doch der Ausgangspunkt fundamentalistischer Lehren. [Folglich stellt er die Frage danach, inwieweit Handeln im Namen der Religion durch die Verfassung frei sein kann.] Die verfassungsrechtliche Gretchenfrage lautet: Wo sind die Grenzen der Religionsfreiheit? Wie sind diese zu ziehen?“ (Bock)

Für Bock ist klar:

„das nach Sure 4 Vers 34 des Korans erlaubte (leichte?) Schlagen der Ehefrau: Dies bleibt eine strafrechtlich untersagte Körperverletzung. Ähnliches gilt für Mehrfachehen: Unter dem Grundgesetz wird eine zweite Eheschließung, ob sie nun vor dem Imam oder im Ausland erfolgt ist, nicht anerkannt.“ (Bock)

Die Realität in der Bundesrepublik sieht freilich anders aus, ob naive und/oder dümmliche Gutmenschen das nun wahrhaben wollen oder nicht. Nicht nur, dass (einige) Richter anders urteilen, sprich: Verprügeln von Muslimas durch muslimische Ehemänner für rechtens erachten, Kinderehen zulassen, ja sogar befürworten: Das deutsche Recht selbst lässt Ausnahmen zu! (Siehe hierzu: OLG Bamberg erklärt Kinderehe für verfassungskonform)

Zudem stehen, das immerhin räumt Bock ein, auch die Islamverbände nicht vorbehaltlos hinter dem Grundgesetz:

„Das Problem zeigt sich auch in politisch anerkannten [und u.a. von der Regierung entsprechend aufgewerteten] Organisationen. Der Zentralrat der Muslime etwa relativiert in seiner »Islamischen Charta« [Quellenangabe s.o.] die Menschenrechte, indem er nur einen »Kernbestand« anerkennen will. [

In der Charta heißt es unter Abschn. 13: „Zwischen den im Koran verankerten, von Gott gewährten Individualrechten und dem Kernbestand der westlichen Menschenrechtserklärung besteht kein Widerspruch.“

…] Auch in der Organisation Ditib zeigten sich islamistische Tendenzen: Einige ihrer von der Türkei aus dominierten Moscheevereine veröffentlichten antisemitische Aussagen und Bilder. Und es wurde ein vom türkischen Religionsministerium Diyanet kommender Comic verbreitet, in dem ein Vater gegenüber seinem Sohn das Märtyrertum pries. Das [Erdoğan und dem Islamismus gegenüber willfährige] Land Nordrhein-Westfalen kündigte deshalb einen Teil [!!] seiner Zusammenarbeit mit Ditib auf, nämlich im Bereich der Radikalisierungsprävention.“ (Bock)

Soll heißen: Gelehrt, gepredigt und indoktriniert werden darf weiter wie gehabt!! Und auch an der Errichtung weiterer Ditib-Moscheen (mit Steuergeldern, siehe Monheim, s.o.) ist aus Landesregierungssicht nichts auszusetzen. Und das, obwohl der Bundesinnenminister Thomas de Maizière (in der ZEIT am 24.11.2016) großmäulig verkündete:

„Wir wollen auch keine [!!!] politische Einflussnahme auf unsere Politik aus dem Ausland unter dem Vorwand der Religionsausübung.“

Hahaha! Ist das nicht herrlich? Allahu akbar!

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Bald-Bundespräsident Steinmeier: Das devote Sensibelchen

 Frog1(Markus Wehner, Der Empfindliche, FAS, 20.11.2016, 3)

(Michael Paulwitz, Berliner Wagenburg, Junge Freiheit, 18.11.2016, 1)

(Christine Lemke-Matwey, Wie Ostberlin kurz nach der Wende, Zeit, 17.11.2016, 54)

Markus Wehner schreibt in der FAS über Politbarometer-Liebling, Noch-Außenminister und Bald-Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier:

„Steinmeier ist ein empfindlicher Mann, überempfindlich, sagen manche.“ (Wehner)

Das allein wäre ja nicht so tragisch. Doch er sei und wirkt auch reichlich bieder-behäbig:

„Zum zweiten Mal wurde er [Steinmeier] Merkels Außenminister. Seitdem bereist er in höchstem Tempo alle Krisenherde der Welt und alle nicht so krisenhaften Länder auch. Jeder Tag ist pickepackevoll mit Terminen. [Superstar? Batman?] Steinmeier rettet die Welt. [Doch:] Nochmals vier Jahre könne er das keinesfalls durchhalten, sagen Vertraute. […] Selten sagt Steinmeier dabei etwas, was überrascht und länger im Gedächtnis bleibt. [!!…] Aber seiner Beliebtheit kann die ruhige, etwas langweilige Art nichts anhaben, im Gegenteil. Steinmeier wird gerade deswegen gemocht.“ (Wehner; im Original keine Hervorhebung)

Beste Voraussetzungen also, um Pastor Gauck als Bundespräsidenten abzulösen. Und auch in punkto Schleimscheißerei zählt er zum Spitzenpersonal unserer Regierung. Michael Paulwitz‘ Kommentar zur Kür dieses Spitzenmanns liest sich diesbezüglich denn auch nicht eben schmeichelhaft:

„Die Kanzlerin und CDU-Chefin handelt sich Absage um Absage ein und findet keinen Kandidaten aus dem eigenen Stall, der von anderen mitgetragen würde“, so dass ihr zuletzt nichts anderes übrig blieb, als den von „SPD-Chef Gabriel […] anmaßend als „Wunschkandidaten“ des Volkes“ Bezeichneten als schon jetzt feststehenden „Sieger auf den Schild zu heben“. (Paulwitz; im Original keine Hervorhebung)

Über den Herrn Kandidaten selbst schreibt Paulwitz:

Ein farbloser Apparatschik mit bescheidener Bilanz, dessen Freude über die ihm zugeschanzte schöne Pfründe zum Karriereausklang wahrscheinlich sogar echt ist […] Er [Steinmeier] wolle weiter „unbequeme Dinge sagen“, versichert der von Politik und Medien als „integer“ und „erfahren“ Umschmeichelte brav – als hätte er das schon jemals in seiner Karriere getan.“ (Paulwitz; im Original keine Hervorhebung)

Beispiel: Das Einknicken gegenüber Despoten Erdoğan – vom Auswärtigen Amt am liebsten in aller Stille vollzogen, auf dass die (je Vorgang uneingeweihte) Öffentlichkeit kaum etwas mitbekommen möge und an Steinmeiers Image nicht gekratzt werden kann:

„Der Türkei, die den Völkermord [an den Armeniern] bis heute leugnet, missfiel das kleine Projekt [das Konzertprojekt Aghet – Ağıt] so sehr, dass sie im April aus dem beteiligten EU-Förderprogramm ausstieg und außerdem dafür sorgte, dass das für den 13. November im deutschen Generalkonsulat in Istanbul vereinbarte Gastspiel kurzfristig abgesagt wurde“: und das, obwohl Aghet / Ağıt auch „vom deutschen Auswärtigen Amt unterstützt“ wird!!

Dieses diplomatisch-unwürdige feige Verhalten, diese Schande versteckten die Gutmenschen der Zeit in ihrem Feuilleton, während im Politikteil gern Steinmeiers mutiges Eintreten für die Freiheit gefeiert wird. Auch das: Ein Stück Lügenpresse

Christine Lemke-Matwey fühlt sich angesichts dieser Kulturpolitik sogar an 1915 erinnert. Auch damals wussten

„die Deutschen […] um die Deportationen der Armenier, unternahmen aber nichts, da man die Türkei im Weltkriegsgeschehen »noch sehr brauchen« würde, wie Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg sich ausdrückte“. (Lemke-Matwey; im Original keine Hervorhebung)

In so einer Notlage sieht sich Merkel derzeit wohl auch: Gegen ihre „Politik des fortgesetzten Rechtsbruchs“ (Paulwitz) – sprich: die unkontrollierte Flutung Deutschlands mit hunderttausenden Flüchtlingen – scheint ihr und ihrer Regierungsmannschaft nur ein Ausweg möglich: Der Deal mit Erdoğan – zu welchem Preis auch immer. Da sind sich Merkel und Steinmeier einig: Hoch lebe der neue Bundespräsident! Der Bückling, Beweihräucher der Kanzlerin!

Wie sagt Paulwitz über unser Establishment so schön:

„einen Bundespräsidenten, der – wenn er schon keine Exekutivgewalt hat – wenigstens die Fehlentwicklungen beim Namen nennen und dem Politikbetrieb die Leviten lesen würde, lässt die politische Klasse, die dafür die Verantwortung trägt, nicht mehr zu.“ (Paulwitz)

Da macht das Durchregieren doch Freude: Lang lebe die Alternativlosigkeit!

