Zunahme der Armut in NRW: NUR unter Migranten!

(Till-Reimer Stoldt, Die NEUE Armut, WaS, 9.4.2017, NRW 1)

(Gilles Kepel, Der Bruch. Frankreichs gespaltene Gesellschaft, Aus dem Französischen von Martin Weyerle, München, 2017)

(Manuel Bewarder, Anette Dowideit, Martin Lutz und C. C. Malzahn, Massiver Anstieg illegaler Einreisen über die Schweiz nach Deutschland, WaS, 9.4.2017, 1 u. 5-6)

Für Kanzlerkandidat Schulz, den neuen – nach der Saarland-Schlappe freilich bereits angezählten – Hoffnungsträger der SPD, steht fest: Gerechtigkeit tut not! Insbesondere die Schere zwischen Arm und Reich gelte es, soweit möglich, zu schließen.

Interessant ist dabei ein Blick ins Land NRW, das doch bereits rot-grün regiert wird und eine Schulz-Kur demnach gar nicht nötig haben dürfte…

Die Realität sieht freilich anders aus: Gerade NRW zeigt einen Bruch, wie ihn Gilles Kepel (u.a.) in seinem jüngsten Buch für Frankreich konstatiert:

„Auch in NRW könnte es zu französischen Zuständen kommen, befürchtet Eric Seils vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI). […] An Rhein und Ruhr drohe ebenfalls [wie in Frankreichs Metropolen] „die Entstehung einer dauerhaften Migranten-Unterschicht, die kaum Aufstiegschancen besitzt, von der Mehrheit abgekoppelt lebt und unterbeschäftigt ist“.

Wenn diese Gruppe sich auf Dauer „nicht nur materiell, sondern oft auch ethnisch und kulturell von der wohlhabenderen Mehrheit“ unterscheide, werde die Lage in NRW „konfliktträchtig“.“ (Stoldt; im Original kein Fettdruck)

In einigen Städten NRWs ist dies nicht Zukunft, sondern bereits Gegenwart.

Die Armutsgefahr ist dabei weniger ein Problem aller, wie Schulz uns weismachen will, als vielmehr eines bestimmten Teils der Bevölkerung: der Migranten:

„Auch dass die Armutsquote zwischen 2013 und 2015 in NRW stieg, ist laut WSI ja „allein darauf zurückzuführen, dass sich die Armutsquote der Migranten erhöht hat. Das Armutsrisiko der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund“ habe sich „seit 2013 nicht verändert“.“ (Stoldt; im Original kein Fettdruck)

Als Arbeitsmarktrestriktionen gelten Sprachdefizit und die geringe Erwerbsquote von Migrantinnen:

„Konkret geht es dabei laut WSI vor allem um zwei Probleme: Zum einen sind die Sprachdefizite auch bei langjährig hier lebenden Zugewanderten teils noch gravierend; zum anderen ist die Erwerbsquote bei Migrantinnen weit niedriger als bei alteingesessenen Frauen.“

Etwa 1,45 von rund 3 Millionen Armen in NRW sind Migranten. […] Aber der tatsächliche Migrantenanteil an den Armen liegt noch viel höher. Der Grund: In der gängigen Armutsstatistik wird der Anteil der Nichtmigranten künstlich hochgerechnet. […] Was nur einen Schluss zulässt: Tatsächlich verfügen weit eher 75 als 50 Prozent der wirklich Armen im Land über Zuwanderungsgeschichte.“ (Stoldt; im Original kein Fettdruck)

Hinzu kommt, dass die Gutmensch-Politik alles tut, um den Eindruck zu erwecken, dass die unkontrollierte Flutung Deutschlands mit Migranten etwas Positives, eine Entlastung von Schuld und wirtschaftliche Bereicherung sei. Daher wundert es nicht, dass Schulz im Besonderen und die SPD im Allgemeinen von Merkel und CDU – trotz NRW-Wahlkampf! – nicht konfrontativ angegangen werden: Sogar

