Peter Sloterdijk zur Vollverschleierung („Schelling-Projekt“)

Frog1(Peter Sloterdijk, Das Schelling-Projekt. Bericht, Berlin, 2016)

Im Schelling-Projekt lässt Peter Sloterdijk seine Figur Guido Mösenlechzner in einer e-mail (an Peer Sloterdijk, Kurt Silbe, Desiree zur Lippe und Beatrice von Freygel vom 15.3.2015, 10:12) in einer Art Ausweitung der Kampfzone (Michel Houellebecq) schreiben:

„Man muß bedenken: In manchen Weltgegenden will man die Frauen seit einiger Zeit wieder dichter verhüllen als je zuvor. […] Man leugnet ihren Anspruch auf Straßensichtbarkeit. Wenn man Frauen jenes Kulturkreises den Kopftuchzwang auferlegt, beweist das ja, daß eine enge Verwandtschaft von Kopfhaar und Schamhaar unterstellt wird. Für eine nennenswerte Fraktion der arabischen Männer gleicht das Gesicht der Frau einer erweiterten Schamgegend und das Haupthaar einem Genitalwald.

Als Ethnologe muß man sich also fragen, ob dies nicht zu einer Vulvisierung des weiblichen Antlitzes führt. Ich entschuldige mich für den ungeschickten Neologismus. Er besagt, man verhüllt, was man verehrt, und verhüllt am dichtesten, was man begehrt und vermutlich nie besitzen wird.

[…] Die ganzverhüllte arabische Frau wird auf einen Schlitz reduziert. Der Seh-Schlitz macht ihren Weltzugang aus. Das heißt, wann immer eine Burka-Frau einen Mann ansieht, wird die Vulva des Ostens visuell aktiv. […]

Selbstverständlich bin ich dagegen, daß man den Frauen im Osten die Kleider vom Leib reißt. […] Ich trete dafür ein, Spielräume offen zu halten, in denen Frauen von überall aus Freiheit zeigen, wovon die Menschheit träumt, wenn sie sich fragt, woher sie kommt und wohin sie geht.“ (81f)

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Verhaftete Islamisten in Deutschland (1.8.2016-24.9.2016)

Frog1(Razzien gegen Islamisten in NRW: Weiterer Terrorverdächtiger verhaftet, RTL Next, 10.8.2016)

(Deutschland: Islamist bei Razzia verhaftet, nachrichten.at, 11.8.2016)

(Terrorziel Bundesliga: Polizei ermittelt gegen vier Männer, nachrichten.de, 11.8.2016)

(Experte warnt vor Islamisten in Eisenhüttenstadt, Märkische Allgemeine online, 21.8.2016)

(Drei IS-Verdächtige in Schleswig-Holstein verhaftet, onvista.de, 13.9.2016)

(IS-Mitglieder mit Verbindung zu Paris-Terroristen verhaftet, DiePresse.com, 13.9.2016)

(Holger Münch, „Wir schätzen 420 Personen als Gefährder ein“, Im Gespräch mit Florian Flade, Martin Lutz u. Uwe Müller, WELT online, 16.9.2016)

(16-Jähriger Flüchtling bei SEK-Einsatz festgenommen, Kölner Stadt-Anzeiger online, 20.9.2016)

(Festgenommener Syrer plante Sprengstoffanschlag, ZEIT online, 21.9.2016)

(Mutmaßliches IS-Mitglied am Düsseldorfer Flughafen verhaftet, katehon.com, 25.9.2016 – zugegriffen am 24.9.2016, 18.30 Uhr)

Anbei ein wenig Statistik:

420 islamistische Gefährder, davon 70 IS-Rückkehrer soll es in Deutschland geben:

„Daneben gibt es aber auch eine wachsende islamistische Szene in Deutschland mit derzeit rund 43.000 Personen. Davon schätzen wir inzwischen etwa 420 Personen als Gefährder ein. […]

Wir haben bislang über 750 Ausreisen von Islamisten in diese Regionen registriert. Aber die Ausreisewelle scheint langsam abzuebben. Zumindest steigen die Zahlen nicht mehr so rasant, wie noch vor einigen Monaten. Gleichzeitig müssen wir uns mit einer wachsenden Zahl von Rückkehrern beschäftigen. Von mindestens 70 Rückkehrern wissen wir, dass sie in einem Ausbildungslager waren oder vor Ort Kampferfahrung gesammelt haben.“ (Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes)

Mindestens 11 Verhaftungen wurden im Bundesgebiet in den letzten ca. 8 Wochen bekannt:

1 Verhaftung

„Zuvor war bekannt geworden, dass ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei in der Pfalz einen mutmaßlichen Islamisten festgenommen hat. Der 24 Jahre alte Asylbewerber sei bereits am vergangenen Freitag in Mutterstadt aufgegriffen worden, teilte das Innenministerium in Düsseldorf mit.“ (RTL Next, 10.8.2016)

3 Verhaftungen

„Vier in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz festgenommene mutmaßliche Islamisten sollen nach Erkenntnissen der Duisburger Staatsanwaltschaft einen Anschlag auf ein Spiel der Fußball-Bundesliga verabredet haben. «Wir haben aber bislang keine konkreten Hinweise auf Ort und Ziel», sagte Behördensprecherin Anna Christiana Weiler. Es sei nicht klar, ob es um ein Spiel der ersten oder zweiten Liga gegangen sei. Die Polizei hatte vergangenen Freitag einen Verdächtigen in Mutterstadt in Rheinland-Pfalz und am Mittwoch drei weitere Männer im nordrhein-westfälischen Dinslaken festgenommen.“  (nachrichten.de, 11.8.2016)

2 Verhaftungen

„Überraschend waren am Freitagabend Haftbefehle gegen einen 27-jährigen mutmaßlichen IS-Sympathisanten und einen tatverdächtigen Komplizen erlassen worden. Ihnen wird vorgeworfen, sich zu einer Sprengstoffexplosion abgesprochen zu haben.