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Zum Verbot des Vereins „Die wahre Religion“

Frog1(Bundesministerium des Innern, Pres­se­mit­tei­lung zum Ver­eins­ver­bot der Ver­ei­ni­gung „Die wah­re Re­li­gi­on (DWR)“ ali­as „Stif­tung LIES“, 15.11.2016)

(Abdel-Hakim Ourghi, Neue Koranverteiler, Zeit, 24.11.2016, 58)

„Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat heute die Vereinigung „Die wahre Religion (DWR)“ alias „LIES! Stiftung“/“Stiftung LIES“ verboten und aufgelöst. Das Verbot wird seit den frühen Morgenstunden in 10 Bundesländern (Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Hamburg und Bremen) mit über 190 Durchsuchungs- und Beschlagnahmemaßnahmen vollzogen.“ (BMI; im Original keine Hervorhebung)

Nun also wurde die „Lies!“-Aktion — anders als die „Scharia-Polizei“-Aktion — verurteilt und verboten. Hieran zeigt sich die Doppelmoral unserer Justiz. Während die „Lies!“-Aktion lediglich zum selbstständigen Lesen aufforderte, ermahnte die „Scharia-Polizei“ Sünder zu einem Allah-gefälligen (halāl) Verhalten. Sie griff damit direkt in das Leben der Passanten ein. Doch verboten wurde nicht sie, sondern die „Lies!“-Aktion. Denn sie war erfolgreicher:

„Seit Oktober 2011 missionierten sie in deutschen Fußgängerzonen. Ihr Erfolg: junge Menschen für den Dschihad zu rekrutieren. Die Koranverteiler vom Verein »Die wahre Religion« gewannen mit der Aktion »Ließ!« etwa Robert Baum und Patrick S., die erst konvertierten, dann selbst Korane verteilten und schließlich in Syrien für den IS starben.“ (Ourghi; im Original keine Hervorhebung)

Laut BMI sollen

„über 140 junge Menschen nach Syrien bzw. in den Irak ausgereist [sein], um sich dort dem Kampf terroristischer Gruppierungen anzuschließen, nachdem sie an LIES!-Aktionen teilgenommen haben.“ (BMI)

Diffamiert wurden durch die Prediger der wahren Religion alle Anders- und Nichtgläubigen:

„Die beiden monotheistischen Religionen Judentum und Christentum wurden ebenso als Unglaube diffamiert wie andere Weltanschauungen. Kopf des Vereins war [wie so oft ein Flüchtling:] Ibrahim Abou Nagie, geboren 1964 im Flüchtlingslager Nuseirat bei Gaza, der in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Salafisten Deutschlands avancierte.“ (Ourghi; im Original keine Hervorhebung)

Abdel-Hakim Ourghi betont zudem die Wirkung des Verbots auf die Moscheen, die bekannt dafür sind, mehrfach Hassprediger zu sich eingeladen zu haben und immer wieder gerne einzuladen:

„Aber ein Verbot muss gut abgesichert sein. Nur dann ist es ein Warnsignal an jene Moscheen, die salafistischer Propaganda Raum geben – allein in NRW sollen das 55 sein.“ (Ourghi; im Original keine Hervorhebungen)

Doch das Verbot (der „Die wahre Religion“) ist das eine, die Neuauflage (Relaunch) unter neuem Namen als Strategie zur Verlängerung des Lebenszyklus das andere:

Beispiel Türkei: Immer wenn Gefahr bestand, dass eine islamistische Partei (Refah, ab 1984  mit Merkel-Liebling Erdoğan als stellvertretendem Vorsitzenden) verboten werden könnte, wurde zuvor flugs eine neue geboren (Fazilet, aus der, nach deren Auflösung, die AKP hervorging…) —

„Der Hassprediger Pierre Vogel gründete Anfang November schon den Ersatzverein »We love Muhammad«. Vogel ködert sein junges Publikum mit der heroischen Vita des Propheten, wirbt für ihn in einem Youtube-Video und setzt die »Lies!«-Aktion auch personell fort: in Hessen koordiniert der mutmaßliche Terrorwerber Bilal Gümüs [sic] das neue Propagandaprogramm. Der Mann aus Frankfurt gehörte zum engsten Kreis um Abou Nagie.“ (Ourghi)