„Oppositionsführer Armin Laschet (CDU) bezweifelte in einem Hintergrundgespräch gar grundsätzlich, dass die gestiegene Armut eine Folge der Migration ist. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) räumte immerhin auf Nachfrage […] ein, dass „es auch mit der Zuwanderung zu tun hat, wenn jetzt in unserem Land die Armut steigt“.“ (Stoldt; im Original kein Fettdruck)

Dass die Migrantenzahl dabei immer weiter steigt, ja dass „sich an der Grenze erneut Krisenszenarien entwickeln“ (Bewarder u.a.) verdeutlicht zudem nur, dass die Politik vor der Realität weiter die Augen schließt und statt gegen das Wachsen des Bruchs anzugehen, ihre Energie lediglich darauf richtet, ihn zu kaschieren…

 

Erdoǧans Pütschchen (Nachtrag)

 

(Erdoğans langer Arm. Türkische Spione in Deutschland?, maybrit illner, ZDF, 30.3.2017)

Erich Schmidt-Eenboom, Geheimdienstexperte, äußerste sich bei Maybrit Illner wie folgt:

„Nach dem angeblichen, dem Pseudo-Putsch in der Türkei, den die türkischen Nachrichtendienste […] Nach einer Analyse der CIA handelt es sich um einen Pseudo-Putsch, den Erdoǧan inszeniert hat, um einem potenziell echten Putsch zuvorzukommen.“

„Weil man den Türken natürlich auch nachweisen konnte, dass sie bis Sommer 2014 so etwas wie eine Dschihadisten-Autobahn in der Türkei hatten, das heißt, [dass sie] Kämpfer aus Libyen und dergleichen über die Türkei zum IS geschickt haben, vorsätzlich.“

 Erdoǧan „ist Neo-Osmanist. […] Er ist bestrebt, einen eurasischen, islamischen Staat bis 2023 einzuzführen, und das mit Gebietsansprüchen gegenüber Griechenland, Bulgarien und dem Nordirak, deutlich geäußert, ganz deutlich geäußert. Da gehen auch alle Analysen hin. Und ich warne davor, so zu tun, als wenn wir nur im Vorfeld des Referendums eine Verschärfung der Situation haben. Denn alle nachrichtendienstlichen Planungen für die Türkei sehen vor, den MIT [(Millî Istihbarat Teşkilâti)] mit den Nachrichtendiensten des Innenministeriums, dem der Gendarmerie und den beiden großen Abhörbehörden zu einer ganz großen Geheimdienstcommunity zusammenzuschmelzen. Und das ist dann das Instrument, um aus der Türkei endgültig einen demokratiefernen Staat zu basteln.“

„Alle westlichen Nachrichtendienste sehen nicht das geringste Indiz dafür [dass die Gülen-Bewegung in den Putsch involviert war…]. Und wenn Sie mal in die Nachrichtenlage der westlichen Dienste reinschauen, dann hat Herr Erdoǧan ja 2014 diesen wunderbaren Präsidentenpalast atombombensicher gebaut mit allen Schutzmaßnahmen gegen Abhören; und sie hören dann aus den westlichen Nachrichtendiensten, dass es trotzdem Abflüsse gegeben hat. Das heißt, die NSA und andere westliche Nachrichtendienste sind in der Lage, auch die geheimste Telekommunikation Erdoǧans zu knacken. Und die kommen dann zu dem Ergebnis: Ein vorgetäuschter Pseudo-Putsch.“

((siehe auch: Ein inszeniertes Pütschchen; Ermutigung zum PutschChronik eines Pütschchens

 

Die Ditib-Hetze geht weiter

(Jörg Hilbert, Karaman Yavuz und Esra Özer, Spalten statt integrieren: Einblick bei DITIB, Panorama, 21.2.2017)

(Robert Bongen, Jörg Hilbert, Esra Özer und Erkan Pehlivan, Staat im Staate: Türkische Beamte in deutschen Moscheen, Panorama, 23.3.2017)

Ein Bericht und seine Wirkung:

Panorama, 21.2.2017

Fall 1:

İsHak Kocaman, Vorsitzender des Ditib-Moscheevereins (bzw. der Muradiye Camii) Hamburg-Wilhelmsburg postete auf seiner Facebook-Seite Zitate (?) des Imams Timurtaş Uçar mit der Aussage:

„Bizi laiklik baǧlamaz. Bizi demokrasi baǧlamaz. Bizi Kamalizm baǧlamaz. Bizi Allah’ın kitabı Kur’an-i Kerim baǧlar.“

[Laizismus ist für uns nicht bindend. Demokratie ist für uns nicht bindend. Kemalismus ist für uns nicht bindend. Uns bindet Allahs Buch, der Koran.]

und:

„İslamın dışında kalan Türk’ün, de Kürd’ün suratına tüküreyim. Ne kıymeti var, müslüman olmadıktan sonra!”

Ich spucke auf das Gesicht der Türken und Kurden, die außerhalb des Islam bleiben. Welchen Wert hat man schon, wenn man/frau nicht Muslim (geworden) ist.“

Auf einer von Ditib-Hamburg organisierten Pilgerreise skandierten norddeutsche Jugendliche in Mekka:

„Kahrı perişan eyle, Allahım, vatanımızı böldürtme, ezanımızı, Allahım, Polisimize Askerimize vatan için çalışan vatan evlatlarına sen yardım eyle! Allahu ekber!“

„Verdamme und vernichte sie, Allah! Spalte unser Vaterland nicht! Erhöre unser Gebet, Allah! Hilf unserer Polizei, unseren Soldaten und all unseren Geschwistern, die für das Vaterland arbeiten!“

Einer der Teilnehmer postete später:

„Reis emret, yıkalım Almanya’ya!“

Führer befiehl! Lass uns Deutschland zerschlagen! („Reis“ ist der Ehrentitel, den AKP-ler Erdoğan gern geben.)

Panorama, 23.3.2017

Auf den Panorama-Bericht hin distanziert sich Ditib von den im Bericht zitierten Passagen und:

Der Vorsitzende tritt – mehr oder weniger freiwillig – zurück.

Freilich ist dieser Rücktritt nur Farce, Verdummung für das Volk der Ungläubigen: In seiner Moschee wird Kocaman als Held, als Märtyrer gefeiert. Er sei ein Opfer der Medien.

Susanne Schröter:

„Solche Ausfälle gegen Minderheiten, gegen Nicht-Muslime, gegen Juden, die haben wir in relativ vielen Ditib-Gemeinden in den letzten zwei Jahren ausgraben können.“

Fall 2:

Der Vorsitzende der Ditib-Moschee Merkez Camii in Braunschweig veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite:

a)  einen Aufruf zur Gewalt gegen Nikolaus.

Noel Baba’yı bekliyoruz.

Wir warten auf den Nikolaus,

heißt es unter einem Foto, das grimmige Männer mit grimmigen Knüppeln zeigte. (Falls Sie es noch nicht begriffen haben: Nikolaus ist eine Metapher für die Ungläubigen, uns Christenpack.)

b) Unter einem Foto mit aufgebahrten Leichen, gewickelt in Tücher mit der israelischen Flagge, heißt es:

Rabbim sayılarını arttırsın!

Möge sich die Zahl meiner Rabbis erhöhen!

c) Die israelische Fahne als Aufdruck auf Klopapier.

Kurz nachdem die Journalisten dies bei Moscheebesuchern anprangerten, ist die Facebook-Seite des Imams „nicht [mehr] verfügbar“.

Und auf Facebook kursiert nun ein Video:

„Ihr wertlosen Nazi-Journalisten, bleibt weg von meiner Moschee!“

Da ist sie wieder: Die Nazi-Keule, die Erdoğan in letzter Zeit so gern auspackte…

Doch selbst dies ficht Dhimmis nicht an: Es lebe die Toleranz! Hurra!!