Es habe sich herausgestellt, dass sich beide Männer in Chats über „mögliche Ziele und Methoden von Anschlägen gegen Personen und Sachen“ austauschten, teilten die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) und das Polizeipräsidium Brandenburg mit. […]

Der Terrorismusexperte und Undercoverjournalist Shams Ul-Haq fühlt sich angesichts des aktuellen Falls an seine Recherchen in Eisenhüttenstadt in diesem Frühjahr erinnert. Damals war er inkognito in die Erstaufnahme in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) gegangen. Er warnt davor, dass radikale Salafisten bei den Flüchtlingen um neue Unterstützer werben. „ Als ich in Eisenhüttenstadt war, standen ständig solche Männer vor dem Heim und haben versucht, die Flüchtlinge für sich zu gewinnen“, sagte Haq. „Das ist eine echte Gefahr. Denn die Flüchtlinge sind einsam und anfällig für Propaganda.““ (Märkische Allgemeine online, 21.8.2016)

3 Verhaftungen

„Spezialkräfte der Polizei haben in einem Großeinsatz drei mutmaßliche Mitglieder der Extremistengruppe Islamischer Staat (IS) in Schleswig-Holstein festgenommen.

Die drei Syrer würden dringend verdächtigt, mit einem Auftrag des IS nach Deutschland gekommen zu sein oder sich für weitere Anweisungen bereitzuhalten, teilte der Generalbundesanwalt am Dienstag mit. Ihnen werde vorgeworfen, Mitglieder einer ausländischen terroristischen Vereinigung zu sein. Die drei 17, 18 und 27 Jahre alten Männer seien mit Pässen, vierstelligen Dollar-Beträgen und Handys mit einem besonderem Kommunikationsprogramm ausgestattet worden.“ (onvista.de, 13.9.2016)

„Spezialkräfte der Polizei nahmen die Männer am Dienstag in drei Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge fest und flogen sie anschließend zur Bundesanwaltschaft nach Karlsruhe.“ (DiePresse.com, 13.9.2016)

1 Verhaftung

„Bei einem SEK-Einsatz in einer provisorischen Flüchtlingsunterkunft in Porz sind am Nachmittag drei Menschen verletzt worden. Laut Polizei haben die Spezialeinsatzkräfte in der Turnhalle des Stadtgymnasiums Porz an der Dorotheenstraße einen 16-jährigen Syrer festgenommen, der sich in den vergangenen Wochen radikalisiert haben soll.“ (Kölner Stadt-Anzeiger online, 20.9.2016)

1 Verhaftung

„Die Bundesanwaltschaft hat am Düsseldorfer Flughafen ein mutmaßliches Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat festnehmen lassen. Der 22jährige soll in Syrien für den bewaffneten Kampf geschult worden sein.

Gegen den 22jährigen habe ein Haftbefehl vorgelegen, teilte die Behörde am Samstag in Karlsruhe mit. Der Mann sei am Vortag bei seiner Rückkehr aus der Türkei gefasst worden.“ (katehon.com, 24.9.2016)

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Dressed to impress Allah

Frog1(Kulturzeit vom 22.09.2016)

(Swantje Hirsch u. Eric Beres, Wer steckt hinter den Shops für verschleierte Frauen?, REPORT Mainz, 13.9.2016)

In ihrem Bericht Dress to impress Allah zeigen Swantje Hirsch und Eric Beres, wie sich die islamistische Szene in Deutschland auch in Bezug auf Kleidungsvorschriften offen manifestiert. Ein neuer Modestil, die Hijabis entstand.

Susanne Schröter sieht „Hijabi-Läden“ (z.B. Hijabi Store) als Ausdruck einer „extremistischen Konsumkultur“, die sich (auch) in Deutschland mittlerweile etabliert habe:

„Wir haben eine ganz, ich sage mal, solide salafistische Infrastruktur mittlerweile in Deutschland, eine gewachsene Infrastruktur. Sie ist klar extremistisch und sie ist beunruhigend.“

In diesen Läden kann man u.a. auch Vollverschleierungsartikel für Mädchen ab zwei Jahren kaufen; z.B. bietet der Laden Hoor al-Ayn in Berlin: „Kinder Khimar Set 2 Jahre“ an.

Beworben werden diese Läden u.a. von in der Szene einschlägig bekannten Größen wie Pierre Vogel (Abu Hamsa) und Sven Lau (Abu Adam).

Abdel-Hakim Ourghi fordert daher:

„Solche Läden sind eine Gefahr für unsere Gesellschaft und müssen einfach observiert werden.“

Gutmenschen freilich wird all dies Experten-Gewarne nicht jucken. Für sie steht längst fest, dass Kleidungsvorschriften zu machen, für eine aufgeklärte Gesellschaft per se obsolet sei. Basta! Wenn die, die unsern Staat zerstören wollen, jedoch (sich) Kleidungsvorschriften setzen, um sich (von den andern: die sie für die Ungläubigen erachten) abzugrenzen: Wer die Kleidung des Kufr trägt, der ist kein Muslim!, bitte sehr! Das, Parallelweltbildungen gingen uns nichts an. Denn: Es lebe die Toleranz! Die sich ja gerade gegenüber den absolut Intoleranten zu bewähren habe. Wie sagte schon Jesus Opferlamm:

„Wenn dich einer auf die linke Backe schlägt, dann halt ihm auch die andere hin“ (Mt 5,39)

Auf dass Ihr geschlachtet werden möget, Ihr Schafe!!

Rübe ab!! Waltet Eures Amts, Schlächter des IS!!

 Kurban olsun!!