Und so sind die klugen Islamisten dem Staat immer – mindestens – einen Schritt voraus…

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Deutschlands grandios-glorreicher Beitrag zur Meinungsfreiheit auf der Istanbuler Buchmesse

Frog1(Tilman Jens, Buchmesse Istanbul, Kulturzeit, 15.11.2016)

(Kulturzeit vom 15.11.2016)

(Deutschland Gastland in Istanbul, Frankfurter Buchmesse (online))

(Sabine Kieselbach, Kommentar: Gastland Deutschland bei der International Istanbul Book Fair – Akt der Solidarität mit türkischen Autoren, Deutsche Welle online, 15.11.2016)

I

2016 war Deutschland Gastland der 35. Istanbuler Buchmesse (İstanbul Kitapçısı) vom 12.-15. November 2016. Deutschland stellte seinen Auftritt unter das Motto „Worte bewegen“. Sözcüklerin etkisi: Was der Slogan (wörtlich übersetzt:) die Wirkung der Worte soll, wird durch folgende Ereignisse evident:

Am letzten Tag der Buchmesse, am 15.11.2016, ließ es sich Bundespräsident-Anwärter Steinmeier, der am Tag zuvor, am 14.11.2016, nach Ankara pilgerte, nicht nehmen, mal wieder diplomatische Schleim-Akzente zu setzen. Voll klammheimlich zur Schau gestellter Freude eilte er – selbstredend: natürlich nicht nach Istanbul, der Solidarität mit den Geschundenen wegen (die ihm angeblich ja so am Herzen liegen), sondern – zu seinem Intimus, dem Sultan, um ihm als Bückling seine Aufwartung zu machen: Befehle, Herr, und ich folge! Baş üstüne!

Tina Mendelsohn demaskiert denn auch Steinmeiers devot-schleimig-heuchlerischen Charakter in ihrem Statement ob dieser Tat:

„Erdoğan lud heute kurzfristig den deutschen Noch-Außenminister und Fast-Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier zu sich ein. Eisige Minen und seit Tagen Säbelrasseln. Deutschland sei ein sicherer Rückzugsraum für Terroristen, schallt es aus Ankara. Jetzt wird schmutzige Wäsche gewaschen. Nichtsdestotrotz hat Steinmeier gerade verkündet: Diese Türkeireise sei positiv verlaufen.“

Zu deutsch: Der Deal steht! — Und dieser Heuchler soll nun durch Regierungsbeschluss ins Präsidentenamt gehievt werden…

II

Doch zurück zur Buchmesse. Wohlgemerkt: Unter denen, die den Auftritt Deutschlands gestalteten, firmierte das Auswärtige Amt an erster Stelle:

„Das Auswärtige Amt, die Frankfurter Buchmesse und das Goethe-Institut gestalten den Gastlandauftritt Deutschlands in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Verband der deutschen Messewirtschaft AUMA und der Messe Leipzig International LMI.“ (Frankfurter Buchmesse/buchmesse.de; im Original Fettdruck)

Doch nicht nur dieses Amt, all die in Istanbul auf der Messe geschäftlich anwesenden Deutschen zeigten sich vornehmlich als kleinlaute, mutlose, verängstigte Eunuchen. Das Motto des Gastlands hätte wohl treffender: Die Bemühung des Todschweigens geheißen.

Im Bericht der Kulturzeit (15.11.2016) wird deutlich, wie sprach-, politik- und tatenlos unsere Kulturmemmen agierten:

  1. Maria Böhmer, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, überreichte – wohl zur Aufrechterhaltung des Flüchtlingsdeals und Selbstdesavouierung – ein Kochbuch mit Titel „Kraut Kopf“. (Den Anfang der Kochbuchdiplomatie machte freilich der Gastgeber. Der stellvertretende Kulturminister der Türkei, Hüseyin Yayman, gut genug, das Gastland willkommen zu heißen, überreichte zuerst sein Kochbuch…: zur Aussetzung der Meinungsfreiheit.)
  2. Am Stand der Cumhuriyet hieß es: „Nein, die Deutschen sind hier leider nicht aufgetaucht.“
  3. Am Stand (mit Titel #özgürlüğesesver, gib der Freiheit eine Stimme) der inhaftierten Schriftstellerin Aslı Erdoğan, hieß es: „Bisher ist nicht ein einziger deutscher Autor zu uns gekommen.“
  4. Vor dem Knast, in dem Erdoğan einsitzt, zeigten sich zwar immerhin 7 von 50 deutschen Messe-Delegierten. Doch Wirkung sieht anders aus. Kommentar Tilman Jens‘: „Ein Bild des Jammers.“ Gleichwohl betonte Alexander Skipis, Börsenverein des deutschen Buchhandels, wie wichtig es sei, „dass wir heute hier sind“. Übrigens: Vom Goethe-Institut Istanbul kam kein einziger Vertreter.
  5. Pseudo-Philosoph Wilhelm Schmid begründete sein Fernbleiben der Demonstration vor dem Knast: „Ich habe meiner Familie schlicht versprochen: Ich begebe mich in keinerlei Gefahr.“

Gepriesen sei die Wirkung solch‘ Worte und Taten! –– Den Sultan wird’s freuen!

PS: Besonders hübsch ist die Kommentierung der Gutmenschin Sabine Kieselbach zur deutschen Solidaritätsbekundung (zu den o.g. Punkten 1-5):

Kieselbach zufolge zeige sich im Verhalten der Deutschen nämlich:

„die Aufforderung zum Dialog. Man will das Gespräch nicht abreißen lassen, nicht mit den Kollegen, aber auch nicht mit den offiziellen Gesprächspartnern. In der Politik nennt man das Diplomatie.“ (Kieselbach)

Da kann selbst Steinmeier noch ’was lernen!

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Hakan Günday zum Flüchtlingsdeal: EU-Türkei

Frog1(Luise Sammann, Als würde er seinen Ekel vor der Welt erbrechen, Deutschlandradio Kultur (online), 30.8.2016)

Hakan Günday:

 „Alle Schriftsteller, die ich bewundere, haben mich verstört. Sie haben dafür gesorgt, dass ich meine Augen offen halte, Fragen stelle und zweifele…Ich glaube, dass die Aufmerksamkeit wie ein Muskel funktioniert. Wenn ich heute aufhöre hinzuschauen, den Muskel zu trainieren, dann fühle ich ein Jahr später nichts mehr beim Blick in die Zeitung. Ich kann mir dann den aktuellen Flüchtlingsdeal zwischen der Türkei und der EU ansehen, ohne etwas dabei zu spüren. Ohne dabei zu denken, wie zynisch es ist, wenn Türken durch diesen Deal bald visafrei in den Schengen-Raum reisen könnten, um den zu erreichen in den letzten Jahren mehr als 5.000 Menschen gestorben sind! Erst wegen dieser Leichen dürfen wir vielleicht bald am Brandenburger Tor Touri spielen.“ (im Original ohne Hervorhebungen)

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Erdoğan und der gestoppte MIT-Waffenkonvoi Richtung Syrien (19.1.2014)

Frog1(Özlem Topçu, Unterstützt die Türkei Islamisten?, ZEIT, 25.8.2016, 6)

(Üç savcı görevden alındı, mynet.com, 24.1.2014)

(MİT TIR’ları soruşturmasını yapan tutuklu 4 savcı Ankara’ya getirildi, mynet.com, 3.8.2015)

Özlem Topçu fasst die bislang bekannten Fakten wie folgt zusammen:

„Was bekannt ist: am 19. Januar 2014 stoppte die Gendarmerie im südtürkischen Adana, unweit der syrischen Grenze, drei Lkw. Der zuständige Staatsanwalt Aziz Takçıerteilte die Anweisung, die Lastwagen zu durchsuchen, doch die Männer, die den Konvoi begleiteten, widersetzten sich. Sie waren, wie sich herausstellte, Mitarbeiter des türkischen Geheimdienstes MIT, weigerten sich aber, sich auszuweisen oder Dokumente über den Inhalt ihres Transports vorzuzeigen. Staatsanwalt Takçı ließ die Fahrzeuge dennoch öffnen und fand in sechs Containern: Mörser, Artilleriegeschosse, Maschinengewehrpatronen. [Hier das u.a. der Cumhuriyet zugespielte Video-Material dazu: Türkei unterstützt Anti-Assad Kämpfer: Whistleblower Chefredakteur Dündar] So berichtete er es etwa ein Jahr später der Zeitung Cumhuriyet in einem Interview. Takçı sagte auch, dass anschließend der Gouverneur der Provinz [Hüseyin Avni Coş] in Begleitung von 300-400 Sicherheitskräften an den Ort der Durchsuchung gekommen sei und erklärt habe, dass die Lkw dem MIT gehörten. Der damalige Premierminister Tayyip Erdoğan, so der Gouverneur weiter, habe ihn persönlich angerufen und gesagt: der Staatsanwalt soll die LKW weiterfahren lassen. […] Ende 2015, einige Wochen nachdem seine Partei, die AKP, die Parlamentswahl gewonnen hatte, äußerte sich Präsident Erdoğan erneut zu den Vorwürfen: »Einige sagen, ich hätte gesagt, da seien keine Waffen drin gewesen. Nun, und wenn schon?«