((siehe auch: Ditib verunglimpft Juden und Christen

Erdoğan schwingt weiter die Faschismus- und Demographie-Keule II

(Erdogan behauptet, Europa denke über „Gaskammern“ nach – traue sich aber nicht, Huffington Post online, 19.3.2017)

(Erdoğan, Merkel! Başta sen…, Sabah online, 19.3.2017)

I

Erdoğan schwingt weiter die Faschismus-Keule. Jetzt ist die Kanzlerin persönlich dran…

„Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) [die er herablassend mit Du anspricht, was sie bislang zumindest nicht moniert hat! Schließlich ist er doch ihr Schatziputzi…] persönlich „Nazi-Methoden“ vorgeworfen. In einer im Fernsehen übertragenen Ansprache am Sonntag sagte er an Merkel gerichtet: „Du wendest auch gerade Nazi-Methoden an.“ [„Merkel. Sen de şuanda Nazi uygulaması yapıyorsun.„]

Er fuhr fort: „Bei wem? Bei meinen türkischen Geschwistern [und auch Verwandten] in Deutschland [„Kime? Almanya’daki kardeşlerime de vekillere de.“ …] sagte Erdogan.

Mit Blick auf Europa sagte der türkische Staatschef, dort könnten „Gaskammern […]“ wieder [… errichtet] werden [„gaz odalarını kuracak yeniden“ ], aber „das trauen sie sich nur nicht.“ Offen ließ Erdogan, wen er mit „sie“ genau meinte.

Erdogan gebraucht Nazi-Vergleiche inflationär

Erdogan gebraucht Nazi-Vergleiche derzeit inflationär. Allein im Konflikt um die Wahlkampfauftritte er mindestens schon fünf Mal öffentlich gewütet, wenn man die jüngsten Angriffe einrechnet.

  • Am 5. März sagte Erdogan:“Ich habe gedacht, der Nationalsozialismus in Deutschland ist vorbei, aber er geht noch immer weiter.“ Und: „Eure Praktiken machen keinen Unterschied zu den Nazi-Praktiken in der Vergangenheit.“ Er war erbost gewesen, weil deutsche Kommunen Wahlkampfauftritte türkischer Politiker abgesagt hatten.
  • Am 11. März sagte er über die niederländische Regierung: „Sie sind so befangen, so ängstlich“. Und: „Das sind Überbleibsel der Nazis, das sind Faschisten.“ Die niederländische Regierung hatte zuvor einen türkische Minister nicht einreisen lassen.
  • Am 15. März sagte Erdogan auf einer Rede in der zentraltürkischen Provinz: „Der Geist des Faschismus geht um in den Straßen Europas.“
  • Am 16. März sagte er: „Das ist der neue Nationalsozialismus.“ Er bezog sich in seiner Rede vor Anhängern im westtürkischen Sakarya wieder auf die Niederlande.“ (im Original kein Fettdruck)

— Fragt sich nur, worin die jüngste (Faschismus-)Eskalationsspirale enden soll??

— Und wer oder was in der Klimax-Strategie als nächstes aus dem Pandora-Sack gelassen werden wird??

II

Doch auch die Demographie-Keule wird wieder mal geschwungen. Erdoğan:

„Şimdi bizi Hollanda’da sayımızı azaltmakla tehdit ediyorlar. [etzt drohen sie uns, unsere Zahl in Holland zu reduzieren.] O zaman ben de Hollanda’daki kardeşlerimize diyorum ki [Daher sage ich unseren Geschwistern in Holland:] bak ben Türkiye’de 3 çocuk diyorum. Siz 5 çocuk yapın. [Schaut, in der Türkei sag ich 3 Kinder. Ihr aber sollt 5 Kinder zeugen.] Bunlar tabi rahatsız oldular. [Klar, das macht sie unruhig.] Bunlara şuurlu bir şey söyleyin hopluyorlar.“ Redet mit ihnen vernünftig und sie hopsen. (im Original kein Fettdruck)

Gerade der letzte Satz offenbart Erdoğans Strategie:

Die Spitzenpolitiker Europas als Schwächlinge demaskieren und am Nasenring durch die Manege ziehen…

Und die Dhimmis kuschen und hopsen mit…

Dem Untergang entgegen…

Also sprach der Dhimmi zum Herrn:

»Wenn du die Wahrheit sprichst«, sagte er dann, »so verliere ich nichts, wenn ich das Leben verliere. Ich bin nicht viel mehr als ein Tier, das man tanzen gelehrt hat, durch Schläge und schmale Bissen.« (Nietzsche, Zarathustras Vorrede, 6)

 

 

 

Die Friedfertigkeit der Flüchtlinge: Nur Gutmenschpropaganda

(Rüdiger Soldt, Mehr Kriminalität von Flüchtlingen im Südwesten, FAZ, 17.3.2017, 4)

Man/frau erinnere sich: Immer und immer wieder wurde uns von diversen Gutmenschen (z.B. Münkler) einzubläuen versucht: Dass die (weil ja ach so traumatisierten, ach so gewaltverstörten) Flüchtlinge essentiell, wesentlich, eigentlich ja ach so friedfertig seien: weit, weit friedfertiger jedenfalls als die Deutschen (Münkler)…

Die Statistik, sofern nicht gutmenschlich (mit alternativen Fakten) verbrämt, sprach in ihrer Nüchternheit jedoch schon immer dagegen. (siehe: Reil (AfD) contra Münkler, Schwan)

Nun sah sich die FAZ genötigt – aus welchen Gründen auch immer – zuzugeben:

„Die Zunahme der Kriminalität von Flüchtlingen in Baden-Württemberg macht der Polizei, dem Landeskriminalamt sowie Innenminister Thomas Strobl (CDU) zunehmend Sorge. […]

Die Anzahl der Straftaten unter [den im März 2017? 167 000 Flüchtlingen im Land Baden-Württemberg ] ist von 2015 auf 2016 um 140 Prozent gestiegen. […] 42 Prozent der Tatverdächtigen sind also Ausländer. Bei syrischen Flüchtlingen hat sich bei Körperverletzungsdelikten die Zahl der Verdächtigen von 2015 auf 2016 vervierfacht. Allerdings

[welch Trost:]

werden 60 Prozent der Straftaten, die Flüchtlinge begehen, in Unterkünften begangen, nur [!!] 40 Prozent in der Öffentlichkeit.“ (im Original kein Fettdruck)

Doch um die Gutmenschsicht trotz der alarmierenden Zahlen doch noch zu bedienen und das Negative überstrahlen zu lassen, beeilte sich „Martin Jäger (CDU), Staatssekretär im Landesinnenministerium“ seine Beschwichtigungsrhetorik nachzuschieben. Rüdiger Soldt zitiert ihn in seinem Artikel:

„es handelt sich größtenteils auch um Armutsdelinquenz.“ (im Original kein Fettdruck)

Man/frau beachte den auffälligen Widerspruch in Jägers Kunstfigur: „größtenteils auch“, den Widerspruch zwischen dem freudigen „größtenteils“ vorweg und dem sofort danach einschränkenden, relativierenden „auch“ hintendrein. Tja, schlechtes Gewissen demaskiert das Lügen…

Wenn Gutmenschen (bzw. zum Gutmenschentum Verpflichteten) an Abwiegelungsfloskeln nichts mehr sonst möglich scheint, dann muss eben als letzter Ausweg der Appell an das Mitleid herhalten: Flüchtlinge sind eben nicht nur ach so traumatisiert und daher ach so gewaltfrei, nein, sie sind auch ach so – bemitleidenswert!! – arm. Man/frau muss sich um sie kümmern…

Der Faschismus-Vorwurf des türkischen Operettensultanats demaskiert es selbst I

(Stefan Ihrig, Atatürk in the Nazi Imagination, Cambridge/US & London/UK, 2014)

Stefan Ihrig behauptet in seinem lesenswerten Buch (über Atatürks Vorbildwirkung auf die Nazis bei der Errichtung des III. Reichs — ein Reich, eine Partei, ein Führer — u.a.:

Werner Daitz, Alfred Rosenberg’s envoy with the convoluted title of main department director in the Foreign Policy Office of the NSDAP [!!…] saw Kemalism, Nazism, and Fascism all as emanations of the same thing„. (118f; im Original kein Fettdruck)

Wenn die Mitglieder des türkischen Operettensultanats (Özdemir) die Parole ihres Herrn nachbeten und nun unisono all die Europäer, die die Wahlkampfauftritte auf EU-Boden verboten, als Faschisten verunglimpfen, so zeigt dies just die Denkweise der Nazi-Vordenker von einst:

Einst versuchte Hitler es Atatürk gleich zu tun (wie Ihrig diffizil und detailliert aufzeigt und nachweist), jetzt versucht Erdoğan deren beider Erbe anzutreten…:

Indem er den andern unterstellt, Faschisten zu sein, lenkt er den Hass von sich (als dem wahren Faschisten) auf die andern um… Und es funktioniert…

Auch: weil unsere Kuschelpolitik ihn gewähren lässt. Demaskierung gelingt nur durch Konfrontation.

Und noch eins wollen wir festhalten: Selbst Hitlers Aufstieg hätte verhindert werden können:

Wenn seine Gegner und Feinde nicht immer und immer wieder vor ihm gekuscht hätten…, bis es zu spät war…

Rutte vermasselt Çavuşoğlu Wahlk(r)ampfspektakel in den Niederlanden

(„Das geht viel zu weit“, SPIEGEL online, 11.3.2017)

(Erdoğan’dan Hollanda’ya tarihi tepki: Uçaklarınız nasıl gelecek, Sözcü, 11.3.2017)

Der niederländische Premierminister Mark Rutte zeigt unserer hündischen Politikerkaste, wie man/frau mit Primitivlingen wie Çavuşoğlu (einem Hanswurst von Erdoğans Gnaden) umzugehen hat: Nicht hofieren und anbiedern wie Gabriel, Gauck, Steinmeier und süt anne Merkel (die Amme, die Erdoğan mit ihrer Milch am Leben hält und nährt (siehe: Der vor Çavuşoğlu winselnde Gabriel)), sondern:

Kalt stellen.

Das wirkt!!!

(Çavuşoğlus und insbesondere) des Operettensultans unmittelbar-ungefilterte Spontan-Reaktionen zeigen vollends die untopbare Primitivität und Hilflosigkeit ihres Sprachhandelns. Die subito in die Ecke gestellten Erdoğan und sein Gefolge können nur noch hysterisch-schlichtes Schlagwörter-Gekreische. Erdoğan:

„Bunlar ne siyaset biliyor, ne uluslararası diplomasi nedir onu biliyor. Bunlar bu kadar ürkek, bu kadar korkak, bunlar nazi kalıntısı, bunlar faşist bunu böyle biliniz.“ (Video-Ausschnitt und Wiedergabe auf Sözcü; im Original keine Hervorhebungen)

Zu deutsch: „Sie [die niederländischen?? „Diplomaten“??] wissen nichts von Politik; sie wissen nichts von Diplomatie. Sie sind so überaus ängstlich, so überaus feige. Sie sind Nazi-Relikte. Sie sind Faschisten. Das sollt ihr wissen.“ (eigene Übersetzung; Videoausschnitt in den tagesthemen, 11.3.2017)

Welch Selbstoffenbarung: Der Sultan, der gewohnt ist, dass alle vor ihm kuschen (übrigens: wie er einst vor seinem Vater), wird nervös, wenn dem plötzlich mal nicht mehr so ist. Und er sieht keinen Ausweg mehr als vor seinen Anhängern den Trotzkopf zu geben, rumzubaffen und ihnen einzureden, dass die andern die Spielverderber, die Bösen sind…

Welch armer Wicht!!