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Salazars „Sprache des Terrors“ des IS

Frog1(Philippe-Joseph Salazar, »Kampf der Symbole«, Im Gespräch mit Elisabeth von Thadden, ZEIT, 1.9.2016, 37)

(Philippe-Joseph Salazar, Die Sprache des Terrors. Warum wir die Propaganda des IS verstehen müssen, um ihn bekämpfen zu können, München 2016)

Im Interview formuliert Philippe-Joseph Salazar sein Hauptanliegen, das Projekt der Aufklärung fortzusetzen, wie folgt:

„Wir füllen die Ideen der Aufklärung nicht mehr substantiell aus. […] Wir haben sie zu Managementvokabeln verkommen lassen. [… Das] heißt zuerst, dass gegenwärtig in einem Staat wie Frankreich die Aufklärung offenbar nicht mehr stattfinden soll. Wir Bürger werden nicht informiert. Die heiklen Quellen werden von uns ferngehalten, ob durch staatliche Zensurpolitik, Beschwichtigen der Medien [Lügenpresse…] oder die geheimdienstliche Auswahl von zugänglichen Informationen. Wir werden nicht ernst genommen. Aber wir sind der Souverän. Lesen wir endlich die Quellen des Gegners! Unsere französischen Schullehrer sind doch alle dafür ausgebildet, Texte zu analysieren: Warum machen wir die Texte und Videos des Kalifats nicht zur Schullektüre,

[statt den Schülern und Schülerinnen Islamunterricht durch Organisationen wie Ditib anzubieten, die das Geschäft des IS betreiben, indem sie Aussagen treffen wie: Es gibt nichts Schöneres als Märtyrer zu sein/werden!]

um sie zu entdämonisieren, zu falsifizieren, ihre Widersprüche, Irrtümer und Manipulationen aufzudecken? Das ist und bleibt die beste Waffe, über die wir verfügen: uns auf die Urteilskraft zu verlassen und sie in Anspruch zu nehmen. Die schlechtestmögliche Verteidigung des Landes hingegen besteht darin, die Bürger für dumm zu halten.“

Doch die Gutmensch-Eliten machen exakt dieses. Qua gegenseitige Selbstermächtigung und gegenseitiges Schulterklopfen dominieren sie (Funktionäre, Parteigänger und Sympathisanten von – in Deutschland – CDU, SPD, Die Linke, die Grünen; FAZ, SZ, ZEIT…) den öffentlichen Diskurs in Presse und Fernsehen. Sie bestimmen die Diskursregeln und tragen für deren Exekution Sorge. Daher ist es schwierig, ihnen, diesen manichäisch vor-eingestellten Bevormundern (Wir sind die Guten und ihr seid die schlechthin, scheiß Bösen. Seht es doch endlich ein und kuscht gefälligst!) nicht genehme Informationen überhaupt zu beschaffen. – Zum Glück gibt es ein noch (!) weit gehend nicht-domestiziertes Internet und ab und an Anti-Pauschalisten (wie Juli Zeh, Markus Lanz…). –
Zudem ist es schier unmöglich, sich in den Diskurs einzubringen, ohne a priori aus der Schlechtmensch-Perspektive heraus als zum kleinen, großen oder gar absoluten Arschloch auserkoren (gegen das als das höchste Gute – bonum, τἀγαθά (Platon) – a priori Vorgegebene uns ins Göttliche Entrückte: To άξιον εστί Willkommenskultur!, und zwar: Gemäß der Maxime: Kαθ᾽ ἑαυτόν „Keine Obergrenzen!“) an-argumentieren zu müssen.

Leider konnten sich die – insbesondere radikalenAufklärer (siehe Philipp Bloms großartiges Buch hierzu) nicht durchsetzen… Und nicht nur das: Die Aufklärung (qua perennierender Imperativ über alle Generationen hinweg) scheint obsolet.

Letztlich sind wir Zombie-Christen (Emmanuel Todd) in der Ambivalenz stehen geblieben: Da die Sklavenmoral des Christentums, in der wir sozialisiert wurden, in unserem Unbewussten weiterlebt (wie Todd am Fall Frankreich zeigt), sind wir immer noch höchst empfänglich für Unterwerfungsappelle. (In der Hinsicht stehen wir dem IS weit näher als all die Gutmenschen wahrhaben wollen.)

Also sprach (schon) Nietzsche (siehe Vorrede Zarathustra): Die Bereitschaft sich (unter dem Imperativ der Gutmenschen – welcher Couleur auch immer!) zu versklaven ist in unserm Zeitalter (noch? zu?) stark ausgeprägt; der Wille zur Gegenwehr ist schwach und wird diskursethisch (zu Tode) nihiliert.

Ein einziges Bild eines einzigen toten Buben (Ailan Kurdi) genügt —: Und schon verfängt die alles, in toto nihilierende Mitleidsethik (Schopenhauer contra Nietzsche).

Das ist der Vorlauf in den Tod des anderen, des Fremden – sei es anonym (à la Albert Camus) oder benamt (à la Kamel Daoud) – SOWIE des europäischen Menschen.

Ihr seid Verächter EURER Freiheit! Ihr, die ihr da ruft:

Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Halleluja / Halelu Yah / Alhamdulillah! (Psalm 118:26) –;

sicut erat in principio et nunc et semper et in saecula saeculorum —;
egal, ob auf Deutsch, Jüdisch oder Arabisch…;

und wer nicht mitmacht, für den gelte: Rübe ab! —: Sei es nun bloß im Diskurs, oder gar existenziell:
Das allein sei die zur Wahl stehende Differenz;

amen.

(siehe auch: J. Zeh zu Merkels ‚Wir schaffen das.‘)

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Erdoğan und der gestoppte MIT-Waffenkonvoi Richtung Syrien (19.1.2014)

Frog1(Özlem Topçu, Unterstützt die Türkei Islamisten?, ZEIT, 25.8.2016, 6)

(Üç savcı görevden alındı, mynet.com, 24.1.2014)

(MİT TIR’ları soruşturmasını yapan tutuklu 4 savcı Ankara’ya getirildi, mynet.com, 3.8.2015)

Özlem Topçu fasst die bislang bekannten Fakten wie folgt zusammen:

„Was bekannt ist: am 19. Januar 2014 stoppte die Gendarmerie im südtürkischen Adana, unweit der syrischen Grenze, drei Lkw. Der zuständige Staatsanwalt Aziz Takçıerteilte die Anweisung, die Lastwagen zu durchsuchen, doch die Männer, die den Konvoi begleiteten, widersetzten sich. Sie waren, wie sich herausstellte, Mitarbeiter des türkischen Geheimdienstes MIT, weigerten sich aber, sich auszuweisen oder Dokumente über den Inhalt ihres Transports vorzuzeigen. Staatsanwalt Takçı ließ die Fahrzeuge dennoch öffnen und fand in sechs Containern: Mörser, Artilleriegeschosse, Maschinengewehrpatronen. [Hier das u.a. der Cumhuriyet zugespielte Video-Material dazu: Türkei unterstützt Anti-Assad Kämpfer: Whistleblower Chefredakteur Dündar] So berichtete er es etwa ein Jahr später der Zeitung Cumhuriyet in einem Interview. Takçı sagte auch, dass anschließend der Gouverneur der Provinz [Hüseyin Avni Coş] in Begleitung von 300-400 Sicherheitskräften an den Ort der Durchsuchung gekommen sei und erklärt habe, dass die Lkw dem MIT gehörten. Der damalige Premierminister Tayyip Erdoğan, so der Gouverneur weiter, habe ihn persönlich angerufen und gesagt: der Staatsanwalt soll die LKW weiterfahren lassen. […] Ende 2015, einige Wochen nachdem seine Partei, die AKP, die Parlamentswahl gewonnen hatte, äußerte sich Präsident Erdoğan erneut zu den Vorwürfen: »Einige sagen, ich hätte gesagt, da seien keine Waffen drin gewesen. Nun, und wenn schon?«