Tatsache ist [ferner]: Die mit dem Fall anfangs betrauten Staatsanwälte, Aziz Takçı und drei seiner Kollegen [Süleyman Bağrıyanık, Ahmet Karaca, Özcan Şişman], sitzen mittlerweile in Haft. Sie sind unter anderem wegen des Versuchs angeklagt, die Regierung zu stürzen. Auch die Journalisten Can Dündar, der ehemalige Chefredakteur der Cumhuriyet, und sein Ankara-Büroleiter Erdem Gül, die sich mit den Lkw des MIT befassten, wurden wegen Verrats von Staatsgeheimnissen angeklagt und verurteilt. Sie sind nur die prominentesten Beispiele.“

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Erdoğans verbrecherische Familie

Frog1(Ali U. Arikan, Burak Erdoğan’ı hapisten kurtardı, bakın şimdi nerede?, SOL (online), 26.2.2014)

(Maria Gregor, Bestechung, Korruption, Macht – So läufts beim Erdogan-Clan, News.de, 21.7.2016)

(Bilal Erdoğan kimdir, şirketleri hangileri?, Internethaber, 27.2.2014)

(dpa, Geldwäsche-Ermittlungen gegen Erdogans Sohn, Handelsblatt online, 17.2.2016)

(Ozan Demircan,Ist Erdogans Sohn der Ölminister des IS?, Handelsblatt online, 5.12.2015)

(Erdogans Familie – Herrscher über Energie, Öl und Wasser – in neue Skandale verwickelt!, Netzfrauen (online), 11.8.2016)

(Bilal Erdoğan’ın gemileri Suriye’ye ne taşıyor?, Cumhurriyet, 9.5.2014)

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit und

nur, weil in der deutschen Presse – die für ihr Verschwiegenheitsdiktum ja hinlänglich bekannt ist – hierzu so gut wie nichts zu finden ist, ein paar Fakten:

 

  • Mordvorwurf gegen Ahmet Burak Erdoğan

„Der älteste Sohn Ahmet Burak Erdogan wird laut „bild.de“ 80 Millionen Dollar schwer geschätzt. Sein Vermögen machte er im Seefracht-Geschäft. Gerüchten zufolge soll die [türkische] Regierung seine Geschäfte unterstützt haben.

Kam sein Sohn Ahmet Burak Erdogan mit einem Mord davon?

[Am 11.5.]1998 wurde die Sängerin Sevim Tanürek in Istanbul von Ahmet Burak Erdogan überfahren. Sie starb kurz darauf im Krankenhaus. Erdogans Sohn wurde Fahrerflucht und Fahren ohne Führerschein vorgeworfen. Doch er kam davon.

Ein Verkehrsgutachter [Eyüp Çakmak] änderte kurz vor der Verhandlung seinen Bericht. [Ahmet konnte an der Verhandlung nicht teilnehmen. Er weilte zum Sprachstudium in England…] Wenig später wurde er [Çakmak ] von Erdogan [am 21.2.2014] zum Vize der staatlichen Schifffahrtsgesellschaft ernannt. [Näheres von Ali U. Arikan, link s.o.]