Und welch armselige Gestalten, die ohne türkischen Pass und fern der Türkei (also für Erdoğan und seine Schergen unerreichbar), trotzdem also, sich seinem Spiel beugen, vor diesem Wurm winseln…

Welch Theater…

 

 

Bundesverfassungsgericht erteilt Gauck und Konsorten schallende Ohrfeige

(Bundesverfassungsgericht, Erfolglose Verfassungsbeschwerde gegen den Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten in Deutschland, Pressemitteilung Nr. 16/2017 vom 10. März 2017, Beschluss vom 08. März 2017, 2 BvR 483/17)

Dem ängstlich-kriecherischen Verhalten unserer Freiheitsapologetenkaste (Gauck, Merkel, Gabriel, Steinmeier und ihren Mitläufern und Untertanen) gegenüber den Vertretern des türkischen Operettensultanats (Özdemir) stellte das Bundesverfassungsgericht mit Beschluss vom 8.3.2017 klar:

„Staatsoberhäupter und Mitglieder ausländischer Regierungen [haben] weder von Verfassungs wegen noch nach einer allgemeinen Regel des Völkerrechts einen Anspruch auf Einreise in das Bundesgebiet und die Ausübung amtlicher Funktionen in Deutschland. Hierzu bedarf es der Zustimmung der Bundesregierung, in deren Zuständigkeit für auswärtige Angelegenheiten eine solche Entscheidung fällt. Soweit ausländische Staatsoberhäupter oder Mitglieder ausländischer Regierungen in amtlicher Eigenschaft und unter Inanspruchnahme ihrer Amtsautorität in Deutschland auftreten, können sie sich nicht auf Grundrechte berufen. [!!] Denn bei einer Versagung der Zustimmung würde es sich nicht um eine Entscheidung eines deutschen Hoheitsträgers gegenüber einem ausländischen Bürger handeln, sondern um eine Entscheidung im Bereich der Außenpolitik, bei der sich die deutsche und die türkische Regierung auf der Grundlage des Prinzips der souveränen Gleichheit der Staaten begegnen.“ (im Original keine Hervorhebungen)

Mal sehen, was sich die öffentlich Geohrfeigten nun einfallen lassen, um uns ihr Versteckspiel hinter der Persona der Meinungsfreiheit weiter als alternativlos vorzugaukeln…

Welch Theater…

 

Polygamie in Deutschland? Nein, nur Einzelfälle!

(Mohamed Amjahid, Arabische Polygamisten, bitte melden!, ZEIT, 23.2.2017, 51)

(Moritz Tschermak, Viel Reiberei für wenig Vielweiberei, BILDblog, 23.2.2017)

Mohamed Amjahids Artikel ist wunderbar geeignet, um die Strategie des Abwiegelns paradigmatisch vorzuführen.

1. Wiedergabe der (bewusst) überzogenen? Hauptaussage des Gegners:

„dass 30 Prozent aller arabischstämmigen Männer in Berlin-Neukölln zwei Frauen haben“ […]

unter Nennung der Quelle: Laut Scharia-Report in der BILD (24.11.2016)

2. Eigene (aufwändige!) Überprüfung (durch Faktencheck):

„Nach mehr als einer Woche will ich [Amjahid] schon fast aufgeben, als ich über drei Ecken (danke an den redseligen Ingenieur, den Friseur an der Sonnenallee und meinen arabischen Pizzabäcker) schließlich Ismael treffe. […]

3. Ergebnis: (Wie nicht anders zu erwarten:) Nur 1 Fall nach über 1 Woche (intensivster!) Recherche

4. (Weitere) Relativierung des Ergebnisses:

Irgendwie sei die Vielweiberei eine »theologische Falle«, habe er [Ismael] mittlerweile gemerkt.

5. (Weitere) Relativierung: „Demaskierung“ des zugrunde liegenden Problems als Scheinproblem:

     Es ist ein bisschen wie im Fernsehen. […] Haj Metwali’s Family erzählt die Geschichte eines Mannes, der sich aus der Armut hochgearbeitet hat, um am Ende vier Frauen zu heiraten. Die Polygamie stürzt ihn aber in finanzielle und vor allem emotionale Krisen, seine Frauen fühlen sich stets betrogen. Im kollektiven Gedächtnis der (jungen) Araber hat sich festgesetzt, dass die Vielweiberei vielleicht doch nicht so toll ist wie in der Scharia beschrieben. […]

6. Wiederholung des eigenen Ergebnisses (und betriebenen Aufwands), um der eigenen Aussage: als Widerlegung der Behauptung des Gegners Nachdruck zu verleihen:

Von den Tausenden Polygamisten, die angeblich in Neukölln leben, habe ich nach tagelanger Suche genau einen gefunden.