Tatsache ist [ferner]: Die mit dem Fall anfangs betrauten Staatsanwälte, Aziz Takçı und drei seiner Kollegen [Süleyman Bağrıyanık, Ahmet Karaca, Özcan Şişman], sitzen mittlerweile in Haft. Sie sind unter anderem wegen des Versuchs angeklagt, die Regierung zu stürzen. Auch die Journalisten Can Dündar, der ehemalige Chefredakteur der Cumhuriyet, und sein Ankara-Büroleiter Erdem Gül, die sich mit den Lkw des MIT befassten, wurden wegen Verrats von Staatsgeheimnissen angeklagt und verurteilt. Sie sind nur die prominentesten Beispiele.“

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Guido Reil redet Klartext, im Gutmenschsprech „Propaganda“ genannt

Frog1(Wieso ein Sozialdemokrat zur AfD überläuft, FOCUS online, 06.09.2016)

(Hart aber fair 05.09.2016 | „Fluchtpunkt Deutschland – hat Merkel ihre Bürger überfordert?“)

(Fluchtpunkt Deutschland – hat Merkel ihre Bürger überfordert?, hartaberfair, 5.9.2016)

(Anzahl der Mordopfer in Deutschland von 2000 bis 2015, statista)

(Bevölkerung – Entwicklung der Einwohnerzahl von Deutschland von 1990 bis 2015 (in Millionen), statista)

(Anzahl der polizeilich erfassten Opfer von Straftaten nach Straftatengruppen in Deutschland im Jahr 2015, statista)

Guido Reil hat es zu einiger Prominenz im Polit-Betrieb gebracht. Er ist einer der letzten Bergmänner im Ruhrpott, Gewerkschafter und Betriebsrat. Nach 26 Jahren trat er aus der SPD aus – und in die AfD ein. […]

„Ich bin und bleibe Sozi, ich bin strotzsozial eingestellt“, sagt der Bergmann und redet sich in schönstem Ruhrpott-Slang langsam in Rage. In Essen gebe es inzwischen in jedem Supermarkt Security, „sicher nicht, um den Flüchtlingen die Auslagen zu erklären“. Auf den Stadtteilfest habe es noch nie so viele sexuelle Übergriffe gegeben wie in diesem Jahr. Überall stehe jetzt Polizei „ohne Ende“ und er wolle nicht in einem Polizeistaat leben.“ (Focus; im Original kein Fettdruck)

Peter Altmaiers Antwort hierzu:

„Das ist genau die Propaganda, die unverantwortlich ist.“ (Livemitschnitt)

Gutmensch-Mitdiskutanten wie Merkel-Intimus Altmaier, EX-Präsidentschaftsbewerberin Gesine Schwan und  Herfried Münkler, der (zumindest) Realpolitik nur aus dem Hörsaal kennt, interessieren Erfahrungen einzelner freilich nicht. Sie haben ihre vorgefasste Gutmenschposition, die moralisch über allem schwebt — analog zum IS, der sich ja bekanntlich auch im Besitz der Wahrheit wähnt —: unverrückbar fest. Basta. Das wär‘ ja noch schöner: Sich als Professor/-in die eigene ideologisch heile Welt von so einem kleinkariert-kommunalrestringiert-engstirnigen Renegaten wie dem Reil kaputt reden lassen zu müssen.

Reil:

Die Realität wird verweigert. Und das nicht erst seit der Flüchtlingskrise, sondern schon viel länger, weil es ideologisch gewollt wird. Multikulti funktioniert [… nicht. Er wisse das], weil ich da wohne, weil ich das tagtäglich mit ansehe. […] Ich bin mit einer Russin verheiratet. Ich weiß, was Multikuli ist; ich weiß, was Integration bedeutet. Ich hab‘ alles durchlebt. […] Ich weiß, wovon ich rede. […]

Was mir in letzter Zeit auffällt: Die türkischen Kollegen werden jedes Jahr religiöser; und die türkischen Kollegen werden jedes Jahr nationaler. Diese Verehrung zu Erdoğan ist ein völlig neues Phänomen. Die Türken, mit denen ich aufgewachsen bin, für die war Atatürk der größte Türke. […] Heute verachten die Atatürk als jemanden, der die Türkei kaputt gemacht hat. Da hat sich etwas völlig verändert in den letzten Jahren, und das müssen wir mal wahrnehmen, langsam. Da kann man nicht einfach die Augen vor verschließen.“ (Livemitschnitt)

Schwans grinsend vorgetragene Pauschal-Antwort:

Wenn „man sagt, Multikulti funktioniert nicht, dann ist das eine sehr thetische Aussage, die zur sozialdemokratischen Tradition nicht passt.“ (Livemitschnitt)

Und ein wenig später, als es um die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht zu Köln in 2015 ging, sagte Schwan:

Ich „bitte […] zu akzeptieren, dass es unterschiedliche Wahrnehmungen der Realität gibt.“ (Livemitschnitt)

Beispiel gefällig?? Bitte sehr:

„Die größte Zahl von sexuellen Übergriffen passiert in den deutschen Familien. Das ist das größte Problem“. (Livemitschnitt)

Wie gut, dass uns Schwan mit ihrer selektiv-wahnhaften Wirklichkeitssicht als Bundespräsidentin erspart blieb!!