Korruptionsskandal um Erdogan-Nachwuchs

Auch sein zweiter Sohn, Necmettin Bilal Erdogan [seit 2004 mit Reyyan Uzuner verheiratet] taucht immer wieder in Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften in der Presse auf. So soll er drei Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt haben, um günstig an Immobilien zu gelangen. Auch gegen seine Stiftung [Türkiye Gençlik ve Eğitime Hizmet Vakfı (die 1996 gegründet wurde und bis 2012 İstanbul Eğitim ve Gençliğe Hizmet Vakfı hieß)] wird ermittelt. Der anklagende Staatsanwalt wurde von seinen Aufgaben entbunden. Bilal lebt nun in Italien. Die dortigen Behörden sollen [Sollen?? Von wegen: Das ist Fakt!! Siehe Handelsblatt-Artikel] seit März wegen angeblicher Geldwäsche gegen ihn ermitteln.“ (im Original sind nur Zwischenüberschriften fett gedruckt)

(Näheres siehe Internethaber-Artikel)

  • Geldwäschevorwurf gegen Bilal Erdoğan

Besonders die Netzfrauen sind im Aufzeigen der Machenschaften des Erdoğan-Klans aktiv:

„Als die Journalistin Lucia Goracci Erdogan [in einem Interview für Rai News 24 (ausgestrahlt) am 2.8.2016] auf die Vorwürfe gegen seinen Sohn Bilal Erdogan anspricht, antwortet er, ob Italien nicht genug mit seiner Mafia zu tun hätte, anstatt sich mit seinem Sohn zu beschäftigen.“

 

  • Korruptionsvorwürfe gegen Bilal Erdoğan

„Im Jahr 2013 wurde Bilal Erdogan von der Staatsanwaltschaft verdächtigt, Bestechungsgelder seines Vaters zu waschen. Grundlage war ein Dossier, das Fotos und Telefonmitschnitte zwischen Bilal und seinem Vater beinhaltete. Der damalige Premierminister befiehlt demnach seinem Sohn, „das ganze Geld im Haus“ verschwinden zu lassen. Viele bezeichneten den Mitschnitt als authentisch. Andere wiederum kritisierten, das Gespräch wirke künstlich und technisch nicht einwandfrei belegbar.“ (Demircan)

 

  • Die IS-Ölgeschäfte der Familie

„Anfang 2014 tauchte plötzlich ein zweiter Telefonmitschnitt auf. Darin geht es um eine angebliche Zahlung in Höhe von zehn Millionen US-Dollar. Von wem das Geld komme, wird nicht thematisiert. Medien spekulierten, es handele sich um Bestechungsgeld für eine Öl-Pipeline. […] „Im August [2015] wurde der Vorwurf laut, der Reichtum des IS beruhe zum Teil auf einem „Familien-Business“ der Erdogans. Bilals Schwester Sümeyye betreibe demnach ein Krankenhaus nahe der syrischen Grenze, in dem verwundete IS-Kämpfer gepflegt würden. Sohn Bilal soll anderen Anschuldigungen zufolge gestohlenes Öl aus IS-Gebieten im Irak in verschiedene asiatische Länder verschiffen. Öfters fiel im Zusammenhang mit Bilal der Begriff des „Ölministers“ der IS-Milizen. Schon im Mai 2014 fragte die türkische Tageszeitung Cumhuriyet in der Überschrift eines Artikels: „Was machen Bilals Schiffe an der syrischen Küste?““ (Demircan; im Original keine Hervorhebungen)

Der Cumhurriyet-Artikel lautet: Bilal Erdoğan’ın gemileri Suriye’ye ne taşıyor? – Wörtlich übersetzt: Was transportieren Bilal Erdoğans Schiffe nach Syrien? In dem Artikel wird u.a. ausgesagt, dass ein Schiff Bilal Erdoğans am 3.4.2014 von Noworossijsk (Russland) abgefahren, am 10.4.2014 in Istanbul angekommen, am selben Tag noch nach Tartus (Syrien) weitergefahren und dort am 14.4.2014 angekommen sei.

„Recep Tayyip Erdoğan’ın oğlunun ortak olduğu Manta Denizcilik’e ait G. İnebolu gemisinin, 3 Nisan 2014’te Rusya’nın Novorossiysk Limanı’ndan hareket ettiği, 10 Nisan’da İstanbul’a geldiği ve aynı gün tekrar yola çıktığı, Ege ile Akdeniz’den geçerek 14 Nisan günü Suriye’nin Esad denetimindeki Tartus Limanı’na demir attığı yine basına yansıyan haberler arasındadır.“

Das freilich legt nahe, dass die Erdoğans sogar mit den bösen, bösen Russen und al-Assad Geschäfte machen…

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