7. Weitere Relativierung: Alles Lüge!! Alles Erfindung der bösen andern, hier: der Lügenpresse!! (Lügenpresse: Das sind immer die andern Medien. Man/frau selbst lügt doch nicht!!…)

Fehlt nur noch der Familienhelfer, auf dessen Zahl sich alle berufen. Sein Name ist Abed Halim Chaaban. […]

»Die Journalisten, mit denen ich gesprochen habe, lügen, oder sie haben mich missverstanden«, sagt Chaaban.“

8. Fazit: Es gibt nur 1 Fall und wenn mehr, so höchstens (extremst) wenige Einzelfälle: Alles von den bösen andern nur aufgebauscht!! Alles ein Scheinproblem!!

Ach, wenn es doch nur so wäre…

Der vor Çavuşoğlu winselnde Gabriel

Sprecherin Caren Miosga beginnt die Sendung (tagesthemen, 8.3.2017) mit dem uns von der Regierung schon hinlänglich bekannten, weil immer und immer wiedergekäuten, uns in Dauerschleife eingebläuten, auf dass wir es endlich glaubten, Gesülze, dass es das Wichtigste für uns sei, egal wie unflätig man/frau uns auch beschimpfe, miteinander im Gespräch zu bleiben:

„Guten Abend. Zwei Außenminister reden nicht mehr über-, sondern endlich miteinander“.

Ist das nicht großartig! Welch ein Erfolg! Gepriesen sei, der das vollbrachte! Gabriel, der Vollbringer, der Vollstrecker, der Held!

Doch dann der vernichtende Kommentar von Eva Lodde:

„Der rote Teppich ausgerollt, der Portier bereit. Doch der Außenminister [Gabriel] fährt am Hintereingang [des Luxushotels Adlon] vor.

[Welch Memme! Traut sich nicht mal durch’s Haupttor, der Feigling!]

Sein Staatsgast, der türkische Außenminister Çavuşoğlu, hat Sigmar Gabriel zu sich ins Hotel gebeten.

[Der Primitivling Çavuşoğlu ruft — und, baş üstüne!emredersiniz!, Gabriel, unser Außenminister, Außenminister einer der führenden Wirtschaftsnationen der Welt, kommt, hemen!, wie ein Wurm angekrochen, angewinselt zu seinem Herrn, um seine Prügel abzuholen, der dreckige Faschist!, und ihm voll Dankbarkeit darob zu Gefallen das Händchen, das Füßchen und das Ä. zu lecken. Wie armselig!! Und wie erfolglos:]

Gabriels Entgegenkommen ändert nichts daran, dass er nach eineinhalb Stunden allein zurück fährt, allein vor die Presse tritt.“

Von solch Weicheiern, Kriechern und Versagern regiert zu werden. Welch Schande!!

(Stellen Sie sich mal vor, was passiert wäre, wenn Çavuşoğlu statt Gabriel den russischen Außenminister, Sergej Viktorovič Lavrov, zum Gespräch gebeten hätte…)

((Und im Übrigen wollen wir festhalten, dass das Volk für die schleimerisch-devote Haltung unserer Regierung kaum Verständnis hat:

„Im April stimmen die Türken über eine neue, von Präsident Erdogan gewünschte Verfassung ab. 83 Prozent der Befragten und klare Mehrheiten in allen Parteianhängergruppen sind der Meinung, türkische Politiker sollen dafür in Deutschland keinen Wahlkampf machen dürfen.“ (Forschungsgruppe Wahlen, Politbarometer März 2017, 10.3.2017)

Um es klar zu sagen: Die Regierung handelt gegen den Willen des Volks!!

Wen kann da wundern, wenn dessen Wut steigt??