Doch auch Münkler wollte uns weismachen, wie vergleichsweise friedfertig die Flüchtlinge doch seien:

„Es gab 9 Totschlags- oder Morddelikte, die auf Flüchtlinge zurückgeführt werden, im Jahr 2015, auf 1,1 Millionen. Da haben Sie eine Relation die deutlich unterhalb der Relationierung der deutschen Bevölkerung liegt.“ (Livemitschnitt)

Angenommen, die Zahl stimmt, so ergibt sich unter Bezug auf statista

„Im Jahr 2015 gab es in Deutschland [insgesamt] 296 Mordopfer.“ (statista)

bzw. 589 Mord- & Totschlagopfer (statista)

ein anderer: mathematisch berechneter Befund als das von Münkler suggerierte Geschwätz. Denn legt man/frau nun die Einwohnerzahl Deutschlands von 2015 zu Grunde (laut statista 82,18 Mio Einwohner), so ergibt sich, dass die ach so friedfertigen Flüchtlinge

  • rechnet man NUR die (296) Morde ein:

mit 0,000008 Gewaltverbrechen/Flüchtling in 2015 doppelt so viele Gewaltverbrechen begangen haben wie die Gesamtbevölkerung mit 0,000004 Gewaltverbrechen/Einwohner.

  • rechnet man „Mord und Totschlag“ (insgesamt 589 Opfer) ein:

mit 0,000008 Gewaltverbrechen/Flüchtling in Relation zur Gesamtbevölkerung mit 0,000007 Gewaltverbrechen/Einwohner in 2015 mehr Gewaltverbrechen begangen haben.

So weit zur Lüge des sich (wie Schwan) die Wahrheit zurechtbiegenden Gutmenschen Münkler.

Aus all dem aufgezeigten Quakquak kann man/frau prima lernen, wie ’s geht: Sophistik funktioniert: Fakten, d.h. Praxisbefunde werden relativiert und/oder zu einer theoretischen Aussage verallgemeinert und so qua Transformation ins Allgemeine der Realität entfremdet, ja ihr übergestülpt… Alles halb so schlimm, alles aufgebauscht, alles total übertrieben, alles Propaganda… Eigentlich (!) sind die Flüchtlinge ja ganz lieb, gesetzestreu (Münkler), …

Und wenn Sophistik nicht hilft, gibt ’s ja noch die Amadeu Antonio Stiftung, die ja schon mal – vorsorglich (Heideggers Analyse der Sorge ist hier recht aufschlussreich) – prüfen könnte, ob man/frau dem Reil nicht strafrechtlich das Maul verbieten lassen könnte wegen flüchtlingsdiskriminierender Äußerungen… (Vielleicht sind ja all unsere Gutmenschpolitiker von Erdoğan (sei es klammheimlich oder offen) deswegen so entzückt, weil er vormacht, wie’s geht… inklusive des gebotenen Mittels der Verstellung, taqīya…)

Die uns verdummende Gutmenscherzählung à la Altmaier geht so:

„Und nun so zu tun, als ob hunderttausende von friedlichen Flüchtlingen, die vor einer Gefahr für Leib und Leben geflüchtet sind und nichts anderes wollen als friedlich zu leben, die Deutsch lernen, die sich beruflich integrieren wollen, als ob das der Grund dafür ist, dass die Polizei vor den Geschäften und vor den Vereinsfesten steht, ist unverantwortlich.“

(Selbst die Statistik spricht ‚was anderes (siehe auch: 1 Jahr Flüchtlingspolitik à la Merkel) und auch Psychologin Schauer widerspricht z.T. (siehe: MUFs sind per se gewaltbereit))

Die realitätsnähere, weil erfahrungsgesättigte Wutmensch-Gegenerzählung à la Reil aber geht so:

„Jetzt kommen Menschen aus dem Nahen Osten und von Afrika ohne Pässe, strotz-gesund, hervorragend gekleidet, und die bekommen hier das große Rundumsorglos-Paket, und das verstehen die [die Rentner mit Minimalrente, „150 Euro über der Grundsicherung“] nicht. Das sind Menschen, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben, die etwas beigetragen haben zu unserem Land. Und jetzt kommen Menschen aus Nordafrika und aus dem Nahen Osten, aus dem Gebiet der Erde, das am gewalttätigsten, frauenfeindlichsten, antisemitisch und homophob ist und wir denken: Das wird alles hier gut. Und: Wir schaffen das. Aber ich bitte Sie, man muss ja mal die Realität wahrnehmen. Was ist denn da los in diesem Land? Wie sind denn diese Menschen geprägt? Die vergessen doch nicht auf einmal ihre ganze Prägung. Junge Männer mit 18, 19 sind fertig geprägt. Da machen sie nichts mehr in der Erziehung. Wissen Sie, wie schwer das ist? Man wird in der Kindheit geprägt. Das kann Ihnen jeder Soziologe erklären. Und dann ist das alles völlig egal. Das blenden wir einfach so weg.“

Frog4

 

 

Wir schaffen das! — Wirklich? Von wegen…

Frog1(Hunderte Anwerbeversuche von Islamisten bei Flüchtlingen, N24 (online), 14.8.2016)

(Martin Lutz u. Daniel F. Sturm, Bundesländer zählen mehr als 1000 Kinderehen, WELT online, 14.8.2016)

(Minister: Nicht alle Flüchtlinge registriert, n-tv online, 3.8.2016)

(Bis Ende September sollen alle Flüchtlinge registriert sein, Tagesspiegel online, 11.8.2016)

(Stefan Groß, 5 Gründe, warum die Flüchtlinge heimlich weiter zu uns kommen, The European online, 7.8.2016)

Die Überforderung ist eklatant!! Hier (nur) drei Baustellen:

Islamisierung der Flüchtlinge

Die Anwerbungsbemühungen und -praktiken der Salafisten in/im Umfeld der Flüchtlingsheime sind lange bekannt. Genauso lange wurden sie totgeschwiegen. Es wurde abgewiegelt und verharmlost. Kritiker wurden in die rechte Ecke gestellt. (Und Pegidas Protest dadurch aufgewertet.) Getan wurde nichts. Musste ja auch nicht sein: Denn es gab ja kein Problem. Der Verfassungsschutz hat lange gewartet, gemahnt und gezögert, jetzt ist Hans-Georg Maaßen der Kragen geplatzt. Die Inaktivität der Gutmenschen-Politik ist ihm zu viel geworden und er hat seinen Frust geäußert:

„Der Verfassungsschutz beobachtet mit Sorge die Versuche radikaler Islamisten, unter Flüchtlingen neue Mitstreiter anzuwerben. „Es gibt bislang mehr als 340 Fälle, die uns bekannt geworden sind“, sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen. „Aber das sind nur die, von denen wir erfahren haben. Vermutlich gibt es mehr Fälle.“
Maaßen sagte, der Verfassungsschutz habe Betreiber von Flüchtlingsheimen bereits für das Problem sensibilisiert [!!] und ihnen Informationen dazu [!!] an die Hand gegeben. „Es bereitet uns Sorge, wenn Salafisten und andere Islamisten Werbung in den Asylunterkünften machen.“
Der Verfassungsschutzchef beklagte: „Bekanntermaßen sind unter den Asylsuchenden sehr viele junge Männer mit sunnitischer Konfession. Die kommen oft aus konservativen islamischen Milieus und wollen freitags in eine arabischsprachige Moschee gehen.“

Unter diesen gebe es zahlreiche islamistische, salafistische Moscheen in Deutschland. [!!] „Sie bilden ein Vorfeld der Radikalisierung. Das ist gefährlich. Deshalb haben wir eine Vielzahl unter Beobachtung [!!] genommen“, sagte Maaßen. „In Deutschland ist es so, dass die arabischsprachige Moscheenlandschaft nicht organisiert ist. Von staatlicher Seite besteht da relativ wenig Einflussmöglichkeit.“

Und im Fall von Ditib?? Die Organisation darf – trotz der heuchlerisch-distanzierten Verlautbarungen aller Parteien – weiterhin und weitgehend unbehelligt den Türken in Deutschland Erdoğan preisen, den Nachwuchs für das Märtyrerwesen begeistern, gegen Gülen und seine Bewegung hetzen… Ach, wie liberal wir kuffar doch sind! Herrlich!

Nicht-Registrierung der Flüchtlinge
Zunächst hieß es vollmundig (3.8.2016):
„Alle [!!] nach Deutschland eingereisten Flüchtlinge sind registriert, das gab das [verlogene] Bundesamt für Flüchtlinge und Migration am Dienstag bekannt. Sie seien mit Fingerabdrücken, Foto und Personendaten erfasst und polizeilich überprüft worden, sagte die Leiterin des operativen Bereichs, Katja Wilken-Klein, im ZDF. „Das gibt grundsätzlich Sicherheit, zu sehen, wer ist im Land.“ (im Original keine Hervorhebungen)
Wer’s glaubt(e)… Dann ruderte Frank-Jürgen Weise zurück. Nun gibt er zu, dass seine Behörde doch – noch immer – nicht wisse, wer denn alles nach Deutschland hereingekommen sei, hereingebeten wurde. Funktionierende Grenzsicherung sieht anders aus!! Immerhin verspricht der Versager nun:

Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise sagte der „Wirtschaftswoche“: „Bis Ende September werden wir allen geflüchteten Menschen die Möglichkeit gegeben haben, ihren Antrag zu stellen“. Dann wisse man, wer im Land ist und welchen Status dieser hat. Dem Bamf war wiederholt eine zu schleppende Registrierung der Flüchtlinge vorgeworfen worden.

In diesem Jahr sind bislang nach den Angaben Weises 240.000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Bei der Behörde stapeln sich aber immer noch etwa 500.000 nicht bearbeitete Asylanträge. Weise dazu: „Wenn die Zahl neuer Flüchtlinge auf dem aktuellen Niveau bleibt, dann wollen wir bis Mitte 2017 alle Altfälle abgeschlossen haben“.

Wer’s glaubt(e)… Man/frau sollte aber (zudem) bedenken: Das oben Genannte bezieht sich nur auf die Altlasten!! Das Einschleusungsspiel geht unterdessen munter weiter. Hier ein Auszug aus einem Artikel von Stefan Groß:

„Viele Bundespolizisten äußern ihren Unmut über den von oben politisch verordneten Kontrollverlust. Einige Beamte vermuten gar, dass über 1000 Einreisen pro Tag stattfinden; darunter sind immer wieder Personen, bei denen „deutliche Bezüge zu terroristischen Aktivitäten“ festzustellen waren. Die Bundesrepublik, so die Kritik aus den Reihen der Polizei in Frankfurt/Oder, ist auch nach
der geschlossenen Balkanroute ein offenes Scheunentor.“

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Zunahme der Kinderehen: Relativierung unseres Rechtssystems
Kinderehen sind nicht nur ein Importproblem, das entsteht, weil all die Gutmenschen sich und uns einreden, dass wir jeden Flüchtling aufnehmen müssen. (Als wenn wir nicht genug hausgemachte Probleme hätten.) Nein! Kinderehen werden sogar in Deutschland geschlossen!!! Allahu akbar! In vorauseilendem Gehorsam und Unterwerfung unter das Diktat des Islam ist also auch bei uns Mohammeds Lebensstil nun zu einem (wenn auch noch – bislang! – nicht zum einzig und allein seelig machenden) Ideal erklärt:

„Es gibt sie wieder in Deutschland – die Kinderbraut, meist verheiratet mit einem älteren Mann. Die Kinderehe kommt mit der Flüchtlingswelle, aber sie wird auch hierzulande geschlossen, nach Scharia-Recht oder in Roma-Familien, unter dem Radar der Behörden. Über 1000 Kinderehen haben die Bundesländer gezählt. Doch die Dunkelziffer ist hoch.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) kündigt gegenüber der „Welt am Sonntag“ jetzt die Einrichtung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe an, die sich ab dem 5. September in Berlin mit den Kinderehen befassen wird. Nach geltendem Recht sollen Ehen in Deutschland nicht vor der Volljährigkeit geschlossen werden, Ausnahmen sind bisher aber ab dem vollendeten 16. Lebensjahr möglich.

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann [einer der Heuchler!!] sagte [wider besseres Wissen] der „Welt am Sonntag“, der Schutz von Kindern müsse absolute Priorität haben. Das müsse auch für minderjährige Flüchtlinge gelten. „Zwangsehen sind in Deutschland strafbar, das ist auch richtig so. Niemand, erst recht nicht ein Kind, darf zur Ehe gezwungen [!!] werden.““ (im Original keine Hervorhebungen)

Das also ist der Ausweg à la Gutmensch Oppermann: Kein Zwang, kein Problem. Halleluja! Wir danken, für Ihre Klarstellung, hoca!

Komisch auch, dass so wenige Frauen lautstark gegen die Kinderehe protestieren: Sie wollen wohl lieber Gutmensch sein als ihre erkämpften Rechte verteidigen… Armes Abendland!!

Frog4

Putins Kaderreserve und Parallelen zur Türkei unter Erdoğan

Frog1(Julia Smirnova, Wladimir Putins Kaderreserve, WELT, 2.8.2016, 7)

(Ehemaliger Istanbuler Gouverneur in U-Haft, Neue Zürcher Zeitung online, 5.8.2016)

In ihrem lesenswerten Artikel legt Julia Smirnova knapp dar, dass Putin Neubesetzungen von Gouverneursposten derzeit verstärkt mit Geheimdienstlern besetzt:

„Von den [neulich] vier ernannten Gouverneuren haben drei bei Geheimdiensten gearbeitet. Igor Wassiljew, der nun an der Spitze des Gebiets Kirow steht, arbeitete beim KGB in der gleichen Abteilung die Putin. Dimitri Mironow, der neue Gouverneur des Gebiets Jaroslawl, […] begann seine Karriere ebenfalls beim KGB“ und war wie „Jewgeni Sinitschew, der neue Gouverneur der russischen Exklave Kaliningrad“ „Mitarbeiter des Geheimdienstes FSO, der Leibgarde des Staatschefs.“ (im Original keine Hervorhebungen)

Smirnova schließt sich der Meinung Jewgeni Mintschenkos an, dass Putin

„seit mehreren Jahren“ dabei sei, „eine neue Version eines Politbüros [zu etablieren], in dem Putin zwischen verschiedenen Interessengruppen moderiert. Nun seien die Geheimdienste in das „Politbüro“ eingezogen.“

These: „Moskau gehe es nicht um Effizienz, sondern um die Kontrolle.

Interessant ist folgender Nebenaspekt:

Als Grund für die Notwendigkeit der Neubesetzungen wurden (der Öffentlichkeit) Korruptionsvorwürfe genannt: „der ehemalige Gouverneur des Gebiets Kirow, Nikita Belych“ soll „Schmiergeld in Höhe von 400.000 Euro von einem Unternehmen erpresst […] haben.“ Im Haus des „ehemalige[n] Leitner des Zolldienstes Andrej Beljaninow“ habe der FSB „Bargeld im Schuhkartons – umgerechnet rund 800.000 Euro“ gefunden. (im Original keine Hervorhebungen)

Da es aber in einem „durch und durch korrupten System“ (wie in Russland) nicht ungewöhnlich ist, etwas Unschönes zu entdecken, so man/frau denn dies auch entdecken will, vermutet Jekaterina Schulman hierin „Zeichen für eine verschärfte Konkurrenz zwischen diversen Machtgruppen um Ressourcen, die angesichts der Rezession immer knapper werden.“ (im Original keine Hervorhebungen)

Parallelen zur Türkei??

Parallele zu Putins Gouverneur-Neubesetzungen: U.a. sind seit dem Putsch in der Türkei auch einige Gouverneursposten vakant geworden, aber (vordergründig) nicht aus Korruptions-, sondern Illoyalitätsverdacht:

„Ein Gericht in Istanbul habe in der Nacht zum Freitag gegen Ex-Gouverneur Hüseyin Avni Mutlu sowie sieben Provinz-Gouverneure, einen Vize-Gouverneur und drei Distrikt-Gouverneure Haftbefehle erlassen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Den Verdächtigen werde vorgeworfen, der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen anzugehören.“ (im Original keine Hervorhebungen)

Erdoğan und die Geheimdienste: Im Gegensatz zu Putin begann (Sesamkringelverkäufer) Erdoğan seine berufliche Karriere nicht im Geheimdienst. Der Putschversuch (15.7.2016) lässt zudem vermuten, dass die Besetzung der türkischen Geheimdienste mit loyalen Gefolgsleuten bis dahin (zumindest) noch nicht abgeschlossen wurde. Auch für Erdoğan kommt es daher darauf an, eine Art Politbüro zu kreieren, um die Kontrolle über alle Kräfte (zur Festigung und Sicherung der eigenen Macht) zu erlangen. Der Putsch ermöglicht ihm, den Nationalen Sicherheitsrat, Millî Güvenlik Kurulu (MGK), entsprechend zu instrumentalisieren.

Korruptionsvorwürfe gegen Erdoğan und seine Clique: Auch für Erdoğan sind Effizienzaspekte zweitrangig, gleichwohl wichtig: Die gegen Erdoğans Mitstreiter und ihn selbst gerichteten Korruptionsvideos und Anklagen im/ab Winter 2013/14 zeigten spätestens zu diesem Zeitpunkt, dass es (damals) in Judikative und Exekutive starke (innerislamistische) Opposition (Gegenclique) gab – ob mit oder ohne Wissen der Geheimdienste bleibt offen. Erdoğans Horten von Geld in Schuhkartons legt zudem nahe, dass er sich damals (zumindest) nicht sicher war, die Staatsgeschäfte mittel- und langfristig weiterführen und damit seine erworbenen Gelder sowie künftigen Geldquellen (Ressourcen) für sich (aber auch seine Klientel/Clique) sichern zu können:

Die Effizienz des Systems ist wichtig, um den Machterhalt zu sichern…

(Mehr zu den Parallelen unter Erdoğan, der Demokrat)

Frog4

Tübingen stellt syrischen Bademeister ein – zur Disziplinierung seiner Landsmänner

Frog1(Auf Arabisch! Mit Autorität!, WELT, 2.8.2016, 1)

(Dieser Bademeister aus Syrien wacht im Freibad, WELT online, 7.8.2016)

Boris Palmer (Die Grünen), Oberbürgermeister von Tübingen:

Die Stadtwerke haben „eine großartige Präventions- und Integrationsmaßnahme ergriffen“ […] „Wir haben einen syrischen Bademeister [Aiham Shalghin], der auf Arabisch und mit Autorität sagen kann, was geht und was nicht.“ (zitiert in der Printfassung)

Einerseits toll. Andererseits traurig, dass man/frau einen Ausländer braucht, um den sunnitischen Herren Flüchtlingen deutsche Regeln überhaupt klar machen zu können…

Und was sagt Aiham Shalghin zu seinen traumatisiert-grapschlüsternen Landsmännern:

„Trifft er [Shalghin] in Deutschland auf Altersgenossen aus dem ländlichen Syrien, verspüre er eher weltanschauliche Klüfte als landsmannschaftliche Vertrautheit“. (Printfassung)

Volle Zustimmung. Aufgrund meiner eigenen Erfahrung möchte ich noch ergänzen: Das ländliche Syrien beginnt bereits in den Vororten der großen Städte (Damaskus,…). Selbst in der Türkei ist das ähnlich. Und für die andern arabischen Länder gilt dies erst recht…

Frog4

 

Wir schaffen das! — Das heute-Journal zweifelt

Frog1(Christoph Röckerath und Ute Laibl, Zu den Attentaten von Ansbach und Würzburg, heutejournal, 8.8.2016)

(Ihre Exzellenz Scheicha al-Majassa bint Hamad bin Chalifa al-Thani, „Die Neugier ist riesig“, Interviewt von Hanno Rauterberg, ZEIT, 4.8.2016, 43)

Auszüge aus einem Bericht zu den Attentaten von Ansbach und Würzburg von Christoph Röckerath und Ute Laibl, ZDF-Studio München:

Guido Steinberg:

„Es sind in den letzten ein bis zwei Jahren weit über eine Million Menschen ins Land gekommen, von denen wir letzten Endes nicht wissen, wer sie sind. In vielen Fällen wissen wir noch nicht einmal vorher sie kommen, und im Fall von Ansbach und Würzburg zeigt sich auch, dass wir es dort mit gefährlichen Personen zu tun hatten.“

Die Autoren: „Defizite zeigen sich auch bei den technischen Möglichkeiten der Ermittler, denen verschlüsselte Chats Schwierigkeiten bereiten:“

„Das ist eigentlich die große Überraschung an diesen Fällen, dass es Kommunikationsverbindungen gegeben hat Richtung Nahen Osten. Vor zehn Jahren wären solche Attentäter wahrscheinlich schon vor der Tat aufgeflogen, ganz einfach deshalb, weil ihre Kommunikation abgehört worden wäre. Das ist jetzt nicht geschehen, und das ist eigentlich ein Warnzeichen.“

Zum Traumatherapeuten des Ansbacher Attentäters sagen die Verfasser: „Dessen Qualifikation als Heilpraktiker wird in der Presse angezweifelt. [Das kennen wir: Abwertung des andern als Rechtfertigung eigenen Versagens…] Doch er ist der einzige, der in einem Gutachten warnt:“

„Herr D     ist ein extremer Geist und es ist ihm durchaus zuzutrauen, dass er selbst seinen Selbstmord noch spektakulär in Szene setzt.“ (Zitat aus dem Gutachten)

Die Autoren: „Die Warnung landet sogar beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, wird aber nicht an die Sicherheitsbehörden weitergeleitet. Datenschutz heißt es.“

Wir wissen doch: Alles nicht so schlimm: Die armen Traumatisierten! Und überhaupt: Was will denn so ein aufgeplusterter (Pseudo-)Heilpraktiker-Gockel…??!! Der soll sich schämen…

Die Autoren. „Mittelfristig bekomme Deutschland gesellschaftliche Probleme, warnen Wissenschaftler. Denn rund ein Viertel der Flüchtlinge gilt als extrem traumatisiert und braucht Hilfe.“ — Selbstverständlich. Aber nur von Gutmenschen, die in jedem Flüchtling a limine NUR das Opfer sehen…

Dazu Thomas Elbert:

„Wenn Sie rechnen, dass wir gut 1 Million Flüchtlinge haben; so sind dabei 200-300.000 Menschen, die eigentlich nicht in das gesellschaftliche Leben finden können. [!!!] Wir haben gar nicht das Fachpersonal, um tatsächlich zu verstehen, was in diesen Personen unter diesen extremen Bedingungen vor sich gegangen ist und vor sich geht. Die sind stecken geblieben im Krieg, in ihrer Gewalterfahrung.“

Fazit der Autoren: „Was bleibt, ist eine Erkenntnis: Wenn Deutschland es schaffen will, muss es wohl genauer hinschauen.

Ja, liebe Gutmenschen, mit ein wenig Verstand und Nachdenken (Vernunft) statt reflexhaft-unreflektierter Willkommenskultur-Emphase nach dem Motto: Ach, die armen Flüchtlinge! und kollektiver Helfersyndrom-Pathologie (als Gegenextrem zum ungenügend verarbeiteten Nazi-Mitläufertum von einst), hätte man/frau schon von Anfang an merken müssen, was da auf uns zurollt… So aber jubilier(t)en bislang (und das von Anfang an) vor allem die IS-Rekrutierer… Allahu akbar! Wie gewohnt und von klein auf anerzogen: Den Westen mit seinem (bloßen) Nächstenliebe-Getue zu hassen, fällt viel leichter als ihn (und sein Pseudo-, sklavenmoralisches Gutmenschentum) zu lieben

Beispiel Erdoğan und die Türken (egal in welchem Land sie sein mögen): Er ist der Herr; und sie alle sind Herren dank ihm. Dass Mutti ihm das Händchen, das Füßchen und das Ä. küsst, ist daher nur recht und billig…

Böhmermann ist vermeintlich – Mutti lässt das noch prüfen – ein Majestätsbeleidiger. Hanno Rauterberg zeigt, wie man ’s stattdessen – weicheihaft – richtig macht: Er spricht „Ihre Exzellenz Scheicha al-Majassa bint Hamad bin Chalifa al-Thani“ mit „Eure Exzellenz“ an. Was für ein Wurm!! In den Staub mit dir, Sklave!!

Frog4